JANA - Eine Chance von Eins zu Unendlich

von Muosaly
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P12
Jack Frost OC (Own Character) Pitch
26.05.2019
20.10.2019
23
19.123
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26.05.2019 513
 
Ich habe nie an Schicksal geglaubt. Das ist was für Menschen, die einen Grund suchen, einen Grund in schrecklichen und schönen Ereignissen. Vorallem in schrecklichen. Doch ich weiß, dass es keinen Grund gibt. Es gibt nur Zufall, den grausamen Zufall, der eine perfekte Welt in Sekundenbruchteilen zum Einstürzen bringen kann.

Doch ich hätte nie gedacht, dass es mich trifft. Die Chance stand bei eins zu was sich wie Unendlich anfühlt. Warum also ich? Warum hat der Zufall mich erwischt?

Ich wusste, dass ich tot war. Ich stand in der kalten Winternacht mit nackten Füßen knöcheltief im Schnee und trug nur noch, was von meinem Nachthemd übrig war. Ich war zu weit von dem brennenden Haus entfernt, als dass mich das Feuer hätte wärmen können, und doch fror ich nicht.

Ich war tot. Entgültig.
Ich nahm alles nur wie durch einen Schleier wahr. Sah Krankenwagen und Feuerwehr anrücken, sah sie meinen Brüdern und meiner Mutter Sauerstoffmasken aufsetzen. Sie waren nicht tot. Sie hatten es geschafft.

Das Feuer in dem kleinen Einfamilienhaus hatte ich als Erste bemerkt. Das Feuer war wohl in der Küche, nahe der Treppe nach unten ausgebrochen. Ich habe meine Brüder geweckt und sie behelfsmäßig mit dem langen Vorhang aus meinem Fenster abgeseilt, sie hatten wie ich im ersten Stock geschlafen. Richard war zu geschockt, um einen Ton von sich zu geben, und ich war dankbar, dass Daniel auf ihn würde aufpassen können.
Dann bin ich nach unten gerannt, über die verrauchte, brennende Treppe. Ich musste zu meiner Mutter. Und dann wurde alles schwarz, während ich zu Boden ging und nach Luft rang.

Sie hatte die Hintertür genommen, sie war aufwacht, ohne, dass ich sie hatte wecken müssen. Sie hatten es alle geschafft. Nur ich nicht. Während Rettungskräfte meine Familie versorgten, liefen sie nur durch mich hindurch.

Irgendwann, Stunden später, war der Brand gelöscht. Sie brachten einen bedeckten Körper nach draußen. Ich konnte ihn nicht sehen, doch ich wusste, dass ich das war. Außer mir und meiner Familie lebt niemand in diesem Haus. Ich konnte mich nicht bewegen, nicht einmal dann, als sie den Körper in einen weiteren Krankenwagen luden. Keine Wiederbelebungsmaßnahmen, warum auch? Ich war tot. Und ich war du abgelenkt, um die zwei einzigen Gestalten zu bemerken, die mich sahen und aus einiger Entfernung beobachteten.


„Sie tut mir jetzt schon leid.“
Jack saß auf einem Ast in der großen Eiche unweit vom brennenden Haus entfernt. Seinen Kopf hatte er auf sein Knie gestützt, während er sie beobachtete. Ein Mädchen, kaum noch durch die Reste eines Kleides bedeckt, das fassungslos in die langsam verendenden Flammen starrte.
Sandmann war bei ihm, und ein Fragezeichen erschien über seinem Kopf.
„Sie ist eine von uns. Naja, mehr oder weniger. So, wie ich früher mal war. Unsichtbar und für die Ewigkeit verdammt wie es scheint. Was denkst du, welche neue Legende oder welchen Mythos wird sie verkörpern?“
Sandmann zuckte nur mit den Schultern, und ließ eine tickende Uhr über seinen Kopf erscheinen.
„Ich weiß, ich weiß, du hast zu tun. Zisch ab, Sandy. Ich glaube, ich behalte sie noch eine Weile im Auge.“
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