Zwei Welten, eine Familie

von Masky26
GeschichteAllgemein / P12
Graf Rochefort OC (Own Character)
20.05.2019
28.05.2019
5
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20.05.2019 1.225
 
Es war ein verregneter Tag in Paris. Ein kleines Mädchen lief durch die Straßen, komplett durchnässt, vor jemandem weg. Sie lief Richtung Kinderheim. "Haut ab, lasst mich in Ruhe!" Rief sie. Doch sie kam nicht weit. Ihre Verfolger holten sie sehr schnell ein und versperrten ihr den Weg. Es waren drei ältere Jungs. "Da ist ja der kleine Langfinger. Jetzt bist du dran." Sagte einer von denen. Das Mädchen fühlte sich von ihnen bedroht. "Bringt man euch Waisenkindern das Stehlen bei? Das war schon das dritte Mal, dass ich dich in unserem Vorgarten erwische." Sagte ein anderer. Ein dritter Junge packte sie und wollte ihr eine Ohrfeige verpassen. Das Mädchen begann zu weinen und versuchte ihr Gesicht mit ihren Händen zu schützen. "Das hilft dir jetzt auch nicht, du Heulsuse. Hier ist niemand, der dir helfen wird." Die Jungs lachten spöttisch und der, der sie noch festhielt, wollte gerade zuschlagen als es donnerte und blitzte und ein Fremder plötzlich auftauchte. "Lass sie los, sie hat euch nichts getan." Der Fremde warf den Jungs einen kalten Blick zu. Der Schläger ließ sie los. "Wer seid Ihr?" Ein anderer flüsterte ihm zu: "Wir haben es hier mit einem Chevalier zu tun. Sehen wir zu, dass wir Land gewinnen, er ist mir unheimlich. Hast du diesen kalten Blick gesehen?" Der Schläger winkte ab und sagte: "ich habe keine Angst vor ihm." Dann wand er sich dem Fremden zu: "Zieht Euren Degen, Chevalier!"
"Bist du wahnsinnig? Du kannst ihm nicht das Wasser reichen, Pierre. Gehen wir lieber nach Hause." Aber Pierre wollte nicht hören und zog trotzdem den Degen, den er seinem Vater gestohlen hatte. Der Fremde seufzte. Er hatte absolut keine Lust sich mit paar Jugendlichen herum zu plagen. Widerwillig zog auch er seinen Degen. "Wenn es unbedingt sein muss! Ich werde dir jetzt eine Lektion erteilen." Er rannte auf Pierre zu, holte aus und entwaffnete ihn. Seine Bewegung war extrem schnell, fast schon unmenschlich schnell. Der Fremde hielt nun Pierres Degen in der anderen Hand. Das hat die anderen zwei sprachlos gemacht. "Hast du das gesehen? Ich hab's dir gesagt, dass du keine Chance hast. War das Beweis genug?" Der Fremde gab Pierre den Degen wieder. "Du bist noch nicht so weit. Außer Jussac ist mir niemand ebenbürtig. Geh nach Hause, Junge. Das nächste Mal werde ich nicht mehr so gnädig sein. Und falls euch jemand fragt, dann sagt, dass Graf Rochefort der beste Kämpfer ist. Ich empfehle mich." Sagte der Fremde und schwang sich wieder elegant auf sein Pferd. Die Jungen rannten schnell weg und ließen das Mädchen zurück.
Der Fremde wollte gerade wieder weiterziehen bis er aufgehalten wurde. Das Mädchen hielt ihn am Umhang fest. "Wie kann ich Euch danken, gnädiger Herr? Ihr wart echt klasse. Wo wollt Ihr hin? Darf ich mitkommen?"
Genervt sah der junge Rochefort auf das Mädchen herab. sie muss mindestens sechs Jahre alt sein. Dachte er. "Wo sind denn deine Eltern? Vielleicht setzte ich dich in der Nähe ab." Sagte er.
"Die Wahrheit ist, ich habe keine Eltern mehr. Sie sind vor zwei Jahren gestorben. Seit dem Ylebe ich im Waisenhaus, aber ich will da nicht hin. Es ist überall besser als dort. Ich könnte für Euch arbeiten, ich würde alles tun, aber bitte nicht wieder zurück." Sie flehte ihn an bei ihm zu bleiben.
"Mal sehen, was sich da machen lässt. Na los, rauf mit dir." Der junge Rochefort half ihr auf das Pferd zu steigen. "Du sitzt hinten und hältst dich fest." Sagte er kühl. "Wie ist dein Name?" Fragte er.
"Ich bin Sarah." Antwortete sie.
"Also gut, Sarah. Halt dich jetzt fest." Sarah krallte sich an ihm. "Bohr mir deine Krallen nicht in die Rippen."
"Tut mir leid, gnädiger Herr."
Gnädiger Herr, wie albern. Graf Rochefort verdrehte die Augen und seufzte. Ich habe ein Satansbraten am Hals. Je schneller ich sie los werde, desto besser. Ich habe schon zu viel Zeit vertrödelt mit diesem Gör. Der Kardinal wird nicht begeistert sein.
Sie standen vor dem Waisenhaus.
"Da wären wir. Sieht wirklich nicht einladend aus. Du hattest recht." Beide stiegen vom Pferd runter und gingen auf das Gebäude zu. Sarah versteckte sich hinter Rocheforts Rücken. Er seufzte sieder. Wann hat das ein Ende? Ich fühle mich missbraucht. Er klopfte an der Tür und eine ältere Dame öffnete ihm. Wie angetan war sie von dem Besucher. Graf Rochefort verbeugte sich vor ihr. "Ich wünschte guten Tag, gnädige Frau." Sagte er mit sanfter Stimme, was die Frau noch mehr begeisterte. "Kommt doch herein und diese kleine Quertreiberin habt Ihr auch dabei. Wir haben uns hier Sorgen um das Kind gemacht." Krähte sie. Rocheforts schulterlange Haare standen ihm fast zu Berge bei der Stimme. Ich will nicht wissen, wie sie klingt, wenn sie sauer ist.
Sarah zupfte an seinem Ärmel und flüsterte: "Sie ist die Leiterin und eine Hexe. Sie hasst Kinder."
"Das kann ich mir gut vorstellen."
Sie gingen durch den Flur und betraten das Büro. "Sarah, geh auf dein Zimmer. Wir reden später darüber und zieh dir was anderes an, du holst dir noch den Tod." Sagte sie streng. Sarah fügte sich und schlenderte widerwillig in ihr Zimmer. Auf dem Weg dahin begegnete sie anderen Kindern, die sie verspotteten und sie auslachten. Doch sie ignorierte die anderen. "So tief bist du gesunken, dass ein Chevalier dir aus der Patsche helfen musste?" Wütend sah sie das andere Kind an. "Was willst du jetzt machen? Dich auf dein Zimmer verkriechen? Du kennst die Strafe." Wortlos betrat sie ihr Zimmer und knallte die Tür hinter sich zu.
"Was geht dich das an? Er ist MEIN Chevalier und ich hab ihn gefunden und ich darf ihn behalten." Rief sie. Weinend ließ sie sich auf ihr Bett fallen und drückte ihren Teddy fest an sich. Es verging eine lange Zeit. Sie spürte nicht mal den Hunger und dachte nur an ihre Eltern. Sie hörte nur ganz dumpf, wie jemand nach ihr rief.
"Sarah, pack deine Sachen. Wir gehen nach Hause."
Wer war das? Die Stimme kommt mir bekannt vor. Dachte sie. Dann stand sie auf und öffnete die Tür. "Ich bin so weit." Sagte sie traurig. Rochefort lächelte. "Auf was wartest du noch?"
Die Leiterin sah Sarah streng an. "Du bist ein glückliches Kind."
Sarah klammerte sich an Rocheforts Arm. Beide verließen das Haus.
"Du willst nur dein Stofftier mitnehmen?"
Sarah nickte. Der junge Graf half ihr wieder auf das Pferd. Als sie sicher im Sattel saß, fiel sie Rochefort weinend um den Hals und drückte ihn fest. "Vielen Dank, gnädiger Herr." Rochefort stand regungslos da, was hätte er machen sollen? Das hat ihn etwas überrascht. "Darf ich jetzt auf das Pferd steigen? Ich will nach Hause, ich habe keine Lust mich zu erkälten." Sagte er. "Halt dich jetzt gut fest, wir reiten los." Sagte er kühl. Sarah hielt sich fest an ihm. "Ich mag Euch trotzdem." Sagte sie.