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JANA - Eine Chance von Eins zu Unendlich

von Muosaly
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Jack Frost OC (Own Character) Pitch
26.05.2019
20.10.2019
23
19.123
6
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20 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
29.08.2019 589
 
“Do you ever wonder why things have to turn out the way they do?”
― Nicholas Sparks, A Walk to Remember


„Bist du dir da sicher?“
„Ja.“
Sie hatte ihn einfach an der Klippe zurückgelassen. Unter Tränen war sie vor der Kälte geflohen.
Jana konnte nicht mehr. Sie war tot. Diese Realität hatte sie wieder eingeholt. Sie sollte nicht mehr hier sein, doch anstatt einfach ruhen zu können war sie nun schuld an hunderten Toten. Es war genug.
Sie hatte das bereits entschieden, als der Osterhase sie so lange in seinen Höhlen behalten hatte. Wenn man nichts zu tun hatte, gab es viel Zeit zum Nachdenken.
Florian hatte nicht nur Jack eine Nachricht überbracht. Jemand anderes hatte ebenfalls eine bekommen.
Sie hatte sich mit Marina in einer Tropfsteinhöhle getroffen. Mittlerweile war sie fast „zugewachsen“, und man kam kaum noch ins Innere. Nur, wenn man ein zierliches Mädchen war, konnte man die Schönheit betrachten.
Marina sah sich etwas verunsichert um. Die Partnerin des Sandmanns hatte sich noch nicht ganz an den unsterblichen Körper gewöhnt.
„Was du verlangst ist... Schwierig.“
„Ich weiß. Meinst du, du schaffst das?“
„Ich denke schon.“
Jana führte sie weiter durch die Höhle. Sie hatte kein wirkliches Ziel – sie wollte nur an einen Ort, an dem niemand nach ihr suchen und auf den niemand zufällig stoßen würde.

Schließlich erreichten sie einen größeren Hohlraum. Es hatte fast drei Stunden gedauert, Jana konnte nur hoffen, dass noch niemand nach Marina suchen würde. Nachdem nun alle von Pitch wussten, waren alle Hüter überfürsorglich, wenn es um ihre Schützlinge ging.
Jana nickte Marina nur zu.
Das Mädchen bewegte leicht ihren rechten Arm und goldener Sand kam aus ihren Ärmeln und Taschen. Jana schien ihn magnetisch anzuziehen, denn schon bald war genug Sand vorhanden, um Jana in einen goldenen Ball einzuschließen.

Der Sand hörte auf sich zu bewegen, als wären die kleinen Steine zu einem großen Felsen erstarrt.
Sobald dies geschehen war, drehte Marina sich um und verließ die Höhle.

Der Sand ist unerwartet warm. Mit einem Mal scheint es, als würde etwas von mir abfallen. Die Kälte war die ganze Zeit dagewesen. Auch wenn ich sie nicht gefühlt habe und nicht fror, mein Herz war vereist und mein Blut zäh und träge. Und dann war es plötzlich vorbei. Als wäre ein Fehler korrigiert worden.
Ich sehe nach oben und halte mir eine Hand schützend vor mein Gesicht, weil die Sonne mich blendete. Langsam senke ich meinen Kopf und schaue mich um. Ich erkenne das zitronengelbe Haus, vollkommen unversehrt und nicht von Flammen verkohlt. Der Himmel ist tiefblau, keine Wolke ist zu sehen.
Ich fühle einen leichten Wind und spüre mein Oberteil flattern. Zögernd sehe ich an mir herunter – das enge Schwarz war von fröhlichen Farben und leichten Stoffen ersetzt worden. Das war eines meiner Lieblingskleider, erinnere ich mich.
Was ich sehe wirkte so unwirklich. Schon fast zu lebendig. Die Farben strahlen zu hell, zu kräftig, und wieder erinnere ich mich, dass mir der Sommer schon immer so vorkam.
Sommer. Wärme.
Ich kann ein Lachen hören. Über das smaragdgrüne Gras jagen sich meine Brüder gegenseitig mit Wasserpistolen, wobei der Jüngere deutlich mehr abbekommt. Plötzlich bin auch ich nass.
Das Wasser ist warm.
Ein Lächeln stielt sich auf meine Lippen, und ich renne meine eigene Wasserpistole suchen.
Ich habe den Sommer schon immer gehasst.


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Eigentlich wollte ich das schon gestern hochladen. Meh. Ich hab wieder ein bisschen weitergeschrieben, vier weitere Kapitel sind jetzt fertig - Nachschub ist also gesichert. Teilweise allerdings etwas kurz geraten.... Weshalb ich versuche, wieder zweimal die Woche hochzuladen.
Ciao!
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