Sexy Crimes, Band 2: Der beste Freund meines Sohnes

von StoryFan
GeschichteRomanze, Thriller / P18
25.05.2019
24.09.2019
40
48.314
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26.05.2019 1.238
 
„Entschuldigen Sie die Störung, Frau Topas, aber der Postbote benötigt eine Unterschrift von Ihnen!“, sprach mich Tom, unser Gärtner, an.
Ich seufzte und erhob mich aus dem Liegestuhl, um zum Eingang des Hauses zu gehen, wo der Briefträger bereits auf mich wartete. Ich lächelte ihn kurz an, ehe ich ihm die gewünschte Unterschrift gab und das Päckchen entgegennahm.
Voller Vorfreude trug ich es in die Küche, wo ich es öffnete und das rot glänzende Paar Designer-Schuhe hervorholte. Fast eine ganze Woche hatte ich auf sie gewartet und nun endlich waren sie da! In zwei Wochen würde ich meinen vierzigsten Geburtstag feiern und auch wenn mir allein der Gedanke daran Unbehagen bereitete, so wollte ich doch wenigstens so gut wie möglich aussehen, wenn ich das nächste Jahrzehnt beschritt.

Ich schlüpfte in die Schuhe, die wie angegossen passten, und betrachtete kritisch meine Beine. Für mein Alter hatte ich noch immer eine gute Figur, was aber auch daran lag, dass ich eine strenge Diät einhielt und zudem einen Personal Trainer hatte, der mich fünfmal die Woche forderte. Natürlich saß dennoch nicht mehr alles so straff wie vor zwanzig Jahren, aber im Großen und Ganzen war ich zufrieden mit meinem Körper.
Nachdem ich die Schuhe wieder ausgezogen hatte, verstaute ich sie vorsichtig in dem Karton und trug ihn in meinen Umkleideraum, in dem sich schon zahlreiche Schuhe befanden. Diese aber packte ich nicht aus, weil ich nicht wollte, dass sie vor ihrem großen Einsatz irgendeinen Schaden nahmen.
Als ich die Tür zu dem Zimmer geschlossen hatte, verriet mir ein Blick auf die Uhr, dass es bereits früher Abend war – vielleicht also eine gute Gelegenheit, um mit Andreas zu sprechen. Er arbeitete zwar bestimmt noch ein paar Stunden, aber um diese Zeit machte er meistens eine kleine Kaffeepause.

Also ging ich in den Ostflügel unserer Villa, der meinem Mann als Büro diente, und betrat ohne anzuklopfen das Zimmer von Sina, seiner Sekretärin.
„Frau Topas, wie kann ich Ihnen helfen?“, fragte sie. Ich wusste, dass sie mich nicht besonders mochte, und diese Abneigung beruhte auf Gegenseitigkeit. Sie war mir schon immer ein Dorn im Auge gewesen – natürlich hatte mein Mann sich eine junge und hübsche Sekretärin aussuchen müssen, angeblich, um seinen Kunden ein angenehmes Erscheinungsbild zu vermitteln.
„Ich möchte mit meinem Mann sprechen.“, erklärte ich. Ich hasste es, dass ich erst eine fremde Frau um Erlaubnis dafür bitten musste, aber wenn ich das nicht tat, würde Andreas wütend werden und das wollte ich lieber nicht riskieren.
„Das geht jetzt nicht. Er hat eine wichtige Besprechung.“, sagte sie und ich glaubte, so etwas wie eine Spur Triumph in ihren Augen blitzen zu sehen, aber das war so schnell vorbei, dass ich mir nicht sicher war, ob ich es mir nicht vielleicht doch nur eingebildet hatte.
„Und wann ist diese Besprechung vorbei?“, wollte ich wissen.
„Das kann ich nicht sagen.“, meinte sie gleichgültig. „Aber ich kann ihm gerne ausrichten, dass Sie hier waren.“.
„Vielen Dank.“, ließ ich verlauten und verließ ihren Raum wieder.

Tatsächlich dauerte es geschlagene zwei Stunden, ehe mein Mann sich blicken ließ. Ich hatte mit dem Essen auf ihn gewartet, da ich nur ungern alleine aß, auch wenn es für mich nur ein bisschen Salat gab.
„Hallo, Laura.“, begrüßte er mich und wirkte gestresst. Er sah mich nicht einmal an, aber das war ich schon gewohnt.
„Guten Abend, Andreas.“, erwiderte ich. „Bist du fertig mit deiner Besprechung?“.
Er runzelte die Stirn. „Ja, aber ich habe noch einen Berg Arbeit vor mir. Ich esse nur schnell was und dann gehe ich wieder ins Büro.“.
Auf seinen Wink hin brachte Joana, unser Hausmädchen, das Essen und servierte es uns. Andreas nahm mir gegenüber Platz und zückte sein Handy, um einige Nachrichten zu checken.
„Jonas hat heute angerufen.“, sagte ich, weil ich wusste, dass ich keine Chance hatte, ihm etwas zu erzählen, wenn ich nicht einfach damit anfing.
„Wer?“, fragte er abwesend.
„Jonas, unser Sohn.“, erklärte ich.
„Ach ja. Was wollte er?“, murmelte er und tippte auf seinem Handy herum.
„Er wollte nur mitteilen, dass er am Wochenende zu uns kommt und über den Sommer hier bleibt. Und er nimmt einen seiner Freunde mit.“, erzählte ich.
„Umso besser. Dann wird ihm wenigstens nicht langweilig, denn ich kann unmöglich meine Arbeit vernachlässigen, nur weil er da ist.“, sagte mein Mann und damit war das Thema für ihn offensichtlich erledigt.

Ich war ein wenig verwundert, dass er keinen Stress gemacht hatte, dass Jonas einen seiner Freunde bei uns einquartieren wollte, denn normalerweise war ihm sowas gar nicht recht, aber vermutlich hatte Jonas Recht – es interessierte ihn nicht, solange er keinen finanziellen Vorteil daraus schöpfen konnte.
Den Rest des Essens brachten wir schweigend über die Bühne, und danach verzog sich Andreas wieder in sein Büro, während ich mir eine Flasche Rotwein bringen ließ und mich in unser Schlafzimmer zurückzog. Getrennte Schlafzimmer waren nicht nötig, denn Andreas ging sowieso immer erst spätnachts ins Bett, wenn ich schon lange schlief. Ich konnte mich schon gar nicht mehr daran erinnern, wann ich das letzte Mal abends mit ihm im Bett gesprochen hatte, und der letzte Sex war noch sehr viel länger her.
Natürlich war ich frustriert darüber, dass mein Mann sich so gar nicht mehr für mich interessierte, andererseits sagte ich mir auch immer wieder, dass ich mich nicht beschweren sollte. Wie viele Frauen gab es, denen es lieber gewesen wäre, von ihrem Mann in Ruhe gelassen zu werden?
Früher war Andreas nicht so gewesen. Wir waren jetzt seit 22 Jahren zusammen und in unserer Jugend hatten wir die Finger kaum voneinander lassen können. Wir hatten früh geheiratet und auch relativ bald Jonas bekommen, und dann hatte seine Veränderung langsam begonnen. Sein Geschäft war immer erfolgreicher geworden und je mehr er gearbeitet hatte, desto weniger Zeit hatte er für mich gehabt. Zuerst hatte ich mir noch eingeredet, dass das nur in der Anfangszeit so sein würde, bis alles lief, aber es hatte sich nicht gebessert, ganz im Gegenteil. Er hatte fast keine Zeit für mich gehabt und Jonas war praktisch ohne Vater aufgewachsen, ehe er ihn schließlich auf das Internat geschickt hatte. Ab diesem Zeitpunkt hatte ich meinen Mann wirklich kaum noch zu Gesicht bekommen, er hatte sich nur noch in seiner Arbeit vergraben.

Aber abgesehen davon fehlte es mir an nichts. Ich konnte mir alles kaufen, was ich wollte, ich hatte Angestellte, die sich um alles kümmerten – kurzum: Ich führte ein sorgenfreies Leben. Und wenn der Preis, den ich dafür zahlen musste, war, dass ich kaum noch Aufmerksamkeit von meinem Mann bekam, dann war das eben so. Nichts im Leben gab es umsonst, das hatte ich als mittleres von fünf Kindern sehr früh lernen müssen.

Ich nahm einen großen Schluck vom Rotwein und ließ ihn einen Moment in meinem Gaumen, ehe ich ihn hinunterschluckte. Jetzt freute ich mich auf jeden Fall auf den Besuch meines Sohnes, dann war ich wenigstens nicht mehr ganz alleine hier. Auch wenn er bestimmt nicht so viel Zeit für mich hatte, da er ja Can dabei hatte, aber so wirklich verübeln konnte ich ihm das auch nicht. Wir hatten uns seit fünf Jahren kaum noch gesehen, weil er auch in den Ferien meistens im Internat geblieben war, und darunter hatte unsere Beziehung sehr gelitten. In seiner Kindheit waren wir sehr innig miteinander gewesen, aber jetzt war alles anders.
Es war nur verständlich, dass er einen seiner Freunde dabei haben wollte, um sich nicht so einsam zu fühlen, wie ich es jeden Tag tat.
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