Auf Revolution folgt Katastrophe

von Choco-Bo
GeschichteAbenteuer, Sci-Fi / P12
Hank Anderson RK800-51-59 Connor
24.05.2019
31.08.2019
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VORAB: Diese Geschichte spielt nach den Ereignissen des Spiels. Ich gehe hierbei vom Ending aus, in dem alle Charaktere überlebt haben und die Revolution friedlich ablief. Zudem wurde zwischen den Charaktern die bestmögliche Beziehung erreicht, speziell zwischen Markus und North sowie Connor und Hank. Es wird vorrangig um Hank und Connor gehen, Nebencharaktere sind Markus, North, Kamski, sowie Hanks Kollegen. Auch werden OC`s eine Nebenrolle spielen. Die Fanfiction ist ein vermutlich einmaliges Projekt von mir, je nachdem wie es ankommt, bleibt es bei dieser. Viel Spaß :)

Kapitel 1: Nach der Revolution

„Hank! Beweg deinen Arsch hier rüber! Wir brauchen Hilfe beim Wegräumen dieses Schrotthaufens!“
Hank seufzte. Nicht einen Moment wurde man in Ruhe gelassen, nicht mal, um zu pinkeln oder was zu trinken. Notgedrungen bewegte er sich in Richtung der nervtötenden Stimme, die seinem Arbeitskollegen Gavin Reed gehörte. Der Schrotthaufen entpuppte sich als eine Ansammlung toter Androiden, die wenige Tage zuvor hier niedergeschossen worden waren. Erneut seufzte Hank und machte sich daran, die leblosen Körper von der Straße zum Sammelplatz zu schaffen. Gott sei Dank hatte er in seiner Polizeikarriere genug gesehen und erlebt, um das Bild einfach beisete schieben zu können. „Ich bin zu alt für den Scheiß“, dachte er. „Und zu nüchtern auch.“
Seit den prägenden Ereignissen in Detroit war eine Woche vergangen. Die Androiden hatten ihr Ziel von Freiheit erreicht und der Widerstand wurde friedlich aufgelöst. Doch es blieb keine Zeit zum Feiern. Es gab zahlreiche Tote und noch mehr Verletzte, die Straßen waren teilweise versperrt von kaputten Autos und den Trümmern zerstörter Objekte.
Sowohl das Militär, als auch die Polizei, sowie die Androiden halfen beim Aufräumen. Es galt, so schnell wie Möglich die Normalität wiederherzustellen und die Androiden möglichst schnell neu zu integrieren.
Auch er, Hank Anderson, Lieutenant vom Detroit Police Department, wurde von Aufräumarbeiten nicht verschont. Tagelang war er damit beschäftigt, Schutt beiseite zu räumen, Verletzte aufzulesen und Tote zu beseitigen. In den letzten Tagen hatte er eine große Wandlung durchlebt. Er hatte so viel gesehen und erlebt, dass es sein bisheriges Bild von der Welt und vor allem von Androiden komplett auf den Kopf gestellt hatte. Nicht zuletzt lag das an einem ganz speziellen Androiden, mit dem Hank zwangsweise zusammengearbeitet hatte. Connor. Hank fragte sich, wie es ihm wohl ging und ob er wohlauf war. Seit dem Treffen mit seinem Zwilling und ihm im Cyberlife Tower hatte er ihn nicht mehr gesehen, obwohl er ständig Ausschau nach ihm gehalten hatte. Hank seufzte. Er machte sich viel zu viele Sorgen um Connor. Er war ein Android, erfrieren oder verhungern würde er nicht und jetzt, da die rauesten Zeiten vorbei waren, erschien es ziemlich unwahrscheinlich, dass er beschädigt wurde.
Ein Blick auf die Uhr verriet Hank, dass es 11:47 Uhr war. Seit dem Morgen war er unterwegs gewesen und hatte bei den letzten Aufräumarbeiten geholfen, wie ein Wahnsinniger, was ziemlich untypisch für ihn war. Insgeheim, weil er hoffte, so Connor früher oder später über den Weg zu laufen.
Jetzt hatte Hank Pause und stand vor seinem Lieblingsimbiss, doch der war zu. „Eigentlich kein Wunder bei der Aufregung in letzter Zeit.“, dachte er resigniert. Er wollte schon umdrehen, als er aus der Ferne eine Bewegung registrierte. Jemand kam in seine Richtung gelaufen. Er wartete ab und als die Person nahe genug war, erkannte er, um wen es sich handelte. Hank lächelte. Es ging ihm also wirklich gut. Seine Sorge war unbegründet gewesen. Connor blieb stehen und lächelte ebenfalls, auch wenn es aussah, als würde er Hank`s Art zu lächeln einfach imitieren, einen Mundwinkel nach oben ziehen. Das war typisch für seinen Partner. Seinen Freund. Connor, das begann Hank zu realisieren, war mehr als nur eine Maschine. Im Grunde genommen war er ein Mensch mit einem maschinellen Körper. Ein lebendes Wesen mit Emotionen und der Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen. Hank überwand die letzten Schritte Entfernung zwischen Ihnen und zog Connor in eine Umarmung, welcher diese nach kurzem Zögern erwiderte. Nach einigen Sekunden löste er sich und brachte eine Armlänge Abstand zwischen sie, um den Androiden eingehender zu betrachten. „Gut zu sehen, dass du wohlauf bist.“, sagte er. „Wie ist die Lage bei euch?“
„Chaotisch.“, erwiderte Connor. „Die Revolution war erfolgreich, aber viele Androiden sind immer noch unzufrieden. Sie wissen nicht, was sie jetzt tun sollen. Einige fangen deshalb an, zu stehlen und Dinge zu beschädigen. Wieder Andere glauben nicht an das, was die Regierung uns verspricht oder denken, wir sollten über den Menschen stehen und bilden Untergruppen, die sich versteckt halten. Aber das wird nicht so bleiben.“
Hank seufzte. Die Gerüchte stimmten also. Unter den Androiden gab es Unruhen, noch bevor die Integration begonnen hatte. Zu allem Überfluss war Markus seit seiner Ansprache wie vom Erdboden verschluckt, derjenige, der vielleicht etwas Ordnung in das Chaos hätte bringen können.
„Einige fangen schon an, wieder in Ihren festn Jobs zu arbeiten.“, erzählte Connor weiter. „Doch in Zukunft wollen sie sich dafür bezahlen lassen. Die Meisten wollen weg aus Detroit oder sich in neue Richtungen entwickeln.“
Hank nickte. „Verstehe... was wirst du nun tun, Connor?“, stellte er die Frage, die ihm schon die ganze Zeit auf der Zunge lag.
Die Frage schien Connor unvorbereitet zu treffen, so berechtigt sie auch war. Er blinzelte und schien zu zögern. Mehrmals setzte er an, bevor er schließlich eine Antwort zusammenbrachte. „Ich... ich weiß es nicht... Ich habe keine Mission mehr... aber Cyberlife wird mich nicht zurückfordern und abschalten. Ich habe noch nicht darüber nachgedacht, welches Ziel ich als Nächstes verfolge.“
„Gibt es nichts, was du tun möchtest, was dir Spaß macht?“
Diesmal war Connor an der Reihe, Hank zu überraschen. „Die Zusammenarbeit mit Ihnen hat mir Spaß gemacht, Lieutenant. Neben meiner Jagd auf Abweichler ist das die einzige Erfahrung, die ich gemacht habe. Gern wäre ich ein wenig länger Ihr Partner geblieben.“
Hank sah ihn überrascht an, dann zog er eine ärgerliche Miene, um seine Unsicherheit zu überspielen. „Verdammt, Connor, sag das nicht einfach so!“
„Wieso nicht, Lieutenant?“ Connor wirkte verwirrt.
„Weil... weil halt! Weil ich es sage!“ Hank seufzte und kratzte sich am Hinterkopf. „Tja, ich schätze, irgendwas musst du tun. Und du bist ein fähiger Cop, das muss man dir lassen. Ein Android im Team würde ein gutes Bild auf uns werfen... und die Handhabung mit anderen Androiden einfacher gestalten. Weißt du was, wenn du nichts Besseres zu tun hast, komm doch morgen mal im Revier vorbei. Dann können wir Captain Fowler fragen, was er davon hält.“ Er wusste selbst nicht genau, weshalb er Connor`s Bemerkung aufgriff. Womöglich, weil er den Androiden tatsächlich mochte und die Arbeit mit ihm wirklich genossen hatte. Doch das Ganze war vielleicht ein wenig übereilt. Hatten überhaupt schon irgendwelche Androiden feste Jobs? Er sollte Connor keine falschen Hoffnungen machen. „Das wird auf jeden Fall hinhauen.“
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