Meine dreieckige Beziehung

GeschichteRomanze, Freundschaft / P16 Slash
OC (Own Character) Semi Eita Shirabu Kenjirou
23.05.2019
18.09.2019
7
13821
2
Alle Kapitel
3 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
(VN) = weiblicher Vornamen
(NN) = Nachname, ist aber in der Story nicht euer wahrer Nachname, sondern nur zur Tarnung
(VN, m) = männliche Version des Vornamens


Kapitel 1: Anfänger

- Zweite Sporthalle von Shiratorizawa. Nachmittags. -

Semi‘s Sicht:
Warum muss ausgerechnet ich das machen? Wären nicht Yamagata oder Ohira genauso gut dafür geeignet? Nur weil ich Ersatzspieler bin und kein Stammspieler, bin ich also entbehrlich. Das stinkt mir und zwar gewaltig.
Wobei einen Vorteil hatte es. Ich konnte meine Zeit mit Shirabu verbringen, denn ihn hatten sie ebenfalls zur meiner Hilfe abkommandiert. Und er sah genauso begeistert aus wie ich.

Fünf Schüler des neuen Schuljahres standen vor uns. Fünf Spieler, welche die neuen Mitglieder unseres Volleyballverein werden wollten und ich sollte die Streu von dem Weizen trennen.
Der eine von ihnen brauchte sich eigentlich gar keine Hoffnungen zu machen. Er war weder besonders groß noch besonders kräftig.
Ich schnaubte genervt aus.
Allerdings war Shirabu auch nicht besonders groß oder kräftig, dafür aber umso süßer. Wir tauschten zweifelnde Blicke aus.
Ich ergriff die Initiative, da er keine Anstalten machte: „Mein Name ist Eita Semi und das ist Kenjiro Shirabu.“ Am liebsten hätte ich den Namen noch tausendmal mehr ausgesprochen. „Wir sind heute eure Prüfer, ob ihr geeignet seid für das Team.“
Mein Teamkamerad trat ein Schritt vor und löste mich ab: „Aber zuerst einmal, stellt ihr euch vor.“

Ein schwarzhaariger, leicht chinesisch oder koreanisch wirkender Typ mit Topfschnitt begann:
„Ich bin Tsutomu Goshiki und möchte das neue Ass werden!“, brüllte er heraus. Naja, Selbstbewusstsein hatte er schon mal.
Der anderen Drei stellten sich weniger engagiert und selbstbewusst vor. Sie schienen auch keine wirklich Lust zu haben Volleyball zu spielen, sondern es reichte ihnen einen Club zu besuchen.
Zuletzt trat der Zwerg vor. Dunkelbraunes mittellanges Haar und grüne Augen. Ich musste zugeben, die Farbe seiner Augen gefiel mir. Sie erinnerten mich an die Undurchdringlichkeit des Waldes.
„Mein Name ist (VN,m) (NN).“ Seine Stimme war ungewöhnlich hoch für einen Jungen. „Und ich würde gern Mittelblocker werden.“
Mir entwich ein Lachen. „Du Mittelblocker? Wie groß bist du 1.50m?“
„Ich bin 1.62m, du Idiot!“, fauchte er mich an.
„Woah, ganz ruhig, Knirbs. Ich krieg noch Angst.“ Wofür ich mir einen weiteren bösen Blick einfing.
„Das reicht jetzt!“ Shirabu stellte sich mit ausgestreckten Armen zwischen uns beide.

Shirabu‘s Sicht:
Dieser Kinderkram geht mir so auf die Nerven. Wieso müssen die jetzt noch anfangen sich zu streiten? Ich seufzte. Kein Wunder, dass sie dies Semi nicht allein machen lassen wollten.
„Wir testen als erstes eure Fähigkeiten. Teilt euch zwischen mir und Semi auf. Jeder übernimmt eine Hälfte des Feldes.“

Reader‘s Sicht:
Endlich ist es soweit. Ich kann in dem Team von Shirabu mitspielen. Mit ihm zusammen über das Feld jagen. Ihn unterstützen und von ihm unterstützt werden.
Ich stellte mich zu ihm ans Netz. Natürlich wollte ich bei ihm meinen Aufnahmetest bestehen.
„Auf ein gutes Zusammenspiel.“, sagte ich, „Ich freue mich in deinem Team zu sein.“ Voller Freude strahlte ich ihn an.
Endlich. Endlich war es so weit.

Shirabu‘s Sicht:
Er ist kleiner als ich, aber seine Augen strahlen so voller Energie, das selbst ich Angst bekomme. Dieses Grün ist wirklich unglaublich und dieses Leuchten. Sie erinnern mich an die Stille des Waldes.
Moment mal, warum schlägt mein Herz auf einmal schneller? Ist das Angst? Das muss Angst sein… Verdammt, das ist ein Kerl!
Ich wisch einen Schritt zurück.
„Ähm… ja… auf gute Zusammenarbeit!“, stotterte ich. Der macht mich irgendwie total nervös. Was soll das?
Plötzlich griff jemand nach seinem schmalen Handgelenk. Semi!

Semi‘s Sicht:
Was soll der Mist? Wieso ist Shirabu so rot im Gesicht und stottert? Kleiner, du läufst mir nicht den Rang bei ihm ab.
Schnell griff ich nach seinem Arm. Sein Handgelenk war total schmal, ich hatte fast die Befürchtung es zu zerbrechen, wenn ich zu fest zudrücke.
„Knirps, du spielst in meinem Team!“, sagte ich und zog ihn zu meinem Teil des Spielfeldes.
„Was? Nein, wieso?“ Er wehrte sich heftig. Hatte er mich gerade gekratzt? Doch ich war stärker, so dass er irgendwann hilflos nachgab.

Reader‘s Sicht:
„Was soll das, du Vollidiot?“ Ich versuchte mich aus seinem Griff zu befreien. Aber keine Chance, die Kraft des Grauhaarigen war zu groß.
Wir blieben vor seinem Teil des Netzes stehen. Wütend funkelte ich ihn an, was er in gleicher Intensität erwiderte.
„Ich will in Shirabu‘s Team!“, nörgelte ich.
„Sein Team ist voll, du kommst in meines.“, antwortete Semi.
Ich öffnete den Mund, um zu widersprechen, doch er legte seinen Hand auf meinen Kopf und drückte ihn nach unten.
„Ich bin verantwortlich für euch, Anfänger. Also keine Widerrede.“
Mit zu Boden gedrückten Blick fluchte ich, wofür er mich grob am weißen Trainings-T-shirt packte und zum Netz zerrte.
An den Rest seines Teams gewandt, sagte er: „Geht bitte alle zu Shirabu. Ich muss dem Zwerg mal Manieren beibringen.“ Die anderen Erstklässler gehorchten natürlich.

„So, Mister zukünftiger Mittelblocker, ich werd dir jetzt zuspielen und du schlägst den Ball so hart wie möglich übers Netz.“
Ich schnaubte überheblich. Das gehörte noch zu den leichtesten Tätigkeiten.
Ich ging ein paar Schritte vom Netz weg. Diesem Idioten würde ich es beweisen.
Er nahm den Ball und warf ihn hoch. Ich rannte los, während der Ball auf seinen Händen landete und er ihn hochspielte. Der Drecksack spielte ihn zu hoch. Na warte…
Mit aller Kraft drückte ich mich vom Boden ab. Meine Größe und geringes Gewicht machte es mir leichter höher zu springen.
Ich erreichte den Ball. Zwar nur knapp, aber trotzdem noch gut genug, um ihn mit aller Kraft über das Netz zu schlagen. Er prallte auf der anderen Seite auf und rollte davon.
Der Grauhaarige pfiff. „Guter Sprung, Knirps. Du hast ja doch was drauf.“
„Ich heiße (NN)!“, berichtige ich. Meinen Vornamen ließ ich ihn nicht als Möglichkeit.
„Knirps reicht fürs erste.“ Er nahm den nächsten Ball und stellte sich wieder zum Zuspiel hin. Nochmal? Wie oft sollte ich es ihm noch beweisen?
Jeder Ball, den er von nun an zuspielte, hatte eine andere Schwierigkeitsstufe. Zu weit links. Zu weit rechts. Zu nah am Netz. Zu weit vom Netz. Jedoch ich erwischte jeden.
Beim letzten Ball aber verschätzte er sich selbst. Er spielte ihn zu dicht bei sich. Ich erwischte ihn zwar und schlug ihn übers Netz, krachte aber beim Landen direkt auf ihn. Wir gingen zu Boden.
„Aua.“, jammerte ich.
„Wieso jammerst du? Ich spiel das Sitzkissen.“, fluchte die Person unter mir. Ich schaute hinab und grinste frech. Er lag die Glieder von sich gestreckt auf den Boden und blickte wütend zu mir auf. Ich dagegen saß weich auf seinem Bauch.
„Also ich sitze bequem, wie ist es bei dir da unten?“ Wenn er erwartet, das ich aufstehe, hatte er sich aber geschnitten.
„Könnte besser sein.“, stöhnte er und mühte sich auf, auf diese Weise wurde ich auf sein Schoß gedrängt. Mit den Armen nach hinten abgestützt, sprach er: „Du bist echt gut, muss ich zugeben.“
Ich drehte den Kopf arrogant weg. „Das hilft dir auch nicht weiter. Du bleibst ein Arsch in meinen Augen.“
Er lachte. „Naja, das hab ich wohl verdient.“

Semi‘s Sicht:
Das Fliegengewicht saß direkt vor auf meinen Schoß. Sein Gesicht so nah. Seine grünen Augen blitzten vor Respektlosigkeit. Mein Herz begann in einen ungewöhnlichen Geschwindigkeit zu schlagen. Eine Geschwindigkeit, die ich sonst nur bei Shirabu‘s Nähe spürte.
Er versuchte sich aufzurichten, berührte dabei meine Hand. So klein und… weich. Am liebsten hätte ich nach ihr gegriffen und sie festgehalten.
Ich schüttelte den Kopf. Verdammt, der Sturz muss meinen Kopf erwischt haben. Ich will doch nur Shirabu. Er war der einzige für mich!
Ich sprang auf und warf ihn zu Boden. Empört musterte er mich.
„Eines sag ich dir, ich werde nicht gegen dich verlieren! Shirabu gehört mir!“
Review schreiben