Sexy Crimes, Band 2: Der beste Freund meines Sohnes

von StoryFan
GeschichteRomanze, Thriller / P18
25.05.2019
24.09.2019
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Während ich noch zögerte und hin und her überlegte, wurde mir die Entscheidung abgenommen, denn plötzlich gab Andreas keinen Ton mehr von sich und ein prüfender Blick meinerseits machte klar, dass er soeben gestorben war.
Für einen Moment blieb ich ganz regungslos stehen und versuchte nachzudenken, was ich jetzt tun sollte. Auf keinen Fall konnte ich einfach nichts tun, denn es konnte jeden Moment jemand kommen – Joana zum Beispiel. Wenn sie uns so vorfand, war das auf keinen Fall gut für mich.
Also riss ich mich zusammen und erwachte aus meiner Starre. Zuallererst musste ich die Tabletten entsorgen, denn ich wollte nicht das Risiko eingehen, dass irgendjemand sie fand.
Und so spülte ich sie alle die Toilette hinunter, während ich die leeren Schachteln in winzige Fetzen riss und dann ebenfalls in die Kanalisation spülte.

Danach rief ich nun tatsächlich den Notarzt an und teilte ihm mit, dass ich meinen Mann leblos auf dem Boden vorgefunden hatte und dass ich vermutete, dass er nicht mehr lebte. Die Tränen musste ich nicht spielen, denn ich weinte tatsächlich – allerdings wusste ich nicht, ob es aus Trauer um meinen Mann oder aber aus purer Erleichterung so war.
Kaum hatte ich den Anruf beendet, wählte ich direkt die nächste Nummer und wartete atemlos darauf, dass mein Anruf angenommen wurde.
„Ja?“, hörte ich endlich die schmerzlich vermisste Stimme am anderen Ende der Leitung.
„Can! Ich bin es, Laura!“, sagte ich hektisch.
„Was ist passiert? Du sollst mich doch nicht anrufen!“, reagierte er nicht so erfreut wie erhofft, aber durchaus verständlich.
„Ich weiß, aber Andreas ist gerade gestorben!“, platzte es aus mir heraus. Endlich konnte ich ihm diese Nachricht überbringen, darauf hatte ich so lange gewartet.
Für einige Momente war es ganz still, dann sagte Can: „Wie ist es passiert?“.
„Er hat sich überarbeitet und dann vorhin einen Herzinfarkt gehabt. Zumindest denke ich das.“, erklärte ich.
„Und was hast du dann gemacht?“, wollte er wissen.
„Ich habe die Tabletten entsorgt, damit niemand sie findet und dann habe ich den Notarzt gerufen. Er müsste gleich kommen…“, sagte ich.
„Okay, das war gut.“, meinte er. „Danke, dass du Bescheid gegeben hast. Ich denke, es ist aber trotzdem besser, wir hören eine Weile nichts voneinander, es soll ja kein Verdacht aufkommen.“.
„Ja, ich verstehe…“, murmelte ich, auch wenn es mich traurig machte. Ich hatte so lange auf Andreas‘ Ableben gewartet, und noch immer konnte ich nicht mit Can zusammen sein!
„Ich liebe dich!“, sagte ich.
„Ich dich auch.“, murmelte er, dann legte er auf und ich machte mich schleunigst wieder auf den Weg zu Andreas‘ Leiche.

Wenige Minuten später traf der Notarzt ein und ich zeigte ihnen hysterisch weinend den Weg zur Küche, in der Andreas tot auf dem Boden lag.
„Bitte halten Sie etwas Abstand.“, sagte einer der Sanitäter und schirmte mich ein wenig ab, während der Arzt sich über meinen Mann beugte, um seinen Tod festzustellen.
„Es sieht wirklich nach einem Herzinfarkt aus, aber Genaueres können wir erst später sagen.“, meinte er, ehe sich der Sanitäter an mich wandte.
„Wann haben Sie ihn gefunden?“, wollte er wissen.
„Vor etwa zehn Minuten.“, murmelte ich. „Normalerweise hört er nicht so früh mit der Arbeit auf, ich habe gar nicht damit gerechnet, dass er schon da ist. Ich wollte mir ein Glas Wasser holen und da habe ich ihn gefunden. Im ersten Moment wusste ich gar nicht, was ich tun soll, aber dann habe ich Sie gerufen…“.
„Das war auf jeden Fall richtig.“, sagte der Sanitäter, der versuchte, mich zu beschwichtigen. „Wir werden Ihren Mann jetzt mit ins Krankenhaus nehmen und ihn genauer untersuchen. Haben Sie jemanden, den Sie anrufen können, damit Sie nicht allein sind?“.
Ich schüttelte den Kopf, aber dann fiel es mir ein.
„Meinen Sohn!“, entfuhr es mir und ich musste mir Mühe geben, meine Begeisterung zu verbergen. „Ich muss ihm Bescheid sagen…“.
Der Sanitäter nickte, dann hievte er zusammen mit seinem Kollegen die Leiche meines Mannes auf die Trage und sie brachten ihn zu ihrem Wagen, um mit ihm davon zu fahren, ehe ich Jonas‘ Handynummer wählte.

Er ging ziemlich schnell ran.
„Was gibt’s, Mama?“, wollte er wissen. Er klang so fröhlich, dass es mir richtig leid tat, ihm gleich mitteilen zu müssen, dass sein Vater gestorben war. „Wir sind gerade in Paris und es ist echt wunderschön hier!“.
„Jonas, ich muss dir etwas sagen.“, meinte ich ernst. „Es ist etwas ganz Furchtbares passiert.“.
„Was denn? Geht es dir nicht gut?“, fragte er besorgt.
„Doch, doch, mit mir ist alles in Ordnung. Aber…dein Vater…“, murmelte ich, konnte aber nicht weitersprechen, weil es mir wirklich schwer fiel.
„Was ist mit ihm?“, bohrte Jonas nach. „Sag schon!“.
„Er ist…tot.“, sagte ich tonlos.
Für einen Moment war es totenstill am anderen Ende der Leitung, dann hörte ich Jonas fassungslos sagen: „Was?!?“.
„Ich weiß auch noch nicht viel mehr, ich habe ihn in der Küche gefunden, da war er schon tot…“, erklärte ich. „Es tut mir so leid…“.
„Ich komme so schnell wie möglich nach Hause!“, erklärte er. „Ich setze mich gleich ins Auto und fahre los.“.
„Ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee ist, Schatz…“, murmelte ich. „Du bist total aufgewühlt und ich will nicht, dass du einen Unfall baust…“.
„Dann soll Can eben fahren.“, entschied mein Sohn und bei diesen Worten schlug mein Herz schneller. Vielleicht sah ich meinen jungen Geliebten doch früher wieder, als ich gedacht hatte.
„Das ist eine gute Idee!“, stimmte ich zu. „Ich muss wieder aufhören…Ich…ich muss Andreas‘ Eltern anrufen…“.

Die nächsten Stunden verbrachte ich damit, Andreas‘ Familie und weitere wichtige Angehörige über den Todesfall zu informieren, wobei ich meine Rolle als trauernde Witwe verhältnismäßig gut spielte. Ich hatte jedenfalls nicht das Gefühl, dass mir irgendjemand meine Geschichte nicht abkaufte.
Alle zeigten sich erschüttert von dem Vorfall und keiner konnte so recht glauben, dass ein so junger Mann einfach so tot umfiel.
„Der viele Stress…“, sagten jedoch auch die Meisten, woraufhin ich immer traurig erwiderte, dass ich ihn immer wieder gebeten hatte, doch etwas kürzer zu treten.

Während all dieser Gespräche galten meine Gedanken allerdings weniger meinem verstorbenen Ehemann und mehr meinem heißblütigen Liebhaber, den ich sehnsüchtig erwartete. Natürlich würde es noch ein paar Stunden dauern, bis er endlich bei mir sein würde, aber ich konnte es kaum erwarten. Endlich hatte all die Warterei ein Ende und ich konnte mein Happy End mit ihm haben!
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