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JANA - Eine Chance von Eins zu Unendlich

von Muosaly
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Jack Frost OC (Own Character) Pitch
26.05.2019
20.10.2019
23
19.123
6
Alle Kapitel
20 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
15.09.2019 748
 
[   T R I G G E R W A R N U N G   ]
( Selfharm )

“People think dreams aren't real just because they aren't made of matter, of particles. Dreams are real. But they are made of viewpoints, of images, of memories and puns and lost hopes.”
― Neil Gaiman


„Jana ist jetzt schon fast einen Monat verschwunden. Wir machen uns Sorgen.“
Marina hätte diesen fremden Gedanken fast nicht bemerkt. Er ähnelte zu sehr ihren eigenen. Sie dachte zu oft an Jana, wie es ihr wohl gerade ging.
„Es gibt keinen Grund, sich Sorgen zu machen.“
„Warum?“ Sandy war immer noch freundlich, immer noch sanft und geduldig. Manchmal könnte das Marina wahnsinnig machen. Er machte ihr nie Vorwürfe, obwohl sie kaum Fortschritt machte und Geheimnisse behielt und sich ablenken ließ. Auch in seinem „Warum“ schwang nicht der leiseste Vorwurf, nur simple Neugier.
„Erklär es mir. Ich merke doch, dass es dir auch Sorgen bereitet.“
Marina vermeidete Blickkontakt.
„Ich... Ich erklär es dir später, okay? Aber bitte nicht sauer sein...“
Als Sandy ihr nur eine Hand auf die Schulter legte und ihr aufmunternd zulächelte, fühlte sie sich nur noch schuldiger.

Es war wieder Zeit für Weihnachten. Doch diesmal konnte North sich nicht über die glücklichen Gesichter der Kinder freuen. Nein, denn Weihnachten war leider auch immer wieder die Zeit der brennenden Häuser. Man war unvorsichtig, ließ eine Kerze brennen, zu nach am Baum oder Vorhang... Und wieder stand jemand, der tot sein sollte vor dem brennenden Haus. Diesmal jedoch war es keine zierliche mädchenhafte Gestalt, sondern eine junge Frau, die sich von einem zierlichen Mädchen nicht mehr unterscheiden könnte. Und diesmal war diese Frau auch nicht im Feuer umgekommen. Totgeschlagen von einem Einbrecher sollte das Feuer lediglich die Spuren der Tat verwischen.
Caroline wirkte ratlos und verloren, während sie zwischen den Flammen stand und auf ihren langsam zu Asche verfallenden Körper hinuntersah.
„War's das? Echt jetzt?“

Ich sitze auf dem Bett. Tränen rollen mir die Wangen herunter. Hört auf! Hört auf! Ich kann das nicht! Halte das nicht aus! Stop! Ihr tötet mich, tötet uns! Hört auf!
Selbst durch die geschlossene Zimmertür und durch Kopfhörer auf voller Lautstärke höre ich die Schreie, den Streit. Nur Streit, nur Stress, nur Unglück. Niemand wünscht sich in diesem Haus mehr Hallo oder Guten Morgen. Ich werde angeschrien, sobald meine Mutter von der Arbeit nach Hause kommt. Sie streitet sich täglich mit meinen Brüdern, Und wann immer mein Vater von seiner Geliebten mal heimkommt wird nur geschrien und geheult. Ich kann das nicht mehr. Es ist zu viel. Zu viel. Zu viel. Ich bin doch auch nur ein Kind! Ich halte das nicht mehr aus!
Meine Hand zittert. Die Rasierklinge in meiner Hand war vom häufigen Gebrauch schon ganz stumpf. Das war gut. So tat es mehr weh, ohne, dass ich tiefer schneiden musste. Das ist gut. Schmerz ist gut. Schmerz tötet. Nicht mich, nein, ich darf nicht sterben. Meine Brüder brauchen mich. Sie sind noch jünger... Wenn ihre Schwester noch Selbstmord begehen würde, neben all den anderen Dingen, die gerade schiefgehen... Nein, es darf nicht einmal jemand hiervon erfahren.
Einzelne Bluttropfen auf meiner Haus. Mir entfährt ein zischender Laut. Das ist gut, gut. Für einen Moment höre ich sie nicht mehr, Schmerz übertüncht alles. Der Schnitt bringt mir Erleichterung, Stille, für eine Sekunde.
Dann ist es vorbei.
Wieder und wieder streiche ich mit der Klinge über meine Haus, so lange, bis sie über und über mit flachen Schnitten bedeckt ist, gerade tief genug, dass es blutet. Ich weiß, dass die Blutmenge nicht gefährlich ist. Ich muss aufpassen. Aber das sind vielleicht ein paar Milliliter, nur wenige Tropfen. Ich will mich nicht umbringen und darf mich nicht durch Blutflecken verraten. Hecktisch wasche ich das Blut ab.
Mittlerweile ist es still geworden. Meine Tränen sind getrocknet. Die Erschöpfung hat alle eingeholt.
Vorsichtig verbinde ich mein Bein, damit es nicht bei der leisesten Bewegung durch den Stoff blutet. Jeder würde Schnitte zuerst an den Armen vermuten. Dann verlasse ich das Badezimmer, um nach meinen Brüdern zu sehen.


In der Hülle aus Sand gefangen krümmte sich Jana immer mehr. Tränen froren auf ihrer Wange zu Eis. Tage um Wochen durchlebte sie eine Erinnerung nach der anderen. Es war, als würde sie die Schmerzen wieder spüren. Doch die Träume ließen sie nicht gehen.

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Ich stecke fest. Ein weiteres fertiges Kapitel habe ich noch, aber ich komme einfach nicht weiter. Kann sein, dass diese Geschichte mal wieder pausiert wird .-.
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