ST Voyager (8. Staffel): Neue Abenteuer II

von VoyGirls
GeschichteSci-Fi / P16
B'Elanna Torres Chakotay Kathryn Janeway Owen Paris Seven of Nine Tom Paris
21.05.2019
17.10.2019
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8
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Zur gleichen Zeit auf der Brücke

Owen
Ich betrat mit einem Stapel Padds in der Hand die Brücke. B'Elanna hatte es geschafft, dass der Turbolift wieder funktionierte.
"Rühren sie sich und weiter machen", meinte ich lächelnd als die Offiziere alle stehen und liegen ließen und mich angemessen begrüßten.
"Hier sieht es auch nicht besser aus als auf den anderen Stationen. Schreiten die Arbeiten voran?", fragte ich Kathryn, während ich zu ihr nach unten ging.


Kathryn
Erschrocken zuckte ich zusammen. Ich war gerade dabei die Taktik zu reparieren und lag halb unter der Konsole.
"Ich denke ja. Zumindest die Brücke ist fast wieder hergestellt."
Dennoch wartete noch ein Haufen Arbeit auf uns. Und mein Magen rumorte immer noch.
"Aber bisher hat Torres mich noch nicht in der Luft zerrissen. Entweder sind die Waffensysteme nicht so schlimm beschädigt wie angenommen oder Carey hat sie in Ketten gelegt."
Ich lächelte schief.


Owen
Ich nickte verstehend und schmunzelte dann.
"Also was Lieutenant Torres betrifft, kann ich Sie beruhigen. Ich war gerade im Maschinenraum und sie hat ausgesprochen gute Laune."
Genenauer gesagt, sie hatte nur vor sich hin gegrinst.
"Auf dem Weg hierher habe ich einige Crewmitglieder ins Bett geschickt. Sie konnten sich kaum auf den Beinen halten."
Ich hob die Padds.
"Alles Schadensberichte. Sollen die in Ihren Raum?"


Kathryn
Ich wischte mir über die Stirn.
"Dann hat sie wohl noch keinen Blick auf die Waffensysteme geworfen."
Zustimmend nickte ich wegen den Crewmitgliedern und wies mit der Hand zu meinem Raum.
"Ja, bitte. Ich sehe sie mir später an."
Erst musste ich diese Konsole fertig reparieren.


Owen
Ich hob eine Augenbraue.
"Soweit ich weiß, arbeitet sie gerade daran."
Ich lächelte.
"Ich habe schon gehört, dass B'Elanna ein besonderes Temperament hat."
Sie soll sogar Nasen brechen können!
"Aber an Ihre Nase wird sie sich nicht heranwagen, oder?"
Ich steuerte den Bereitschaftsraum an.
"Wo kann ich dann mit anpacken? Ich habe die Berichte alle durch."


Kathryn
Ich hielt inne.
"Okay ...", meinte ich langsam.
"Irgendwas stimmt da nicht."
Das passte nicht zu Torres. Nun ja ... Gut.
"Ich denke nicht, dass sie sich das traut."
Ich setzte die Abdeckung zurück an die Konsole.
"Es ist Mittag. Sie sollten erst etwas essen. Und dann ..."
Zweifelnd sah ich mich um.
"... Überall?!"


Owen

Ich winkte ab.
"Ich habe noch keinen Hunger. Erst sollen die essen, die es nötiger haben. Gretchen wird schon dafür sorgen, dass es etwas Gutes gibt."
Sie hatte mir gesagt, dass sie sich in der Küche nützlich machen sollte.
"Überall?"
Die Tür zu ihrem Raum öffnete sich und ich schüttelte meinen Kopf.
"Am besten fange ich hier an."
Es herrschte das blanke Chaos.


Kathryn
Ich sah ihn erstaunt an.
"Mom kocht?"
Wobei ... Das sah ihr ähnlich. Mom stand gerne in der Aufmerksamkeit und sie arbeitete gerne mit anderen Menschen.
"Ja, überall."
Ich folgte seinem Blick und nickte leicht. Was sollte ich auch dagegen sagen?!


Owen
Ich schmunzelte.
"Ja, sie wollte sich nützlich machen. Ich glaube Chell ist mit ihr in der Küche."
Ich sah ihren Blick und hob fragend meine Augenbrauen.
"Nicht gut? Ich kann auch woanders mithelfen? OPs?"
Darum frage ich ja!


Kathryn
Ich rappelte mich auf und wies zu meinem Raum.
"Doch, ich denke, den Rest hier sollten wir dem Reparaturteam überlassen. Und ich könnte eine Tasse Kaffee vertragen. Sie auch?"
Ich streckte mich.


Owen
Ich nickte zustimmend.
"Kaffee klingt gut. Dann können wir uns etwas unterhalten."
Was scheinbar dringend nötig war.
"Nach Ihnen."
Ich wies zu ihrem Raum und ließ ihr den Vortritt. Kaum hatte sich die Tür hinter uns geschlossen, räusperte ich mich.
"Wir haben ganz offensichtlich ein Problem miteinander, Captain. Das sollten wir klären. Jetzt."


Kathryn
Ich ging in meinen Raum und trat an den Replikator.
"Kaffee schw-", wollte ich wissen, wurde aber durch seine direkten Worte unterbrochen.
"Problem?"
Ich beordert zwei Tassen und brachte sie zur Couch.
"Bitte", bot ich ihm einen Platz an.


Owen
Ich nahm den Kaffee und setzte mich.
"Wie soll ich es sonst bezeichnen? Seit ich hier angekommen bin, werde ich wie ein Aussätziger behandelt. Und ich würde gern wissen, womit ich das verdient habe."
Ich hatte alles was die Voyager betrifft immer unterstützt. Sogar als Barkley eigenmächtig versucht hatte, den Kontakt zur Voyager herzustellen. Und noch dazu war ich der beste Freund ihres Vaters und immer ein gern gesehener Gast im Hause Janeway. Was sich aber offensichtlich bei Kathryn geändert hat!



Kathryn
Ich setze mich ebenfalls und nippte an der Tasse.
"Ich weiß nicht, was Sie erwarten. Aus dem Nichts tauchen Sie hier auf. Augenscheinlich ohne das Wissen des Stabes. Ich habe keine Ahnung, was das hier alles werden soll - oder ist!"
Ich stellte die Tasse ab.
"Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Ich habe keinerlei Befehle erhalten, aber einen Vorgesetzten vor der Nase."
Ich sah ihn frustriert an.
"Ich habe keine Ahnung, wie ich reagieren soll. Was geplant ist. Was in Zukunft folgen soll!"
Mir machte die Situation nicht weniger zu schaffen!


Owen
Ich lehnte mich zurück.
"Aha. Und darum wird gleich vom schlimmsten ausgegangen? Anstatt mit mir das Gespräch zu suchen?"
Ich schüttelte leicht den Kopf.
"Dabei hattest du in Diplomatie immer ein 'sehr gut'. Aber das ist Jahre her", meinte ich leise und etwas enttäuscht darüber, dass sie noch immer nur auf dienstlicher Ebene kommunizierte. Der gute 'Onkel Owen' von früher existierte wohl nicht mehr.
Ich langte nach der Tasse und nippte daran.
"Was hätten Sie denn gerne, Captain? Soll ich mich selbst suspensieren? Zurücktreten? Oder am besten gleich auf dem nächsten Klasse M Planeten aussteigen?"


Kathryn
Ich seufzte leise.
"Die Diplomatie der Sternenflotte findet hier keinen Anklang."
Sie war ein Wegweiser, aber mehr auch nicht mehr. Im Laufe der Jahre hatte ich gelernt, sie abzuwandeln und zu formen.
"Mein Leben im Alpha-Quadrat ist Jahre her. Hier hat jeder Dinge erlebt, die er niemals erleben sollte."
Ich biss mir auf die Lippen.
"Von Assimilation bis zu einem Wesen in Form meines Vaters, dass meine Seele fressen wollte. Da fällt einem der Glaube ans Gute nicht leicht."
Ich spürte den bekannten Schmerz, wenn ich an meinen Vater dachte. Ich wünschte ihn mir her. Seine Arme spüren wie er mich im Arm hielt. Wieder Kind sein.
"Klarheit", kam es brüchig von mir.
"Was geht hier vor sich?!"


Owen
Ich hörte mir ihre Ansprache an und nickte leicht.
"Jeder im Alpha-Quadrat weiß, in welcher Gefahr ihr euch befindet. Und genau deswegen wird alles versucht, euch früher nach Hause zu holen. Das Projekt mit dem künstlichen Wurmloch gehörte dazu. Es wurde lediglich eingestellt, weil es als zu gefährlich eingestuft wurde. Und ein zu hohes Risiko beinhaltete. Unsere kleine Gruppe war Bereit, diese Gefahr und das Risiko einzugehen."
Ich nippte an meinem Kaffee und schloss kurz meine Augen.
"Klarheit...", murmelte ich und öffnete meine Augen wieder.
"Meine Beweggründe, hierher zu kommen, sind reinweg privat."
Ich stellte die Tasse auf den Tisch.
"Ich bin weder hier um Ruhm zu kassieren oder dir irgendwelche Vorschriften zu machen. Allerdings ist es nicht mein Naturell, mich in einem Quartier zu verstecken, wenn es brenzlig wird."


Kathryn
Ich spürte wie ich mich entspannte. Weshalb auch immer.
"Wieso ist uns niemals etwas zu Ohren gekommen. Zwecks diesen Projekts?"
Barkley hatte uns damals überschüttet mit möglichen Optionen zu unserer Rettung.
"Privat? Wegen eures Konflikts?"
Tom war nicht gut auf seinen Vater zu sprechen gewesen. Und das beruhte auf Gegenseitigkeit.
"Du bist aber quasi mein Boss", rief ich ihm in Erinnerung.
"Und selbst wenn ... Das war gefährlich! Du kennst die Gefahren hier nicht. Tuvoks Sicherheitskurs speziell für euch findet erst statt", rief ich ihm in Erinnerung.


Owen
Ich hob meine Augenbrauen.
"Willst du mir ernsthaft einen Vortrag über die Gefahren des Lebens eines Sternenflottenoffiziers halten? MIR? Ich bin bereits in den Krieg gezogen, da hast du in Windeln auf der Farm in Bloomington Hasen gefüttert."
Fast mein ganzes Leben bestand aus Gefahren. Und die meisten davon hatte ich Seite an Seite mit ihrem Vater bestritten.
"Und ich bin Gast hier an Bord. Kein offizieller Repräsentant."
Ich nahm wieder die Tasse und leerte sie.
"Das Projekt war Top Secret, weil der Geheimdienst involviert war. Zu eurem Schutz. Seit wir wissen, dass die Voyager nicht verschollen ist und stattdessen im Delta-Quadranten unterwegs ist, haben die Romulaner und vor allem die Cardassianer ihre Augen und Ohren überall, um an Informationen über euch zu gelangen."
Ich sah in die leere Tasse und nickte leicht.
"Ja, ich bin wegen Tom hier."
Mein Vaterherz zog sich schmerzhaft zusammen.
"Bei ihm wollte ich alles richtig machen... Aber alles war falsch gewesen", meinte ich leise.


Kathryn
Ich hob eine Augenbraue.
"Ich rede speziell von den Gefahren des Delta-Quadranten", warf ich ein und legte den Kopf schief.
"Also Zivilist?"
Ähm ... okay ... Ob das so gut war? Und funktionierte? Admiral sein konnte man nicht einfach so abstellen.
"Konntest du mit Tom sprechen?", wollte ich wissen.


Owen
Ich zuckte leicht mit den Schultern.
"Wenn wir es so nennen... Von mir aus Zivilist. Aber ich möchte nicht einfach herumsitzen. Ich möchte dich unterstützen. Bei was auch immer."
Es gab mit meiner Qualifikation genug zu tun! Und wenn ich mich nützlich mache, ist der Stab vielleicht gnädig mit mir.
"Wer weiß, ob ich überhaupt noch Admiral bin? Der Stab wird bestimmt versuchen, uns zu kontaktieren."
Ich sah Kathryn an und lächelte leicht, als sie endlich vertrauter mit mir redete.
"Nein, nicht wirklich. Tom geht mir aus dem Weg. Ich wollte mit ihm reden, aber es kommt immer etwas dazwischen. Aber ich habe Kontakt zu B'Elanna und Miral."
Ich lächelte warm als ich an meine Enkeltochter dachte.
"Ich hatte sporadisch Kontakt mit Tom per Briefing. Er hatte mir von der Hochzeit und Mirals Geburt geschrieben."
Ich hatte zwar zurück geschrieben, aber ihm vieles nicht mitgeteilt, weil ich nicht wollte, dass er sich Sorgen oder Gedanken macht.
"Es gibt so einiges, was er erfahren sollte."


Kathryn
Ich entspannte mich. Er hatte offiziell kein Bedürfnis, hier irgendwas zu bestimmen.
"Das wird sich sicher einrichten lassen."
Meine Neugier wurde geweckt.
"Was gibt es noch wichtiges zu erfahren? Privat?"
Owen wirkte so ... bedrückt.


Owen
Ich brummte leise.
"Ich habe dir von Anfang an gesagt, dass ich inoffiziell hier bin."
Daher verstand ich ihre ablehnende Haltung nicht. Ich stellte die leere Tasse zurück auf den Tisch.
"Es gab... eine Veränderung in meinem Leben."
Ich räusperte mich.
"Ich habe mich... Nein, eigentlich anders herum... Also... Julia... Sie hat sich von mir getrennt. Vor zwei Jahren schon. Wir... sind seit einem Jahr geschieden."


Kathryn
Erstaunt sah ich ihn an.
"Ihr habt euch scheiden lassen?"
Das war wirklich eine Nachricht...
"Wieso denn? Ich dachte eure Ehe verläuft harmonisch?!"
Zumindest machte es das früher immer den Anschein.
Das tat mit leid! Ich legte eine Hand auf sein Knie.
"Das muss dich sehr verletzt haben."


Owen
Ich unterdrückte ein hämisches Auflachen. Harmonie in meiner Ehe? Die hatte schon wenige Monate nach der Hochzeit ein Ende. Und mit jedem Kind wurde es schlimmer.
"Als Offizier der Sternenflotte weiß man, wie der Schein zu wahren ist."
Ich schüttelte meinen Kopf.
"Ehrlich gesagt war es eine Erleichterung. Ich hätte mich nie von ihr getrennt. In guten wie in schlechten Zeiten, verstehst du?"
Nein, so kann sie es nicht verstehen.
"Julia ist psychisch krank. War sie schon immer. Wir haben es nie nach außen getragen."


Kathryn
Ich runzelte die Stirn.
"Psychisch krank? Das habt ihr aber gut verborgen. Mir ist das nie aufgefallen."
Dennoch war ich ... neugierig.
"Woher weißt du, dass sie psychisch krank ist? Und wieso hat sie sich dann plötzlich von dir getrennt?"


Owen
Ich lächelte leicht.
"Ich wusste es schon als ich Julia geheiratet habe. Da hat sie aber regelmäßig ihre Medikamente genommen. Später hat sie sich geweigert und es wurde immer schwieriger mit uns."
Ich massierte mir die Stirn.
"Wir haben schon Jahrzehnte nebeneinander her gelebt. Sie hatte ihre eigene Welt und ich habe Zuflucht bei der Sternenflotte gesucht. Damit hatten wir uns arrangiert. Und ich hätte sie nie verlassen. Sie ist die Mutter unserer Kinder. Und ich hatte immer versucht, sie aufzubauen. Der richtige Bruch kam, als Tom mit der Voyager verschwunden ist", erzählte ich ihr.
"Im Gegensatz zu Julia habe ich es nie akzeptiert, dass ausgerechnet mein einziger Sohn verschollen ist. Ich habe alles in Bewegung gesetzt, um ihn zu finden. Deswegen sind Julia und ich immer wieder aneinander geraten. Moira und Kathleen standen hinter mir."
Toms Schwestern waren mir in all den Jahren eine große Stütze. Aber sie hatten ihr eigenes Leben fern der Erde.


Kathryn
Ich nickte ein wenig erstaunt.
"Und trotzdem habt ihr gemeinsam Kinder bekommen?"
Das stellte ich mir ziemlich schwierig vor.
"Sie hat Tom aufgegeben?"
Okay ... Das war hart. Sehr hart.


Owen
Ich seufzte leise.
"Wir wollten beide Kinder. Und ich dachte, ein Kind hilft ihr. Aber es war das ganze Gegenteil. Nach Moiras Geburt verweigerte Juli sämtliche Medikamente. Und ihre Welt drehte sich nur noch um Moira. Ich spielte darin nur eine kleine Rolle. Und dann wurde Julia schnell wieder schwanger. Sie hatte noch kein Implantat und meines war damals defekt. Durch irgend eine Energieentladung während eines Kampfes."
Ich schluckte leicht.
"Als ich davon erfahren habe, wusste ich nicht, ob ich mich freuen sollte. Dann aber... Dann sagte sie mir, dass es ein Junge wird."
Ich schluckte erneut.
"Ich sollte einen Sohn bekommen... Es war für mich wie ein Geschenk von Gott persönlich."
Ich presste meine Kiefer zusammen, weil meine Augen wässrig wurden.
"Tom sollte das Beste sein, was mir jemals passiert ist. Aber dafür habe ich den falschen Weg gewählt. Was mir erst bewusst geworden ist, als er nicht mehr da war."


Kathryn
Ich lauschte der Geschichte und war bestürzt. Das hatte ich nicht gewusst!
"Das tut mir leid", meinte ich ehrlich und lächelte dann.
"Tom hat dich vermisst. Und du hättest ihn hören sollen, als ich ihn befördert hatte. Er wünschte sich du wärst dabei gewesen", erzählte ich.
Plötzlich wirkte er wie ein alter Mann.
"Und Torres hat viel Temperament, aber sie liebt ihn von ganzem Herzen. Und Miral ... Sie hat das ganze Schiff in Atem gehalten. Sie freut sich sicher über ihren Opa."


Owen
Meine Gesichtszüge hellten sich auf.
"Das hat er gesagt?"
Konnte ich mir kaum vorstellen, nach allem, was zwischen uns war.
"Ich habe auf biegen und brechen versucht, Tom zu meinem Abbild zu formen. Damit er ein genauso guter Offizier wird und ich dann zusammen mit ihm die Erde retten kann. Vater und Sohn Seite an Seite! Aber im Gegenzug hat Tom alles dafür getan, nicht so zu werden wie ich. Wo es hingeführt hat, sieht man ja."
Ich schmunzelte leicht.
"Allerdings wäre er nicht hier, wenn ich ihm erlaubt hätte, zur Marine zu gehen. Er wäre nicht hier und hätte B'Elanna und Miral nicht. Und über die beiden lasse ich sowieso nichts kommen."
Kathryn musste meine Schwiegertochter nicht extra in ein helles Licht rücken. Plötzlich lachte ich leise.
"Weißt du... Edward hat immer gesagt, man soll spezielle Aufgaben denen überlassen, die es können. Wenn er jetzt wüsste, dass ausgerechnet sein Goldvögelchen meinen Tom zu dem gemacht hat, was er jetzt ist, würde er mich auslachen. Weil ich diesbezüglich versagt habe."


Kathryn
Ich lächelte sanft und das 'Goldvögelchen' klingelte in meinen Ohren nach. Daddy ... Wie sehr ich ihn vermisste.
"Ja, hat er tatsächlich. Auch wenn er es niemals zugeben würde."
Ich erhob mich und wollte die Tassen aufräumen, aber mir drehte es sich. Ich kniff die Augen zusammen und blieb stehen. Den Schwindel abwartend.
"Wir finden sicher eine Aufgabe für dich ...", nahm ich das Gespräch von vorhin auf.


Owen
Ich feixte.
"Oh doch. Edward hat immer zu dem gestanden, was er gesagt hat. Und weil er es nicht mehr kann, sage ich etwas für ihn. Er wäre sehr, sehr stolz auf dich, Kathryn."
Ich erhob mich und nahm ihr die Tassen ab.
"Und er würde sich über seine zwei Enkelkinder genauso freuen, wie ich mich über Miral."
Ich lächelte geheimnisvoll.
"Du darfst nicht so schnell aufstehen. Das macht der Kreislauf in der Zeit nicht mit."


Kathryn
Ich lächelte leicht.
"Danke. Das bedeutet mir viel."
Tat es wirklich. Ich vermisste meinen Vater sehr. Der Schmerz war immer noch da.
"Zwei?"
Ich hob eine Augenbraue. Innerlich schimpfte ich. Mom hatte Owen doch nichts verraten!
"Zählst du etwa Miral dazu?", tat ich ahnungslos und setzte mich wieder. Er hatte Recht. Und so wurde der Schwindel weniger.


Owen
Ich schmunzelte.
"Du weißt genau was ich meine."
Ich trug die Tassen zum Replikator und recycelte sie.
"Gretchen hat sich zu sehr darüber gefreut. Und ich kenne sie zu gut. Geheimnisse bewahren ist nicht ihre Stärke."
Ich ging zu ihrem Schreibtisch und schloss die Konsole an.
"Aber mach dir keine Sorgen. Ich kann Geheimnisse wahren."


Kathryn
Ich stöhnte leise.
"Wem hat sie das noch erzählt!? Doch nicht etwa Phoe?"
Meine Schwester war noch schlechter im wahren von Geheimnissen.
"Na dann weißt du ja, dass deine Hilfe eventuell bald von Nöten wäre ... Auch wenn ich nicht länger als nötig außer Dienst sein werde."
Ich lehnte mich entspannt zurück.


Owen
Ich lachte.
"Nein, nur mir. Phoebe ist genauso unwissend wie der werdende Vater."
Sofern er es noch immer nicht weiß.
"Ich bin nur Gast. Du hast einen Stellvertreter, der dich vertreten kann."
Ich loggte mich in meine Privatdateien ein.
"Schon erstaunlich... Da schickt man Captain Janeway los, um einen Maquis-Captain zu fassen, der der Flotte das Leben schwer macht... Und zurück kommt sie mit ihm als Ersten Offizier, Lebenspartner und Daddy."
Ich grinste breit.


Kathryn

Ich plusterte die Wangen auf.
"He! Das klingt als hätte ich das geplant. Dabei war es Chakotay der einfach nicht aufheben wollte ..."
Mhm. Sein werben war immer sanft gewesen, nie aufdringlich. Immer sehr schön.
"Was machst du da?", wollte ich wissen.


Owen
Meine Mundwinkel zuckten.
"Ahaaa... Also hat er DICH letztendlich eingefangen."
Auch nicht schlecht!
"Ich suche ein Foto. Damit du etwas ruhiger schlafen kannst. Falls du denkst, dass dir der Stab deswegen Ärger macht."
Ich kenne sie doch!


Kathryn
Ich brummte.
"Einfach hab ich es ihm nicht gemacht.", meinte ich sogleich und sah ihn fragend an.
"Was für ein Foto?"
Ich hatte keine Ahnung wovon er sprach.
"Ich schlafe doch ruhig."


Owen
Ich brummte ebenfalls.
"Na das hoffe ich doch. Wäre ja noch schöner, wenn die Maquis an allen Fronten bekommen, was sie wollen."
Ich lachte leise und öffnete das Foto.
"Tust du? Okay, ich zeige es dir trotzdem."
Ich drehte den Monitor und sie konnte das Foto sehen. Es war ein Schnappschuss von der Brücke der USS Enterprise. Mit Captain Picard und Captain Riker auf den Kommandosesseln. Hinter ihnen standen die jeweiligen Ehefrauen Beverly und Deanna und beide Männer hielten je einen Säugling im Arm. Beide hatten Sternenflotten-Strampler an in Kommando-rot-schwarz.
"Das sind Jolie Picard und James T. Riker."


Kathryn
Ich besah mir das Foto und war erstaunt.
"Picard hatte endlich den Mut, Crusher anzusprechen?"
Die Tragödie um deren Freundschaft war bekannt. Jean-Luc hatte Beverlys Mann in den Tod geschickt.
"Und Will war sich im klaren, wer seine Schwiegermutter wird?"
Lwaxana Troi ... Picards Albtraum.
"Wie schön. Und was willst du mir hier durch die Blume sagen, hm?"
Ich kannte Owen doch!


Owen
Ich lachte.
"Ja, hat er. War eine schöne Feier. Wesley ist Pate von Jolie."
Ich scrollte nebenher durch meine Bilddatei.
"Durch die Blume sage ich damit, dass du nicht der einzige Captain der Sternenflotte bist, der Nachwuchs bekommt."
Ich schmunzelte und öffnete ein anderes Foto. Es zeigte Gretchen mit zwei indianischen Frauen vor einem Lagerfeuer im Dschungel. Die Jüngere hatte das gleiche Tattoo wie Chakotay.
"Das sind Tananka und Sekaya. Deine Schwiegermutter und deine Schwägerin."


Kathryn
Neugierig geworden sah ich mir das nächste Foto an.
"Mom war tatsächlich auf Trebus?!", fragte ich erstaunt und sah mir die beiden Personen an.
"Das Bild gib bitte an Chakotay weiter. Er selbst hat kein solches Bild."
Ich wusste wie sehr er darunter litt. Aru konnte er so nie seine andere Omi zeigen.


Owen
Ich nickte zustimmend.
"Ja. Gretchen und ich waren dort und haben den Stamm besucht. Das war nachdem Sekaya Post von Chakotay erhalten hatte, in der er über Amal geschrieben hatte."
Ich sah bedrückt drein.
"Traurige Geschichte mit ihm. Es grenzt... Nein, es ist ein Wunder, dass ihr ihn lebend aufgegriffen habt."
Ich zeigte ihr noch ein Foto vom Dorf.
"Gretchen hat für Chakotay und Amal ein Album angelegt. Da sind die Fotos mit drin."


Kathryn
Ich musterte Owen.
"Du begleitest Mom ziemlich häufig", fiel mir da auf und ich nickte.
"Danke. Das wird den beiden sehr viel bedeuten."
Meine Neugier meldete sich.
"Was für eine Geschichte?", wollte ich wissen.
Amals Schicksal interessierte mich. Um ihn zu verstehen.


Owen
Ich zuckte innerlich zusammen. Ähm...
"Einer muss doch auf sie aufpassen", meinte ich lächelnd und beendete die Fotoshow, ehe ich mich erhob und zum Replikator ging.
"Die Geschichte um Amals Verschwinden. Wobei... Geschichte ist übertrieben."
Ich replizierte eine Karaffe mit einer Art erfrischendem Kräuterwasser und ein Glas für Kathryn.
"Rezept von und für Schwangere von Deanna. Es soll beleben und hat Bev und Deanna geholfen."
Ich schenkte ihr ein Glas ein und setzte mich neben sie.
"Als Amal geboren wurde hatte er einen Gendefekt. Genau den gleichen wie alle Männer in Chakotays Familie. Bei ihm war er aber so stark ausgeprägt, dass er nur schrie und durch nichts zu beruhigen war. Voller Angst um ihren Sohn setzte sich Tananka über Kolopak hinweg und schickte Amal zur Erde. In der Obhut ihrer besten Freundin. Sie sollte mit Amal Hilfe im Medizinischen Zentrum der Flotte suchen."
Mit schwerem Herzen hatte Tananka das erzählt.
"Die Stunde des Abfluges war ein Abschied für immer. Tananka und Kolopak haben Amal und die Freundin von Tananka nie wieder gesehen."
Ich verzog mein Gesicht.
"Tragischer kann ein Leben nicht sein. Nur wenige Tage war Amal bei seinen Eltern und dann... ein Leben lang bei den Cardassianern. So wie es aussieht, wurde der Frachter, mit dem Amal zur Erde gebracht werden sollte, von den Cardassianern ausgeraubt. Es gibt eine Aufzeichnung von dieser Zeit, in dem berichtet wird, dass im Umkreis von Trebus ein Frachter verschollen ging. Er hat also sein ganzes Leben auf diesem Sklavenschiff verbracht. Quasi seit wenigen Tagen nach seiner Geburt."


Kathryn
Ich besah mir die Karaffe und wollte gar nicht wissen, wieso Deanna und Beverly Owen das Rezept für einen Schwagerendrink gegeben hatten.
"Danke."
Ich nippte an dem Glas. Erstaunlicherweise schmeckte es wirklich gut. Allerdings verging mir der ganze Genuss als er Amals Geschichte erzählte.
"Dann haben seine Eltern Amal gar nicht loswerden wollen."
Das hatte Amal in einem seiner Tiefpunkte seinen Eltern vorgeworfen.
"Das solltest du ihm erzählen. So kann er dann eine Verbindung zu seinen Eltern auffüllen."
Ich stellte das Glas ab.


Owen
Ich schüttelte meinen Kopf.
"Nein, natürlich wollten sie das nicht. Tananka wollte ihn retten. Sogar über den Kopf von Kolopak hinweg. Er hat ihr Vorwürfe deswegen gemacht und beide waren in Trauer. Dann aber wurde Tananka erneut schwanger. Nur drei Monate nach Amals Geburt", berichtete ich weiter.
"Und ab da wird es etwas mysteriös. Tananka nennt es Schicksal. Chakotay kam als Frühchen zur Welt. Genau an dem gleichen Tag, an dem Amal einst geboren wurde. Am 2. Februar. Für Tananka und Kolopak war es die Reinkarnation ihres Erstgeborenen. Deshalb gaben sie ihm erneut den Namen Amal. Zur ewigen Erinnerung."
Ich lächelte.
"Ich habe das alles nachrecherchiert und es stimmt. Amal ist dementsprechend ein Jahr jünger als er annimmt. Ich habe sogar eine offizielle Geburtsurkunde für ihn ausstellen lassen. Dass beide Amal Kotay heißen ist kein Problem. Sie sind nicht die Einzigen, die gleich heißen. Und Chakotay wird überall als Chakotay geführt."


Kathryn
Erstaunt sah ihn Owen an.
"Dann können wir in Zukunft auch Amals Geburtstag feiern", freute ich mich und nahm wieder ein Schluck.
"Das war wirklich ein großer Zufall."
Zwei Söhne am selben Tag um ein Jahr versetzt.
"Ich denke, Amals wird sich richtig freuen. Er bekommt mehr Identität zurück."


Owen
Ich nickte zustimmend.
"Ich schätze, dass ist das Mindeste, was wir ihm zurückgeben können."
Die Zeit lässt sich leider nicht zurück drehen.
"Wir haben Tananka und Sekaya nicht erzählt, wo genau Amal gefunden wurde. Chakotay hatte es auch nicht direkt geschrieben. Falls er damit bezwecken wollte, dass Tananka sich nicht noch mehr Vorwürfe macht, dann wird dies gewahrt."
Keine Mutter sollte erfahren, was ihrem Kind angetan wurde.
"Ich bin wirklich erstaunt darüber, dass Amal so... normal wirkt. Ich habe einige Individuen kennengelernt, die nur ein paar Wochen in den Fängen der Cardassianer waren. Sie sind nicht darüber hinweg gekommen und verbringen den Rest ihres Lebens in einer psychiatrischen Anstalt. Aber Amal... Soweit ich das in der Datenbank recherchieren konnte, nimmt er Unterricht in unsere Sprache."
Laut den Aufzeichnungen ist seine 'Muttersprache' Cardassianisch. Was aber durch die Universaltranslatoren nicht auffiel.
"Und er hat soziale Beziehungen aufgebaut. Zumindest zu Chakotay, dir und den Kindern."


Kathryn
Ich nickte zustimmend.
"Das klingt gut", versprach ich und lächelte.
"Amal macht eine Therapie. Durch die Kinder."
Ich lächelte.
"Er ist der perfekte Babysitter und durch Miral hat er seinen Lebenswillen wieder gefunden."


Owen
Ich strich mir übers Kinn.
"Das Gleiche hat mir B'Elanna auch erzählt. Ich war neugierig, warum sie und Tom Miral ausgerechnet Amal anvertraut haben. Aufgrund dessen, was er durchgemacht hat. Und weil er keinerlei Erfahrung mit Kindern hat. B'Elanna sagte, dass er regelrecht ausgeflippt ist, weil Miral bei einer Party unbeaufsichtigt umhergekrabbelt ist."
Obwohl ich unbeaufsichtigt für übertrieben halte. Jemand hatte bestimmt ein Auge auf sie gehabt.
"Soweit ich informiert bin, haben die Cardassianer nicht einmal vor Experimenten an Kindern zurück geschreckt. Vielleicht hat er sowas ja erlebt auf diesem Schiff."
Ich zuckte leicht mit den Schultern.
"Ich bin zwar kein Psychologe, aber es ist merkwürdig, dass er sofort einen guten Draht zu Aru und Miral gefunden hat, obwohl er sonst eher zurückgezogen an Bord lebt."
Hatte mir Chakotay erzählt. Und B'Elanna auch.
"Er nimmt so gut wie nie an außerdienstlichen Aktivitäten teil."


Kathryn
Ich nickte zustimmend.
"Ja, das ist es wohl", gab ich zu.
"Er redet nur ungern über seine Zeit in Gefangenschaft."
Wer konnte es ihm verdenken? Wir würden wohl weniger ruhig sein.
"Aru kitzelt ihn schon hervor. Zumindest taut er mir und Chakotay gegenüber auf."
Ich leerte mein Glas und erhob mich dann.
"Lass uns ins Kasino gehen."
Von dort würde ich Chakotay etwas zu essen bringen.


Owen
Ich erhob mich und reichte ihr meine Hand.
"Das wird schon. Er wird sicher lernen, dass es auch ein harmonisches Miteinander gibt. Und er hat eine gute Familie, die ihm hilft."
Ich zwinkerte ihr zu.
"Du hast bereits einen Indianer und meinen Sohn gerade hingebogen. Da schaffst du auch einen zweiten Indianer."
Ich lachte leise und lächelte.
"Ist zwischen uns beiden jetzt alles geklärt?"
Das hoffte ich. Gerade weil ich eigentlich noch mehr zu beichten hatte. Aber das hier reichte fürs Erste.


Kathryn
Ich ließ mir aufhelfen, obwohl ich keine Hilfe brauchte. Noch nicht.
"Du meinst also schwierige Männer sind genau mein Fall?"
Ich grinste und nickte dann.
"Ja. Es tut mir leid, dass der Start so ... holprig war."
Tat es wirklich. Gemeinsam gingen wir ins Kasino. Dort blieb mir der Atem stehen. CHAKOTAY! Stand er da hinter dem Tresen mit meiner Mutter und kochte!



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