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Verlorene Hühnerfedern

von zimtia
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12
Charlotte Slättberg /Sprotte Frieda Goldmann Friedrich Baldwein / Fred Melanie Klupsch Trudhild Bogolowski / Trude Wilma Irrling
25.05.2019
21.08.2020
10
22.578
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Dieses Kapitel
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20.04.2020 2.702
 
Melanie konnte es einfach nicht lassen. Sie löcherte Sprotte so lange mit Fragen, bis sie fast soweit war das neugierige Mädchen von ihrem Fahrrad zu schubsen. Als sie endlich beim Wohnwagen ankamen, wurde Sprotte plötzlich schrecklich nervös. Nichteinmal der vertraute Anblick der blauen Farbe oder das leise Gackern der Hühner konnte sie beruhigen. Was wenn Melli gleich alles ausplapperte?

„Was ist denn nun schon wieder? Willst du unbedingt nass geregnet werden?“, fragte Melli ungeduldig. Sie stieg bereits die kleine Metalltreppe hoch, während Sprotte unschlüssig neben dem Hühnerauslauf stehengeblieben war. Es hatte tatsächlich wieder angefangen zu regnen. Sogar die Hühner hatten Unterschlupf im Schuppen gesucht. Jetzt reiß dich mal zusammen, dachte sie verärgert. Warum stellte sie sich so an?

„Komm ja schon,“ murmelte sie und folgte Melanie in den Wohnwagen.
„Da bist du ja, pünktlich für die Waffeln – oh, du hast Sprotte mitgebracht!“ Frieda begrüßte die beiden mit einem Lächeln und winkte sie zum Tisch herüber, wo die restlichen Hühner saßen. In der Mitte dampfte ein Berg aus Waffeln und vor jedem Mädchen stand ein Becher mit wohlig duftendem Tee. Mit einem Mal fiel die Anspannung von Sprotte ab und sie ließ sich mit einem Seufzen zwischen Frieda und Trude nieder.

„Probier mal den Harmonietee. Den hab ich zu Hause gefunden. Trinkt bei uns keiner. Aber ich find ihn total lecker.“ Trude schob ihr einen warme Tasse Tee hin, die wunderbar nach Minze und Himbeeren roch.
Vorsichtig nippte sie an dem heißen Getränk und war wieder mal überrascht wie schnell eine Tasse Tee einen den Regen draußen und auf den nassen Kleidern vergessen ließ. Bei Freds Opa hatte es auch Tee gegeben. Aber die Sorte war so bitter gewesen, dass sie ihn nur mit haufenweise Zucker herunterbekommen hatte. Kein Wunder, dass jemand der vorzugsweise Kaffee trank, nur bitteren Tee im Haus hatte.

„Hmm.“ Machte sie zufrieden.
„Da wird einem gleich warm ums Herz, oder?“, stimmte Trude ihr glücklich zu. „Wie war‘s denn überhaupt bei deiner Oma?“
Beinahe ließ Sprotte die Tasse fallen. Sie hustete. Verschluckt hatte sie sich auch noch.
„Genau, Sprotte. Wie war‘s bei deiner Oma? Erzähl doch mal.“ Melanie warf ihr einen spöttischen Blick zu und nahm sich ebenfalls eine Tasse Tee. Sie saß ihr genau gegenüber. Sprotte hätte wissen müssen, dass Melli keine Ruhe geben würde.
„Also – i–ich…“ sagte sie unsicher. Hilfesuchend sah sie zu Frieda hinüber. Die zuckte mit der Schulter, aber lächelte ihr aufmunternd zu. Sprotte stellte ihre Tasse auf den Tisch und holte tief Luft. „Um ehrlich zu sein… war ich gar nicht bei meiner Oma heute.“

„Wieso? Aber du hast doch gesagt, du wolltest ihr helfen?“ Trude runzelte besorgt die Augenbrauen. „Es ist doch nichts passiert, oder?“
„Nein!“ Schnell schüttelte sie den Kopf. „Das ist es nicht. Ich war… ich meine – ich–“
Alle sahen sie neugierig an. Na gut, eigentlich sahen nur Trude und Wilma neugierig aus. Friedas Augen waren warm wie immer und Melli… wirkte eher belustigt. Aber trotzdem ertrug sie es nicht von allen so angestarrt zu werden.

Da schien Melli es nicht mehr auszuhalten. „Beim Knutschen erwischt hab ich sie!“, platzte sie heraus, „Mitten im Wald. Sowas romantisches hätt ich unsrem Oberhuhn gar nicht zugetraut.“ Sie kicherte amüsiert. Sprotte hätte sie erwürgen können. Bestimmt war ihr Gesicht schon wieder feuerrot. Ärgerlich öffnete sie den Mund, aber ihr fiel beim besten Willen nicht ein, was sie darauf erwidern sollte.
„Ich mein, ich wüsste ja zu gerne, wie Fred es endlich geschafft hat, ihr Herz zu erweichen, aber sie konnte schließlich nicht ewig so tun, als ob sie nicht total in ihn verschossen wäre.“ Melli kostete genüsslich die Stille aus und schlürfte an ihrem Tee. Sie sah aus wie eine zufriedene Katze. Und Sprotte fehlten schon wieder die Worte. Sie wagte es nicht von ihrem geblümten Teller aufzusehen. Ob die anderen sie immer noch anstarrten? Der Regen plätscherte viel zu laut gegen die Fensterscheiben und das Geräusch, das Melanie beim Schlucken machte, klang unangenehm in ihren Ohren nach.

Dann landete plötzlich eine Waffel auf ihrem Teller. Und auf Trudes. Und Wilmas. Und Melanies. Und schließlich auch auf Friedas.
„Wollt ihr die etwa kalt werden lassen?“, fragte Frieda und ließ etwas Puderzucker auf ihre Waffel rieseln. Wie Schnee sah das aus. „Köstlich.“ Frieda biss von ihrer Waffel ab und im nächsten Moment war die seltsame Stimmung verflogen. Trude schenkte Sprotte ein fröhliches Lächeln und fragte Frieda, ob sie schon mit dem Rock für ihr Kostüm fertig war. Die schüttelte den Kopf und erklärte ihr detailgenau wie sie sich das Kostüm vorstellte und welchen Stoff sie noch dafür benötigte. Verständnislos blickte Melli die zwei an.

„Habt ihr eigentlich gehört, was ich gesagt habe?,“ fragte sie verdutzt. „Unser Oberhuhn hat ihren Jungshass aufgegeben. Hallo? Sagt bloß ihr wusstest das schon.“
Frieda zwinkerte, aber schenkte ihr darüber hinaus keine Beachtung.
Melli stöhnte. „War ja wieder mal klar. So macht das doch echt keinen Spaß.“ Sie schmollte und verschränkte verärgert die Arme.
„Hey, Melli. Deine Waffeln werden kalt,“ sagte Sprotte spöttisch. Endlich hatte sie ihre Stimme wiedergefunden. „Hab mal gelesen, dass man von kalten Waffeln Pickel bekommt.“
„Ach, du sei still,“ zischte Melli und stopfte sich ein Stück Waffel in den Mund. Trude und Frieda kicherten. Wilma war still. Die ganze Zeit über hatte sie noch nichts gesagt. Was sie wohl dachte?

„Heißt das… dass unsere Feindschaft mit den Pygmäen jetzt vorbei ist?“, fragte sie leise.
„Naja, richtige Feinde sind wir doch schon ewig nicht mehr, oder?“, erwiderte Trude und sah fragend in die Runde.
„Wem sollen wir denn jetzt Streiche spielen?“ Wilma klang beinahe erschüttert. „Oder hinterherspionieren? Was ist mit Geheimplänen? Von wem sollen wir die auskundschaften?“
„Du weißt doch noch wie das war mit den Küken. Ein Streich führt zum nächsten und am Ende gibt's nur ein Riesenchaos,“ warf Frieda ein. „Ich finde wir sollten einfach gemeinsam hier sitzen und die Ruhe genießen. Die Pygmäen sehen das sicher genauso.“
„Ruhe!“ Wilma pustete sich eine Haarsträhne, die aus ihrem Haarreif entwischt war, aus dem Gesicht. „Zu Shakespeares Zeiten gab es auch keine Ruhe!“
„Stimmt, da gab es nur Mord und Totschlag und die Pest.“ Trude fuhr sich nervös durch das kurze Haar. Sie wurde immer unruhig, sobald die Harmonie zu bröckeln begann.

„Also wirklich, du tust ja so als würde gleich die Welt untergehen.“ Melli verdrehte die Augen. „Dabei hängst du doch selbst ständig mit Steve rum. Und der ist schließlich auch ein Pygmäe.“
Darauf wusste Wilma nichts zu sagen. Lustlos, riss sie ein Stück von ihrer Waffel ab. „Ich hab nur gedacht… dass es immer so sein könnte.“ Nachdenklich ließ sie ein bisschen Puderzucker auf das herzförmige Waffelstück herabrieseln. „Wisst ihr? Es… hat doch immer Spaß gemacht… oder nicht?“ Unsicher sah sie von ihrem Teller auf.
„Na klar“, stimmte Sprotte zu, „Ich weiß noch wie blöd die Jungs geschaut haben, als wir ihr neues Baumhaus gefunden haben. Oder als sie wieder mal da oben festsaßen.“ Sie kicherte bei der Erinnerung. Wilma lächelte ein wenig.
„Jetzt müssen wir uns einfach andere Dinge suchen, die genauso viel Spaß machen. Das kann doch nicht so schwer sein.“
„Vielleicht hast du Recht.“ Wilma biss sich auf die Lippen. „Meinst du… wir könnten ihnen noch einen letzten Abschiedsstreich spielen?“
Trude und Melli grinsten. Frieda zog die Augenbrauen hoch. Und Wilma? Die sah nur hoffnungsvoll von einer zur anderen.
Dann grinste auch Sprotte. „Ach, ich wüsste nicht, was dagegen sprechen sollte“, sagte sie und ehe sie sich Gedanken über die Konsequenzen dieser Worte machen konnte, breitete sich ein glückliches Lächeln auf Wilmas Gesicht aus. Das war es auf jeden Fall wert. Es musste ja kein Streich sein, der die Jungs gleich wieder zu einer Racheaktion anstachelte.

„Wundervoll!“ Wilma strahlte. „Dann müssen wir das aber nach der Aufführung machen. Vorher schaffen wir das nicht mehr mit den ganzen Proben.“
Trude und Frieda nickten zustimmend.
„Nur noch zwei Wochen, dann ist schon Premiere!“, hauchte Trude mit großen Augen.
„Und du kannst jetzt schon das Stück komplett auswendig“, meinte Frieda, „Ich bin immer noch dafür, dass du Frau Schiffmann fragst ob sie noch eine Rolle für dich hat. Das wär doch sonst total schade.“ Frieda lächelte Trude aufmunternd an. Diese wurde mit einem Mal ganz rot im Gesicht.
„Ach was, vor so vielen Leuten… das würd ich mich doch nie trauen“, murmelte sie leise und versteckte ihr Gesicht hinter der großen Teetasse. Sprotte hatte Mitgefühl mit ihr. Auch wenn ihre eigene Unsicherheit einen ganz anderen Grund hatte.

„Quatsch“, sagte sie, „Das mit dem Reiten hat doch auch geklappt, obwohl du immer wieder gesagt hast, dass du nicht mal auf ein Pferd raufkommst.“
„Schon, aber das kann man doch nicht miteinander vergleichen.“
„Wieso nicht?“, meldete sich Melli, „Ich finde, du solltest es wenigstens mal probieren. Was kann denn schon schief gehen?“ Sie langte nach der Teekanne um sich noch eine Tasse einzuschenken. Aber es kamen nur noch ein paar einzelne Tropfen heraus. Frieda sprang beinahe auf, um neues Wasser hinzustellen. „Schau, dir unser Oberhuhn an“, fuhr Melli fort, „dass die ihren albernen Stolz runterschluckt und freiwillig Zeit mit ‘nem Jungen verbringt, kommt ja auch einem Wunder gleich.“
Sprotte trat unter dem Tisch mit dem Fuß nach Mellis. Die zog ihr Bein aber flink zur Seite und grinste sie spöttisch an. Warum konnte sie es nicht endlich gut sein lassen?

„Also, ich fänd‘s großartig, wenn du mitspielen würdest“, stimmte Wilma zu. Sie nahm sich noch eine Waffel und bedeckte sie mit einem Haufen Puderzucker. Wenn das ihre Mutter wüsste. „Immer wenn wir bisher zusammen geprobt haben, warst du doch auch total klasse.“
„Meint ihr wirklich?“, fragte Trude skeptisch. Aber da war auch ein Hauch von Hoffnung in ihrer Stimme.
„Klar.“ Frieda kam mit dem heißen Wasser und einem frischen Teebeutel zurück und goss einen neuen Tee auf. „Überleg‘s dir doch noch mal.“
„Oder frag Steve. Bestimmt gibt er dir einen Freundschaftspreis!“, schlug Wilma vor. Steve und seine Karten. Sprotte verdrehte die Augen. Dann kam ihr ein seltsamer Gedanke. Ob Fred Steve wohl auch um einen Blick in die Karten gebeten hatte, bevor er… bevor er sie geküsst hatte? Sie verdrehte die Augen. Wie albern. Aber ein wenig neugierig war sie schon…

„Na Sprotte, was lächelst du denn schon wieder so?“, fragte Melli, „Hast du an was bestimmtes gedacht? Oder jemanden?“
Diesmal tat Sprotte etwas womit Melli offenbar nicht gerechnet hatte. Sie griff nach dem Sieb mit dem Puderzucker und kippte es einmal komplett über ihrem Kopf aus.
„Bist du verrückt!“, kreischte Melli, während sie versuchte sich das weiße Puder aus dem Gesicht zu wischen. Wie ein Gespenst sah sie aus. Sie nieste zweimal heftig. „Meine Haut! Weißt du eigentlich wie empfindlich die ist? Hört auf zu lachen! Ihr blöden Hühner!“
Wilde Hühner“, verbesserte Trude kichernd.
Frieda, die sich schon wieder von ihrem Kicheranfall erholt hatte, reichte dem bleichen Mädchen ein feuchtes Taschentuch. Während Melli ihr Gesicht von dem pudrigen Zucker befreite, warf sie Sprotte einen finsteren Blick zu. „Wenn ich morgen wegen dir ‘nen Pickel hab, bist du dran.“
Sprotte zuckte nur sorglos mit den Schultern. „Ich weiß gar nicht was du hast. Immer noch besser als Pferdeäpfel“, sagte sie amüsiert. „In den Haaren hast du übrigens auch noch was.“

Melli stöhnte und kramte ihren kleinen Taschenspiegel aus ihrer Hosentasche. Wilma schnaubte belustigt.
„Manchmal seid ihr einfach zu albern“, beschwerte Melli sich. „Einfach albern.“
„Das liegt daran, dass wir so wild sind“, erklärte Sprotte, „Schließlich sind wir ja nicht die Langweiligen Hühner. Oder?“
Trude, Frieda und Wilma schüttelten die Köpfe und selbst Melli, die schon wieder die Augen verdrehte, legte ihren Spiegel beiseite und sagte: „Ne, langweilig wird das hier nun wirklich nie.“ Sie lächelte und sah die Mädchen reihum an. „Zu Hause ist es doch einfach am Besten, nicht?“
Sprotte sah sich um in dem alten, mit Sternen bemalten Wohnwagen, an dem wirklich jede Ecke und jedes ach so kleine bisschen Krimskrams eine schöne Erinnerung bereithielt. Draußen plätscherte der Regen an die Fensterscheiben und auf das Blechdach. Aber da draußen störte er sie nicht. Drinnen war es warm und gemütlich. Und wenn sie sich anstrengte, konnte Sprotte sogar ganz leise die Hühner in ihrem Stall glucksen hören. Wie recht Melli hatte. Zu Hause war es wirklich am Besten.

Wilma war die erste, die aufbrechen musste. Und kurz darauf verabschiedeten sich auch Trude und Melli, sodass nur noch Frieda und Sprotte übrig blieben. Als die beiden schließlich die Tür zum Wohnwagen abschlossen und ihre Fahrräder holten, wandte sich Frieda mit einem zufriedenen Lächeln zu ihrer besten Freundin.
„Na,“, sagte sie, „war doch nicht so schlimm, oder?“ Sie gab ihr einen leichten Stups mit der Schulter. Sprotte schüttelte den Kopf. Es war wirklich noch ein unglaublich schöner Nachmittag geworden.
„Wie geht es denn Freds Großvater?“, wollte Frieda wissen.
„Oh.“ Die Frage überraschte sie ein bisschen. „Ganz gut. Er kann zwar das Knie noch nicht wirklich belasten, aber sonst war er ganz gut drauf.“ Sie lächelte bei der Erinnerung. „Er ist wirklich nett. Ich kann verstehen, warum er Fred so viel bedeutet.“
Frieda summte zustimmend, sagte aber weiter nichts. Es dämmerte schon langsam. Am Firmament zeigten sich bereits die ersten Sterne. In der Nacht, als sie gemeinsam nach Lilli und Bob gesucht hatten, hatte sie so viele Sterne gesehen.

„Dann hattet ihr eine schöne Zeit?“, fragte Frieda, während sie ihre Räder durch den Wald schoben.
Sprotte nickte wieder. Ganz ungebeten formten sich ihre Lippen zu einem Lächeln. „Es… fühlt sich unglaublich an, dieses Gefühl, dieses…“ Sie suchte nach den richtigen Worten um es zu beschreiben. Aber sie fand kein einziges das passte.
„Verliebtsein?“, schlug Frieda vor.
Sprottes Gesicht glühte. Aber das war ja nichts Neues.
Frieda kicherte. „Ich bin wirklich froh das zu hören“, sagte sie dann leise, beinahe flüsternd. „Weißt du… auf dem Reiterhof, da hab ich mich immer gefragt… “ Sie warf ihr einen schnellen Blick zu. „Wie das wohl für dich ist… du weißt schon… wegen Maik und mir. Ich wollte nie…“ Sie atmete tief ein. „Ich hab mich so schlecht gefühlt. Und dann unbeschreiblich gut – und dann wieder schlecht, weil ich so glücklich war.“ Ihre Stimme begann zu zittern. Ganz leicht nur. Aber Sprotte kannte Frieda. Natürlich bemerkte sie es.
„Ich hab doch gesagt, vergiss es“, sagte sie seufzend. „Ist ja nicht deine Schuld, dass ich… naja du weißt schon.“
„Ich weiß. Aber trotzdem tut es mir Leid.“
„Ist schon okay, wirklich“, winkte Sprotte ab. Aber irgendwie fühlte sie sich trotzdem besser. Frieda hatte sie nie absichtlich verletzen wollen. Natürlich wusste sie das. Es aber noch einmal in Worte gefasst zu hören, riss den kleinen Zaun zwischen ihnen ein, von dem sie gar nicht gewusst hatte, dass er überhaupt existierte.

„Kommt er denn zur Aufführung? Hat er sich bei dir gemeldet?“, fragte Sprotte.
Frieda strahlte. „Er hat mir geschrieben. Er will auf jeden Fall kommen, sagt er. Und auf dem Hof ist alles wie immer. Grade sind die letzten Ferienkinder abgereist. Er freut sich schon darauf, endlich wieder seine Ruhe zu haben.“
„Einen ganzen Reiterhof für sich allein. Das ist echt zu beneiden.“
„Schon“, stimmte Frieda sehnsüchtig zu, „Deswegen sag ich ja, wenn wir groß sind, kaufst du dir mit Fred einfach genau so einen Hof und-“
„Mensch Frieda!“ Unterbrach Sprotte sie lachend. „Willst du, dass ich dich auch so einpudere wie Melli?“
Frieda schüttelte grinsend den Kopf. Dann stieg sie auf ihr Fahrrad und radelte voraus. „Dafür musst du mich erstmal einholen!“, rief sie lachend. Ihr Lachen klang leicht. Unbeschwert. So, wie es schon seit Tagen nicht mehr geklungen hatte. Also kletterte Sprotte auf ihr eigenes Rad und beschloss ihr diese eine Bemerkung zu verzeihen. Der Abend war einfach zu schön um ihn in irgendeiner Weise zu trüben.

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A/N: Wow, ich mag dieses Kapitel wirklich :) Es fühlt sich irgendwie so gemütlich an. Naja, ich will ja keinem Frieda-Fan zu nahe treten, aber mich hat irgendwie immer gestört wie Frieda mit der Maik-Situation umgegangen ist. Gut, sie war erst 13 und heftig verknallt, aber sie wird immer so als Heilige dargestellt, aber ich finde sie hat sich ihrer 'besten Freundin' gegenüber schon ein bisschen rücksichtslos verhalten. Und erst viel zu spät das Gespräch zu ihr gesucht.

BTW: Ich kann diese Panikmache in den Medien nicht mehr sehen. Finde am wichtigsten ist es ruhig zu bleiben und sich ordentlich zu informieren. Lasst euch nicht verrückt machen!
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