Sexy Crimes, Band 2: Der beste Freund meines Sohnes

von StoryFan
GeschichteRomanze, Thriller / P18
25.05.2019
24.09.2019
40
48163
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Alle Kapitel
205 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
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Hey,
vielen Dank für die zahlreichen Reviews, die ihr bisher zu dieser Geschichte hinterlassen habt. Am Ende dieses Kapitels gibt es eine kleine Überraschung für euch! :-)
Im Übrigen habe ich gestern auch eine neue Story gestartet, es würde mich freuen, wenn ihr mal dort vorbeischauen würdet: https://www.fanfiktion.de/s/5d6097e900022ce820b288ae/1/Die-Bachelorette-der-Stars-2
Viel Spaß damit und mit dem neuen Kapitel! :-)
Lg
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Als alle Telefonate erledigt waren, kehrte eine seltsame Stille in das Haus ein. Die Angestellten hatte ich alle nach Hause geschickt, da auch sie unter Schock standen und ich alleine sein wollte.
Doch jetzt, wo ich wirklich alleine war, fühlte ich mich einsam – zwar war ich die Einsamkeit gewohnt, aber jetzt fühlte sie sich anders an. Ich konnte mich gar nicht mehr daran erinnern, wie es gewesen war, ohne Andreas zu leben. Natürlich war es die letzten Jahre kein wirkliches Zusammenleben mehr gewesen, sondern eher ein Nebeneinanderher, aber dennoch…Er war irgendwie immer da gewesen.
War es vielleicht doch falsch gewesen? Andreas mochte kein besonders guter Ehemann gewesen sein, aber den Tod hatte er nicht verdient. Er hatte mich nie geschlagen oder schlecht behandelt, ich war ihm nur irgendwann gleichgültig geworden. Das war allerdings kein Verbrechen, das seinen Tod rechtfertigte.

Da ich spürte, wie langsam die Schuldgefühle in mir emporstiegen, ging ich rasch ins Schlafzimmer und sperrte mein Geheimfach in der Kommode auf, um Cans Boxershorts und sein Parfum herauszuholen. Ich schnupperte am Flakon und spürte gleich, wie ich mich etwas entspannte, während meine Finger über den Stoff seiner Unterwäsche glitten.
Ich vermisste ihn so sehr! Bestimmt würde alles sehr viel leichter werden, wenn er erst einmal da war. Natürlich konnten wir nicht sofort zu unseren Gefühlen zueinander stehen, da dann viele Leute Verdacht geschöpft hätten, geschweige denn, was mein Sohn davon halten würde, aber immerhin konnten wir heimlich zusammen sein. Und irgendwann würden wir dann auch den großen Schritt gehen und uns öffentlich präsentieren.
Schließlich hatte jede Witwe das Recht, sich neu zu verlieben, also auch ich.

Der Gedanke daran brachte mich zum Lächeln und ich legte Cans Sachen ganz offen auf die Kommode. Nun musste ich sie ja nicht mehr vor Andreas verstecken, wie ich es die letzten Wochen getan hatte. Ich war zum ersten Mal in meinem Leben wirklich frei – das war so ungewohnt für mich, dass ich gar nicht wusste, wie ich mit diesem Gefühl umgehen sollte. Ich war es immer gewohnt gewesen, jemanden zu haben, auf den ich Rücksicht nehmen musste – erst hatten meine Eltern über mein Leben bestimmt, dann war da mein Mann gewesen und auch um Jonas hatte ich mich kümmern müssen, bis er ins Internat gekommen war.
Das alles war jetzt vorbei, jetzt endlich konnte ich so leben, wie ich es wollte!

Die Gedanken daran, dass ich Andreas auf dem Gewissen hatte, verbannte ich ganz schnell in meinen Hinterkopf, denn sie würden mein Glück nur zerstören, so viel war sicher. Es war der Preis gewesen, den ich bezahlen musste, und das hatte ich getan. Vermutlich würde ich für den Rest meines Lebens Schuldgefühle haben, aber ich musste einen Weg finden, wie ich damit umgehen konnte, sobald es nicht mehr ganz so frisch war.

Ungeduldig lief ich im Haus hin und her und wartete darauf, dass etwas passierte. Was genau, wusste ich selbst nicht, aber am liebsten wäre mir gewesen, Jonas und Can würden endlich auftauchen. Wenn sie wirklich gleich losgefahren fahren, wie Jonas gesagt hatte, mussten sie eigentlich innerhalb der nächsten Stunde hier auftauchen.
Um mich abzulenken, ging ich ins Bad, um mein Aussehen zu überprüfen. Die Tränen hatten ihre Spuren hinterlassen, aber ich konnte sie nicht wegwischen, denn für Jonas musste ich die Rolle der trauernden Ehefrau weiterspielen. Nur Can wusste, was wirklich geschehen war, und das würde auch für immer so bleiben. Jonas wusste zwar, dass die Ehe mit Andreas nicht mehr gut gelaufen war, aber einen Mord traute er mir mit Sicherheit nicht zu und außerdem würde er gar nicht auf die Idee kommen, dass Andreas‘ Tod kein natürlicher gewesen war.
Niemand würde auf diese Idee kommen. Andreas war schon immer ein Workaholic gewesen und sein Bluthochdruck war jahrelang bekannt. Man musste nur seinen Hausarzt befragen, er würde bestätigen, dass ein Herzinfarkt nur eine Frage der Zeit gewesen war.

Plötzlich fiel mir ein, dass ich ja auch die Beerdigung organisieren musste. Es gab so viele Dinge zu erledigen, auch versicherungsmäßig, und ich hatte keine Ahnung, was ich alles machen sollte, da ich mich noch nie um solche Dinge hatte kümmern müssen.
Es war wohl das Beste, ich überließ diese ganzen Dinge Andreas‘ Eltern, zumindest, was die Beerdigung anging. Ilona hatte sogleich angekündigt, dass sie morgen mit dem Zug kommen würden, um Abschied von ihrem Sohn zu nehmen, und wenn sie schon mal da waren, konnten sie sich ja auch nützlich machen. Zumal ich es ihnen sowieso nie hätte Recht machen können, ganz egal, was ich auch tat.
Ich war wirklich froh, dass ich die beiden schon bald nie mehr wiedersehen musste, denn dass wir nach der Beerdigung keinen Kontakt mehr zueinander haben würden, lag auf der Hand. Sie hatten mich schon immer gehasst und die Abneigung war durchaus gegenseitig gewesen.
Ich war sogar am Überlegen, ob ich das Haus verkaufen sollte, denn hier war alles voller Erinnerungen, die ich nicht haben wollte und die mich an einem erfolgreichen Neustart hindern würden.
Um Geld brauchte ich mir jetzt keine Sorgen mehr zu machen und vielleicht war es eine gute Idee, woanders hinzuziehen – vielleicht sogar in den Süden, wo mich niemand kannte. Dann mussten Can und ich uns auch nicht so lange verstecken, denn er konnte einfach mitkommen und im Ausland ein gemeinsames Leben mit mir starten.

In diesem Moment klingelte es an der Haustür und ich zuckte zusammen, dann aber lächelte ich erwartungsvoll. Das mussten die beiden Jungs sein!
Ein letzter Blick in den Spiegel bestätigte mir, dass ich trotz meines verheulten Gesichts immer noch gut aussah, dann verließ ich das Badezimmer und eilte die Treppe hinunter. Kurz vor der Haustür blieb ich stehen und setzte eine Trauermiene auf, um nicht auffällig zu wirken.
Dann öffnete ich die Tür und wollte etwas sagen, doch die Worte blieben mir im Hals stecken, denn draußen standen weder mein Sohn noch mein Liebhaber, sondern ein junger Mann in Polizei-Uniform, den ich noch nie gesehen hatte.
„Frau Laura Topas?“, fragte er mich und stumm nickte ich.
„Guten Abend, mein Name ist Stefan Bruck. Ich würde mich gerne mit Ihnen unterhalten.“, erklärte er. „Darf ich hereinkommen?“.
Ich war immer noch nicht fähig, etwas zu sagen, weswegen ich einfach erneut nickte und ihn an mir vorbei ins Haus lief. Was konnte die Polizei jetzt nur von mir wollen?
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