Starlight

von ChibiVisu
KurzgeschichteDrama, Romanze / P16 Slash
Aoi Uruha
21.05.2019
21.05.2019
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Starlight



Wie so oft in der letzten Zeit, sitze ich hier. Hier in meinem Zimmer, auf dem Bett und denke über den Sinn von meinem Leben nach. Ich komme jedoch jedes mal zu dem selben Entschluss, dass das Leben oder zumindestens mein Leben keinen Sinn hat. Außer zu Leiden.

Seufzend sinke ich zurück in meine Kissen und sehe an die Decke, wo unzählige Sterne kleben, die im dunklen leuchten.
Erschöpft von nichts, schließe ich meine Augen und schlafe ein. Wie so oft in der letzten Zeit.

Irgendwann merke ich wie sich die Matratze, auf der ich liege, sich etwas absenkt und du, du, mein geliebter Engel, dich neben mich legst. Wie deine Finger sanft durch mein Haar gleiten und du mit leise Stimme mir zuflüsterst, ob ich noch schlafen.
Als Antwort auf diese Frage, legt sich ein lächeln auf meine Lippen, welches dir verrät, das ich mitbekommen habe das du zu mir zurück gekehrt bist.

Jedoch, als ich die Augen öffne und zu dir sehe, bist du nicht da.
Nur die Dunkelheit.
Die Dunkelheit die mir immer wieder schmerzlich klarmacht, das du nie zu mir zurück kehren wirst. Jede Nacht wo mich die Dunkelheit und der Schmerz der Einsamkeit einholen und zu verschlingen drohen.

Tiefste Trauer steigt in mir auf. Weil ich wieder diesen Traum von dir hatte, in dem du mich vor der Dunkelheit rettest, vor dem Schmerz und der Einsamkeit die die Dunkelheit mit sich bringt.
Doch...wie sollst du mich retten, wenn du nicht mal weißt das ich gerettet werden muss?

Leise seufze ich und drehe mich wieder auf den Rücken.
Es ist inzwischen stockdunkel und meine Zimmerdecke ist erleuchtet von meinen Tausenden Sternen, die wir gemeinsam aufgeklebt haben. Du bist der einzigste, dem ich von meinem Sternen erzählt habe. Ich weiß noch, wie breit du gelächelt hast, als du die Kiste geöffnet hast, in der ich meine Sterne versteckt hatte.
Du hast mich regelrecht dazu überreden müssen, das wir die in meinem Schlafzimmer aufkleben. Wir hatten dabei so einen riesigen Spaß.
Noch heute, 9 Jahre später schenkst du mir immer noch Leuchtsterne, zu besonderen Anlässen. In zwischen sind die Sterne in der ganzen Wohnung an der Decke, bis her ist es nie jemanden außer dir aufgefallen, dass sie dort hängen.



Erst jetzt bemerke ich das mein Handy leuchtet wegen einem Anruf. Auf dem Display leuchtet dein Name, ob du geahnt hast das ich wieder an dich denke?
„Hey du, steht unsere Verabredung zum Essen noch? Ich bin nämlich in 10 Minuten bei dir.“ flötest du fröhlich mir entgegen.
„Ehm...ja klar, warte unten ich komme dann sofort“ antworte ich etwas überfordert. Wie konnte ich nur die Verabredung mit dir vergessen? Manchmal frage ich mich echt wo für ich meinem Kopf habe. Zum Dinge merken definitiv nicht.
„Gut, ich Hupe wenn ich da bin, dass du nicht in der Kälte draußen herum stehen musst“ mit diesen Worten legst du auf.

Ich lege mein Handy dann wieder neben das Kopfkissen und stehe auf. Schnell ziehe ich mir etwas Vernünftiges an, um unter Leute gehen zu können.

Kaum bin ich angezogen hörte ich die unverkennbare Auto Hupe. Sie klingt wie eine Schnatternde Ente. Akira hat sie dir vor einem Jahr einbauen lassen, als du ihm dein Auto geliehen hast. Dein Gesicht als du das erste mal dann damit gehupt hast war göttlich, du sahst so verwirrt aus und hast dennoch gelacht, weil du nichts davon wusstest, wir alle aber schon.

Schnell schnappe ich mir mein Handy, Jacke und Portemonnaie und laufe in Windeseile die Treppen herunter um keine wertvolle Zeit zu verschwinden, die ich ja mit dir verbringen kann.

Kaum sitze ich in deinen Auto, bei dir auf den Beifahrersitz, begrüßt du mich auch schon mit einer herzlichen Umarmung.
„Yuu~“ summst du dabei und strahlst mich an.
„Kou-chan, mein Lieblings Gitarrist“ necke ich dich.
„Hast du wirklich das Essen vergessen zu dem ich dich eingeladen habe?“ fragst du nach und löst dich von mir.
„Ja..ehm, ich habe momentan meinen Kopf wo anders..ich hätte es wirklich vergessen“ gab ich verlegen zu.
Du lachst kurz „Oh man, gut das ich dich so oder so abgeholt hätte“ sagst du amüsiert über meine Vergesslichkeit und fährst los.

Als wir an der Ampel standen fragtest du mit einem kurzen Seitenblick „Auf was hast du denn Lust?“
„Wie..wie wäre es mit Pizza?“ fragte ich nach und wunderte mich, das du nicht wie sonst schon den Abend durchgeplant hattest.
„Gut, Pizza, im Pizza Palast? Die den Teig haben, der so extrem fluffig ist?“ fragtest du nach, wo drauf ich nickte „Ja genau dort hin, da ist auch in der Woche weniger los.“
„Stimmt da hast du recht..“ sagtest du etwas leiser, nachdenklicher.

Ich sah dich etwas fragend an „Alles klar?“ ich werde etwas misstrauisch.
„Mhm...du Yuu? Können wir das Essen in einen Spaziergang abändern?“ fragtest du nach, doch irgendwas war, das hörte ich an deiner Stimmlage.
„Klar...was hast du Kou-chan?“ fragte ich nach und sehe dich nun besorgt an.
Du rücktest deine Brille zurecht „Nichts...ich würde nur gerne mit dir ungestört sein..an einen neutralen Ort..“.
„Okay..“ stimme ich etwas nachdenklich zu. So hatte ich dich selten erlebt. Dabei wollten wir eigentlich einen schönen Abend zusammen haben, weil morgen mein Geburtstag war und wir da definitiv keine Ruhe hatten, weil unser Leader auf die unheimlich blöde Idee gekommen war, meinen 40 Geburtstag groß zu feiern. Gegen meinen Willen. Selbst die Drohung, das ich zu meiner eigenen Geburtstagsfeier nicht kämme, hatte nicht geholfen.



Wir fuhren eine dreiviertel stunde, wo wir waren wusste ich nicht so recht. Ich vertraute dir das wir den Rückweg auch wiederfinden würden.
Als du Parktest und wir ausstiegen sah ich in den Himmel, mehr aus Gewohnheit, also das es einen wirklichen Grund hatte. Ich sah die Sterne, abertausende Sterne. Ein breites lächeln lege sich auf meine Lippen.

Ich zuckte jedoch zusammen als ich deine Hände an meinen Schultern spürte, wann warst du um das Auto herum gegangen? „Ich hoffe dir gefällt die Überraschung“ flüsterst du schon fast lieblich in mein Ohr. Darauf hin verschwanden deine Händen von meinen Schultern und ergriffen eine meiner Hände. „Komm mit.“ sagtest du und ziehst mich hinter dich her, in den Wald.
Etwas mulmig wurde mir schon, weil der Wald sehr dicht war und stockdüster, das man seine eigenen Hand kaum vor Augen erkennen konnte.

Nach einer Weile roch die Luft nach Meerwasser. Waren wir am Meer? Wo war den ein so dichter Wald am Meer? So weit waren wir ja auch nicht gefahren.

Gefühlt 5 Minuten später kamen wir an einer breiten Klippe an, wo eine Picknickdecke, ein dazu gehörender Korb und mehrere Decken und sogar zwei Kissen lagen.
Etwas verwirrt sah ich dich an, du hieltst noch immer meine Hand und lächelst mich fröhlich an.
„Gefällt es dir?“ fragtest du und strahltest schon fast so sehr wie die Sterne über uns.
Verwirrt und etwas überfordert mit der Situation und den Eindrücken nickte ich nur und sehe dich an. „Hast du das gemacht? Was..Wieso..ich-“
Bevor ich weiter sprechen konnte legtest du einen Finger auf meine Lippen und schmunzeltest „Nicht reden, wir setzten uns jetzt erst mal, Trinken etwas und genießen die Aussicht ja?“

Ich nickte leicht, ließ mich dann bis zu der Decke ziehen von dir und auf dieser Platzieren. Du setztest dich zu mir und holtest aus dem Korb meinen Lieblingsweißwein und zwei Weingläser. Eins gabst du mir und eins behieltest du selbst. Gekonnt machtest du die Flasche auf, schenktest uns ein Glas jeweils ein. „Auf einen schönen Abend“ sagtest du und stießt mit mir an.

Wir tranken erst mal etwas und sahen uns das Meer an, welches ruhig unterhalb der hohen Klippe lag. Jedoch wanderte mein Blick auch immer wieder in den wundervollen Nachthimmel. Von hier aus konnte man die Sterne sehr klar sehen ohne jegliche Lichtverschmutzung. Es war wunderbar.
Irgendwann merkte ich das du sehr nahe an mich heran gerückt warst, dein Kopf lag sogar auf meiner Schulter. Wieso hatte ich das nicht bemerkt? War ich wieder so Geistesabwesend?
Ich sah dich schmunzelnd an.

Unsere Blicke trafen sich, wie schon so oft versank ich in deinen wundervollen Haselnussbraunen Augen. Deine Lippen zierte ein wunderschönes sanftes Lächeln, welches mein Herz erwärmte. Wenn ich gekonnt hätte, wäre ich jetzt eine Pfütze, weil ich dahin geschmolzen wäre, wie ein Eiswürfel in einer hundert Grad Sauna.
Ich kann gut nachvollziehen wie sich unsere Fans oft fühlen. Aber ich war der Einzigste dem du dieses Lächeln grade schenktest, niemanden anderes, nur mir. Dies zuwiesen machte mich unheimlich glücklich. Es schenkte mir sehr viel Kraft.

„An was denkst du?“ hörte ich deine Stimme zu mir durchdringen.
Ich blinzle kurz „An das wunderbare Geschenk war du mir gerade machst Kou-chan“ das lächeln von mir war sehr warm weil es mir sehr viel bedeutete gerade mit dir hier zu sein.
„Das hoffe ich doch..aber das ist noch nicht alles“ sagtest du sehr sanft und legtest einen Arm um mich.
„Was den noch? Das hier ist doch schon wundervoll, ich möchte nicht mehr..wirklich nicht“ was konnte es denn noch schöneres geben als das hier? Okay ja da vielen mir noch so zwei drei Sachen ein, doch die würde ich nie von dir bekommen.
„Das eigentliche Geschenk bekommst du erst um 0 Uhr und glaub mir das schlägt das hier alles um Längen“ fügtest du hinzu und kichertest.

Ich konnte mir zwar nicht vorstellen was noch schöner sein sollte als das hier. Aber okay, ich ließ mich überraschen und genoss die Nähe von dir, meinem besten Freund und geliebten Engel. Auch wenn es mich gleichzeitig etwas traurig machte, du war mir jetzt so nahe und doch auch so unendlich weit weg.



Irgendwann lagen wir zusammen auf der Decke, die Kissen unter unseren Köpfen, den Zusatzdecken über uns, eng an einander gekuschelt und betrachteten den Himmel über uns. Die Zeit und Welt stand um uns herum Still.
Wir sprachen kein Wort, wir lauschten dem Meer und dem Wind der hinter uns in den Wald jagte, spürten die Nähe und wärme des jeweils anderen.

Ich hätte mir keinen besseren 40 Geburtstag vorstellen können, als mit meinem geliebten Engel hier zu liegen, die Sterne zu beobachten und die Nähe von ihm zu genießen.

Doch, auf einmal hörte ich ein leises piepsen, weshalb ich aufsah.
Du setztest doch auf und griffst in den Korb und machtest das, was auch immer da drin war aus. „Sooo mein lieber Yuu, teil zwei kommt jetzt erst. Mach bitte die Augen zu“ du lächeltest fröhlich.
Ich nickte, setzte mich ebenfalls auf und schloss die Augen.

Du legtest mir etwas in die Hände, es war schwer und glatt.
„Öffne die Augen wieder“ hörte ich deine Stimme erneut.
Als ich meine Augen auf dein Geheiß hin öffnete und auf das in meine Hände guckte war ich verwirrt. Eine Glasplatte mit einer Inschrift? Ich sah dich dann etwas verwirrt an „Was ist das?“ fragte ich nach.
„Ließ doch erst mal“ lachtest du.
Ich nahm die Tafel etwas höher und lass die Inschrift.

'Herzlichen Glückwunsch, Sie sind jetzt stolzer Besitzer eines Sterns. Ihren ganz Persönlichen.'
Da drunter standen Koordinaten wo dieser besagte Stern lag.
'Dieser Stern trägt den Namen:
Shiroyama Yuu *Herz* Kou-chan Stern
Dieser wird von nun an immer in diesen Namen oben im Himmel Leuchten.'

Ich sah zu dir mit Freudentränen in den Augen und falle dir um den Hals „Vielen vielen danke Kou-chan“ krächzte ich unter Tränen und drückte dich eng an mich. Du erwiderst die Umarmung und legst den Kopf an meinen.
„Happy Birthday Yuu. Jetzt hast du deinen eigenen Stern“ flüsterst du und drückst mich etwas an dich.
Überglücklich knuddel ich dich und schluchze leise „Danke“ unfähig mehr zu sagen. Es war das tollste Geschenk was man mir machen konnte und es kam auch noch von dir mein geliebter Engel.

Nach einigen Minuten ging es wieder und ich löse mich von dir. „Vielen danke, das ist ein unendlich wunderbaren Geschenkt, vielen herzlichen Dank“ bedankte ich mich erneut.
Du winktest kichernd ab „Willst du wissen welcher das ist?“ fragtest du lächelnd wie die Gesamte zeit schon.
Sofort nickte ich und sah deinen Finger nach „Dort der ganz helle der so einen leichten Rotschimmer hat“.
Ich gucke in die Richtung und finde tatsächlich den Stern. Er ist wunderschön, er leuchtet unheimlich hell und hat wirklich einen leichten Rotschimmer.
„Der ist wunderschön..vielen dank Kou-chan“ sagte ich erneut und habe auch wieder Tränen in den Augen. Ich war gerührt das du mir dieses Geschenk und diesen Abend schenktest.
„Jetzt die Nacht und die nächste, da hat er nur diesen Rotschimmer und er bleibt das ganze Jahr zu sehen. Immer links vom Mond, der hellste Stern“ erklärtest du mir und setztest dich hinter mich. Schlangst deine Arme um mich und legtest den Kopf auf meine Schulter, dabei lehntest du ihn auch gegen meinen Kopf.

So blieben wir sehr lange sitzen bis mir die Augen zu vielen, wo bei ich eigentlich nicht so müde gewesen war. Wahrscheinlich war es die Wärme und Nähe von dir, so wie die Geborgenheit die du ausstrahltest, die mich so sehr entspannen ließ. Sanft sank ich gegen dich und schlief sehr glücklich ein.


~*~*~


Am Morgen erwachte ich. Es war so schön warm und ruhig.
Deine Arme lagen eng um meinen Bauch geschlungen und dein Gesicht hattest du an meinem Rücken vergraben. Trotz des Pullovers und Schal spürte ich deinen warmen Atem an meiner Haut.

Zu gerne hätte ich mich umgedreht um dich etwas zu beobachten, denn ich liebte es dir beim schlafen zu zu gucken. Dies hatte ich schon ganz früher gerne getahen, als wir noch eine noch nicht so bekannte Band waren, wenn wir im Instrumenten Truck geschlafen mussten, du hattest immer an mich gelehnt geschlafen, so konnte ich dir damals beim Schlafen zugucken.
Ich ließ es jedoch bleiben mich umzudrehen, um dich nicht aufzuwecken. Zu sehr genoss ich es dich so nahe bei mir zuhaben und die Geborgenheit von dir zu bekommen die ich mir oft ersehnte. Leicht legte ich meine Hände auf deine, die sich etwas in meinen Pullover krallten.
Lächelnd schloss ich noch einmal die Augen und lausche dem Meer, den Möwen und den Vögeln aus dem Wald. So könnte ich jeden morgen erwachen. Das wäre einfach so wundervoll jeden morgen neben dir mein Engel zu erwachen. Dir in dein wunderschönes Gesicht zu gucken und zu wissen das du immer bei mir warst. Und nicht nur auf Tour wenn ein Buchungsfehler im Hotel vorlag.

Leise murmelst du etwas gegen meinen Rücken, was verstand ich leider nicht, aber du schliefst noch, das spürte ich an deinem Puls und Herzschlag, den ich gut spüren konnte. Zu dem beruhigte mich dieser sehr, es war eins der Zeichen dafür das es gerade kein Traum war, wie sonst. Sondern Real, du langst wirklich eng an mich gekuschelt und schliefst ganz ruhig.
Schmunzelnd seufze ich entspannt und gebe mich meinen Gedanken hin die gerade mehr als rosarot waren.



Wie viel später wir beide wach wurden weiß ich nicht genau, nur das du mich einmal ziemlich eng an dich drücktest und locker liest anschließend. „Morgen..“ murmeltest du leise und bliebst mit dem Kopf an meinen Schulterblättern liegen.
Schmunzelnd drehe ich meinen Kopf so weit es geht zu dir „Morgen Kou-chan, gut geschlafen?“ wollte ich von dir wissen.
„Mhm~ ganz gut, du bist das beste Kopfkissen und Decke was man haben kann“ sagtest du deutlich verschlafen, ich sah dass du lächeltest.
„Danke für das Kompliment“ lachte ich leicht und drehe mich jetzt doch um, ich wollte dich endlich wieder angucken können. „Danke für den wundervollen Abend und die Nacht hier“ sagte ich sanft und lag jetzt auf Augenhöhe vor dir und hatte dich im Arm, so wie du mich.

Du lächeltest verlegen als ich mich bedankte „Sag so etwas bitte nicht...das klingt als hätten wir irgendwas sehr unanständiges gemacht...was sich für zwei Männer nicht gehört“.
„Haben wir doch auch“ gab ich grinsend zurück, ich liebte es dich in Verlegenheit zu bringen, vorallen wenn ich dir die Wahrheit aus meinem Kopf sagte.
„Man Shima-chan“ brummtest du und legtest dein Gesicht an meine Halsbeuge „Ärgere mich nicht so“ murmeltest du gegen meine empfindliche Haut dort.
Ich biss mir auf die Unterlippe um nicht zu seufzen, weil deine wunderbaren weichen Lippen an meiner Haut sich bewegten. Mein Herz fing an schnell zu schlagen, ich hoffte inständig das du es nicht spürtest oder hörtest. Glücklicherweise löst du dich von meiner Halsbeuge und legst dich wieder an deine Vorriege Position.

„Tut mir leid...aber vielen danke, man hätte mir kein schöneres Geschenk machen können“ sagte ich sanft. Mein Blick wanderte auf deine weichen zarten Lippen, die ich zu gerne jetzt Küssen würde. Doch, dass ging ja leider nur auf der Bühne, ohne das es eine unangenehme Situation wurde.
Du lächeltest „Das freut mich sehr, aber...du Yuu, behalte den Namen vom Stern für dich..ja?“ bittest du mich.
Etwas irritiert nickte ich „Okay...klar, es wird eh keiner erfahren das ich jetzt einen Stern habe. Seit neun Jahren hängen schließlich auch Sterne bei mir an der Wohnungsdecke und keinem sind die aufgefallen“ beruhigte ich dich. Auch wenn es mich etwas wunderte das du nicht wolltest das jemand den Namen erfuhr.

„Vielen danke...wollen wir was frühstücken?“ fragtest du dann um vom Thema abzulenken und holtest zwei selbst gemachte Bentos aus dem Korb. Eins gabst du mir samt Stäbchen. Du hattest echt an alles gedacht.

Wir frühstückten gemütlich mit Blick aufs Meer, genossen die sanfte Brise und das leise rauschen vom Meer.
„Wir sollten öfters herkommen, hier ist es wunderschön“ gestand ich dir.
Du schmunzeltest und nicktest „Ja müssen wir...ich habe ewig nach den Platz hier gesucht.“
Ich nickte „Gut dann haben wir einmal im Monat hier ein Date“ sagte ich lachend.
„Gerne, wann genau machen wir dann aus ja?“ fragtest du nach und lachtest selbst.



~*~*~



Drei Stunden später saßen wir wieder in deinem Auto und fuhren wieder nach Hause ins Herz von Tokyo. Du liest mich bei mir zuhause raus und fuhrst dann zu dir weiter.
Etwas wehmütig sah ich dir nach und ging erst in meine Wohnung als ich dein Auto nicht mehr sah.

In besagter Wohnung angekommen ziehe ich mir die dicken Sachen aus und sehe aufs Handy. Unser Leader hatte mir heute morgen geschrieben. Ich öffnete die Nachricht und lass diese. Er gratulierte mir und hatte ein Bild geschickt von seiner Küche die im Chaos versank. Anscheinend hatte er die Geburtstagstote gemacht. Ich freute mich schon auf diese, weil Yutaka am besten Backen konnte und wir alle seine Kuchen und Torten liebten. Selbst Akira, der eigentlich nicht so auf seine Kochkünste stand.
Ich tippte ihm dann zurück, das es mir leid täte um seine Küche und ich mich auf den Abend freute, auch wenn ich keinen Blasenschimmer hatte, was auf mich da noch zukam.

Inzwischen hatten wir schon 15 Uhr und um 19 Uhr wollte Akira mich abholen um, wo auch immer wir feierten hinzufahren. Innerlich hoffte ich das es ein ruhiger Abend würde, nur meine Kollegen und vielleicht paar gute Freunde, auch wenn ich es irgendwo auch bezweifelte, das es so sein würde.

Mich streckend lief ich durch meine Wohnung räumte etwas auf und ging mich in alles Seelenruhe Duschen und ließ den Abend und Nacht Revue passieren, während ich unter der Dusche stand.
So einen wundervollen Abend hatte ich ewig nicht mehr gehabt, es war einfach perfekt gewesen. Kouyou und ich waren uns so vertraut gewesen und es hatte meiner Meinung nach, auch von Kouyous Seite her etwas geknistert, sonst konnte ich es mir nicht erklären das er so sehr die Nähe zu mir gesucht hatte. Einerseits freute es mich sehr das Kouyou mich so nahe an sich ran lies, andersherum, es war sehr sehr selten und hatte keine tiefere Bedeutung für ihn, sicherlich. Kouyou wusste schließlich das ich ihn als Freund sehr mochte, aber wie sehr ich ihn mochte wusste er nicht, was mir heute morgen wieder einmal schmerzlich bewusst wurde durch seine Aussage.

Seufzend ließ ich mich an den Fliesen herunter gleiten der Dusche und setzte mich auf den Boden. Meinen Kopf hob ich an und schloss die Augen, dass das Wasser mir aufs Gesicht lief.
Eine Weile genoss ich es und rappelte mich wieder auf, machte das Wasser aus und ging aus der Dusche, trocknete mich ab, cremte mich ein und zog mich dann als letztes an.

Seufzend sah ich auf die Uhr. Eine Stunde noch dann würde Akira mich abholen und die Geburtstagsfeier würde dann auch in kürze beginnen.
Mir kam aber Kouyous Bitte in den Kopf wegen den Stern. Ich holte die Tafel aus der Schatulle. Als ich den Namen erneut las viel mir auf das dieser nicht nur nach mir benannt war. Das Herz Kou-chan gehörte noch zu den Namen. Etwas verwirrt setzte ich mich aufs Bett und sah die Tafel an.
Ob das ein Schreibfehler war? Oder volle Absicht? Doch wenn es Absicht war...was sollte es bedeuten? Das Kouyou doch mehr für mich empfand? Das würde dann auch die Bitte erklären. Aber wieso hatte er mir nichts dazu gesagt? Oder konnte er es nicht, weil er sich nicht eingestehen konnte auf Männer zustehen? Oder eher das er auf mich stand?
Mir viel dann noch etwas auf, als er mich abgeholt hatte, hatte er gesagt, er wollte mit mir an einen neutralen Ort sein. Vielleicht das ihn nichts beeinflussen konnte?
Erneut seufzte ich und ließ mich rücklinks auf die Matratze sinken. Was sollte das alles bedeuten? Auch das er so sich so viel mühe gemacht hatte, es war nämlich schon sehr Romantisch gewesen, zu romantisch für zwei normale Freunde, die 'nur' in einen Geburtstag reinfeiern wollten.
Es verwirrte mich alles ziemlich und es machte mir doch zu viele falsche Hoffnungen...und es rief wieder Sehnsüchte in mir auf die sich nie erfüllen würden. Angespannt biss ich mir auf die Lippe und stand auf. Die Bilder die sich in meinem Kopf gerade abspielten waren nicht fähr, da ich wusste, das es nie dazu kommen würde, was diese gerade zeigten.

Ich ging Kopfschüttelnd ins Wohnzimmer und nahm mir eine meiner Whisky Flaschen die offen war und trank aus der eine kräftigen Schluck. Mit dieser setzte ich mich auf die Couch und trank so lange bis die Bilder verschwanden. Problem an der ganzen Sache war nur, das ich jetzt sehr beduselt war.

Als ich die Flasche in die Küche brachte um diese auszuspülen klingelte es. Das musste Akira sein.
Die Flasche ließ ich in der Spüle stehen und holte meine Jacke wo Schlüssel und Portemonnaie noch drin waren, mein Handy steckte ich in meine Hosentasche und ging runter.

Akira triplette hin und her „Hättest mir auch aufdrücken können“ maulte dieser.
„Sorry, wollen wir los?“ fragte ich und ging neben ihm zum Auto. „Wo geht’s hin?“
Mein Abholdienst grinste nur „Ist eine Überraschung“.
Es machte mir etwas angst, weil wen Akira so grinste hieß das nie etwas gutes. „Okay...du ziehst mir aber jetzt keinen Sack übern Kopf oder?“ fragte ich halb spaßeshalber nach.
„Nö, ich verbinde dir nur nachher die Augen“ neckte er schmunzelnd und fuhr los als wir angeschnallt waren.

„Na wie beruhigend“ murmelte ich und sah aus dem Fenster. „Was hast du denn heute so gemacht?“ fragte ich nach um etwas Konversation zu führen.
„Nicht viel, ich habe ausgeschlafen und ja bin dann mit vorbereiten gefahren und hole dich jetzt ab. Und du? Weißt du wo Shima eigentlich heute morgen gesteckt hat? Er sollte eigentlich auch helfen.“
„Okay. Ich habe...ehm..auch nicht viel gemacht, auch lange geschlafen, war Baden und ja..dann hast du auch schon geklingelt. Und keine Ahnung wo er war...wieso sollte ich das wissen?“ fragte ich nach.
„Dachte nur, Matsu hat etwas angedeutet wo Yutaka und ich aber nicht draus schlau wurden..naja, ich bin eh eher gespannt wie du gleicht auf die Lokalität reagierst“ meinte unser Bassist wieder so grinsend.

Dieses ignorierte ich jetzt jedoch, und fragte lieber nach „Was hat Matsu angedeutet?“
Der Fahrer zuckte jedoch nur mit den Schultern „Er meinte nur das Shima sicherlich verschlafen hätte wegen einer anstrengenden Nacht...denke Manika war wohl wieder bei ihm.“
„Manika ist wieder in Tokyo? War sie nicht noch in Australien oder so?“ fragte ich verwundert nach. Manika war Kou-chans langjährige Affäre, wo wir eigentlich jeden Tag drauf warteten das er uns sagte das sie sich Verloben oder sonst was.
„Keine Ahnung, ich gehe mal davon aus, weil, Shima ja sonst keine Damenbekanntschaften hat mit denen er ins Bett gehen würde. Sonst wüsste ich nicht was Matsu mit anstrengender Nacht meint, geschweige mit wem“ zuckte Akira mit den Schultern.
„Mhm“ brummte ich nur. Ich mochte zwar Manika auch, aber andersherum war ich auch ziemlich niedig auf die sie, weil sie meinem Engel so nah war wie ich es mir erträumte.

Wieder mal in Gedankenversunken bemerkte ich nicht das wir die Innenstadt verließen und ins Industriegebiet fuhren.



~*~*~



„So wir sind da“ kam es dann nach einer Weile von Akira der geparkt hatte.
Etwas verwirrt sah ich mich um „Wo sind wir denn jetzt?“
„Schau doch mal darüber“ sagte er nur und deutete auf ein weißes Gebäude. Sofort erkannte ich es, dort hatten wir unseren allerersten Proberaum gehabt.
„Hier? Hier feiern wir meinen Geburtstag?“ fragte ich verwirrt und sah unseren Bassisten an. Dieser nickte schmunzelnd und stieg aus. Ich tat es ihm gleich, dabei vielen mir mehrere Autos auf die ich kannte. Es waren einige befreundete Musiker da, zumindestens ihre Autos waren hier.

Als wir beim Eingang waren hielt Akira mir die Augen zu und manövrieren mich zu unseren ehemaligen Proberaum. Vom weiten hörte man schon ein leises Stimmengewirr. Dieser verstummte jedoch als wir wahrscheinlich in der Tür standen.
Mein Bandkollege nahm dann auch seine Hände von meinen Augen und vor mir standen sämtliche Musiker, Fotografen, Stuffs mit denen wir privat befreunden waren, so wie Ryukei Hara der Schmuck Designer mit denen ich oder auch wir alle immer wieder zusammen Arbeitete, diese Stimmten dann einmal Happy Birthday an.

Nach dem sie fertig gesungen hatten, kam auch schon unser Leader mit einer richtig tollen Torte zu mir „Einmal bitte etwas wünschen“ sagte er lächelnd und hielt sie mir hin. Er hatte vierzig Kerzen auf diese gesteckt.
Wie jedes mal wünschte ich mir in Gedanken das selbe und blies die Kerzen aus. Nur eine, die ging nicht aus.
Weshalb ich wohl ziemlich blöd guckte. Denn alle um mich herum fingen an zu lachen.
Yutaka kicherte „Die bleibt brennen, damit du immer vierzig bleibst, Band Opa“ neckte er mich lachend.
Jetzt lachte ich auch selbst und schüttelte nur den Kopf „Du bist unmöglich“.

Kazuki nahm Yutaka dann die Torte ab, das dieser mich knuddeln konnte. „Happy Birthday“ wünschte er mir erneut. Genau so wie der rest meiner Bandkollegen. Ich bedankte mich artig und wurde dann noch von den anderen Gästen teils Tod geknuddelt.

Währenddessen machten Yutaka und Akira den Kuchen fertig, das jeder ein Stück bekam.

Als dann keiner mich ansprang, umarmte oder sonst etwas mit mir tat, kam Kouyou noch mal zu mir „Na alles klar?“ fragte er lächelnd.
Ich nickte „Ja und bei dir?“ fragte ich nach. Sofort kamen mir wieder sämtliche Fragen in den Kopf bezüglich der vergangen Nacht und seinen Verhalten, als ich ihm in die Augen sah.
Jener lächelte „Bei mir auch, wie findest du die Überraschung?“ fragte er schließlich.
„Das war wirklich eine Überraschung, vielen dank“ gab ich lächelnd Antwort.
Er winkte jedoch ab „Matsus Idee hier zu feiern, wir haben eigentlich nur geplant und umgesetzt.“
Ich nickte „Okay, dennoch danke“ stupste ich ihn mit dem Ellenbogen an.
Besagter Sänger gesellte sich zu uns und brachte auch uns jeweils ein Stück Kuchen mit „Für euch, bevor gleich keins mehr da ist.“
„Danke Matsu“ bedankten wir uns bei ihm.



~*~*~



Irgendwann später am Abend kam mein Lieblingsprogrammpunkt auf sämtlichen Geburtstagsfeiern. Geschenke raten.
Es stand an der Seite an einer Wand ein Tisch mit Geschenken drauf, jeder Geschenk hatte ein Buchstaben und eine Zahl. Daneben hing eine Dartscheibe wo jeweils Buchstaben und Zahlen hingen. Ich bekam dann dementsprechend Pfeile und musste mir mühsam jeder Geschenk erwerfen und dann erraten von wem das war.
Oft erkannte ich es daran wie es eingepackt war, von wem es war, oder auch vom Inhalt.  

Das Geschenke raten wurde jedoch zunehmend schwieriger weil wenn man eine Zahl samt Buchstaben warf die es nicht gab oder schon ausgepackt war, musste ich einen kurzen Trinken. Meine Gäste mussten sonst einen trinken wenn ich ein Geschenk mir erworfen hatte.

Nach gefühlten drei Stunden und etlichen Kurzen hatte ich nur noch ein Geschenk übrig, doch wusste ich durch den Alkohol nicht wirklich, wer der letzte war von dem ich keins bekommen hatte. Es war nämlich ein Gutschein für ein Angelwochenende in Kanada zur Lachs Session. Es wussten zwar alle das ich sehr gerne Angelte, doch nur sehr wenige wussten das ich gerne mal Kanadischelachse angeln wollte. Doch, meines wissen nach hatten mir alle von denen schon etwas geschenkt.
Haare raufend überlegte ich angestrengt, weil ich pro Geschenk nur drei mal raten durfte und jedes mal wenn ich falsch lag musste ich auch noch einen Kurzen trinken...doch jeder Kurze den ich jetzt noch trinken musste war einer Zuviel. Inzwischen konnte ich nämlich nicht mehr gefahrlos alleine stehen.

Meine Gäste oder eher Yutaka hatte nach einer Weile erbarmen mit mir und sagte das ich es nicht erraten müsste, es dürfte doch jener von wem es kam mir nicht verraten das das Geschenk von ihm war.
Alle waren einverstanden und ich erleichtert das ich keinen mehr trinken müsste.



~*~*~



Gegen 1 Uhr morgens war nur noch der harte Kern da und die die sehr trinkfest waren.
Ich saß auf der einer der Couchen und döste etwas, es war definitiv zu viel Alkohol auf einmal gewesen. Weshalb ich nicht mit bekam wie Kouyou und ein anderer Gitarrist wild knutschend auf einen der Sessel neben der Couch wo ich drauf saß niederließen und dort weitermachten.

Ich wurde jedoch wach als ich dich Kou-chans keuchen hörte, blinzelnd hob ich meinen Kopf und sah mich um ob ich es mir nur wieder einmal eingebildet hatte.

Als ich aber sah und registrierte dass ich es mir nicht eingebildet hatte, wünschte es mir jedoch das es nur Einbildung gewesen wäre.
Du saßt halb liegend auf dem breiten Sessel, direkt neben mir. Mit dem Kopf in den Nacken, die Augen hattest du genussvoll geschlossen und bisst dir in den Handrücken um nicht wieder aufkeuchen zu müssen. Den Grund sah ich leider auch sofort, ein Schwarzhaariger Haarschopf war an deiner Brust zugange, von der Position zu urteilen her, war dieser jemand gerade dabei deine Brustwarzen zu liebkosen.
Ich biss die Zähne zusammen und stürmte davon.

War ja klar das so etwas mal passieren musste.
Aber wieso zum Teufel ausgerechnet an meinem Geburtstag, wo wir den Abend zuvor so eine schöne Nacht zusammen hatten? Wieso?!
Mit einem Tränenverschwommener Sicht eilte ich aus dem Gebäude und die Straße herab, irgendwo hin wo du nicht warst.

Irgendwann blieb ich jedoch stehen und musste erst mal überlegen wo ich überhaupt war. Weil ich keinen Anhaltspunkt finden konnte wo ich gerade war.
Ich atmete einmal zitternd durch, wischte mir die Tränen von den Wangen und Augenwinkeln, ehe ich mein Handy hervor holte und mich selbst Ortete. Dann lief ich Einstück zurück, dass mich ein Taxi abholen konnte. Denn ich wollte nach Hause, und nicht zurück zur Feier. Ich wollte nicht zu sehen wie du dich jemand anderes hingabst. Vorallen weil du immer sagtest und zeigtest das du Hetero warst. Du liebtest zwar Fansservices aber eher wegen der Reaktionen der Fans, als wegen etwas anderes.



~*~*~



Als ich dann zuhause war brachen in mir alle Dämme.
Ich kam mir mehr als verarscht, vorgeführt, verleugnet vor, ich war zudem noch tief traurig andersherum auch zutiefst enttäuscht von mir selbst, aber auch sauer und wütend.

Im Schlafzimmer prügelte ich lautlos weinend auf mein Kissen ein, aus Angst, Verzweiflung, Hass und Wut gegen mich selbst. Mich selbst verprügeln konnte ich schließlich nicht. Dies tat ich bis ich erschöpft in mich zusammen sank und die dunklen Gedanken zuließ die mich quälten.  
Diese kleine sehr fiese Stimme in meinem Hinterkopf sagte mir immer wieder, das ich selbst Schuld sein, womit diese auch recht hatte. Das ich zu blöd gewesen war, ehrlich zu mir zu stehen und mich lieber selbst verleugne, als zu dem zu stehen war ich fühlte und begehrte.

Immer tiefer ins tiefste und dunkelste schwarz meiner Gedanken wurde ich gezogen, wo ich mich nicht mehr gegen wehren konnte. Die Bestätigung für meine Unfähigkeit hatte ich ja eben gesehen, Kou-chans Herz gehörte jemand anderes, jemanden dem er sich genussvoll hingab, jemanden der nicht so verklemmt war wie ich, der zu seinen Gefühlen stand.

Wieder am ganzen Körper zitternd zog ich ein Kissen in meinen Arm und vergrub mich in diesem.



Irgendwann später als ich mich beruhigt hatte und nicht mehr so zitterte, geschweige weinte, setzte ich mich auf und versuchte noch mal ruhig nachzudenken.
Wie sollte ich dir jetzt noch unter die Augentreten? Wie sollte ich mich dir weiter gegenüber verhalten?
Du hattest sicher nicht mal mitbekommen das ich das gesehen hatte. In mir zog sich wieder alles zusammen.
Leise schniefte ich. Wie sollte ich dich jetzt noch angucken können ohne das mir immer wieder dieses Bild vor Augen kam, wie du keuchend da auf dem Sessel lagst? Wie?
Wie konnte ich es weiter ertragen dich, meinen geliebten Engel, in jemand anderes Armen zu wissen, die nicht meine sind?

Mir rollten erneut Tränen über die Wangen.
Doch dieses mal waren sie ohne jegliches Gefühl, in mir breitete sich Leere, unendliche Leere aus, mein Körper fühlte sich taub an.



~*~*~



Erschöpft fiel ich auf mein Bett nieder.
Wie anstrengend doch so eine Tour sein konnte, wo so unendlich viel schief gelaufen war.
Technische Probleme on maß, eine Handgelenkbruch von Matsu der das Gleichgewicht verloren hatte und dennoch die Tour weiter machen wollte, Gitarren die geklaut wurden aus dem Instrumenten Truck, Bühnen Outfits die falsch gereinigt wurden und eingelaufen waren, Yutakas Drumm welches falsch aufgebaut wurde wo er es ausnahmsweise nicht nach kontrolliert hatte und es dann während des Konzerts auseinander fiel und Schrott war.
Aber dennoch haben wir die Tour zu ende gespielt, zusammen gehalten und an uns geglaubt und sogar drei Konzerte zusätzlich gegeben für die, die wir abbrechen mussten.

Frustriert und erschöpft schloss ich die Augen. Für mich persönlich war aber mit das schlimmste gewesen, dir mein geliebter Engel nicht entfliehen zu können.
Seit meiner Geburtstagsfeier vor 10 Monaten hielt ich dich auf Abstand, was mir selbst sehr schwer viel und auch sehr weh tat. Jedoch die Bilder von dir auf dem Sessel mit dem anderen Musiker, taten mir Tausendmal mehr weh, als dich auf Abstand zu halten. Selbst Akira der als letztes merkte das etwas nicht stimmte, hatte mich drauf angesprochen was los sein.
Ich kann jedoch mit niemanden darüber sprechen. Aus angst das sie meine Gedanken nur bestätigen würden, das ich es selbst schuld sei, was ich ja auch bin.

Selbst du hattest mich einmal versucht zum reden zu zwingen. Du hattest den Tourbus versperrt das wir reden konnten oder eher sollten. Du fragtest mich was los sei das ich so kühl war, so Emotionslos. Ich konnte dir jedoch nicht drauf antworten, ich hatte dich einfach auf Seite geschoben und bin die halbe Nacht herum gelaufen nur um nicht in deiner nähe zu sein.
Am nächsten Tag hatten wir ein Konzert...wo nicht so viel schief gelaufen war...aber ihr hattet wohl untereinander ausgemacht mich auf die Probe zustellen.

Die Fans waren fast ausgerastet als ihr alle immer wieder, irgendein scheiß mit mir abgezogen habt.
Ruki der mir bei My Devil on the Bed auf der Bühne geflirtet hatte und Mary durch meinen Namen ersetzt hatte. Oder bei drei weiteren Liedern zu mir gekommen war und mich dazu aufgefordert hat paar Zeilen zu singen. Oder auch das Shirt hoch gezogen hat das man fast mein ganzen Oberkörper sehen konnte.
Reita der erst drei mal angedeutet hatte das wir uns Küssen würden und schließlich in den Nacken gebissen hat, war ich von ihm nie erwartet hätte. Oder an mir vorbei gelaufen ist und in den Hintern getreten hat.
Du mein Engel du hast dich bei sämtlichen Solos von uns beiden neben mich gestellt und gegen mich gelehnt. Oder auch einen Kuss auf die Wange gegeben hast.
Und Kai zuallerletzt mir eine Flasche über denn Kopf gekippt hat, als ich mich von den Fans verabschiedet habe und dann von der Bühne gezogen hat weil ich durch das Wasser nichts sehen konnte.

Nach dem Konzert bin ich jedoch Kommentar los in den Tourbus in meine Schlafkoje habe mir Kopfhörer in die Ohren getahen und bis zum nächsten Morgen Musik gehört und eure versuche mit mir zureden ignoriert habe.
Im Nachhinein tut es mir auch unendlich leid das ich mich so arschig an den Tag verhalten habe.
Ihr habt mich dann auch inruhe gelassen bis zum Tourende, habt auch nicht mehr nachgefragt, was los sei. Doch ich habe eure Besorgnis jeden Tag gespürt, eure Blicke eure leisen Gespräche über mich, wenn ihr dachtet ich würde schon schlafen.

Ich habt auch nicht mit bekommen das ich während der drei Monatigen Tour an etwas geschrieben habe. Ihr hattet zwar mitbekommen das ich viel am Laptop war und getippt habe, doch was konntet ihr nicht wissen, und ihr könnt es auch nicht wissen bis ihr es die nächsten Tage erst lesen könnt. Ich glaube zwar nicht das ihr nachvollziehen könnt, was mich zu dieser Entscheidung bewegt hat, doch hoffe ich das ihr mir verzeihen könnt.



Zögerlich lege ich diesen Brief auf meines Tisch, gut sichtbar. Packe die zwei Sachen ein die ich brauche und verlasse die Wohnung, ohne Schlüssel ohne Handy ohne irgendetwas Persönliches von mir, nur von jedem von euch etwas.

Ich gehe im Schlenderschritt zu dem wundervollen Ort, den du mir vor 10 Monaten gezeigt hast. Du würdest bestimmt nicht mehr wissen, dass ich mich noch an den Weg erinnern würde.

Als ich dort nach zwei Stunden Fußweg ankomme, mit meinen letzten Gedanken im Kopf, mit mir alleine, der Umgebung lauschend, den sanften Wind genießend, setzte ich mich an den Klippen Rand. Nehme die Schlaftabletten Packung aus der Tasche, drücke eine Handvoll aus dem Blister. Hole anschließend noch die Flasche Whisky aus meinen Ärmel und nehme die erste Hand voll, und dann die restlichen.

Als mir nach paar Minuten die Flasche aus den Händen fällt und in die tiefe Stürzt, mein Kopf sich dreht, mein Blick verschwimmt, wird mir klar das ich es nicht weiter verleugnen kann, das ich dich über alles in der Welt liebe.





~*~*~





Vor ein einhalb Stunde.

Ich war schließlich in meiner Wohnung angekommen und habe mich erst mal setzen müssen. Die Tour war sehr anstrengend gewesen.
Nicht nur wegen dem was alles schief gelaufen war, sondern auch weil ich gehofft hatte endlich mit dir reden zu können. Was ich eigentlich schon an deinem Geburtstag wollte, doch, ich habe mich schlicht weg nicht getraut. Ich konnte mich einfach nicht überwinden.
Deshalb hatte ich jetzt alles auf die Tour Gesetz, denn ich habe gemerkt das du mir immer wieder aus den weg gingst, letztendlich auch den anderen drei, als ich mit ihnen gesprochen habe und sie versucht haben zu erfahren was los ist.

Keiner von uns weiß was du hast. Dein Verhalten wurde seit deiner Geburtstagsfeier so seltsam, doch keiner wusste etwas was da passiert sein könnte, das du so einen Wesenswandel hattest. Weil, du bist ja eigentlich ein sehr sensibler Mensch, auch wenn du es gerne versuchtest es zu verleugnen. Aber so abgestumpft, kalt, Gefühlslos, so kannten wir dich nicht und das warst nicht du, unser wundervoller erster Gitarrist, zu dem ich insgeheim auch aufsah.

Nachdenklich hole ich mein Handy hervor und überlege dich anzurufen, doch würdest du sicher wieder mal nicht dran gehen, so wie auch die Monate vor der Tour.
Überlegend was ich tuen sollte beim Kofferauspacken, entschloss ich mich dazu, bei dir vorbei zu fahren, deinen Lieblingswhisky mit zu bringen und den mit dir zu killen und zu hoffen das wir inruhe mal reden konnten. So konnte es nicht weitergehen...es ging eh schon lang genug so.
Gedacht getahen.
Glücklicherweise hatte ich immer eine Flasche deinen Whiskys auf Vortrat bei mir. Diese klemmte ich mir unter den Arm und fuhr zu dir.  

Erst klingelte ich bei dir an der Haustür. Rief dich dann an, als du dich nicht rührtest. Letztendlich holte ich deine Ersatzschlüssel aus der Umhängetasche und verschaffte mir zutritt zu deiner Wohnung, du würdest sicherlich ausflippen, doch das war mir gerade herzlich egal.



Als ich deine Wohnung betrat ahnte ich noch nicht was in den nächsten Stunden passieren würde.
Ich rief nach dir als ich die Schuhe und Jacke auszog ob du da bist. Nach dem ich aber nichts hörte runzelte ich die Stirn. Vielleicht hattest du dich auch schlafen gelegt, du hattest während der Tour sehr sehr viel geschlafen.

Also ging ich bei dir im Schlafzimmer nach gucken. Dort stand aber nur dein nicht ausgepackter Koffer. Ich rief erneut nach dir.
Die Badezimmertür war offen, da konntest du also nicht sein. In der Küche warst du auch nicht. Deshalb blieb dein Wohnzimmer nur noch, dort warst du aber auch nicht.

Aber dafür etwas anderen, ein sehr auffälliger Briefumschlag, auf dem unsere Namen standen.
Ich dachte mir erst noch nichts dabei während ich den öffnete, doch als mir auffiel das dein Handy und alles auch auf dem Tisch lag, zog ich die Blätter hastig aus dem Umschlag und lass diese. Glücklicherweise konnte ich sehr schnell lesen. Doch meine Beine gaben unter mir nach als ich den Brief paar Zeilen weit gelesen hatte.

Als ich dann noch bei dem letzten Blatt ankam, stiegen in mir die Tränen auf, das letzte Blatt hattest du mir gewidmet.
Auf diesem hattest du niedergeschrieben was du für mich empfandst und wie sehr ich dir das Herz gebrochen hatte an deinem Geburtstag. Ich konnte mich jedoch an die Situation die du beschrieben hattest nicht erinnern, scheiß Alkohol!



Völlig neben mir stehend sprang ich auf, ließ den Brief fallen und rannte zu meinem Auto. Ich hoffte genau zu wissen wo du warst und betete das ich nicht zu spät käme.
Ich hätte eigentlich nicht mehr Fahren gedurft, so neben mir stand ich, das die Polizei nicht an meiner Stoßstange klebte war alles. Meine Gedanken sprangen von einem zum nächsten. Wieso war ich so bind gewesen dass ich nicht all die Jahre nicht gesehen habe das du mich mehr als nur mochtest? Nicht mal eine kleine Anspielung hattest du jemals gemacht, nichts. Wie konntest du das über 13 Jahre laut Brief für dich behalten? Oder eher, wieso hatte ich nie aber wirklich nie etwas gemerkt? Oder die anderen Yutaka und Matsu hatten ja sonst immer ein Händchen für so etwas zu bemerken, aber die hätten irgendwann bestimmt was gesagt.



Ich kam verdächtig schnell an dem Ort an wo ich dich vermutete. So schnell meine Beine mich trugen rannte ich zu der Stelle. Schon von weiten konnte ich jemanden dort liegen sehen. Ich hoffte das meine Wahrnehmung mir ein Streich spielte oder du nur da lagst und die Sterne beobachtest.
„YUUU~“ schrie ich als ich aus dem Wald war und ließ mich neben dich auf die Knie fallen.

Du lagst mit geschlossenen Augen auf den Rücken, deine Beine baumelten die Klippe herunter. Schnell zog ich dich von da weg, dabei bemerkte ich jedoch wie kalt deine Haut war.

Deinen Kopf legte ich auf meine Beine und versuchte dich zu wecken und fühlte nach deinen Puls. Den Fühlte ich jedoch nicht. Panisch schob ich eine Hand unter dein Pulli und fühlte ob ich dein Herz schlagen spüren konnte. Ich war mir jedoch nicht sicher ob ich es wirklich ganz leicht noch spüren konnte.
Aber vielleicht war es ja noch nicht zu spät.

Ich rief per Sprachsteuerung beim nächsten Krankenhaus an die einen Helikopter schickten. Sie hatten die Dringlichkeit verstanden. Währenddessen führte ich bei dir eine Herzdruckmassage durch. Dank unserem Leader der uns einmal im Jahr zu einem erweiterten Ersthilfekurs Zwang konnten wir alle so etwas im Schlaf.

Nach paar Minuten kamen drei Sanitäter mit einer Trage angelaufen. Einer zehrte mich von dir weg, dafür übernahm einer der drei. Ein weiterer überprüfte ob du noch lebtest und der letzte bombardierte mich mit fragen ob ich was wüsste was du oder eher wie du dich umbringen wolltest. Ich wollte auch antworten doch verstand ich den Mann vor mir nicht wirklich, bis dann auch meine Sicht verschwamm und ich dem Mann in die Arme kippte.



~*~*~



Ein leises Piepsen drang in meine Gehörgänge, ebenso ein leises Stimmengewirr. Ganz langsam konnte ich meine Augen öffnen. Eine weiße Zimmerdecke erblickte ich. Ein Krankenhauszimmer? War ich im Krankenhaus? Wie war ich hergekommen? Ich war doch eben noch an der Klippe bei Yuu.....YUU oh Gott wo war er, wenn ich hier war?
Ich riss die Augen auf und wollte mich aufrichten, doch wurde ich sofort zurück gedrückt und Yutaka tauchte in meinem Blickfeld auf.
„Hey, schön liegenbleiben!“ ermahnte er mich sofort.
„Yuu“ wisperte ich leise und drehte meinen Kopf zu unserem Leader. Dieser hatte sich wieder hingesetzt und lächelte etwas zweideutig, einerseits erleichtert andererseits auch sehr besorgt.
„Er ist auf der Intensivstation inzwischen...ihm wurde der Magen ausgepumpt und mehrfach das Blut gewaschen..“ gab er zögerlich Antwort, „Du bist den Sanitätern in den Arm gekippt, sie meinten das war die Aufregung...“.

Ich senkte meinen Blick, Yuu war auf der Intensivstation, ihm wurde der Margen ausgepumpt und das Blut gereinigt...
Durch meinen Kopf zuckte auf einmal ein stechender Schmerz, weshalb ich das Gesicht schmerzerfüllt verzog und darauf hin Yutakas Stimme erneut hörte „Schlaf noch etwas, wir müssen so oder so abwarten..“ sanft strich er mir dann noch durchs Haar, weil er wusste das ich davon sehr schnell einschlief, was ich auch schließlich tat.



Erneut erwachte ich. Es war wieder dunkel draußen und meine Hand wurde gehalten, langsam drehte dich meinen Kopf und sah Matsu halb auf dem Stuhl und halb neben mir auf dem Bett liegend. Seine Hände langen um meiner und sein Kopf leg daneben. Etwas schmunzeln musste ich schon und strich ihm sanft durchs Haar mit der anderen Hand.
Davon erwachte er und sah mich verschlafen an. „Shima..“ murmelte er und rieb sich die Augen „Wie geht es dir?“ wollte er wissen.
„Geht“ antworte ich leise und machte anstalten mich aufzusetzen, wo bei unser Sänger mir half. „Weißt du etwas von Yuu?“ fragte ich langsam und sah ihn an.
Er biss sich auf die Unterlippe und schüttelte mit dem Kopf „Nein...er ist noch immer im kritischen Bereich...die Ärzte wollen uns auch keine falschen Hoffnungen machen...es sieht nicht gut aus...“ gab er ehrlich zu.
Stumm nickte ich.
„Wo her wusstest du wo er war?“ fragte eine andere stimme auf der anderen Seite die sich als Akira heraus stellte.
Ich drehte meinen Kopf zu ihm „Ich bin mal dort gewesen mit ihm...an seinen Geburtstag..dieses Jahr..“ kurz überlege ich und fragte dann „Habt...habt ihr den Brief gelesen?“
Akira nickte „Ja..Matsu und ich wurde von Yutaka aufgefordert bei euch in die Wohnungen zufahren und zwei Taschen zu packen als er den Anruf bekam das ihr ins Krankenhaus kamt. Matsu war bei dir und ich bei Yuu...den Brief haben wir drei zusammen hier gelesen..“ beantwortete er meine Frage.
„Hast du nie etwas bemerkt das Yuu in dich verliebt war?“ fragte Matsu schließlich.
Mir auf die Unterlippe beißend schüttelte ich den Kopf „Nein...nie...ich habe es mir aber..die letzten...Siebenjahre erhofft..das er ähnlich fühlt..aber mich nie getraut ihm etwas zu sagen..“.

Ehe wir weiter sprechen konnten kam Yutaka rein. Sein Blick jedoch sprach bände.
„Was ist los?“ fragte Akira ohne nachzudenken nach.
„Der Arzt von der Intensivstation hat mich gerade abgefangen...“ sagte er leise und setzte sich an mein Fußende.
„Und?“ fragte Matsu nach und hoffte auf eine positive Antwort.
„Er wird langsam wach...“ sagte er weiter, doch nach seinem Blick zu urteilen fehlte noch eine wichtige Info.
„Aber?“ fügte Akira an den Satz hinzu.
„Es...es ist sehr wahrscheinlich...das Yuu nicht mehr...der ist den wir kannten...es steht fast Hundertprozentig fest das er..massive Schäden davon zurück behält...genaueres können die Ärzte erst morgen sagen...nach weiteren Untersuchungen..“ sagte er zögerlich und unterdrückte sichtlich seine Gefühle die in ihm und uns anderen aufkamen. Schweigend saßen wir beisammen.



Die Stunden liefen davon. Erst als es hell wurde machten Yutaka und Matsu sich auf dem zweiten Bett lang. Akira blieb bei mir sitzen.

Gegen sieben Uhr kam eine Krankenschwester, brachte mir Frühstück und erkundigte sich wie es mir ging, danach verschwand diese auch wieder.
Akira ging dann in der Cafeteria Frühstück für die anderen zwei und sich organisieren. Ich wartete so lange, weil ich eh keinen Hunger hatte.

Am Nachmittag war erst Visite, der Arzt gab mir meine Entlasspapiere, der Arzt von der Intensivstation blieb bei uns.
Dieser war noch sehr junge und wusste nicht so recht wie er das Gespräch eröffnen sollte. Deshalb tat es unser Leader. „Wie geht es Shiroyama? Was haben die Untersuchungen ergeben?“
Der Arzt sah uns vier an „Also, ihm geht es den Umständen entsprechend. Er hat eine vorübergehende Amnesie in mehreren Lebensbereichen. Die Erinnerungen kommen aber sicher schnell wieder wenn er in seiner gewohnten Umgebung ist. Die Untersuchungen waren glücklicherweise negativ und im Normalbereich. Er bleibt noch drei Tage hier, dann kann er aber entlassen werden. Wenn ein Angehöriger sich bereit erklärt die erste Zeit ihn zu unterstützen und dafür zu sorgen das er Ambulant eine Therapie macht.“
Bei dem Wort Angehörige, sahen wir uns untereinander an und Yutaka fragte „Muss das zwingend ein Angehöriger sein? Denn von denen steht keiner in der Patientenverfügung...können wir das nicht übernehmen? Wir kennen ihn am besten und kennen seinen Alltag.“
Der Arzt überlegte kurz „Wenn er dem zustimmt ja, geht das auch. Aber Grundvoraussetzung ist die Ambulante Therapie.“
Wir nickten „Da kümmern wir uns drum.“ bestätigte Yutaka ihn.
Matsu erhob dann das Wort „Können wir zu ihm?“
Dieses mal lächelte der Arzt etwas „Heute Abend wenn er auf Normalstation ist ja. Sie vier bekommen auch uneingeschränktes Besuchsrecht, heißt neben den normalen Besuchszeiten.“



Als wir vier dann bei mir ankamen, überlegten wir, wie wir die Aufgabenverteilung machten wenn Yuu aus dem Krankenhaus entlassen wurde.
Doch die Überlegungen brachen wir recht schnell ab. Denn Matsu brachte einen frage ein, die wir nicht bedacht hatten.

Wie würde Yuu überhaupt auf uns reagieren? Geschweige auf mich, denn die anderen und ich wussten jetzt, dass Yuu Gefühle für mich gehegt hatte, all die Jahre und sich aus Verzweiflung versucht hatte sich das Leben zu nehmen.
Eine ziemlich lange Zeit mutmaßten wir hin und her. Auch wegen der Amnesie wussten wir nicht was er noch wüsste. Deshalb entschlossen wir einzeln zu ihm zu gehen und ich als letztes.



Am Abend gegen 18 Uhr machten wir uns dann wieder gemeinsam auf den Weg ins Krankenhaus.
Dort angekommen bekamen wir die Zimmernummer genannt.
Wie zuvor abgesprochen gingen wir nach einander zu ihm rein, es wurde nicht drüber gesprochen was wer mit ihm gesprochen hatte. Eins wusste ich nur, jeder hatte sehr lange mit ihm gesprochen. Gegen 23 Uhr durfte ich dann endlich zu ihm rein.

Als ich vor der Tür von seinem Zimmer stand fing ich ziemlich an zu zittern, aus Anspannung, Angst und Unsicherheit. Tausende Gedanken schossen mir durch den Kopf.
Einmal Atmete ich tief durch. Drückte die Türklinke runter, zögerte und drückte die Tür auf und schloss sie hinter mir als ich den Raum betrat. Als die Tür im Schloss lag sah ich erst Richtung Bett.

Du saßt auf dem Bett, mit dem Blick auf die Decke vor dich und spieltest mit der Deckensaum. Du sahst ziemlich erschöpft und fertig aus. Ich konnte mir denken das es ziemlich anstrengend gerade war für dich.
Langsam kam ich zu dir rüber und setze mich auf den Stuhl neben deinen Bett.
In mir stiegen wieder die Tränen auf.



~*~*~



Nach dem Akira das Zimmer verlassen hatte, war mir klar das du jetzt kamst. Etwas angst hatte ich schon, den die anderen hatten kein Wort über dich oder meinen Gefühlen zu dir gesagt. Dies hatte mich schon ziemlich nervös gemacht. Unruhig sah ich mich um und fing an den Deckensaum zwischen meinen Fingern zu reiben.

Die Tür machte ein leises Geräusch, als du die Türklinke runter drücktest, sofort richtete ich meinen Blick auf die Bettdecke. Ich traute mich nicht dich anzusehen, ich versuchte ganz ruhig zu Atmen das man mir die Nervosität nicht direkt anmerkte.

Du setztest dich neben mich und schwiegst, doch ein leises Geräusch verriet mir das du weintest. Durch die fast Achszehnjahre die ich dich jetzt schon kannte, wusste ich das du wenn du dieses unbewusste kaum hörbares Geräusch machtest, das du anfingst zu weinen.
Deshalb sehe ich langsam zu dir. Dein Blick ist gesenkt zum Boden, mit meiner leicht zitternden Hand streiche ich dir über die Wange die Tränen weg, dabei kaue ich mir leicht auf der Unterlippe herum, jede Sekunde drauf warten das du irgendwie reagiertest.
Doch, dieser Reaktion hätte ich nicht erwartet.
Du lehntest sanft deinen Kopf gegen meinen Hand und siehst mich langsam an.

Ein ganz leichtes und sanftes lächeln zierte meine Lippen als wir Blickkontakt hatten.
Ganz leicht fingst du an zu lächeln „Yuu“ hauchtest du kaum hörbar und legtest eine Hand auf meine, die an deiner Wange ruhte.
„Kou-chan“ flüstere ich und versuche meine Tränen der Erleichterung zu unterdrücken, schaffte es aber nicht.

Du standest langsam auf und setztest dich neben mich, löst dabei meine Hand von deiner Wange und umarmst mich vorsichtig. Erst erstarre ich, doch um so länger du mich in deinen Arm hältst um so schneller fällt die Angst und Anspannung von mir ab, bis ich selbst die Arme um dich legen kann und sanft an mich drücken. Als du den sanften druck meinerseits spürst flüstertest du erneut meinen Namen und die drei Worte, die ich nie erwartet hätte von dir zu hören.
Mein Herz bliebt für einen Moment stehen, ich drücke dich noch etwas mehr an mich und erwidere die drei Worte.

Ein kleines bisschen löst du dich von mir um mir wieder in die Augen gucken zu können. Dieses mal hast du eindeutig Freudentränen in den Augen. Ich ebenfalls, mein lächeln wird jedoch etwas breiter auch wenn es unsicher wirkte.

Dennoch schaffe ich es mich ganz langsam zu überwinden dir näher zukommen und meine Lippen auf deine ganz sanft zu legen. Diese unendlich weichen und zarten Lippen, die nur einem wahrem Engel gehören konnten. Kaum liegen unsere Lippen auf einender schließt du die Augen und streichst mir sehr sanft über den Rücken.
Erleichtert lächele ich in den Kuss, der so viel liebe in sich trägt das ich die ganze Welt umarmen wollte, weil ich jetzt ganz genau wusste, das ich dich nicht mehr verlieren würde.



~*~*~

Zwei Monate später sind wir wieder an dem Ort wo fast alles zu ende war.
Wieder auf der Picknickdecke bei einer Flasche Wein, mit Decken und Kissen. Du sitzt wieder hinter mir und hast die Arme und Beine um mich geschlungen, dein Kopf liegt ganz ruhig auf meiner Schulter.

Wir sitzen seit dem späten Nachmittag hier und sehen auf das Meer und in den Himmel.

In den zwei Monaten die vergangen waren, war sehr viel passiert. Wir waren zusammengezogen, hatten ein komplettes Album in den Zweimonaten produziert, welches heute veröffentlicht würde, dann planten wir diesbezüglich die nächste drei geteilte Tour, zwei durch Japan und eine Welttour.
In diesem Album verarbeiteten wir die Geschehnissen von der letzten Tour und meiner unendlichen Dummheit, aber auch das Glück welches wir gehabt hatten und den neuen Lebensabschnitt von meinem Engel und mir.

„Ich liebe dich mein geliebter Engel“ flüster ich mit einem glücklichen lächeln auf den Lippen.
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