R. Lestrange - Lost in the Darkness

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18
Bellatrix Lestrange Lord Voldemort / Tom Vorlost Riddle Rabastan Lestrange Regulus Arcturus Black Rodolphus Lestrange
25.05.2019
09.10.2019
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Sonntag, 12. Mai 1996


Rabastan stiefelte mit schweren Schritten die Stufen zum Schlafzimmer hinauf, in der einen Hand hatte er eine weiße Rose und in der anderen eine alte zinnfarbene Gießkanne.
Er bog mit Hilfe seines Zauberstabs den Stengel der Rose um den blechernen Griff, bevor er beinahe lautlos die Tür aufdrückte, wohinter Aristea gedankenverloren am Schreibtisch verweilte.

„Was machst du da, Ari?“, fragte er sie erst, obwohl er an sich etwas Dringliches mit ihr zu besprechen hatte.
„Ich schwelge nur etwas in Erinnerungen an alte Zeiten. An bessere Zeiten, um genau zu sein. Warum fragst du?“, gab sie zurück, ohne den Blick von den schwarzweißen Fotos zu erheben, die sich wie alle magischen Aufnahmen stets leicht bewegten.

Ihr Verhältnis zueinander war immer noch wie eingefroren, seit Rabastan sie verprügelt hatte. Sie hatte es ihm einfach nicht verzeihen können.
„Das sind ja wir auf dem Abschlussball.“, erkannte er und schnappte sich das Foto, um es genauer zu betrachten. „Du sahst so umwerfend in deinem roten Kleid aus, mein Goldstück.“
„Ja... da waren wir auch noch jung und glücklicher zusammen.“, seufzte die Hexe und wickelte eine kastanienbraune Haarsträhne um ihre Finger. Sie vermied sogar jetzt noch den Blickkontakt zu ihm.

„Weißt du was? Ich habe etwas für dich.“, fing Rabastan an und präsentierte ihr gestikulierend die unscheinbare Gießkanne.
Aristea runzelte skeptisch die Stirn und sah ihm endlich in die Augen, auch wenn es ein eher finsterer Blick war.
„Oh bitte, Rab, du hättest dir schon etwas Besseres ausdenken können, als diese rostige Gießkanne. Die Rose drum herum macht sie nicht gerade ansehnlicher, die hättest du dir sparen können. Was also hast du vor und was soll ich damit anfangen?“, wies sie ihn ab.
„Du solltest mit mir fortgehen, diese Kanne ist nämlich ein Portschlüssel und wird uns von hier weg bringen. Es war schwerer als du denkst, an das Teil heranzukommen, wenn man sich wie ich nicht im Ministerium blicken lassen kann.“

Aristea blies zögernd Luft aus und starrte auf Rabastans Geschenk.
„Bitte. Wir müssen von hier verschwinden, Schätzchen.“, ergänzte er etwas drängender und stellte die Kanne vor ihr auf dem Tisch ab.
„Was ist, wenn ich gar nicht mit dir mitkommen will?“, entgegnete Aristea nach einer Weile, in der Rabastan ungeduldig von einer Stelle auf die andere getreten war.
„Die verdammten Mitglieder des Ordens und die Auroren sind uns auf der Spur. Du wirst in Gefahr sein, wenn du nicht mitkommen würdest.“
„Das wäre doch nichts Neues in meinem Leben, oder? Außderdem habe ich nicht gegen das Gesetz verstoßen.“, stellte sie resigniert fest und lehnte sich mit verschränkten Armen in ihrem Stuhl zurück.
Wenn sie nur wüsste, wie eilig es Rabastan eigentlich hatte. Der Portschlüssel würde in wenigen Minuten schon aktiv sein. Er musste sie dazu bringen, mit ihm zu kommen.
Früher oder später würden Auroren hier auftauchen oder andere Gegner des Dunklen Lords. Er wurde immer fanatischer gesucht und verfolgt in den letzten Wochen. Überall im magischen Viertel Londons hingen Fahndungsplakate von Bellatrix, Rodolphus und ihm.

„Aristea, bitte hör mir jetzt einmal zu. Es tut mir leid, dass mir dieser Ausrutscher passiert ist und ich dir Anfang des Jahres nicht geglaubt habe. Aber du musst wirklich mit mir kommen.“
„Du nennst diese grausame Tat einen Ausrutscher? Ich würde es eher als größten Fehler deines Lebens bezeichnen! Du hast mich geschlagen, Rabastan. Du hast mich verletzt und mir äußerlich als auch innerlich unerträgliche Schmerzen zugefügt. Du hast in gewisser Weise mein Herz gebrochen, ist dir das überhaupt bewusst?“, schnappte sie gekränkt und stand abrupt auf, um sich aufgebracht vor ihn zu stellen.
„Natürlich weiß ich das! Du bist mir lange genug aus dem Weg gegangen, um mich diesen Fehler spüren zu lassen, Ari! Aber ich habe keinen Zeitumkehrer zur Hand, um es ungeschehen zu machen! Also gib mir hiermit wenigstens die Chance, dir zu zeigen, wie sehr ich dich immer noch schätze. Ich werde nicht ohne dich gehen, Liebling.“, beteuerte Rabastan und wollte seine Ehefrau am liebsten an den Schultern greifen und schütteln, um ihr seine Worte nochmal zu verdeutlichen.

Aristea biss sich auf die Lippen und schien ernsthaft darüber nachzudenken. Sie war die letzten Monate meist froh darüber gewesen, wenn ihr Mann nicht Zuhause anzutreffen war, dann fühlte sie sich wohler. Soweit war es schon gekommen. Sie war lieber alleine und konnte seine Anwesenheit nicht mehr wirklich als angenehm bezeichnen. Zu Zeiten seiner Haft hatte sie ihn sich so sehr herbeigesehnt, doch dieses Gefühl hatte er zerstört.
„Rabastan... Du klammerst dich an eine Beziehung, die nicht mehr funktioniert, wie sie einmal war und wie sie eigentlich sein sollte.“, sagte sie kopfschüttelnd, als er ihre Hand umfasste. Auf seiner Haut waren viele kleine Narben zu erkennen. Aus Askaban und allen möglichen Flüchen und schmerzhaften Ereignissen seines Lebens.

Aristea ließ den Blick langsam durch das vertraute Schlafzimmer schweifen. Sie war sich unsicher. Hier war ihr Zuhause, sie hatte nicht den Drang danach, dieses Haus zu verlassen.
Einerseits wollte sie zwar etwas mehr Harmonie in ihrer Ehe zurück, andererseits war sie einfach zu bitter enttäuscht von ihrem Ehegatten, um ihm wieder voll und ganz zu vertrauen.

„Wie lange müssen wir denn wegbleiben? Der Garten muss gepflegt werden, es blüht jetzt wieder alles. Ich kann hier nicht weg. Ich habe Verpflichtungen. Tibsy soll sich nicht um alles kümmern.“, antwortete sie ausweichend, bevor die Schutzzauber des Anwesens plötzlich erzitterten und sie beide aufhorchten.
Die Fensterscheiben vibrierten unheilvoll und Rabastan schnellte sofort ans Fenster, um alarmiert den blickdichten Vorhang etwas beiseite zu schieben und prüfend nach draußen zu linsen.

„Auroren.“, stellte er mit angespannter Miene fest. „Wenn du es nicht so ausgehen lassen willst, wie letztes Mal, als wir von denen überrascht wurden, springst du jetzt bitte über deinen Schatten und folgst mir. Ich lasse mir meine Freiheit nicht erneut nehmen.“
Sie holte mit geschlossenen Augen Luft und atmete tief aus.
„Mir bleibt auch nichts erspart.“, fügte sich Aristea schlussendlich. Mehr Zeit zum Überlegen blieb ihr durch die bedrohliche Ankündigung der Auroren auch nicht.
Sie hielt Rabastan ihre Hand hin, damit er sie eilig zu dem Portschlüssel ziehen konnte.
Kaum hatten ihre Finger die alte Gießkanne berührt, verschwanden die beiden im letzten Moment, bevor die Auroren auf das Grundstück gelangt und somit die ersten Schutzzauber durchbrochen hatten.



„Wo sind wir hier gelandet?“, fragte Aristea orientierungslos und leicht außer Atem, während sie sich vom staubigen Boden aufrappelte, als der Sog des Portschlüssels sie in eine fremde Umgebung geworfen hatte.

„Ich habe keine Ahnung, der Schlüssel war um ehrlich zu sein einfach gestohlen. Ich habe das Ziel persönlich nicht gekannt, aber ich schätze wir befinden uns in einer wärmeren Klimazone? Spanien oder so etwas?“, rätselte Rabastan selbst und erhob sich umsehend vom Rande des Getreidefelds, neben dem sie gelandet waren.
Rote Mohnblumen zierten den schmalen Weg, der einen Hügel hinauf zu einem ockerfarbenen Anwesen führte.
Vor der kleinen braunen Finka reihten sich beeindruckend hohe Zypressen aneinander, welche Aristea einen erstaunten Gesichtsausdruck entlockten, als ihr Blick darauf fiel. Warmer Wind umspielte ihre langen Haare, als sie versuchte sich auf diese Bäume zu konzentrieren. Nach einer Weile erinnerte sie sich daran, woher sie diese kannte.

„Ich habe solche Bäume schon einmal auf Gemälden und verschiedenen Büchern gesehen. Sie sind typisch für... Italien? Wir befinden uns vermutlich sogar in der Toskana!“, schloss Aristea und Rabastan war erleichtert, als er ein eindeutiges Funkeln in ihren Augen erkennen konnte.

„Also gefällt es dir?“, fragte Rabastan absichernd, der seinen schwarzen Mantel etwas zurecht zupfte und sich dicht neben sie stellte.

„Ich weiß nicht...“ Die junge Hexe schien tatsächlich darüber grübeln zu müssen. „Ja, an sich schon... Die Landschaft ist überwältigend. Aber was sollen wir hier, Rabastan?“
„Wir verbringen hier die Zeit, bis die Luft in Canterburry wieder rein und frei von Auroren ist. Ich darf mich nicht wieder erwischen lassen von diesen Rattenfängern. Ich habe nicht vor, jemals wieder die Mauern Askabans von innen zu sehen. Ich habe schließlich noch eine Mission für den Dunklen Lord zu erfüllen.“
Der Todesser trabte ein paar Schritte den Feldweg entlang und vergewisserte sich, dass niemand sie beobachtete. Doch keiner war in ihrer Nähe, der sie stören konnte. Sie waren tatsächlich allein.

Rabastan schwang seinen Zauberstab, um ein leises „Homenum Revelio“ für einen Aufdeckungszauber zu murmeln.

„Die Umgebung sowie das Haus scheinen vollkommen verlassen zu sein. Und es brennt dort oben kein Licht.“, stellte er im Schein der untergehenden Sonne fest. Er hielt seine Hand als Sichtschutz vor die Stirn und musterte seine hübsche Gefährtin.
„Danke, dass du mitgekommen bist. Du siehst übrigens unglaublich aus in diesem Licht. Beinahe wie gemalt...“, merkte er wahrheitsgemäß an und sah, wie Aristea peinlich berührt seinem Blick auswich und auf ihre Füße starrte.
Sie passte wirklich perfekt in diese Kulisse, mit ihren hübschen welligen Haaren und dem schwarzen Kleid, welches sie unter ihrem Mantel trug und welches leicht und luftig über ihre Knie fiel.
Hier wirkte alles weniger grau als in England. Der Frühling war hier viel weiter vorangeschritten, als zuvor in ihrem heimischen Garten.

Aristea ließ sich darauf ein, dass Rabastan sie den leichten Anstieg hinauf zum Haus führte. Stets wachsam vor eventuellen Verfolgern und voller Aufmerksamkeit ihre Umgebung fixierend.
Doch niemand war mehr hinter ihnen her, zumindest nicht an diesem Ort.

Sie traten gespannt in das leerstehende Haus ein und entzündeten nach Absicherung diverser Schutzzauber ein Feuer im offenen Kamin inmitten der geräumigen Küche.
„Es befindet sich nichts Essbares in diesem Haus.", stellte Aristea fest, als sie ein paar Schränke der Küche durchsuchte.
„Wir werden uns noch ein paar Lebensmittel beschaffen müssen. Aber darum kümmere ich mich später.", antwortete Rabastan und stellte einen Kessel über das Feuer, in dem er Wasser für Tee aufgoss.



„Lass uns die Zeit hier bitte sinnvoll nutzen.“, wandte sich Rabastan spät abends an seine Ehefrau, die es sich in einem großen Ohrensessel vor dem Kamin gemütlich gemacht hatte.
„Was meinst du damit?“, fragte Aristea und hob misstrauisch die Augenbrauen.
„Das soll heißen, ich möchte daran arbeiten, diesen Abstand der sich für mich wie ein riesengroßer Abgrund anfühlt, zwischen uns wieder zu verringern. Ich möchte, dass du wieder Freude an unserer Ehe hast. Und irgendwie auch an mir.“
„Mach dir bitte keine Mühe, Rabastan...“, fing die brünette Hexe an und hob die Hände.
„Doch, die mache ich mir, weil ich dich wieder lächeln sehen will! Du bist mir nicht egal, Ari! Auch wenn ich dir Schlimmes angetan habe. Gibt es denn keinen Wunsch, den ich dir anderweitig erfüllen kann? Erzähle mir, was dir fehlt und ich schaue, was ich tun kann.“, unterbrach er sie und ließ sich halb auf ihrer Armlehne nieder, um sie eindringlich anzusehen.
Doch Aristea schwieg. Sie blieb eine ganze Weile lang stumm wie ein Ghul.
Ihre Unterlippe erzitterte irgendwann und sie sammelte all ihre Kraft zusammen, um die Kontrolle über ihre Gefühle zu behalten.

„Sag mir, was du brauchst, damit es dir wieder besser geht.“, wisperte Rabastan und fuhr mit der Hand an ihren Nacken, wo er ihre weiche Haut leicht massierte, damit sie die Anspannung ablegte, die sie stets umhüllte, sobald er sie anfasste.

„Nein, ich möchte nichts. Ich möchte einfach nur ins Bett gehen, ich bin müde, das ist alles.“, wich sie ihm aus und entzog sich mit einer leichten Bewegung seinen Berührungen.

Aristea ließ Rabastan daraufhin alleine vor dem Feuer sitzen, ohne ein weiteres Wort an ihn gerichtet zu haben.
Ein unerträgliches Gefühl breitete sich in Rabastans Innerem aus. Er schnaubte missmutig und rutschte auf die Sitzfläche des Sessels, in der er Aristeas Wärme noch leicht spüren konnte. Doch das war ihm nicht annähernd genug. Er wollte seine Ehefrau zurück. Die Ari, die gerne in seiner Nähe war und die zaghaften Berührungen seinerseits genießen konnte.



In der zweiten Nacht konnte Rabastan nicht schlafen. Er war die warmen Nächte nicht gewohnt und starrte seit Stunden an die Decke des kleinen Schlafzimmers.
Nachdem er sich zu seiner besseren Hälfte ins Bett geschlichen hatte, wälzte er sich auf der Matratze hin und her und drehte sich irgendwann zu Aristea um.
„Sag mir, was dir fehlt, Ari... Bitte.“, wisperte er in die Stille der Nacht hinein.

Aristea seufzte langsam und streckte sich, bevor sie von seinen Worten richtig wach wurde. Dann stützte sie  den Kopf seitlich an ihrer flachen Hand ab sah ihren Ehemann lange an, bis sie es endlich schaffte, seinem Blick standzuhalten und tief in seine grauen Augen zu schauen.
Sie schluckte nach einiger Zeit schwer und griff Rabastan dann bittend am Arm.

„Ich hätte gerne die Chance, wieder Mutter zu sein.“, flüsterte sie und verriet ihm somit auf einen Schlag ihren sehnlichsten Wunsch. Natürlich war es offensichtlich, dass Caius ihr schmerzlich fehlte, aber eine zweite Schwangerschaft war viel zu riskant. Wenn man dem Heiler damals Glauben schenkte, sogar unmöglich durch ihre schwerwiegenden Verletzungen.
Rabastan fuhr sich mit Daumen und Zeigefinger an die Stirn und überlegte, was er darauf antworten sollte.
„Ari... Du weißt, dass das nicht geht.“
„Die heilerischen Fähigkeiten haben sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Mir könnte geholfen werden mit speziellen Tränken und einen Versuch wäre es doch wert.“, schnellte sie dazwischen. Sie hatte also wirklich bereits darüber nachgedacht und sich informiert.
„Es sind zu ungewisse Zeiten für ein Kind. Und ich glaube, das Thema ist für mich abgehakt.“, konterte Rabastan. Er ertrug den Gedanken einfach nicht, erneut ein Kind zu haben und dann vielleicht wieder zu verlieren.
Wie konnte Aristea so stark sein, und dieses Risiko in Kauf nehmen?
„Ich war zuletzt vollkommen glücklich, als unser Sohn lebendig in meinen Armen lag. Ich sehne mich nach diesem einzigartigen Gefühl zurück, Rabastan. Ich bin vierunddreißig Jahre alt und noch ist es für mich nicht zu spät. Das Thema beschäftigt mich ständig. Immer wenn ich andere Hexen mit ihren Kindern in der Winkelgasse begegne, habe ich diesen bitteren Beigeschmack, dass mir dieses Glück verwehrt bleibt. Aber es besteht durch neu entwickelte Heiltränke der Hauch einer Chance für mich, weißt du.“

Rabastan legte den Arm um ihre Taille, und streichelte mit der anderen Hand über ihre Wange.
„Ich halte das für keine gute Idee, aber ich kann dein Verlangen nachvollziehen. Bin ich denn noch immer der Mann, mit dem du eine Familie haben willst?“, fragte er und versuchte die ganzen Zweifel was diese Sache betraf, nicht in seiner Stimme mitschwingen zu lassen.
„Nun... Ich bin mit dir verheiratet und eine andere Möglichkeit bleibt mir nicht, oder? Ich komme niemals von dir los, dafür ist es zu spät. Und es wäre nicht richtig.“, gab sie zu und kuschelte sich zum ersten Mal seit Monaten wieder fest an ihren Ehemann.
Ihre Herzen pochten beide aufgeregt in ihrer Brust. Haut an Haut.

„Können wir diesen Aufenthalt nicht einfach verlängern? Eine Zeit lang England und den aufkommenden Unruhen fernbleiben? Ich will nicht schon wieder erleben, wie sich unsere Gesellschaft bis aufs Blut bekämpft. Es wird nur Verlierer auf beiden Seiten geben, Rabastan. Auch wenn du das nicht hören willst, der Dunkle Lord wird noch große Trauer über die magische Welt bringen.“
„Aber nicht über mich. Ich vertraue ihm, ich stehe als sein Diener fest hinter ihm, Aristea. Das Dunkle Mal prangt nicht umsonst auf meinem Unterarm.“, entgegnete Rabastan überzeugt. Er ließ sich in der Angelegenheit nicht hineinreden.
„Du wirst es nie verstehen, weil du sein Todesser bist. Er hat zu viel Macht über dich. Aber ich frage dich, was hat er seinen Anhängern oder dir persönlich jemals gegeben? Was hat er dir denn Gutes getan? Die Haft in Askaban hätte dir erspart bleiben können, wenn du dich ihm entsagt hättest.“, behauptete Aristea.
Aus ihrer Sicht war es nicht nachvollziehbar, dass Voldemort immer mehr Gefolgsmänner um sich scharen konnte, obwohl er ihnen nur leere Versprechungen machte. Belohnt wurden sie doch nie wirklich von ihm.

„Der Dunkle Lord wird erreichen, dass wir Magier endlich frei leben können und uns nicht mehr vor der Muggelwelt versteckt halten müssen. Wir werden diejenigen sein, die über sie bestimmen werden. Das ist die größte Belohnung, die ich mir von ihm erträumen kann.“, erklärte er ihr und verzog das Gesicht etwas, als er sich vom Nachtkästchen einen Schluck Feuerwhisky genehmigte, welcher scharf in seiner Kehle nachwirkte.

Aristea schüttelte ganz leicht den Kopf, verkniff sich allerdings einen weiteren Kommentar zu diesem Thema und schlang die Arme um ihre Knie. Sie würden nie auf einen Nenner kommen, da waren sie sich in ihrer Meinung einfach zu uneinig.

„Lass uns heute nicht weiter darüber sprechen. Es nützt ja nichts, Potter ist momentan das Hauptziel des Dunklen Lords. Nur wird er von den Auroren und verfluchten Ordensmitgliedern umkreist wie ein Drachenei im Nest eines Hornschwanzes. Und er steht seinen Eltern damit in nichts nach. Irgendwann wird er hinters Licht geführt werden und dann sitzt er uns endlich in Falle. Der Plan wird gerade ausgearbeitet, um den Jungen in unsere Nähe zu locken. Deshalb müssen wir auch bald wieder zurückkehren.“

Sie lehnte irgendwann ihren Kopf an seine Brust und sein Duft stieg daraufhin in ihre Nase, den sie so eine lange Zeit vermisst hatte. Dieser Duft und diese Wärme, welche ihr wieder so leicht die Sinne vernebeln konnten.
Sie war hin und hergerissen, ob sie dieses Gefühl zulassen und für gut oder schlecht befinden sollte.
Fakt war, dass sie sich nach simplen Körperkontakt sehnte.
Das magische Band ihrer Zweisamkeit hielt stand, und das trotz Rabastans schwerwiegender Fehler in der jüngsten Vergangenheit.

Und so sträubte sie sich nicht, als Rabastan sie zu sich zog und Aristea so zärtlich er nur konnte auf ihre weichen Lippen küsste.
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