Sexy Crimes, Band 2: Der beste Freund meines Sohnes

von StoryFan
GeschichteRomanze, Thriller / P18
25.05.2019
24.09.2019
40
48163
27
Alle Kapitel
205 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
Der junge Beamte warf einen Blick in die Eingangshalle, dann fragte er: „Gibt es hier irgendwo einen Ort, wo wir uns setzen können?“.
„Ist das denn nötig?“, wagte ich zu fragen, als ich endlich meine Stimme wiedergefunden hatte. Ich durfte mich auf keinen Fall verdächtig verhalten, und was war normal, wenn die Polizei mit einem sprechen wollte? Man fragte nach dem Grund.
„Es ist besser, denke ich.“, äußerte Herr Bruck. „Ich habe einige Fragen an Sie bezüglich des Todes Ihres Mannes.“.
„Was hat die Polizei denn damit zu tun?“, wollte ich wissen.
„Das erkläre ich Ihnen, wenn wir uns gesetzt haben.“, sagte er und schließlich gab ich nach und führte ihn ins Wohnzimmer, wo wir Platz nahmen.

„Zuerst einmal möchte ich Ihnen mein Beileid aussprechen, Frau Topas.“, sagte er.
„Vielen Dank. Der Tod meines Mannes kam…sehr unerwartet und plötzlich.“, murmelte ich und wischte mir eine nicht vorhandene Träne aus dem Augenwinkel.
„Das kann ich mir vorstellen.“, meinte der Polizist. „Immerhin war Ihr Mann erst 45. Bei so einem plötzlichen Todesfall wird selbstverständlich der Leichnam obduziert, um herauszufinden, was genau die Todesursache war.“.
„Obduziert?“, fragte ich und wurde ein wenig bleicher, was er aber hoffentlich als Zeichen meiner Trauer wertete.
„Ja.“, nickte er. „Es ist sicher auch in Ihrem Interesse, den Grund für den Tod Ihres Mannes herauszufinden…“.
„Natürlich.“, murmelte ich. „Wann wird das denn passieren?“.
„Gleich morgen früh.“, sagte er. „Stimmt es, dass Ihr Mann an Bluthochdruck litt?“.
„Ja.“, meinte ich. Das konnte man jederzeit in seinen Arztunterlagen nachlesen und ich musste unbedingt so nah wie möglich an der Wahrheit bleiben, um mich nicht in einem Netz aus Lügen zu verheddern.
„Nahm er auch Medikamente dagegen?“, wollte Herr Bruck wissen.
„Ja, hat er…“, erwiderte ich. „Er hat sie auch regelmäßig genommen, da hat er immer darauf geachtet…“.
Er lächelte beschwichtigend und sagte: „Das glaube ich Ihnen. Hatte Ihr Mann sonstige Erkrankungen?“.
Ich schüttelte den Kopf. „Nein, nicht, dass ich wüsste.“.

„Wie stand es denn um Ihre Ehe?“, lautete seine nächste Frage.
„Was hat das mit seinem Tod zu tun?“, wollte ich wissen, da ich die Frage ein wenig zu privat fand.
„Reine Routine. Ich versuche lediglich, mir ein Bild von Ihrem Mann zu verschaffen.“, sagte er in einem ruhigen Ton, aber seine wachsamen Augen verrieten mir, dass er mich genau beobachtete. Ich durfte jetzt auf keinen Fall einen Fehler machen, sonst schöpfte er Verdacht.
„Wir haben uns kennen gelernt, als wir noch ganz jung waren. Er war mein erster Freund und wir haben früh geheiratet. Kurz danach haben wir unseren Sohn bekommen.“, erzählte ich. „Er ist mittlerweile 18.“.
„Das ist schön, aber ich wollte wissen, wie Ihre Ehe in den letzten Jahren war und nicht, wie sie begonnen hat.“, meinte der Polizist.
Ich seufzte. „In jede Beziehung schleicht sich irgendwann der Alltag ein, das ist einfach so. Natürlich war das Feuer nicht mehr ganz so lodernd wie in unserer Jugend, aber wir waren glücklich. Ich habe meinen Mann sehr geliebt und er mich auch…“.
Nun musste ich keine Tränen mehr vorspielen, denn sie waren tatsächlich da.
Der junge Mann reichte mir ein Taschentuch, mit dem ich sie wegwischen konnte, während ich noch ein wenig schniefte.
„Es gab also keinen Streit?“, wollte er dann wissen.
„Natürlich streitet man ab und zu, aber nie wegen etwas wirklich Wichtigem.“, sagte ich. „Ich habe ihn lediglich immer wieder darum gebeten, nicht so viel zu arbeiten, aber das wollte er nicht hören. Ich habe ihm immer wieder gesagt, dass der viele Stress ihn eines Tages umbringt…“.
Ich weinte erneut und er legte mir tröstend eine Hand auf die Schulter.
„Sie haben sich nichts vorzuwerfen, Ihr Mann war ein erwachsener Mensch und hat seine eigenen Entscheidungen getroffen. Vorerst habe ich keine weiteren Fragen an Sie, aber ich muss Sie bitten, sich zu meiner Verfügung zu halten. Ich werde morgen nach der Obduktion noch einmal kommen.“, sagte er.
„Vielen Dank.“, meinte ich matt. „Ich habe sowieso nicht vor, irgendwohin zu gehen.“.
„Ich finde allein hinaus, danke.“, sagte er, erhob sich und reichte mir die Hand zum Abschied, ehe er das Haus verließ.

Kaum war er weg, sprang ich auf und lief wie ein unruhiger Tiger auf und ab. An die Möglichkeit, dass es eine Obduktion geben würde, hatte ich gar nicht gedacht! War es möglich, dass man das mit den Tabletten herausfand oder waren sie nicht nachweisbar?
Das plötzliche Klingeln meines Handys riss mich aus meinem Gedankenkreisen und beinahe hätte ich selbst einen Herzinfarkt erlitten.
Es war Jonas, wie ich kurze Zeit später herausfand.
„Jonas, Gott sei Dank! Wo steckt ihr denn?“, wollte ich wissen.
„Tut mir leid, Mama, aber der Wagen hat den Geist aufgegeben.“, sagte Jonas. „Wir haben den Abschleppdienst gerufen, aber die Werkstatt macht erst am Morgen auf. Wir kommen also frühestens morgen Vormittag.“.
„Geht es euch wenigstens gut?“, fragte ich besorgt.
„Ja, alles gut. Wir übernachten in einem Hotel hier. Aber wie geht es dir? Ist jemand bei dir?“, wollte er wissen.
Kurz überlegte ich, ob ich ihm vom Besuch der Polizei erzählen sollte, entschied mich dann aber dagegen, weil er es ohnehin schon schwer genug hatte.
„Mir geht es den Umständen entsprechend gut.“, erklärte ich stattdessen nur. „Und ja, ich bin allein. Deine Großeltern kommen morgen und ich dachte, sie können mir dabei helfen, einige…Dinge zu organisieren…“.
„Das kann ich doch auch machen!“, entgegnete Jonas. „Immerhin ist…war er mein Vater…“.
Er klang ziemlich bedrückt und eine Welle des Mitgefühls durchflutete mich. Ich hatte meinem Sohn den Vater genommen – auch wenn sie sich nie besonders gut verstanden hatten, so war Andreas doch sein Idol gewesen, dem er immer hatte imponieren wollen.
„Darüber reden wir dann morgen, wenn du da bist.“, sagte ich und widerstand dem Impuls, darum zu bitten, mit Can sprechen zu dürfen. Damit musste ich mich bis morgen gedulden, aber das würde ich auch noch schaffen.
„Okay, gut. Ich muss Schluss machen. Wir sehen uns dann morgen!“, verabschiedete sich mein Sohn von mir.
„Ja. Ich habe dich lieb!“, sagte ich und legte auf.

Der morgige Tag würde alles andere als leicht werden, so viel stand fest. Neben der Ankunft meines Sohnes, meines Geliebten und meiner Schwiegereltern stand auch noch der erneute Besuch des Polizisten an, der die Ergebnisse der Obduktion dabei haben würde. Ich konnte wirklich nur noch beten, dass dabei nichts herauskam, denn dann war ich aus dem Schneider. Wenn die Obduktion ergebnislos blieb, würde niemals ein Verdacht auf mich fallen. Sollte allerdings eine Auffälligkeit festgestellt werden, musste ich mir dringend eine glaubhafte Erklärung dafür einfallen lassen.
Review schreiben