Verurteilt

GeschichteRomanze, Freundschaft / P18 Slash
Frank "Tonmann" Sump Jakob Lundt Jeannine Michaelsen Joachim "Joko" Winterscheidt Klaas Heufer-Umlauf Thomas Schmitt
19.05.2019
12.12.2019
37
80.829
42
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Dieses Kapitel
8 Reviews
 
12.08.2019 1.753
 
Hallo, ich hatte in einigen Review- Antworten geschrieben, dass ich ganz evtl am Wochenende noch ein Kapitel poste, aber ich habe es nicht geschafft :-/
Aber deshalb kommt heute ein Neues und Mittwoch natürlich auch :-)
Viel Spaß ♥
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Klaas schlang seine Arme um Jokos Nacken und der legte ihn langsam in das warme Wasser. Danach setzte sich auf den Klodeckel und holte das Handy raus. Klaas schaute ihn irritiert an.

"Willst du jetzt etwa hierbleiben?"
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Joko hob überrascht den Kopf.

"Glaubst du wirklich, ich lass dich jetzt alleine in der Wanne liegen? Was ist denn wenn irgendwas passiert? Sorry, aber ich glaube es ist besser, wenn ich hier bleibe."

Klaas wusste, dass Joko Recht hatte. Er lag ganz still und genoss das warme Wasser auf seinem Körper. Seitdem er gelähmt war, hatte er nicht mehr gebadet. Er fuhr mit den Armen durch das Wasser, macht kleine Wellen und spielt mit dem Schaum.

"Kannst du mal schauen, ob du in einem der Schränke einen Waschlappen findest? Ich würde mich gerne waschen."

Joko durchforstete die Schränke und fand tatsächlich einen Waschlappen, den er Klaas zusammen mit dem Duschgel gab.
Der machte den Waschlappen nass, gab Duschgel darauf und fing an, sich zu waschen. Seine Arme, unter den Armen, seinen Bauch und sein Hals. Dann sah er Joko an.

"Könntest du mir bitte helfen, mich hinzusetzen?"

Der Größere sah zu ihm rüber.

"Na klar."

Er stand auf und ging zu Klaas, der ihm seine Arme hinhielt.

"Um sitzen zu können, muss ich die ganze Zeit meinen Oberkörper und vor allem meinen Bauch fest anspannen, sonst würde ich nach hinten kippen. Könntest du mich vielleicht am Rücken ein bisschen stützen?"

"Natürlich."

Joko zog Klaas in eine sitzende Position. Dann beugte er sich runter und hielt den Jüngeren an den Schultern fest, um ihm Halt zu geben. Klaas vergewisserte sich kurz, dass Joko nicht guckte und dann wusch er seine Mitte und seine Oberschenkel. Sein Blick fiel tiefer und er seufzte genervt.

"Könntest du eventuell meine Füße waschen? Es tut mir leid, ich frag echt nur ungern, aber da komme ich einfach nicht ran und ich kann die Beine auch nicht zu mir ranziehen oder beugen."

"Klaas, ich bitte dich, es muss dir nicht leid tun und du musst dich auch nicht deswegen rechtfertigen."

Er legte Klaas vorsichtig wieder zurück in das Wasser und dann nahm er den Waschlappen und gab neues Duschgel drauf.
Er nahm Klaas rechten Fuß, hob ihn hoch und fuhr mit dem Waschlappen zuerst die Wade hoch, bis rauf zum Knie und dann wieder runter zum Fuß. Er wuscht seine Fußflächen den Spann und auch zwischen den Zehen. Kurz dachte er darüber nach, dass er sich wahrscheinlich totlachen würde, wenn jemand anderes seine Füße waschen würde, aber Klaas verzog natürlich keine Miene.

Vorsichtig ließ er den Fuß wieder zurück ins Wasser gleiten und wiederholte das Ganze mit dem anderen Bein. Als er fertig war, legte Klaas kurz den Kopf in den Nacken, um seine Haare nass zu machen. Joko gab ihm ein wenig Shampoo und Klaas wusch seine Haare. Danach nahm Joko den Duschkopf und gab ihn Klaas, damit er seine Haare auswaschen konnte.

"Fertig?"

Klaas nickte.

"Ja, fertig."

Joko zog den Stöpsel und Klaas brauste sich noch mal von oben bis unten den Schaum vom Körper. Als das Wasser weg war und er in der leeren Badewanne lag, verdeckte seine nasse, weiße Boxershorts so gut wie nichts mehr. Auch wenn Klaas wusste, dass Joko so gut wie alles sehen konnte, war es ihm so immer noch lieber, als ganz nackt hier zu liegen.

Der Ältere nahm ein großes Badehandtuch aus dem Schrank und ging damit zur Badewanne. Er klemmte sich das Handtuch zwischen die Beine und half Klaas wieder vorsichtig in eine sitzende Position. Dann wickelte er Klaas' Oberkörper in das Handtuch, der dann die Arme hob, damit Joko darunter fahren konnte, um Klaas in eine stehende Position zu heben. Dann hob er ihn aus der Badewanne.

"Meinst du, du kannst dich kurz alleine bei mir festhalten?"

"Klar, aber nicht besonders lange."

"Ach komm, du bist doch kräftig", lachte Joko. Er gab Klaas ein Zeichen, dass er ihn loslassen würde und der Jüngere schlang die Arme um Jokos Nacken und hielt sich gut fest, während Joko das Handtuch nahm und Klaas' Oberkörper, den Po und die Oberschenkel hinten gut abtrocknete. Die Boxershorts blieb zwar nass, aber das war nicht so schlimm. Wieder umfasste er Klaas, der jetzt wieder lockerer ließ und drehte ihn zu seinem Rollstuhl, um ihn langsam darauf sinken zu lassen.

"Hast du frische Klamotten mit ins Bad genommen?"

"Ja, die liegen da im Regal."

Joko schaute sich um und entdeckte eine Boxershorts, Socken, ein T-Shirt und eine Jogginghose. Er nahm die Sachen und ging damit zum Rollstuhl. Er gab Klaas das T-Shirt und der zog es sich über den Kopf. Joko gab ihm das Handtuch in die Hand.

"Du kannst jetzt deine Boxershorts ausziehen, dich da noch mal abtrocknen und dann gebe ich dir die trockene Shorts."

Klaas nickte, auch wenn er wusste, dass der Ältere sich das einfacher vorstellte, als es war. Bevor er aber was sagen konnte, hatte sich Joko von ihm abgewendet. Klaas lächelte. Er stützte sich immer abwechselnd mit einer Hand ab und schob mit der anderen Hand die Boxershorts ein Stück runter. Dann schubste er sie runter und sie blieb an den Knöcheln liegen. Klaas wusste vorher, dass das passieren würde und seufzte.

"Alles ok?"

"Ja, ja."

Der Kleinere trocknete seinen Intimbereich und legte das Handtuch dann über seine Mitte.

"Ja, ähm... also fast. Ich bräuchte noch mal deine Hilfe."

"Klar, kann ich mich umdrehen?"

Klaas lächelte. Das war irgendwie süß.

"Ja."

Joko drehte sich um und sah an Klaas hinunter. Er entdeckte die nasse Boxershorts an dessen Füßen und ohne das Klaas was sagen musste, hockte Joko sich vor ihn, hob einen Fuß nach dem anderen hoch und zog im die Shorts aus. Dann griff er nach der trockenen Unterhose und schob sie ihm über die Füße die Beine hoch, bis über die Knie. Er zwinkerte Klaas zu, stand auf und drehte sich wieder um.

Langsam wuchs Klaas' schlechtes Gewissen ins unermessliche, weil er so gemein zu Joko gewesen war, der sich hier gerade aufopfernd und absolut rührend um ihn kümmerte. Er zog sich die Boxer Stück für Stück so an, wie er die Nasse ausgezogen hatte und schnaufte dann angestrengt durch.

"Fertig."

"Gut, dann noch die Socken und die Hose."

Joko griff nach den Socken, setzte sich vor Klaas auf den Boden und zog ihm die Socken über die Füße. Die Jogginghose folgte sogleich und Joko sah Klaas an.

"Wenn du dich noch mal an mir fest hältst, ziehe ich sie dir schnell hoch. Du bist ja schon fix und fertig."

Klaas nickte und Joko hob ihn in eine stehende Position. Klaas umfasste wieder seinen Nacken und hielt sich gut fest, während der Größere nach seiner Hose griff und sie ihm über den Po zog. Dann umfasste er Klaas, der den Griff um seinen Nacken zwar lockerte, aber ihn nicht losließ. Joko machte aber auch keine Anstalten, den Jüngeren wieder in den Rollstuhl zu setzen.
So "standen" sie sich das erste Mal länger gegenüber und sahen sich an. Joko lächelte.

"Süß, wie klein du bist."

Klaas blieb jeder fiese Gegenkommentar im Hals stecken. Ihre Körper waren fest aneinander gepresst, Joko trug immer noch nur die Boxershorts und sah lächelnd mit warmen Augen auf Klaas hinab.

"Ich bin immer wieder überwältigt von deinen strahlend blauen Augen."

Klaas brach den Blickkontakt ab und sah an Joko vorbei.

"Entschuldige, ist dir das unangenehm, wenn ich so was sage?"

"Ja. Ich mein, es ist schon schön, es zu hören, aber ich frag mich, wie du es mir einfach so sagen kannst. Ich könnte niemals jemandem so was ins Gesicht sagen."

"Warum denn nicht? Jeder freut sich doch über Komplimente."

"Klar, aber es ist peinlich, jemandem ein Kompliment zu machen."

Joko fand das gar nicht peinlich. Er überlegte.

"Gibt es irgendetwas, was du an mir magst?"

Klaas lachte. Er wusste, was Joko vorhatte.

"Nein, ich werde dir jetzt sicher kein Kompliment machen."

Joko sah ihn traurig an.

„Rein gar nichts? Okay, da kann man nichts machen."

Er beugte sich vor und Klaas hielt die Luft an, weil er nicht wusste, was Joko vorhatte. Doch der setzte ihn einfach wieder sanft zurück in den Stuhl. Irgendwie war Klaas irritiert. Joko schien enttäuscht und das wiederum passte dem Jüngeren überhaupt nicht. Er wollte Joko nicht enttäuschen, schon gar nicht, nachdem der ihm gerade so rührend geholfen hatte. Der Ältere drehte sich um und wollte gerade das Badezimmer verlassen.

"Joko?"

Er drehte sich um und sah Klaas an.

"Ich... ich mag dein Lächeln."

Sofort strahlte Joko über das ganze Gesicht, kam auf Klaas zu, hockte sich vor ihn und nahm ihn in den Arm. Der wurde das Gefühl nicht los, dass Joko ihn gerade ein bisschen verarscht, beziehungsweise herausgefordert hatte, um ein Kompliment aus ihm heraus zu bekommen. Joko löste sich da auch schon und grinste Klaas frech an.

"Und, war das so schlimm?"

"Du bist so blöd. Nein, war es nicht."

"Du magst mein Lächeln."

"Och Joko."

Klaas hielt sich die Hände vor die Augen, aber Joko zog sie dort sofort wieder weg.

"Hey, Hase... sieh mich an. Da ist doch nix dabei, du magst mein Lächeln, ich finde das schön, who cares."

Klaas nickte.

"Okay. Können... wollen wir dann meine Mom anrufen und noch nen Film sehen?"

Joko lächelte.

"Na klar."

Birgit war froh, dass die Jungs angerufen hatten und war überrascht, von deren Badeaktion zu hören. Nicht, weil sie Joko das nicht zugetraut hatte, sondern eher, weil sie davon ausgegangen war, dass ihr Sohn eher eine Woche stinken würde, bevor er sich von jemandem baden und waschen lassen würde. Klaas war nun mal sehr eigen geworden, seitdem er im Rollstuhl saß und ließ sich nicht gern helfen. Was ihr nur mal wieder zeigte, wie sehr ihr Sohn Joko vertraute und wie gern er ihn haben musste.
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