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Tales of Symphonia - Im Zeichen der Sterne

von OdessaLp
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
21.05.2019
22.06.2019
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27.198
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21.05.2019 2.249
 
Es war ein lauer Sommerabend. Die ganze Gruppe traf sich bei Lloyd, um sich etwas später ein Spektakel zusammen anzusehen, welches nur für wenige Tage im Jahr zu betrachten war.
„Die Nachtlichter, so nennen es die Bewohner. Es ist ein Phänomen, was auftritt wenn sich der Sommer zu Ende neigt und sich die Welt von der Sonne abwendet, es wird einige Tage zu sehen sein. Die Sonnenstrahlen treffen in einem sehr leichten Winkel auf die Atmosphäre und die Nachtlichter werden ausgelöst“, erklärte Raine der Gruppe. Sie hatten Biergarnituren vor der Holzhütte aufgebaut und aßen gemütlich zu Abend. Die Nachtlichter würden erst gegen Mitternacht zu sehen sein.
Seit der Geschichte mit Ratatosk war nun gut ein Jahr verstrichen. Beide Völker versuchten sich langsam anzunähern.  
Die Sonne war bereits untergegangen und es wurde zusehends dunkler im Wald. So fingen sie an die Beleuchtungen anzuzünden und verteilten diese, damit der Platz vor dem Haus gut beleuchtet war.
Colette konnte jemanden durch die Dunkelheit laufen hören und es dauerte nicht lange bis die Person ins Licht trat. „Yuan? Was führt dich zu uns?“, erkundigte sich Lloyd nach dem Grund seines Besuches. „Ich wollte mir die Nachtlichter ansehen, genau wie ihr.“ Er setzte sich zu ihnen. „Hätte nicht gedacht, dass du dich dafür interessierst“, merkte Raine an. „Doch, sehr sogar. Bei den Elfen gibt es eine alte Überlieferung bezüglich der Nachtlichter. Es heißt, dass die Seelen der Verstorbenen in diesen wenigen Tagen hinüber ins Jenseits treten. Die Nachtlichter sollen die Wurzeln eines aus Mana bestehenden Baumes sein, an dessen Spitze sich Sternwarte die befindet. Aber das sind nur alte Überlieferungen.“ Die ganze Gruppe lauschte seinen Worten, das alles war einfach viel zu spannend.
Genis ergriff das Wort. „Von der Sternwarte habe ich schon mal was gehört, es ist das Jenseits, wo die Seelen leben. Ich habe das Ganze im Zusammenhang mit Sanux gehört.“ Yuan sah ihn an. „Sanux? Den Namen höre ich zum ersten Mal. Ist Sanux ein Elementargeist? Ein Centurion? Vielleicht ein allmächtiges Wesen?“ Genis schüttelte den Kopf, er konnte ihm die Frage nicht beantworten.
„Wir können uns morgen noch den Kopf darüber zerbrechen wer oder was Sanux ist. Lasst uns den Abend genießen!“, mischte sich Sheena ein und deutete auf den gedeckten Tisch hin. „Eine kleine Frage noch; an den Tagen der Nachtlichter, was machen die Elfen?“, fragte Raine Yuan. „An den Tagen wird im Dorf ein Fest gefeiert, weil sie daran glauben, dass die Seelen übertreten und sie wollen sie auf diese Weise verabschieden.“
Nachdem das geklärt war, saßen sie zusammen am Tisch und speisten alle gemeinsam zu Abend. Jeder von ihnen, abgesehen von Raine, hatte etwas zu essen oder etwas zu trinken mitgebracht. „Schmeckt sehr gut“, meinte Yuan, nachdem er sich die zweite Ladung Kartoffelsalat auf den Teller schaufelte. „Danke“, gab Regal wieder. „Interessant, dass du noch einen Geschmackssinn hast. Kratos hatte den nicht mehr“, sprach Zelos los. „Ach das, hm… ich habe ein Serum entwickelt, das mich wieder schmecken lässt“, erklärte er knapp.
All das wurde schnell nebensächlich, da Presea die Gruppe auf den Himmel aufmerksam machte. Die Nachtlichter setzten ein und verwandelten den Sternenhimmel in ein prachtvolles Farbenspiel. Zaghaft strichen die Lichter über den Nachthimmel, es machte den Eindruck, dass sie miteinander spielten. Eine halbe Stunde später war es für diese Nacht vorbei und so beschlossen die  Freunde den Abend hier zu beenden und machten sich auf dem Heimweg.

Für Regal Bryant begann der nächste Morgen auf seinem Anwesen mit einem frisch aufgebrühten Kaffee und der Lektüre der morgendlichen Post. Fanpost, Rechnungen und was man als Präsident noch so alles zugeschickt bekam.
Ein Spitzer Schrei drang aus der Waschküche, die  sich im Keller des Hauses befand. So schnell als möglich, rannte Regal hinunter und erreichte den Raum und ein aufgebrachtes Dienstmädchen. „Was ist passiert?“ Er sah nach ihr. Sie saß erschrocken und zu Tode geängstigt auf dem Kellerboden und deutete mit zittriger Hand auf die Mitte des Raumes. Er sah auf. Dort  schwebten Waschutensilien, sowie Kleidungsstücke und bewegten sich wie durch Geisterhand. Das machte Regal keine wirkliche Angst, er schritt in die Mitte des Raumes und sammelte das Zeug ungehindert wieder ein. Er sah zu dem Dienstmädchen. „Es ist alles okay. Das war sicher nur ein übler Streich“, konnte er sie beruhigen und verließ den Waschkeller wieder.
Oben im Wohnzimmer angekommen wandte er sich seiner Post wieder zu. Weit kam er nicht, da wurde wieder ein Schrei losgelassen. Konnte man nicht in Ruhe die Post durchgehen? Das ging ihm durch den Kopf, bis er sich im Weinkeller wiederfand. Ein weiteres Dienstmädchen wurde von herum schwebenden Gegenständen geärgert.
Er war drauf und dran einzugreifen, als er etwas sehen konnte und blieb mitten in der Bewegung stehen. Die Gegenstände wurden von kleinen Wesen zum Schweben gebracht. Er konnte die kleinen Wesen immer nur dann sehen, wenn sie am kleinen Kellerfenster vorbei flogen. Er setzte die Bewegung fort und befreite das Dienstmädchen von den Quälgeistern.
Nachdenklich verließ er den Weinkeller und begab sich in die Bibliothek. Regal stand nun vor einem der vielen Bücherregale und suchte ein ganz bestimmtes Buch. Er nahm es an sich und ließ sich damit auf einem Sessel nieder.

In Mizuho erging es Sheena derweil ähnlich. Seltsames ereignete sich im kleinen Ninja-Dorf. Hier schwebten keine kleineren Gegenstände umher, sondern hier bewegten sich die Gedenkstatuen durch die Gegend und aus dem Brunnen war unheimliches Heulen zu hören.
Sheena selbst befand sich auf einen Botengang und kam erst jetzt zurück ins Dorf und sah das Chaos. Sie rannte auf den Dorfplatz und wusste zunächst nicht, wo sie zuerst hingehen sollte. Mithilfe von Celsius konnte sie die Gedenkstatuen bewegungsunfähig machen und sah nach dem Brunnen. Auf halber Strecke jedoch, verstummte dieser plötzlich. Sheena sah  trotzdem hinein und konnte nichts außer dem Brunnenwasser entdecken.
Sie wandte sich wieder von dem Brunnen ab und begab sich in ihre Hütte. Orochi suchte sie kurz darauf auf und setzte sich an den kleinen Tisch. Sie brachte dem Gast und sich je eine Tasse und goss Tee ein. Es herrschte noch einen Moment Stille, bevor Sheena fragte: „Was ist hier passiert?“. „Das würden wir gerne selber wissen. Es fing an, kurz bevor du gekommen bist“, gab Orochi wieder. „Hinweise gibt es noch keine, oder?“. „Nein, wir suchen intensiv danach“, antwortete Orochi.

Der Tag neigte sich dem Ende zu und die Bewohner von Meltokyo machten sich bettfertig. Zelos jedoch machte sich auf den Weg nach Iselia, immerhin waren heute Abend wieder die Nachtlichter zu sehen. Hier bot sich für ihn eine ganz bizarre Situation. Nicht nur er, sondern auch andere Bewohner der Stadt konnten es sehen. Ein Menschenzug kreuzte die Hauptstraße der Stadt. Man konnte schnell erkennen, dass der Menschenzug aus Geistern bestand, die fröhlich und ausgelassen feierten. Sie schienen nicht einmal zu bemerkten, dass sie mitten in einer Stadt mit lebenden Menschen waren. Zelos sah einige Versuche der Bewohner mit den Geistern zu sprechen, doch egal was versucht wurde, für die Geister waren die Menschen der Stadt nicht existent.
Nachdem das Schauspiel vorbei ging, machte er sich  sogleich wieder auf den Weg zum Dorf von Lloyd.
Schließlich kam der Auserwählte Tethe’allas im kleinen Dorf an, nahm den kleinen Waldweg und erreichte so Lloyds Haus. Die anderen waren auch schon da. „Mensch! Wo bleibst du denn?!“, rief Sheena. Er konnte die Wut von ihr auf der Haut spüren und das jagte ihm eine Gänsehaut über den Rücken. Er schüttelte sich kurz und setzte sich dann an den Tisch.
„Vorhin ist etwas Komisches in der Stadt passiert“, fing Zelos an. „Hat es etwas mit Geistern zu tun?“, hakte Regal sogleich nach. „Ja.“ Zelos sah den Duke etwas irritiert an. „Nicht nur bei dir in der Stadt ist etwas vorgefallen.“ Regal berichtete von dem, was er in seinem Anwesen hatte beobachten können und Sheena erzählte von den Vorfällen in ihrem Dorf.
Zelos sah Presea an und fragte sie, ob sie Ähnliches erlebte, doch sie schüttelte nur den Kopf.
„Und bei euch? Ist bei euch etwas vorgefallen?“, erkundigte sich Zelos bei Lloyd und den anderen aus dem Dorf. „Im Dorf nicht, aber im Tempel von Martel. Wie jeden Morgen fand dort ein Gottesdienst statt. Plötzlich ertönte eine Stimme die einfach nur lachte und es wurde etwas an die Wand geschrieben“, berichtete Raine und legte ihnen die Botschaft auf den Tisch. ‚Der Tod ist erst der Anfang‘ „Klingt ja schaurig“, kommentierte Zelos.
„Was die Unruhe im meinem Anwesen und im Dorf von Sheena verursacht hatte, dem bin ich auf den Grund gegangen.“ Regal legte ihnen ein aufgeschlagenes Buch auf den Tisch. Alle steckten die Nase hinein und lasen die Kapitelüberschrift ‚Wichtel‘ Lloyd sah Regal an. „Sicher, dass es die waren?“ Er nickte.  
Die Gruppe wollte nun das Thema für heute gut sein lassen, in einer halben Stunde würden die Nachtlichter wieder anfangen. Diesmal war Yuan jedoch nicht anwesend. Vielleicht hatte er heute keine Lust sich das Spektakel anzusehen. Zwingen konnte man ihn ja schlecht.

Yuan saß in seinem Büro und hielt ein Bild in der Hand. Darauf zu sehen waren er, Martel, Mithos und Kratos. Es war damals zwar eine schwere Zeit für sie gewesen, doch missen wollte er sie nicht. Es gab Momente, in denen er sich jene Zeit zurückwünschte. Doch leider ließ sich das Rad der Zeit nicht zurückdrehen, für niemanden. Es wurde schon spät und die Nachtlichter würden in Kürze ihre Farben zeigen. Heute hatte er allerdings wenig Lust, sie sich anzusehen. So legte er sich ins Bett und starrte die Decke minutenlang an bevor er die Augen schloss.

Lloyd und seine Freunde sahen hinauf zum Nachthimmel und bestaunten die Lichter. Zwanzig Minuten dauerte das himmlische Spektakel, ehe sich alle wieder voneinander verabschiedeten. Lloyd sah ihnen noch einen Moment nach, bevor er zurück ins Haus ging und seinem in der Küche werkelnden Vater eine geruhsame Nacht wünschte.  Er lief hinauf ins Zimmer und machte sich bettfertig. Wenige Augenblicke lag er auch schon unter der Decke, drehte sich auf die Seite und schlief schnell ein.
Es kam ihm vor, als hätte er nur wenige Minuten geschlafen, da wurde er durch etwas wach. Zunächst sah er sich im Zimmer um. Im ersten Moment konnte er nichts Auffälliges im Zimmer vernehmen. Doch als sein Blick an der Balkontür vorbeiglitt, sah er etwas leuchten und ging dem nach. Als er draußen stand, traute er seinen Augen nicht, dort stand eine Geisterfrau mit langen braunen Haaren. „Mutter?“, sprach er zögerlich aus. Sie wandte den Kopf, lächelte ihn an und verschwand wieder, ohne etwas gesagt zu haben. Ganz erschrocken darüber, dass sie wieder verschwunden war, blieb er minutenlang so stehen, in der Hoffnung sie würde sich ihm noch mal zeigen. Doch das geschah nicht. So stieg er wieder zurück in sein Bett und versuchte wieder einzuschlafen, was ihm nun schwer fiel.  
Irgendwie schlief er doch wieder ein. Ein leckerer Duft drang zu ihm ins Zimmer, Dirk machte gerade das Frühstück fertig. So stand er auf, zog sich etwas über und lief in die Küche. Dorf auf dem Küchentisch stand das fertige Frühstück. „Guten Morgen“, wurde Lloyd von dem Zwerg begrüßt. „Morgen“, gab Lloyd wieder. Nachdem er den Geist seiner Mutter traf, hatte er die restliche Nacht schlecht geschlafen und  fühlte sich wie gerädert. Er rieb sich den Nacken und gähnte. Ihm wurde ein Kaffee unter die Nase gestellt. Dankbar nahm Lloyd diesen an und nahm auch gleich einen großen Schluck davon, um richtig wach zu werden.
Nachdem Lloyd etwas gegessen hatte, klopfte es auch schon an der Tür und Dirk bat den Gast hinein. Es war Genis. Er wollte Lloyd abholen, wie jeden Morgen eigentlich. Mit einer knappen Verabschiedung waren die beiden aus dem Haus verschwunden und machten sich auf den Weg ins Dorf.
Unterwegs erzählte Lloyd Genis, was er letzte Nacht gesehen hatte. Der junge Halbelf blieb stehen und sah seinen besten Freund an. „Es ist wahr, sie war es. Doch sie hatte nichts gesagt. Sie sah mich kurz an und verschwand wieder“, erzählte Lloyd.
Sie nahmen ihren Weg wieder auf und kamen an der alten Menschen-Farm vorbei, als Lloyd plötzlich Stimmen vernahm. Es wurde allen im Dorf untersagt, hierher zu kommen. Es wimmelte hier nur so von Monstern. Als beide nachsahen, trauten sie ihren Augen nicht! Die Farm war zu neuem Leben erwacht… na ja was man Leben nennen konnte. Geister trieben hier ihr Unwesen. Sowohl Gefangene als auch die Desians liefen hier herum und gingen ihren Tätigkeiten nach.
Eine der Seelen bemerkte Lloyd und Genis am Zaun, und Genis erkannte sie sofort.  „Marble!“ „Schön, euch zu sehen“, meinte die alte Frau und lächelte. Das konnte nicht sein! Sie war vor Jahren gestorben, gab ihr Leben, um Lloyd und Genis zu retten. Lloyd trat etwas näher an den Zaun. „Was ist hier los?!“ Marble sah sich kurz um zu den anderen Geistern und dann wieder die beiden Lebenden. „Das wissen wir nicht. Es gab ein helles Licht und plötzlich befanden wir uns wieder hier, in der Hand der Desians“, erzählte sie. Wie damals wurde eine Wache auf sie aufmerksam. Nur im Gegensatz zu früher, gab es nichts, womit sie den Geist hätten angreifen können. So konnten sie nur zusehen, wie die arme Marble ausgepeitscht wurde. Lloyd griff Genis sanft beim Arm. „Komm, wir können diesmal nichts für sie und die anderen tun.“  
Schweren Herzens wandte sich Genis zum Gehen um und kaum hatten sie das Wegesende erreicht, wurde es wieder still. Beide wandten sich noch mal zur Farm um. Es herrschte wieder Totenstille, als ob es Geister bis eben nie gegeben hätte. Schon sehr merkwürdig.
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