Highway to war

GeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P16
Collins Farrier Fortis Leader
23.05.2019
03.10.2019
10
8539
3
Alle Kapitel
20 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
Disclaimer: Ich kenne keinen der vorkommenden Prominenten persönlich, habe keinerlei Rechte an ihnen oder an sonst irgendwas, das mit ihnen zusammenhängt, und selbstverständlich verdiene ich mit dieser Geschichte kein Geld. Was es hier zu lesen gibt, ist Fiktion und basiert demzufolge auch nicht auf irgendwelchen realen Ereignissen.

English Version: I do not own anyone, this is purely fictional. If you got here by googling yourself please I urge you go back now!

A/N: Dies ist ein Beitrag zum Projekt Intimitäten
Es geht hierbei darum, die unschuldige Art der Intimität darzustellen. Für dieses Fandom ist das, wenn man die gesellschaftliche Homophobie und die Tatsache, dass Homosexualität zur damaligen Zeit noch unter Strafe stand, bedenkt, nicht ganz so einfach umzusetzen. Nichtsdestotrotz musste ich es unbedingt ausprobieren und hoffe, dass es nicht völlig missglückt ist. Um die Geschichte nicht völlig daneben und die Charaktere zu out of character werden zu lassen, habe ich ein paar Punkte auf der Liste den vorherrschenden Gegebenheiten angepasst. Die Änderungen stehen in eckigen Klammern. Von mir hinzugefügte, zusätzliche Punkte stehen kursiv hervorgehoben am Ende der Liste und es ist kein Punkt doppelt vorhanden, auch wenn das auf den ersten flüchtigen Blick so wirken könnte, aber sorgfältiges Lesen dürfte das von selbst aufklären.
Unter Berücksichtigung der historischen Gegebenheiten und des militärischen Kontextes gehe ich ferner davon aus, dass hier auch Dinge als Intimität – insbesondere unter Männern – angesehen werden, die für uns heute einen ganz anderen, wenig intimen Stellenwert haben. Ich bitte, dies beim Lesen im Hinterkopf zu behalten.
Gleiches gilt für den Umstand, dass diese Geschichte, wie alle anderen auch, militärische Inkorrektheiten beinhalten kann.

Weiterhin kann dieser Projektbeitrag bei Interesse auch als Prequel zur #pneumonia-Reihe gelesen werden, muss es aber nicht und es sind auch absolut keine Kenntnisse der #pneumonia-Reihe nötig.


Ihr wisst ja, Reviews und Sternchen sind das Brot des Fanfictionautors – lasst mich bitte nicht hungern!






Die Liste
- Der eine sieht den anderen seine Kleidung tragen
- Hände haltend
- Der eine wäscht die Haare des anderen
- Der eine schläft im Schoß des anderen ein
- [Gemeinsam] in einer Kissenhöhle
- Ein Bett teilend
- Das Haar des anderen [streicheln]
- Sich einen Nachtisch teilen
- Sich an der Schulter des anderen reiben
- Zusammen [eine Zeitung] lesen
- Sich um den anderen kümmern, während er krank ist
- Dem anderen eine Wunde verbinden
- Zusammen [duschen]
- Mit den Haaren des anderen spielen
- Aus Versehen zusammen einschlafen
- Stirn- oder Wangenküsse
- Dem anderen die Krawatte binden
- Rückenkratzer
- Sich kümmern, wenn der andere über etwas [trauert]
- Langsam tanzen
- Sich gegenseitig massieren
- Den anderen stützen
- Dem anderen einen heißen Tee mitbringen
- Sich eine Zigarette teilen
- Dem anderen Klopapier reichen
- Sich einen Nachttisch teilen
- Dem anderen sein Kopfkissen geben




Highway to war



Kapitel 1

‚den anderen stützen‘


Er zitterte von Kopf bis Fuß, schaffte es kaum, aus dem Cockpit der Hurricane zu steigen, denn die Kälte hatte ihn die vollständige Kontrolle über seinen Körper einbüßen lassen. Es war Januar und der Frost hatte Land und Luft schon seit Tagen nicht losgelassen. Nichtsdestotrotz hatte man ihn versetzt, hatte ihn ins Cockpit steigen und ihn und sein Flugzeug an seinen neuen Standort nach Südengland geschickt. Es war ein langer Flug gewesen, der längste überhaupt, schätzte er. Das sich stetig verschlechternde Wetter und die immer eingeschränktere Sicht hatten ihn nicht nur gezwungen die Höhe, sondern auch die Geschwindigkeit drastisch zu reduzieren. Gegen die beißende, eisige Kälte hatte das allerdings nicht geholfen, genauso wenig wie der Umstand, dass er normalerweise niemand war, der rasch fror.
Mit steifen Gliedern stolperte er mehr von der Tragfläche als irgendetwas anderes, doch das herbeigeeilte Bodenpersonal im Scheinwerferlicht auf dem Vorfeld schien davon glücklicherweise keine nennenswerte Notiz zu nehmen. Jemand klopfte ihm auf die Schulter, brüllte ihm dann regelrecht ins Ohr, in welcher Richtung das Administrationsgebäude lag, damit er sich beim Kommandanten des Stützpunktes melden konnte. Instinktiv nickte er und wankte vorwärts, warf keinen Blick nach rechts oder links, außerhalb des erleuchteten Bereichs auf dem Vorfeld war ohnehin nicht viel mehr zu erkennen als Dunkelheit. Seinetwegen konnte der Kommandant bis morgen warten oder zumindest so lange, wie es dauerte, bis die Wärme in seinen Körper zurückgekehrt war, doch das ging nicht. Das war einfach ein Ding der Unmöglichkeit.

Kurzfristig machte sich Erleichterung breit, als er aus dem beleuchteten Bereich heraus taumelte und in die Dunkelheit eintauchte. Je weniger Leute ihn so sahen, desto besser. Es würde allein schon unangenehm genug werden, wenn die Wärme in Hände und Füße zurückkehrte, da brauchte er nicht auch noch Spott obendrauf!
Mit einer Hand zog er sich die Fliegerhaube vom Kopf und bereute es insgeheim schon in der nächsten Sekunde, als der Frostwind durch sein Haar fuhr und in die Kopfhaut biss. Es war schauderhaft und eigentlich fehlte nur noch, dass der Niederschlag in Form von großen, feuchten Schneeflocken wieder einsetzte, um es wahrlich unangenehm werden zu lassen. Steif und schlotternd zugleich stieß er schließlich die Tür zu der Baracke auf, die er für das Administrationsgebäude hielt. Abgestandene Wärme schlug ihm entgegen, gepaart mit…

„Passen Sie doch auf!“

Er zuckte zurück, schnappte nach Luft und verlor im ersten Augenblick beinahe das Gleichgewicht. Die Zeit im Cockpit war einfach zu lang und zu kalt gewesen, da half es auch nichts, zu wissen, dass so etwas vorkommen konnte, also wollte er eine rasche Entschuldigung murmeln, kam jedoch nicht dazu, als man ihn plötzlich an der Schulter packte und ins Gebäude zog. Einen Blick in graublaue Augen erhaschte er dabei.

„Sind Sie der neue Pilot Officer?“

Sein unfreiwilliges Gegenüber klang schon nicht mehr ganz so gereizt, hielt Collins stumm fest, ehe er antwortete:

„Ja, Sir.“

„Der Wing Commander hat sein Arbeitszimmer ganz hinten, also die letzte Tür auf der linken Seite“, wurde er informiert.

„Danke, Sir.“

Ohne abzuwarten stolperte er weiter vorwärts. Oh, er wollte das hier nur noch so schnell wie möglich hinter sich bringen. Es würde in den kommenden Minuten zwar bestimmt besser werden, so warm wie es hier drinnen war, aber… Instinktiv begann er, sich an der Wand abzustützen. Wenn er ausgerechnet jetzt noch stolperte und fiel, würde das…

„War wohl ’n langer Flug?“ Kaum einen Wimpernschlag verzögert fasste der andere Offizier zu, griff ihm im wahrsten Sinne des Wortes unter die Arme, sodass er die Wand als sichernde Stütze nicht mehr benötigen würde.

„Von Sumburgh bis hierher?“, erwiderte er. „Geht so.“

Der andere lachte leise, während sie weitergingen.



***
Review schreiben