Oh what would we do without you, Ray?

OneshotHumor / P12 Slash
Gilberto Weasel Iduna Nobel Rayscent Crazyrabbit The Mother / Freya
20.05.2019
20.05.2019
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Manchmal fragte sich Gil, ob Ray wirklich noch ein normaler Mensch - oder in ihrem Fall eher ein normaler Vampir - war. Während er sich gerade noch mit einem Pochen im Kopf und schmerzenden Gliedern aus der Wärme seines Bettes zu quälen versuchte war sein Partner bereits in Windeseile durch das Haus geflitzt und hatte mal hier mal da etwas aufgeräumt, ohne die drei anderen Bewohner des Hauses auch nur zu wecken. Er bekam immer nur kurz etwas von ihm zu Gesicht - Die langen, schwarzen Haare, ein gelegentliches Aufblitzen von roten Augen hinter der weißen Hasenmaske... Und trotz dessen dass der Abkömmling eigentlich beschäftigt zu sein schien, stand er plötzlich in Gils Zimmer nachdem dieser in seinem noch leicht beschwipsten Ungeschick aus dem Bett gefallen war. ,,Ray...?" Murmelte der müde Vampir leise während die nur halbgeöffneten, roten Augen ihn verschlafen anblinzelten. ,,Guten Morgen, Gil~!" Wurde er mit der liebsten Stimme der Welt begrüßt und bekam eine kurze aber nicht weniger liebevolle Umarmung, bevor sich Ray mit den Worten ,,Komm gleich zum Essen runter!" wieder auf in die Küche machte. Gil schlüpfte in den weichen, viel zu großen Bademantel, der eigentlich Ray gehörte, am Morgen aber immer Gil gehörte. Da Ray am Abend immer noch einmal Duschen ging roch der Bademantel mit der weiten Kapuze und den langen, weißen Schlappohren dran immer angenehm nach ihm und Gil liebte es, sich im noch schläfrigen Zustand in den Stoff zu kuscheln. Es brauchte ein paar Versuche bevor er den buschigen Schwanz durch das kleine Loch gefriemelt hatte - Er konnte es nicht ausstehen wenn der schwere Stoff ihn gegen seine Beine drückte und in seiner Bewegungsfreiheit einschränkte. Für Ray wäre es kein Problem gewesen und ursprünglich war da auch gar kein Loch in dem Bademantel, aber er hatte es schnell bemerkt und dafür gesorgt, dass auch Gil ihn bequem tragen könnte. Jetzt nur noch Rays Hausschuhe - Er wunderte sich wie er barfuß über die kalten Fliesen der Küche laufen konnte ohne einen Kreislaufkollaps zu haben. Sie waren warm. Ray hatte sie also doch schon getragen. Er kroch die Treppen so erbärmlich runter wie ein sterbendes Tier und nahm sich seine Zeit es in all der absolut nötigen Dramatik zu tun. Er hob erst den Kopf als er die letzte Stufe hinunter gekrochen und im Wohnzimmer war, wo seine große Schwester und ihr Eve schon am Tisch saßen. Ray machte, gut gelaunt zu einer Melodie im Radio pfeifend, Spiegeleier. Das Lied war italienisch. Ein Liebeslied. Ihr Lied. Er gähnte und setzte sich auf seinen Stuhl - Ihm gehörte der Platz neben Ray, das war so und war auch schon immer so gewesen. Ray stellte das Essen auf den Tisch bevor er sich dann auch hinsetzte. ,,Guten Morgen, Nee-Chan, Miss Tinker..." Murmelte er noch immer müde und griff nach dem Glas Wasser, welches er dann doch etwas enttäuscht betrachtete. Alkohol würde ihm besser gefallen... Seine Kopfschmerzen belehrten ihn eines Besseren, vielleicht war das doch keine gute Idee. Blut. Blut wäre auch gut. ,,Ray~!" Er bemühte sich einer lieben Stimme und Ray wusste sofort, dass sein Partner etwas von ihm wollte. Und am Blick in Gils roten Augen und dem leichten Hin und Her Wedeln seines Schwanzes erkannte er auch sofort, was. ,,Nicht am Tisch~" Ray schmunzelte, hielt Gil dann aber doch das Handgelenk hin. Es war nicht so als müssten sie hier etwas geheim halten, es war schließlich ein Haushalt von drei Vampiren und Iduna wusste genauso gut was hier abging, dennoch machte es Ray Spaß, Gil zu ärgern. Wäre Gil nicht schon von dem Kater geplagt hätte er ihn sicher noch etwas mehr geärgert und ihn zum Betteln gebracht. Er liebte es einfach wie er ihn mit großen Augen und Hundeblick ansah und ein leises Winseln hervor brachte, dabei etwas errötete... Er ermahnte sich, seine Gedanken nicht abschweifen zu lassen. Gil biss zu und auch wenn es etwas schmerzte genoss Ray es. Seinem Partner nahe zu sein, seinen Atem an seiner Haut zu spüren... ,,Du bist ein Perverser, Ray." Nuschelte Gil leise zwischen zwei Schlucken Blut während er zu Ray aufsah, der in Genuss die Augen geschlossen hatte und dessen Atem etwas schneller ging als gewöhnlich. Als Gil den Kopf wegzog klebte noch etwas Blut an seinen Lippen und rann über sein Kinn und Freya schüttelte nur mit einem leisen Seufzen den Kopf und reichte ihm eine Serviette, die er jedoch ablehnte. Er leckte das Blut lieber weg. Iduna und Freya hatten bereits angefangen zu essen, während sich die Abkömmlinge erst jetzt ihrem Essen zuwandten. Ray war ein guter Koch geworden während ihrer Zeit hier - Weder Gil noch Iduna konnten kochen und er und Freya mussten bei jedem ihrer Versuche um ihre Küche und die Einkäufe der Woche fürchten, weswegen sie es lieber selbst übernahmen. Doch da Freya zwar verantwortungsbewusst, aber dennoch keine Frühaufsteherin und müde absolut unerträglich war blieb es dann doch meistens an Ray hängen. Freya warf sich die Kopfschmerztablette ein die Ray ihr auf ihre Serviette gelegt hatte. ,,Ugh.. Is´ mir übel..." Murmelte sie vor sich hin. Eigentlich wollte sie nichts trinken gestern, aber ihre jüngeren Brüder waren einfach zu anstrengend um sie nüchtern zu ertragen. Iduna strich ihr lächelnd über den Kopf, spielte eine Weile lang mit den violetten Haaren. ,,Du solltest nicht immer so übertreiben mit dem Alkohol, Freya." ,,Hör auf mich zu belehren, Kleine..." Murrte sie daraufhin nur, wehrte sich jedoch auch nicht. Ach ja, das Zorn-Team konnte froh sein, das sie Ray hatten. Was würden sie nur ohne den fürsorglichen Abkömmling machen, der sowohl seinen Partner als auch seinen Boss und deren Eve gerne mal babysittete? Auch damals, in der Armee, hatte er den jüngeren Soldaten immer bemuttert, ihm Rationen seines Essens abgegeben, Aufgaben für ihn übernommen, Schüsse für ihn abgefangen... Manche Dinge änderten sich wohl nie.
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