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JANA - Eine Chance von Eins zu Unendlich

von Muosaly
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Jack Frost OC (Own Character) Pitch
26.05.2019
20.10.2019
23
19.123
6
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20 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
09.09.2019 695
 
“Lies and secrets, Tessa, they are like a cancer in the soul. They eat away what is good and leave only destruction behind.”
― Cassandra Clare, Clockwork Prince


„Was ist los?“
Das sanfte Echo des fremden Gedanken holte Marina aus ebenjenen wieder zurück.
Sie schüttelte nur den Kopf.
„Nichts.“
„Du bist still in letzter Zeit. Seit du das letzte Mal bei deiner Schwester warst.“
Sandy und seine Begleiterin waren unterwegs, bei Nacht in Amerika. Sandy musste ihr noch beibringen, wie man viele Träume gleichzeitig auf die Reise schickte. Während Jana und teils auch Florian ganz instinktiv gelernt hatten, fiel Marina das alles viel schwerer. Aber sie machte Fortschritte, wie sie beide zufrieden feststellten.
„Sie macht mir Sorgen. Ich will nicht, dass sie stirbt.“
„Aber es ist nicht nur das, oder?“
Sandy machte ihr keinen Vorwurf. Obwohl er wusste, dass sie etwas verschwieg, war er sanft und geduldig mit ihr. Marina brauchte immer noch ihre Zeit, um sich in dieser Welt zurechtzufinden, und er wollte sie nicht unter Druck setzen. Aber langsam bekam er ein seltsames Gefühl. Schließlich war der Tag des letzten Besuchs auch der Tag, an dem es zum letzten Mal eine Spur von Jana gegeben hatte. Sie wusste etwas, das war ihm klar.
„Was sollte es sonst sein?“
Die Antwort kam etwas zu langsam, etwas zu zögerlich. Der Sandmann sah sie ernst an.
„Egal, was es ist, du weißt, dass du mir vertrauen kannst. Egal worum es geht, jeder Fehler lässt sich wieder gutmachen.“
„Ich habe keinen Fehler gemacht.“
Diesmal kam die Antwort fester und entschlossener.
Sandy beschloss, es fürs Erste auf sich beruhen zu lassen.

Ich bin wieder in der Schule. Der Sommer ist viel zu schnell vorbeigezogen. Die überfüllten Gänge, das laute Gerede, das Gekreische der Jüngeren... Nichts davon habe ich je gemocht, aber jetzt fühlt es sich an wie Zuhause. Die Tage ziehen vorbei wie im Flug, während ich nichts tue außer Hefter bemalen oder mit Freundinnen schwatzen. Ich schreibe wieder Spicker für die nächste Chemiearbeit, und ich lege mich nach der Schule aufs Bett und schaue Serien.
Alles ist so herrlich... normal.
Ich bemerke langsam, wie ich anfange zu vergessen. Die Zeit mit Pitch, mit Jack... Das konnte nur ein verrückter Traum gewesen sein. Ein verflucht lebendiger Traum, der mir nicht mehr aus den Kopf wollte. Doch es muss ein Traum gewesen sein, was sonst? Ich lebe und atme und lache und kein Eis erscheint nur durch die Kraft meiner Gedanken. Der Sommer ist immer noch ätzend, meine Brüder sind immer noch nervig, das Haus ist immer noch zitronengelb.
Ich höre sollte aufhören, Albträumen nachzutrauern.


Jack wurde immer unruhiger. Es war schon zu viel Zeit vergangen. Er wurde nervös. Hatte er es übertrieben? Vermutlich. Wahrscheinlich. Er wurde immer unruhiger, kein Sturm war mehr aufgezogen und keine Flocke hatte sich mehr seiner Kontrolle entzogen.
„Jana... Was zur Hölle hast du angestellt...“

Irgendwie wirkt die Welt größer. Warte, nein... Das ist es nicht. War ich schon immer so klein?
Und plötzlich kommt mir die Zeit auf dem Gymnasium nur noch wie ein Traum vor. Ich sitze mit meiner Freundin auf dem Schulhof in der Nähe der Fliederbüsche. Sie weint – sie ist hingefallen, hat sich das Knie aufgeschrammt und weint. Es tut weh. Ich habe ein nasses Papiertaschentuch in der Hand, es ist rot... Ich muss ihren Kratzer saubergemacht haben. Meine Erinnerungen... Ich weiß nicht mehr, was vor ein paar Minuten noch passiert ist.
Aber es kümmert mich nicht. Warum auch? Es gab gerade Wichtigeres. Ich renne zu unserer Lehrerin, um jemanden zu holen, der sich um meine Freundin kümmert. Die Schulmobber aus der vierten Klasse lachen nur, aber so gerne ich mich auch mit ihnen anlegen würde, sie sind zu sechst und fast jeder von ihnen ist größer als ich. Das sie Jungs sind, kümmert mich nicht. Ich habe mich schon öfter mit Jungs geprügelt, wenns sein musste. Ich hatte bald bemerkt, dass ich als Mädchen dafür keinen Ärger bekam.
Ich mache mir Sorgen um meine Freundin, ich will sie nicht alleine hier lassen. Also rufe ich nach der Lehrerin, um in Sichtweite bleiben zu können.
Sie hört nicht mehr auf zu weinen. Wie kindisch. Nervig.


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Sorry. Schon wieder vergessen :/
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