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Verlorene Hühnerfedern

von zimtia
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Charlotte Slättberg /Sprotte Frieda Goldmann Friedrich Baldwein / Fred Melanie Klupsch Trudhild Bogolowski / Trude Wilma Irrling
25.05.2019
14.04.2021
13
34.948
10
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Dieses Kapitel
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08.01.2021 4.957
 
„Zwei Karten für die Welle, bitte“, sagte Fred zu der dunkelhaarigen Frau an der Kinokasse. Sie war vielleicht in ihren Zwanzigern. Irgendwie sah sie aus wie eine Studentin. Oder immerhin so wie Sprotte sich Studenten vorstellte. Mit einer überdimensionalen Brille im Gesicht und scheinbar vertieft in ein dickes Buch. Kompliziert sah das irgendwie aus. Mit winzig kleinen Buchstaben. Sprotte konnte zwar den Titel nicht erkennen, aber die Autorin hieß Hannah Arendt oder so. Wer das wohl war?

„Wo möchtet ihr sitzen?“, fragte die Studentin kaugummikauend und ohne von dem Buch aufzusehen. „Vorne, hinten oder in der Mitte?“
„Hinten.“ – „Vorne“, sagten Fred und Sprotte zur gleichen Zeit. Verdutzt sahen sie einander an.
Eine Kaugummiblase platzte und lenkte ihre Aufmerksamkeit zurück zu der Studentin.
„Also wo?“, wollte sie wissen.
„Vorne“, antwortete Fred prompt. Hatte er eben nicht gesagt, dass er hinten sitzen wollte?
„Aber du wolltest doch-“, wandte Sprotte ein.
„Schon okay“, versicherte ihr Fred mit einem warmen Lächeln. „Wir können beim nächsten Mal hinten sitzen.“
Beim nächsten Mal. Dachte er etwa schon an ihre nächste Verabredung? Sprotte sah verlegen zur Seite und nickte.

Wieder erinnerte sie das Platzen einer Kaugummiblase daran, dass sie nicht alleine waren.
„Macht zehn Euro. Oder zahlt ihr getrennt?“, fragte die Studentin mit einem spöttischen Grinsen.
Hastig schüttelte Fred den Kopf und zog einen ramponiert wirkenden braunen Geldbeutel aus seiner Hosentasche. „Hier bitte.“ Er reichte den Zehn-Euro-Schein so schnell über den Tresen, dass Sprotte überhaupt keine Zeit hatte, nach ihrem eigenen Portemonnaie zu kramen.
„Du musst nicht – Ich kann auch selber bezahlen“, protestierte sie halbherzig. War das nicht irgend so ein blödes Klischee? Dass der Junge bei einem Date bezahlte? Sie fragte sich, ob das bei Willi und Melli auch immer so lief. Oder wie es bei Torte und Frieda gewesen war. Irgendwie konnte sie sich nicht vorstellen, dass Frieda bei ihrem Gerechtigkeitssinn mit so etwas einverstanden wäre. Warum hatte sie nicht daran gedacht ihre beste Freundin danach zu fragen?

„Worüber zerbrichst du dir denn jetzt wieder den Kopf, Oberhuhn?“, wollte Fred leise wissen. Er strich über eine ihrer langen Haarsträhnen. „Ehrlich gesagt…“ Er biss sich auf die Unterlippe. „...wollte ich dich schon seit Ewigkeiten mal ins Kino einladen.“
Wie gebannt, starrte er auf ihre Haarsträhne. Sah er sie nicht an, weil er zu nervös war?
„Aber wenn du das nicht willst…“ Er seufzte dramatisch.
„Okay, okay“, entgegnete Sprotte schnell. Wieso musste sie immer bei so kleinen Dingen gleich Fuchsalarm schlagen? Sie konnte ja einfach beim nächsten Mal bezahlen. Beim nächsten Mal… Magisch klang das irgendwie.
So wie er sie ansah, wusste Sprotte, dass sie das Richtige gesagt hatte.

„Gehen wir.“ Sie blickte sich nach dem richtigen Kinosaal um. Der Film lief im Saal 2.
„Warte mal. Wir brauchen noch Popcorn“, erinnerte Fred sie, bevor sie losmarschieren konnte.
„Ach ja. Stimmt.“ Da hätte sie beinahe das beste vergessen! Was war nur los mit ihr heute? Schließlich war das nicht das erste Mal, dass sie mit Fred alleine war.
„Bitteschön“, sagte da die Studentin und stellte eine Jumbo-Packung Popcorn auf den Tresen. „Die gehen aufs Haus“, erklärte sie zwinkernd, „Weil ihr zwei so unglaublich süß seid und mich daran erinnert, als ich zum ersten Mal verliebt war.“
Sprotte starrte die Studentin nur sprachlos an, während sie fühlte wie ihre Wangen anfingen verräterisch zu glühen.

„D-Danke“, entgegnete Fred holprig und nahm die Popcorn an sich. Er war auch ein bisschen rot um die Nase.
„Viel Spaß beim Film! Und knutscht nicht die ganze Zeit.“ Die Studentin kicherte und winkte ihnen fröhlich zu. Wie gut, dass das ganze nicht unendlich peinlich gewesen war. Immerhin hatte es niemand gesehen, der sie kannte.


Wie erwartet lief immer noch die Werbung, als die beiden endlich auf ihren Sitzen Platz nahmen. Die erste Reihe war beinahe komplett leer. Sprotte konnte das überhaupt nicht verstehen. Ihrer Meinung nach gab es keinen besseren Platz wo man im Kino sitzen konnte. Die Leinwand weitete sich ins Unendliche und man hatte fast das Gefühl selbst im Film zu sein.

„Genießt du die Aussicht?“, raunte Fred von links. Offenbar hatte er bemerkt, wie sehr sie sich über die Plätze freute.
Sie nickte. „Es gibt nichts besseres als in der ersten Reihe zu sitzen“, verriet sie ihm flüsternd, „Sieh nur wie riesig groß die Leinwand ist.“ Zur Verdeutlichung breitete sie ihre Arme aus und fuhr mit den Fingerspitzen die Umrisse der Leinwand nach.

„Hm.“ Er betrachtete sie nachdenklich. Dann schweiften seine Augen nach vorne. „So hab ich das bisher noch nie betrachtet.“
„Stimmt. Du sitzt ja lieber hinten“, bemerkte sie. „Wieso eigentlich?“
Wie ertappt blickte er zur Seite. „Das erzähl ich dir beim nächsten Mal.“ Da war es wieder. Beim nächsten Mal. Wie ein Versprechen. Wenn es nicht so dunkel gewesen wäre, hätte sie schwören können, dass seine Wangen röter waren als vorher.
Doch ehe sie sich fragen konnte, was es damit auf sich hatte, reichte Fred ihr die Popcorntüte herüber und fragte: „Popcorn?“

„Klar.“ Sie nahm sich eine handvoll von der knisternden warmen Süßigkeit und versuchte sich auf den Film einzustimmen. Es war eigentlich nicht anders als mit den anderen Hühnern einen Film zu schauen. Sie kannte Fred ja schließlich schon ewig. Der einzige Unterschied war… dass seine Nähe sie aufgeregt und nervös machte. Dass sie die ganze Zeit das Gefühl hatte, sie müsse tanzen und singen, sonst würde sie irgendwann einfach platzen. Ob Fred sich wohl genauso fühlte?

„Es geht los“, raunte er leise und in der Art wie seine Augen funkelten, spiegelte sich die gleiche Freude, die sich auch in ihrem eigenen Herzen eingenistet hatte.


Zuerst hatte Sprotte befürchtet, dass sie zu nervös wäre um sich auf den Film zu konzentrieren. Aber überraschenderweise war die Handlung so spannend, dass sie ihre Aufmerksamkeit beinahe komplett einnahm.  Als der Abspann begann über die Leinwand zu rollen, brauchte sie einen Moment um die packenden Ereignisse von sich abzuschütteln und wieder in die Realität zurückzukehren.

„Wow“, hauchte sie um dem Nervenkitzel irgendwie  einen Ausdruck zu geben
„Na, hat‘s dir gefallen?“, fragte Fred, der ein wenig gefasster wirkte als sie.
Sprotte nickte. „Ich kann verstehen, warum Herr Grünbaum das mit uns lesen will.“
„Stimmt. Ich kann mir aber echt nicht vorstellen wie das Buch da noch mithalten soll. Der Film war schon verdammt gut. Besonders das Ende.“ Er zuckte mit den Schultern. „Wolltest du dir das noch anschauen?“ Er zeigte auf die schwarze Leinwand, wo immer noch pausenlos Namen von unten nach oben liefen.

Sprotte schüttelte den Kopf. „Nicht wirklich.“
„Wollen wir dann?“ Fragend streckte er ihr seine Hand entgegen. Sprotte mochte es, wenn er das tat. Es bedeutete, dass er ihr die Wahl ließ. Die Möglichkeit gab selbst zu entscheiden, ob sie seine Hand nahm oder nicht. Natürlich nahm sie sie. Aber es gefiel ihr, dass er sich bei ihr ausnahmsweise mal nicht ständig so aufführte, als wäre er der Chef.


Nach dem Kino wieder in die helle Welt draußen zu treten, hatte immer irgendwie etwas enttäuschendes. Alles schien gedämpfter. Keine dramatische Musik. Keine wilden Kämpfe um Leben und Tod. Alles war wieder ganz normal.

Und dann wieder auch nicht. Denn für Sprotte war es keineswegs normal, Hand in Hand mit Fred auf der Straße entlangzuspazieren. Es war fast so als wäre sie in ihrem eigenen persönlichen Kinofilm. Dauerhaft. Ob das wohl irgendwann für sie normal werden würde?

Als sie bei ihren Fahrrädern angekommen waren, wandte Fred sich ihr zu.
„Weißt du…“ begann er zögernd, „ich hab gedacht… es ist ja noch nicht allzu spät…“ Er scharrte mit seinem Schuh auf dem Boden herum, beinahe als lägen dort irgendwelche Antworten vergraben. „Magst du vielleicht… noch mit zum Baumhaus kommen?“

Bevor sie antworten konnte, fuhr er schon wieder fort. Hastiger diesmal. „Willi hilft heute bei seinem Großvater u-und Steve ist noch bei der Probe. Und Torte… der ist heute mit seiner neuen Frieda verabredet.“ Er sah sie hoffnungsvoll an. Waren seine Wimpern schon immer so lang gewesen?

„Mit seiner neuen Frieda?“, fragte Sprotte verwirrt.
„Naja. Steve nennt sie so. Weil sie fast genauso aussieht wie Frieda“, erklärte er, „Seit dem Reiterhof… ist seine neue Taktik wohl Frieda eifersüchtig zu machen.“
Wiedermal tat ihr Torte furchtbar Leid. Es war einfach zu grausam, dass er immer noch an Frieda hing, wo sie sich doch mittlerweile jemand ganz anderem zugewandt hatte.

„Also, kommst du mit?“
Sprotte nickte. „Gern.“ Sie dachte zwar schon wieder mit Grauen an die wacklige Baumhausleiter, aber schließlich hatte sie den Heuboden bei Mona auch überlebt.
Und außerdem war sie noch nicht bereit sich von ihm zu verabschieden. Gerade breitete sich ein Lächeln auf seinem Gesicht aus, und es war als würde man der Sonne beim Aufgehen zusehen.


Auf der Radfahrt unterhielten sie sich hauptsächlich über den Film und das dramatische Ende. Man konnte wirklich gut mit Fred reden. Das hatte Sprotte schon zuvor bemerkt. Stundenlang hätte sie sich noch mit ihm unterhalten können. Und dabei war es völlig egal worüber.
So fuhren sie also vorbei an Feldern und Schrebergärten und ein Stück durch den Wald, bis sie nach etwa zehn Minuten schließlich das Baumhaus erreichten.

Sprotte betrachtete die Holzleiter wie ihren schlimmsten Erzfeind. Dann atmete sie einmal tief durch und setzte den ersten Fuß auf die Leiter.
„Ich bin direkt hinter dir“, murmelte Fred aufmunternd. „Dann landest du wenigstens weich, wenn du fällst.“

Das brachte Sprotte zum Kichern. „Dafür bist du dann aber platt wie ein Pfannkuchen.“
Er zuckte mit den Schultern. „Ich hab mich schon immer gefragt, wie es sich anfühlt von ‘ner Lawine plattgemacht zu werden – Vorsicht!“
Blind hatte Sprotte ihren Ellbogen nach hinten gestoßen. „Ich bin keine Lawine“, entgegnete sie ärgerlich.
„Sag mal, wenn du mir die Nase brechen wolltest, musst du aber ein bisschen besser zielen.“
„Super lustig“, gab sie verbissen zurück, bevor sie sich wieder auf die Leiter konzentrierte.

Ich schaff das, dachte sie um sich selbst Mut zuzusprechen. Solange sie nicht nach unten sah, war alles gut. Sprosse um Sprosse kletterte sie vorsichtig hinauf, bis sie oben bei der Plattform ankam und es endlich nicht mehr unter ihren Füßen wackelte.

Als Fred neben ihr auftauchte, legte er eine Hand auf ihre Schulter. „Siehst du? Ich wusste doch du magst mich zu sehr um aus mir einen Pfannkuchen zu machen.“ Nachdenklich ruckelte er an der Leiter. „Vielleicht sollten wir die mal ein bisschen fester schrauben. Damit sie nicht so wackelt.“
„Das wäre mal eine gute Idee“, stimmte Sprotte zu, obwohl sie nicht dachte, dass ihre Höhenangst verschwand, wenn die Leiter aufhörte zu wackeln. Aber der Gedanke war trotzdem süß.

„Na dann mal hinein in die gute Stube“, sagte Fred gutgelaunt, bevor er zur Tür hinüberging und mit einer einladenden Handbewegung in den Innenraum zeigte. Das ließ sie sich nicht zweimal sagen. Drinnen wurde sie schließlich nicht ständig daran erinnert, dass sie sich mehrere Meter über der Erde befand.

Von innen war das Baumhaus geräumiger, als man es von außen vermuten würde. Ein großes Fenster gegenüber von der Tür spendete Licht und überall an den Holzwänden waren kleine Regale angebracht, die mit allen möglichen Werkzeugen, Farbtöpfen und anderen Gegenständen gefüllt waren, welche darauf hindeuteten, dass an dem Baumhaus ständig umgebaut und herumgewerkelt wurde. In der Mitte des Raumes stand ein Tisch, der wirkte, als wäre er aus mehreren Holzbrettern selbst zusammengebaut worden. Hinter dem Tisch war eine schmale Bank und auf der gegenüberliegenden Seite stand ein gemütlich wirkender alter Sessel. Mit großer Sicherheit war das Freds Platz. Aber heute saß jemand anderes in seinem Chefsessel. Mit einer dicken Ausgabe von Romeo und Julia in einer Hand.

„Steve? Was machst du denn hier? Hast du nicht Probe heute?“, fragte Fred den anderen Pygmäen verdutzt.
„Hatte ich. Hat aber nicht lange gedauert, weil Nora verhindert war“, gab Steve gelassen zurück. „Ach hallo Sprotte“, grüßte er sie, als er von seinem Buch aufschaute. Für einen kurzen Moment überlegte sie was sie sagen konnte, damit er nichts von Fred und ihr erfuhr…

„Ich bin nur-“ Sprotte brach ab. Ihr fiel einfach keine gute Erklärung ein.
„Nur ganz zufällig hier?“, Vollendete Steve ihren Satz und rieb sich wichtigtuerisch das Kinn. „Selbst wenn es mir meine Karten nicht verraten hätten, sieht doch ein Blinder was zwischen euch beiden läuft.“ Er kicherte blöd.

Sprotte verschränkte die Arme vor der Brust. Gerade wollte sie zu einem Gegenangriff ansetzen, da kam ihr ein anderer Gedanke. Sie wandte sich an Fred. „Wissen es die anderen auch?“
Er zuckte mit den Schultern und sah zur Seite. „Nicht von mir.“
Da fiel es ihr wie Schuppen von den Augen. „Willi. War ja klar, dass Melli ihren Mund nicht halten kann.“

Von einer plötzlichen Müdigkeit überfallen, ließ Sprotte sich auf die Bank sinken und funkelte Steve böse an. „Wenn du irgendjemandem in der Schule davon erzählst, werf ich dich den Hühnern zum Fraß vor.“

Fred ließ sich auf der Bank neben ihr nieder und grinste. „Du hast gehört was das Oberhuhn gesagt hat.“

Ich schwöre, Fräulein, bei dem heilgen Mond,
Der silbern dieser Bäume Wipfel säumt
“, deklamierte Steve, wobei er sich dramatisch an die Brust fasste.

„Mannomann, Steve. Geht‘s auch noch 'ne Nummer weniger dramatisch?“, beschwerte sich Fred kopfschüttelnd.
„Wilma ist der ganze Quatsch schon genauso zu Kopf gestiegen“, bemerkte Sprotte.
„Wie auch immer.“ Fred seufzte. „Ich geh uns mal was zu trinken holen. Ich glaub wir haben auch noch was zum Knabbern da. Wenn Steve nicht alles verputzt hat.“
„Frechheit“, gab dieser empört zurück.

„Was möchtest du trinken?“, fragte Fred Sprotte, als er von der Bank aufstand. „Tee gibt‘s leider nicht. Nur Kaffee und Limo.“
„Hm, Limo dann“, antwortete sie. Sie hatte sich definitiv noch nicht an den bitteren Geschmack von Kaffee gewöhnt.
„Alles klar.“
„Bringst du mir auch 'ne Limo mit?“, fragte Steve.
„Die darfst du dir gerne selber holen“, entgegnete Fred, „und dich danach direkt auf dein Rad schwingen.“

„Pah! Bei dem Regen doch nicht!“, beschwerte sich Steve. „Nur weil du mit dem Oberhuhn sonst was machen willst.“, murmelte er, aber da war Fred schon durch die Tür verschwunden. Sprotte sah aus dem Fenster. Es hatte tatsächlich angefangen zu regnen. Da hatten sie ja gerade nochmal Glück gehabt.

„Sag mal, warum macht ihr eigentlich so ein Geheimnis daraus?“, fragte Steve plötzlich. „Ist ja nicht so als wär das hier Romeo und Julia.“
Sprotte zuckte mit den Schultern. Steve war ja eigentlich ganz okay. Aber das bedeutete noch lange nicht, dass sie ihm all ihre Gedanken mitteilen musste, nur weil er auch ein Pygmäe war.

„Haben dir deine Karten das etwa nicht erzählt?“, fragte sie stattdessen spöttisch.
„Aha, du willst also nicht darüber reden. Auch gut.“ Was war er nur für ein aufmerksamer Kerl.
Da fiel ihr etwas ein, was er eben gesagt hatte. „Was haben die Karten dir überhaupt verraten?“
Er schnaubte belustigt. „Das ist dir nicht entgangen, was?“
Sprotte tappte ungeduldig mit einem Fuß auf dem Boden.

„Bist du vielleicht an einer Kartenlegung interessiert?“ Er beugte sich leicht vor und sah sie an wie einer dieser Verkäufer, die sich im Laden sofort auf einen stürzten und einem ihr ganzes Sortiment andrehen wollten. „Ich geb dir sogar ‘nen Rabatt, weil du das Lieblingshuhn vom Chef bist.“

Sprotte verdrehte die Augen. „An den Unsinn glaub ich sowieso nicht.“
Steve zog eine Augenbraue hoch und ein frisches Pack Karten aus seiner Hosentasche. „Bist du dir sicher?“ Er legte ein paar Karten auf den Tisch, sodass sie ein Diamantenmuster ergaben.

„Todsicher“, gab Sprotte zurück.
Er deckte eine Karte in der Mitte auf, summte leise und nickte. „Interessant“, sagte er und strich sich über das Kinn. „Der Rivale.“
Er machte das wirklich gut. Das musste man ihm lassen. Wenn Sprotte ein wenig leichtgläubiger gewesen wäre, hätte sie ihm den Spuk glatt abgekauft.

„Mensch Steve! Was soll das denn jetzt?“, unterbrach sie Fred, der wieder den Raum betreten hatte. Er stellte ein Glas, eine Limo, eine Tasse und eine Thermoskanne auf dem Tisch ab. „Da bin ich zwei Sekunden weg und dir fällt nichts besseres ein, als Sprotte mit deinem Wahrsagequatsch zu nerven.“

„Wahrsagequatsch?“, entgegnete der Junge empört. „Das klang aber anders, als du mich letztens nach einer Kartenlegung gefragt hast.“
„Seh‘ ich etwa so aus wie Torte?“, erwiderte Fred mit einem etwas gezwungenen Lachen und warf Sprotte einen schnellen Blick zu.

„Nein, nicht wirklich“, antwortete Steve nachdenklich. „Aber sieh doch mal. Hier bei Sprotte liegt auch der Rivale als Hauptkarte. Genau wie bei dir. Ist das nicht spannend?“ Er schien gar nicht zu bemerken, dass Fred offensichtlich nicht weiter darüber sprechen wollte.

„Verdammt, Steve! Noch ein Wort darüber und ich schmeiß dich persönlich vom Baumhaus.“
Daraufhin schreckte Steve zusammen, wie eine Maus, die gerade erst bemerkt hatte, dass sie von einem riesigen Kater bedroht wurde. Er machte eine Geste, als würde er sich mit einem Reißverschluss den Mund verschließen.
Für ein paar Sekunden legte sich eine merkwürdige Stille über den Raum. Keiner schien so recht zu wissen, was sie in dieser Konstellation miteinander anfangen sollten.

„Habt ihr Lust mir beim Text lernen zu–“
„Steve!“, unterbrach ihn Fred genervt, bevor er seinen Satz zu Ende sagen konnte.
„Okay, okay.“ Steve hob beschwichtigend die Hände. „Wie wär‘s dann… mit einer Runde Poker?“ Fred nickte langsam und sah dann Sprotte fragend an. „Hast du Lust?“
Sprotte zuckte die Achseln. „Warum nicht? Ich habs zwar noch nie gespielt, aber…“
„Ach, das ist kinderleicht“, entgegnete Steve mit einer wegwerfenden Handbewegung. Und dann zog er ein neues Pack Karten aus einer anderen Tasche und fing an zu erklären.

Wie es sich herausstellte, war Poker tatsächlich kinderleicht. Hauptsächlich schien es darum zu gehen zu bluffen und zu hoffen, dass man nicht dabei erwischt wurde. Sobald Sprotte das Prinzip verstanden hatte, machte es sogar wirklich Spaß. Obwohl weder sie noch Fred eine Chance gegen Steves undurchschaubares Pokerface hatten. Neben Poker kannte Steve natürlich noch zahlreiche andere Kartenspiele und Tricks, die er wohl am liebsten alle zum besten gegeben hätte, wenn es draußen nicht langsam dunkel geworden wäre.

„Wie spät ist es eigentlich?“, fragte Sprotte, als Steve sich nach hinten lehnte und eine kleine Lampe anknipste, die mit Fußballstickern beklebt war.
Er blinzelte herunter auf seine Armbanduhr. „Ähm… gleich halb sieben.“
Ups. Schon so spät war es? Sprottes Mutter arbeitete heute bis halb sieben…

„Musst du los?“, fragte Fred, der ihre Überraschung bemerkt hatte.
Sie nickte. „Ja. Meine Mutter kommt gleich nach Hause. Sie… fragt sich bestimmt wo ich bin.“ Sie hatte heute Nachmittag ganz vergessen ihr eine Notiz dazulassen, dass sie noch unterwegs war. Andererseits, dachte sie sich wahrscheinlich, dass Sprotte noch beim Wohnwagen war. Oder bei Oma Slättberg.

„Na dann sollten wir lieber gleich los. Räumst du die Gläser noch weg?“, fragte Fred an Steve gewandt. Aber es klang eher wie eine Anordnung als eine Frage. Da blitzte also doch wieder der Chef durch. Steve murrte irgendetwas unverständliches, machte sich dann aber trotzdem daran, das benutzte Geschirr abzuräumen.

Im Vorbeigehen, knuffte Fred ihm mit der Faust kumpelhaft gegen die Schulter. „Bis morgen, Stevie“, verabschiedete er sich und blickte sich danach suchend nach Sprotte um.
„Ja ja, bis morgen“, grummelte Steve.

Als Fred sie in der Halbdämmerung fand, sah er sie irgendwie seltsam überrascht an.
Fragend legte Sprotte den Kopf schief. „Was denn?“
Er schüttelte den Kopf. „Gar nichts, nur… es ist… irgendwie ungewohnt dich hier zu sehen. Im Baumhaus“, fügte er erklärend hinzu.

„Oh.“ Was sollte das denn heißen? Bereute er es etwa sie hergebracht zu haben?
„Ich meine – also – was ich sagen wollte – ich…“
Steve schnaubte belustigt im Hintergrund.

Fred ignorierte ihn und kam stattdessen zu Sprotte herüber, die immer noch auf der Bank saß. Er nahm ihre Hand und zog sie auf die Füße. „Es ist zwar ungewohnt…“ flüsterte er, sodass Steve sie nicht belauschen konnte, „Aber es gefällt mir… wahnsinnig gut.“
Sprotte merkte wie sie anfing zu lächeln.

Wie silbersüß tönt bei der Nacht die Stimme
Der Liebenden gleich lieblicher Musik
Dem Ohr des Lauschers!
Steve schon wieder.

„Du kannst aber auch das ganze verdammte Theaterstück auswendig, oder?“ Fred schlug sich mit der Hand vor die Stirn. „Lass uns schnell verschwinden, bevor er uns noch eine Kampfeinlage gibt.“

Sprotte nickte. Aber ein wenig schmunzeln musste sie doch. „Warum führst du nicht das Stück mit Trude alleine auf? Die kann dir jedes einzelne Wort im Schlaf aufsagen.“
Steve zuckte mit den Schultern. Ein bisschen geschmeichelt sah er dabei aus.
„Bis morgen dann“, sagte sie und hob zum Abschied die Hand, „Und vergiss nicht was du versprochen hast.“

„Ja ja. Ich werd schon nichts verraten.“ Steve tat wieder so als wäre sein Mund ein Reißverschluss. Er war so ein Clown! Kopfschüttelnd verließen die zwei endlich das Baumhaus.

Draußen wurde es nun wirklich immer finsterer. Aber immerhin regnete es nur noch ganz leicht. Man bemerkte die kleinen Tröpfchen kaum.
Sprotte wusste nicht, ob sie es schlimmer oder besser fand im Dunkeln die Leiter hinab zu steigen. Einerseits war es nicht so beängstigend, weil es zu dunkel war um den Boden in der schwindelerregenden Tiefe zu erkennen. Aber auf der anderen Seite machte das ihr Unbehagen noch schlimmer, gerade weil sie den Boden nicht mehr sehen konnte.
Irgendwie schaffte sie es trotzdem.

„Irgendwann gewöhnst du dich dran“, raunte Fred, als sie endlich wieder auf dem festen Waldboden angelangt war.
„Vielleicht“, meinte Sprotte unsicher. Aber irgendwie fand sie den Gedanken trotzdem schön.
„Komm, ich begleite dich noch ein Stück“, sagte Fred.
Sprotte nickte. Sie hatte gehofft, dass er das sagen würde.


Diesmal begleitete er sie sogar bis zu ihrem Wohngebäude. Nicht, dass das nötig gewesen wäre, aber es zögerte den Abschied noch ein bisschen länger hinaus.
„Mist, Mam ist schon da.“ Sprotte erkannte es an dem Taxiauto, dass auf der anderen Straßenseite parkte. Schnell stieg sie von ihrem Rad und schloss es am Fahrradständer an der Hauswand fest.

„Du bekommst doch keinen Ärger, oder?“, fragte Fred besorgt, als er sein Rad abstellte und sich an die Straßenlaterne neben der Eingangstür lehnte.

Sprotte schüttelte den Kopf. „Wahrscheinlich denkt sie, dass ich noch beim Wohnwagen bin. Wirst du nicht auch schon zu Hause vermisst?“
„Ach was, meine Eltern sind froh, wenn sie mal ein bisschen Ruhe haben“, entgegnete er leichthin.

Sprotte grinste. „Stimmt. Weil du ja so ein unerträglicher Quälgeist bist.“
Fred zwinkerte ihr zu. „Immerhin spuck ich nicht pausenlos Shakespeare-Zitate aus wie ein… wie ein Zitatautomat oder so was.“
Sprotte kicherte. „Stimmt. Das wäre nun wirklich nicht zum Aushalten.“
„Ich bin wirklich froh, wenn das ganze Spektakel bald ein Ende hat.“

„Ja“, stimmte sie ihm zu. Dann blickte sie nach oben. Zwei Fenster waren auf ihrer Etage erleuchtet. Sie seufzte. „Naja, ich geh dann mal hoch.“
„Okay… Sehen wir uns morgen?“, fragte er leise, beinahe so als wollte er nicht, dass sie es hörte.
„Na klar. Morgen ist doch Schule“, gab sie zurück.
„Schon aber… das ist was anderes. Da kann ich nicht das machen.“ Er griff behutsam nach ihrer Hand und zog sie ein Stückchen näher zu sich heran.
Wiedermal war sie in seinen seltsam warmen blauen Augen gefangen.

„Ich weiß noch nicht“, hauchte sie. „Vielleicht hat Oma Slättberg angerufen oder so.“
Freds Augenbrauen zogen sich um einen Millimeter zusammen. Sie hatte es nur bemerkt, weil sie direkt vor ihm stand.
„Ich sag dir morgen Bescheid, ja?“, antwortete sie leise.
„Ist gut“ murmelte er. „Na dann komm mal gut nach Hause.“
Das brachte Sprotte zum Lachen. „Witzbold. Ich bin doch schon zu Hause.“ Dann zog sie ihre Hand vorsichtig aus seiner und drehte sich zur Tür.

„Hast du nicht was vergessen?“, sagte Fred, woraufhin sie sich ihm wieder zuwandte.
„Was denn?“
„Na… du hast mich heute noch kein einziges Mal... geküsst.“ Die Entrüstung mit der er das sagte, brachte Sprotte beinahe schon wieder zum Lachen. Wenn sie die Worte nicht so verlegen gemacht hätten.

„Oh.“ Sie spürte wie ihr das Blut ins Gesicht schoss.
Vorsichtig streckte er die Hand aus und legte sie an ihre Wange. „Du glühst ja richtig.“
„Schau lieber selber mal in den Spiegel“, murmelte sie leise.
Da lachte er. „Immer einen frechen Spruch auf Lager, was?“
Sie grinste. „So bin ich eben.“

„Ich weiß“, flüsterte er und im Schein der Straßenlaterne begann das Blau in seinen Augen irgendwie zu funkeln. Dann lehnte er sich ein Stück nach vorne und küsste sie. Federweich fühlten sich seine Lippen an. Und überall in ihrem Innern kribbelte es. Sogar ihre Zehenspitzen kribbelten.

Viel zu schnell lösten sich ihre Lippen voneinander und Sprotte fragte sich, warum sie das nicht schon den ganzen Tag gemacht hatten.

Irgendwo im Haus hörte man etwas scheppern. Es klang so als hätte jemand einen Topf oder etwas ähnliches fallengelassen.

„Bis morgen“, hauchte Sprotte leicht benommen.
„Bis morgen“, antwortete Fred, während einer seiner Finger behutsam über ihre Unterlippe strich. Es kitzelte ein bisschen. Dann küsste er sie nochmal, beinahe so als könnte er nicht anders.

„Schlaf gut, Oberhuhn“, raunte er dann mit einem kleinen Grinsen, bevor er sich von ihr löste und zu seinem Fahrrad hinübertrat.
„Du auch“, antwortete sie. Dann wandte sie sich um und öffnete die Tür. „Und komm gut nach Hause“, rief sie grinsend und winkte ihm noch einmal zu. Er lachte. Dann stieg er auf sein Rad und fuhr auf der Straße zurück, die sie eben noch zusammen entlang gefahren waren. Sprotte sah ihm noch für einen Moment hinterher, ehe sie sich umdrehte und das Treppenhaus betrat.

Jetzt musste sie sich aber wirklich beeilen. Hoffentlich stellte ihre Mutter keine Fragen. Sie wusste beim besten Willen nicht, was sie geantwortet hätte. Auf ihrer Etage angelangt, schloss sie die Wohnungstür auf und betrat leicht außer Atem die Wohnung.

„Sprotte? Bist du das?“, fragte da auch schon ihre Mutter.
„Wer denn sonst?“, gab sie irritiert zurück. Soweit sie wusste, hatte der Klugscheißer noch keinen Hausschlüssel.
„Komm schnell rein, ich hab Spaghetti gemacht!“, rief Sprottes Mutter aus der Küche.
Schnell zog sie ihre Jacke aus, hängte sie an die Garderobe neben der Tür und schlüpfte aus ihren Schuhen. Als sie in die Küche tappte, saß ihre Mutter bereits am Küchentisch und teilte die Nudeln auf.

„Wo warst du denn noch? Du hast ja gar keinen Zettel dagelassen.“
„Hab ich vergessen“, nuschelte Sprotte und versuchte nicht zum Fenster herüberzuschielen. Es hätte sowieso nichts gebracht. Fred war höchstwahrscheinlich schon halb zu Hause.

„Wolltest du im Stehen essen?“
Sprotte schüttelte den Kopf und ließ sich auf den Küchenstuhl neben ihrer Mutter sinken. Sie konnte immer noch Freds Lippen spüren, da wo er sie geküsst hatte. Fast hatte sie das Gefühl, er hatte dort einen sichtbaren Abdruck hinterlassen. Mitten auf ihrem Mund. Gerade noch konnte sie der Versuchung widerstehen, es mit ihren Fingern zu überprüfen.

„Hast du keinen Hunger?“, fragte ihre Mutter von der Seite.
„D-Doch schon“, murmelte Sprotte und griff hastig nach ihrer Gabel um ein paar Spaghetti aufzurollen. „Wie – wie war denn die Schicht?“, fragte Sprotte um sich selbst etwas abzulenken. Ob Mam ihr etwas anmerkte?

„Ruhig.“ Sie schob den Topf mit der Tomatensoße und das Schüsselchen mit geriebenem Parmesan zu Sprotte hinüber. „Unter der Woche ist ja nie viel los.“
„Ja… stimmt“, stimmte sie zu und goss sich zwei große Löffel Tomatensoße über die Spaghetti.
„Und wie war dein Tag?“

„Och… ganz gut“, gab sie zurück. Was natürlich komplett untertrieben war. Selbst mit der Einmischung von Steve war es ein unglaublich schöner Nachmittag gewesen. Sie ertappte sich dabei wie sie sich wünschte Fred würde jetzt hier neben ihr am Küchentisch sitzen. Was ihre Mutter wohl getan hätte, wenn sie ihn mit hochgebracht hätte?

„Du guckst ja schon wieder so verträumt“, bemerkte ihre Mutter da. „Könnte das eventuell etwas mit dem Pygmäen zu tun haben, von dem du dich eben so leidenschaftlich verabschiedet hast?“

Sprotte gefror das Blut in den Adern.
„Was?“, brachte sie mit piepsiger Stimme hervor. „Wie – wie meinst du das?“
„Sag mal, wenn du nicht willst, das dich jemand dabei sieht, wie du einen Jungen küsst, stellst du dich vielleicht das nächste Mal nicht direkt unter eine Straßenlaterne.“ Gab sie belustigt zurück.

„D-Das hast du gesehen?“
„Du weißt doch, was man von hier oben alles sehen kann.“
Verdammt. Daran hatte sie überhaupt nicht mehr gedacht. Sie hatte ehrlich gesagt an sehr wenig gedacht, dass nicht mit Fred zu tun hatte.

„Also Mona hat mir ja so einiges erzählt, was auf dem Reiterhof los war… Stimmt es, dass Fred versucht hat auf einem ihrer Pferde zu reiten, um dich zu beeindrucken?“
„Das hat Mona dir erzählt?“, fragte Sprotte entrüstet.
Ihre Mutter lächelte. „Na, nicht so ganz. Sie wollte mir nicht verraten, wen er beeindrucken wollte. Aber das hab ich mir dann selbst zusammengereimt.“
Sprotte wusste nicht ob sie das Ganze peinlich finden oder erleichtert sein sollte, dass ihre Mutter nun Bescheid wusste.

„Iss. Deine Nudeln werden kalt. War das heute eure erste Verabredung? Er behandelt dich doch gut, oder?“
„Mam!“ Sprotte fiel die Gabel aus der Hand, mit der sie gerade ein paar Nudeln aufrollen wollte.

„Jetzt guck nicht so. Das wird man doch wohl noch fragen dürfen. Ich war schließlich auch mal in deinem Alter. Ich weiß wie das ist. Und Fred ist wirklich ein netter Kerl. Lad ihn doch mal zum Essen ein. “
Mam.“ Sprotte stöhnte auf und vergrub ihr Gesicht in ihren Händen.

„Wieso denn nicht? Wenn Torben kocht, können wir ihm sogar etwas außer Pfannkuchen oder Spaghetti anbieten.“ Das klang ja wunderbar. Ein Abendessen mit Fred, Mam und dem Klugscheißer.

„Wo hast du eigentlich die Bluse her? Sieht hübsch aus.“

Ach ja, das hatte Sprotte ihr ja auch noch nicht erzählt. Scheinbar blieb ihr an diesem Abend wirklich gar nichts erspart. Aber anstatt zu antworten, genehmigte sie sich endlich eine Gabel voll Spaghetti. Irgendwie schmeckten sie heute besonders gut. Und das obwohl sie schon kalt waren.
...


_____________________________
A/N: Hallo! Endlich wieder ein neues Kapitel! Und diesmal extra lang, weil es so lange keins mehr gab. Gibt es eigentlich einen Shipnamen für Sprotte und Fred? Falls nicht, schlag ich mal "Bergwein" vor. Oder "Weinberg". Weil die beiden irgendwie wie ein guter Wein sind, der lange gereift ist... oder so xD
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