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JANA - Eine Chance von Eins zu Unendlich

von Muosaly
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Jack Frost OC (Own Character) Pitch
26.05.2019
20.10.2019
23
19.123
6
Alle Kapitel
20 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
26.05.2019 1.064
 
Hallöchen! Herzlich willkommen zu meiner FF hier, nachdem ich, ihr werdet es kaum glauben, Rise of the Guardians gestern zum ersten Mal geschaut habe. Ich weiß, ich bin spät dran. Da das Fandom aber scheinbar zumindest noch semiaktiv ist dachte ich mir, ich lass das mal hier. Von nun an kommen neue Kapitel vorraussichtlich wöchenlich jeden Sonntag, je nach Motivation vielleicht auch halbwöchentlich Sonntag und Mittwoch/Donnerstag. Ich hoffe, der Prolog hat euch gefallen - und da ich es dabei heute nicht belassen will, gibt es auch noch gleich das erste Kapitel für euch. Ich wünsche euch viel Freude!
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Ich wusste nicht mehr, wie ich hierher gekommen war, aber ich war im Krankenhaus. Ich saß auf dem leerem Stuhl neben Richards Bett; Daniel war im gleichen Zimmer. Meine Mutter wurde noch behandelt, sie hatte deutlich mehr Rauch eingeatmet als meine Brüder. Zumindest war sie nicht in Lebensgefahr.

Keine Ahnung, was ich hier überhaupt tat. Sie konnten mich nicht sehen, hören, ich konnte sie nicht berühren. Warum saß ich also immer noch an ihren Betten? Ich wusste es nicht. Aber ich wusste auch nicht wohin mit mir. Ich wusste ja noch nicht einmal, warum mein Bewusstsein immer noch in dieser Welt war. Alles was ich wusste war, dass mir kalt war. Vorhin im Schnee, da hatte ich nichts gespührt, doch jetzt war mir unendlich kalt. Seltsam. Ich hielt meine Beine angezogen, aber Tote besaßen keine eigene Körperwärme.

Konnten Tote schlafen? Mir war, als wäre ich weggenickt. Zumindest hatte ich meine Augen geschlossen und mein Geist war angenehm leer. Zumindest, bis ich eine leichte Berührung an der Schulter spürte. Ich war tot, niemand konnte mich berühren, doch in diesem Moment schien ich dies einfach vergessen zu haben, denn ich wunderte mich nicht. Als ich den Kopf hob, war da ein Junge. Weiße Haare, die fielen mir als erstes auf. Er war wohl etwa in meinem Alter. Das nächste, das mir auffiel, war der Stock in seiner Hand, sowie sein Aufzug. Zerschlissene Sachen, wobei sein Pulli und die Hose nicht annähernd so mitgenommen waren wie mein Nachthemd. War das Eis? Ja, Eis, überall auf dem Stab und seinen Klamotten, auch in den Haaren. Ich war jedoch zu überfordert von den letzten Stunden, um mir über die Seltsamheit dieses Anblicks wirklich bewusst zu werden. Das nennt man Schockphase, glaube ich. Konnten Tote unter Schock stehen?

„Hey.“ Der Junge hatte eine angenehme Stimme, sie war leise und vorsichtig in diesem Moment. Er hatte sich vor mich gekniet und eine Hand auf meinen rechten Arm gelegt.
„Hey.“ Meine Antwort kam automatisch, tonlos. Warum sprach er mit mir, warum konnte er mich sehen? Es wunderte mich, aber irgendwie nicht so sehr, wie es andere erwartet hätten. Ich war tot, es gab keinen Grund, da wundert man sich über nicht mehr viel.
„Wie heißt du? Ich bin Jack.“
„Jana.“
„Hallo, Jana. Keine schöne Nacht, hm?“
„Nein.“
Mir wurde wieder wärmer. Keine Ahnung warum. Die Kälte verschwand langsam, und das, obwohl ich zu meinen Füßen eine dünne Eisschicht auf dem Boden sah. Eine Schwester kam in den Raum, runzelte die Stirn und drehte das Thermostat etwas hoch.
Jack war für eine Weile still. Er saß nur da, auf dem Boden, und beobachtete mich. Nicht, dass es mich groß störte, aber es irritierte mich. Irgendwie. Ich nahm immer noch alles wie durch einen Schleier war, schwer zu sagen, ob es mich wirklich so sehr irritierte.


Jack hatte keine Ahnung, was er tun sollte. Jana wirkte apathisch, so wie sie da einfach nur auf die Betten starrte. Ihre Brüder, so wie es aussah. Sie hatten im gleichen Haus gelebt, und er hatte beobachtet, wie sie die beiden aus dem Haus geschafft hatte. Es war ihm schleierhaft, warum sie nicht direkt gefolgt war. Sie hätte so einfach überleben können.
Er hatte Mitleid mit ihr, und davon nicht wenig. Bei ihm war es anders, damals. Er war aufgeregt gewesen über neuentdeckte Kräfte – aber bei ihr lag die Sache nunmal anders. Jana wusste, was sie verloren hatte, und er konnte sich nicht vorstellen, wie weh das tun musste.

Plötzlich bewegte sich Richard. Mit einem Mal hatte ich das Gefühl, als wäre der Schleier weggerissen worden, als wäre die Einstellung von Schwarz-Weiß auf Farbe geändert worden. Ich sprang auf und stieß dabei Jack um. Nicht, dass mich das in diesem Moment groß gekümmert hätte. Ich hatte einfach panische Angst um meinen Bruder. Ich wusste, dass er nicht in Lebensgefahr war, aber sein Husten machte mir Angst.
Ich stand neben seinem Bett und hatte meine Hände ins Laken gekrallt. Eine Schwester, die scheinbar das Husten gehört hatte, kam in den Raum gestürzt und sorgte dafür, das Richard den Schlauch nicht entfernte, der direkt unter seine Nase entlang lief und ihn mit Sauerstoff versorgte. Dabei griff sie ein paar Mal durch mich hindurch.
Ich beobachtete ihn, wie er sich hektisch umsah.
„Wo sind Mama und Jana?“
„Die beiden sind auf einer anderen Station. Beruhige dich.“
Ich wusste, dass die Schwester lügen musste. Richard war zehn, sie konnte ihm die Wahrheit nicht sagen, ohne, dass jemand bei ihm war.

Und trotzdem brach ich in Tränen aus. Ich schrie, frustriert, rief nach Richard und wurde nicht gehört. Mir war wieder so schrecklich kalt. Ich wollte aus diesem Albtraum aufwachen, wollte wieder bei meinen Brüdern sein, richtig bei ihnen sein! Ich wollte-
Jemand legt mir einen Arm um die Schulter, doch ich wehrte mich. Ich konnte den Trost eines Fremden jetzt nicht gebrauchen. Trotzdem wurde mein Schreien und Heulen immer leiser, bis ich nur noch ein Wimmern von mir gab und zu Boden sank.

„Wir sollten gehen.“ Jack hatte sich nicht abwimmeln lassen, egal, wie lange ich auch hier auf dem Boden heulte. Allerdings hatte ich auch kein Zeitgefühl. Keine Ahnung, ob nur zehn Minuten oder zehn Stunden vergangen waren. Vermutlich doch eher ersteres.
„Ich gehe nicht.“
„Du kannst hier nichts tun.“
„Ich gehe nicht!“, schrie ich ihn nun an. „Ich gehe nicht! Das ist meine Familie! Ich lasse Richard und Daniel nicht alleine! Ich... Ich...“ Meine Stimme wurde immer leiser. „Ich hatte ihnen doch versprochen, dass ich immer für sie dasein werde...“
Ich spürte seine Hand schon wieder auf seiner Schulter, und wieder stieß ich sie weg.
„Jana, du musst gehen. Jetzt zumindest.“
„Ich werde ni-“
Sanft löste er eine meiner Hände vom Laken, und nun sah ich, warum er mich hier wegbringen wollte – trotz Zimmertemperatur zierten nun Eiskristalle das Laken.
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