Sexy Crimes, Band 2: Der beste Freund meines Sohnes

von StoryFan
GeschichteRomanze, Thriller / P18
25.05.2019
24.09.2019
40
48163
27
Alle Kapitel
205 Reviews
Dieses Kapitel
6 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
Hey,
schön, dass ihr hierher gefunden habt. Dies ist der zweite Teil meiner "Sexy Crimes"-Reihe! :-)
Hier der Link zum ersten Teil: https://www.fanfiktion.de/s/5c0c783c00022ce82360c230/1/Sexy-Crimes-Band-1-Der-Polizist
Dies ist die erste Story, in der mein Hauptcharakter schon etwas älter ist, was ich durchaus spannend finde. Ich hoffe, euch gefällt die Idee und auch meine Umsetzung und ihr lest und reviewt diese Geschichte genauso fleißig wie den ersten Teil! :-)
Lg
_______________________________________________________________________________________________________________________________________________________________
Das Klingeln meines Handys riss mich aus meinem Schönheitsschlaf, den ich gerade in der warmen Sommersonne genossen hatte.
Ich richtete mich leicht auf meinem Liegestuhl auf und sah mich um. Außer mir war niemand im Garten, der große Pool zu meiner rechten Seite war ebenfalls leer. Auf meiner linken Seite befand sich der kleine Tisch mit meinem Cocktail darauf, der noch halbvoll war – genau so wie zu dem Zeitpunkt, als ich eingeschlafen war.
Ich strich mir eine Strähne meiner langen blonden Haare zurück, ehe ich nach dem Handy griff, das ebenfalls auf dem Tisch neben mir lag.
Ein Blick auf das Display zeigte mir, dass es mein Sohn Jonas war, der mich anrief. Ich lächelte leicht, denn es war lange her, dass ich zuletzt mit ihm gesprochen hatte.

„Hallo?“, sagte ich in mein Mobiltelefon. „Jonas, bist du das?“.
„Hallo, Mama.“, meldete sich seine Stimme, die einerseits vertraut, andererseits aber auch fremd klang.
„Wie schön, von dir zu hören!“, meinte ich ehrlich. „Wie geht es dir?“.
„Ganz gut, vielen Dank.“, erklärte er eher höflich und distanziert. „Wie du vielleicht weißt, haben wir heute die Abi-Ergebnisse bekommen.“.
In Gedanken schalt ich mich selbst, denn daran hatte ich gar nicht mehr gedacht. Jonas ging schon auf dieses Elite-Internat, seit er 13 war, also seit ziemlich genau fünf Jahren, und vor zwei Wochen hatte er seine Abitur-Prüfungen gehabt. Er hatte sich danach nur kurz gemeldet, um zu sagen, dass er ein gutes Gefühl hatte, aber ich hatte wirklich nicht mehr daran gedacht, dass er die Ergebnisse heute bekommen würde.
„Und, wie ist es ausgefallen?“, wollte ich wissen.
Für einen kurzen Moment war es still in der Leitung, dann meinte er: „Ich habe bestanden. 1,4.“.
„Oh, das ist super!“, freute ich mich, doch die Stille am anderen Ende der Leitung ließ mich verstummen.
„Papa wird das nicht so sehen.“, meinte Jonas und klang etwas niedergeschlagen.
„Keine Sorge, ich rede mit ihm.“, versuchte ich ihn zu beruhigen, doch er hatte nur ein leichtes Schnauben für mich übrig.
„Er hat mich doch nicht auf das teuerste Internat abgeschoben, damit ich am Ende nur einen Notendurchschnitt von 1,4 habe.“, sagte er verbittert.
„Er hat dich nicht abgeschoben…“, warf ich ein, aber auch nur, weil ich mich irgendwie dazu verpflichtet fühlte. Denn im Prinzip hatte Jonas Recht: Andreas, mein Mann, war der Meinung gewesen, dass es das Beste für unseren Sohn sei, wenn er das beste und teuerste Internat besuchen würde, um einen optimalen Abschluss zu erhalten. Dass er selbst sich dann voll und ganz auf seine Arbeit konzentrieren konnte, ohne einen Teenager um sich zu haben, war vermutlich eher der wahre Grund dafür gewesen, dass Jonas eine Schule am anderen Ende von Deutschland besucht hatte. Und ich wusste, dass mein Sohn es mir übel nahm, dass ich es zugelassen hatte. Ich selbst machte mir ab und zu Vorwürfe deswegen, aber ich redete mir dann immer ein, dass es das Beste für Jonas‘ Zukunft war und dass er mir am Ende dankbar dafür sein würde. Nicht jeder hatte so eine Chance erhalten und nun standen ihm alle Türen offen.

„Jetzt, wo du die Schule beendet hast, kannst du ja endlich wieder nach Hause kommen und den Sommer bei uns verbringen, bevor du zum Studieren gehst!“, wechselte ich schnell das Thema auf etwas Angenehmeres.
„Genau darüber wollte ich mit dir sprechen.“, meinte er und klang immer noch ein wenig reserviert.
„Sag nicht, dass du schon was anderes vorhast!“, rief ich und nahm einen Schluck von meinem Cocktail, um mich zu beruhigen.
„Nein, keine Sorge, ich komme schon nach Hause. Ich wollte nur fragen, ob es möglich ist, dass ich jemanden mitbringe, der den Sommer auch bei uns verbringt. Die Villa ist ja groß genug.“.
„Hast du etwa eine Freundin, die du uns vorstellen möchtest?“, fragte ich überrascht, denn bisher hatte er nie etwas von einem Mädchen hören lassen, auch wenn mich das nicht wunderte. Seit er nicht mehr hier lebte, war unsere Beziehung zueinander ziemlich distanziert geworden und mit Sicherheit war ich nicht die erste Person, der er von seiner Freundin erzählen würde.
„Äh, nein. Darum geht es nicht.“, widersprach er. „Ich würde gerne meinen besten Freund mitnehmen. Can, falls du dich noch an ihn erinnern kannst…“.

Und wie ich mich an ihn erinnern konnte! Can war seit der Grundschule mit Jonas in einer Klasse gewesen und sehr zu meinem Leidwesen hatten sich die beiden vom ersten Tag an blendend miteinander verstanden, was mir schon immer ein Dorn im Auge gewesen war. Das lag gar nicht so sehr daran, dass Cans Eltern aus der Türkei kamen, denn wenigstens er war in Deutschland geboren, aber er war immer ein schlechter Einfluss auf meinen Sohn gewesen. Can war immer wild und ungestüm gewesen, ein temperamentvoller Südländer eben, und ich hatte es nie gerne gesehen, dass die beiden Zeit miteinander verbracht hatten. Wie er es geschafft hatte, ein Stipendium an dem gleichen Internat zu erhalten, auf das wir auch Jonas geschickt hatten, war mir ein Rätsel.

„Ich nehme an, du kannst dich erinnern.“, stellte Jonas fest.
„Jonas, Schatz, das soll jetzt nicht falsch klingen, aber muss das wirklich sein? Wir haben dich so lange nicht mehr gesehen und es wäre schön, dich ganz für uns zu haben, ohne dass noch jemand dabei ist…“, sagte ich vorsichtig, da ich ihn nicht verärgern wollte.
„Ja, das muss sein.“, entgegnete Jonas überraschend stur. „Wenn er nicht kommen darf, komme ich auch nicht! Irgendjemanden brauche ich doch, mit dem ich tatsächlich reden kann, wenn ich schon acht Wochen bei euch verbringen soll!“.
Seine deutlichen Worte trafen mich hart, aber meine Stimme zeigte keinerlei Regung, als ich sagte: „Na gut. Er kann in einem der Gästezimmer schlafen. Ich werde es deinem Vater beibringen, aber begeistert wird auch er nicht sein.“.
„Es wird ihn gar nicht interessieren, weil es ihm kein Geld bringt. Alles, was sich nicht finanziell für ihn lohnt, interessiert ihn nicht.“, meinte Jonas hart und ich konnte ihm nicht einmal widersprechen, denn irgendwie hatte er ja auch Recht damit.
„Wann kommt ihr?“, wollte ich wissen.
„Am Wochenende.“, erklärte mein Sohn. „Wir sind am Samstag da.“.
„Sollen wir jemanden schicken, der euch am Bahnhof abholt?“, wollte ich wissen.
„Nicht nötig. Papa hat mir doch zum 18. Geburtstag einen Porsche geschenkt, den will ich jetzt endlich mal auf einer Langstrecke ausprobieren.“, sagte er. „Mach’s gut, Mama.“.
Noch ehe ich etwas sagen konnte, hatte er schon aufgelegt.

Bedächtig legte ich das Handy wieder zurück auf den Tisch und nahm noch einen großen Schluck von meinem Cocktail. Heute war Donnerstag, was bedeutete, dass Jonas und Can schon in zwei Tagen hier sein würden. Ich musste also dringend mit Andreas darüber sprechen, damit er nicht vom Besuch der beiden überrascht wurde. Aber um diese Zeit saß er sowieso in seinem Heimbüro und hatte keine Zeit für mich oder sonst jemanden, also konnte ich getrost noch ein wenig die Sonne genießen.
Review schreiben