Verurteilt

GeschichteRomanze, Freundschaft / P18 Slash
Frank "Tonmann" Sump Jakob Lundt Jeannine Michaelsen Joachim "Joko" Winterscheidt Klaas Heufer-Umlauf Thomas Schmitt
19.05.2019
12.12.2019
37
85825
31
Alle Kapitel
247 Reviews
Dieses Kapitel
11 Reviews
 
 
 
Wichtig: Ich würde mich freuen, wenn ihr die Info am Anfang lest! Dankeschön

Willkommen zu einem neuen Herzensprojekt. Mir liegen natürlich alle meine Geschichten am Herzen und in jeder steckt viel Liebe, Zeit und Herzblut, aber es gibt die eine oder andere Story, die einem Aufgrund des Themas besonders am Herzen liegt. Zum Beispiel meine ´Waisenhaus- Geschichte´, ´Home street home´ oder auch ´Tabu´ … und eben Diese hier.

Ich hatte die Idee für diese Geschichte schon länger, habe aber hin und her überlegt, ob ich sie schreiben soll. Denn es geht unter anderem um körperlich beeinträchtigte Menschen und von diesem Thema habe ich (leider) nicht sehr viel Ahnung. Aber dann dachte ich, auch wenn ich wenig Fachwissen besitze, kann ich mich ja ein wenig einlesen und im Internet informieren. Und das habe ich getan.

Trotzdem möchte ich hier ganz klar betonen, dass es eine Geschichte (Fiktion!) ist und dass nichts von dem, was ich hier schreibe, wissenschaftlich oder medizinisch Sinn ergeben muss. Das ist mir ganz wichtig!

Vieles schreibe ich einfach aus dem Bauch heraus und versuche, mich in die jeweilige Situation hinein zu versetzen, um dann zu überlegen, wie es sich wohl anfühlt oder wie ich wohl reagieren würde.

Natürlich entspricht rein gar nichts in dieser Geschichte der Wahrheit und alle genannten Personen gehören sich selbt und ich verdiene nach wie vor kein Geld mit diesem Geschreibsel :-)

Pairing: Wie immer Joko und Klaas.

Updates: Einmal pro Woche.

Kapitel: Bis jetzt bin ich bei Kapitel 18, aber ich schreibe noch eine Weile an der Geschichte. Ja, die Story ist ausnahmsweise noch nicht ganz fertig geschrieben, aber ich habe gerade viel Zeit und so mache ich mir keine Sorgen, dass ich irgendwann nicht mehr hinterher komme.

Ach, was laber ich… Ich poste heute einfach mal den Prolog und ihr entscheidet wie immer, ob die Story was für euch ist oder nicht :-)

Liebe Grüße und viel Spaß ♥
***************************************

Das Urteil

"Ich möchte noch einmal betonen, dass ich es absolut nicht gutheißen kann, wie Sie sich in dieser Situation benommen haben. Es war nicht nur diskriminierend, sondern auch dumm und kindisch. Ein junger Mann sollte nicht so handeln. Nichtsdestotrotz sind Sie noch nicht volljährig und deswegen verurteile ich Sie nur zu 12 Wochen gemeinnütziger Arbeit. Ich möchte, dass Sie drei Monate lang einen beeinträchtigten Menschen betreuen. Genauer gesagt werden Sie einen Jungen im Rollstuhl jeden Tag zur Schule bringen, dann selber zur Schule gehen und ihn nach der Schule wieder abholen und ihn auf seinem Weg nach Hause begleiten. 12 Wochen, jeden Tag. Damit ist die Verhandlung geschlossen."

Joko nickte und sah auf den Boden, sein Anwalt stieß ihn an der Schulter an.

"Der Richter winkt dich zu ihm. Geh schnell hin."

Joko schluckte und ging vor zum Richterpult. Der Richter sah ihn streng an und gab ihm einen Zettel.

"Sie werden sich an dieser Schule heute noch melden, die wissen schon Bescheid und geben ihnen alle Einzelheiten, den Namen des Jungen und wo Sie sich am Montag einzufinden haben."

Joko staunte.

"Am Montag schon?"

"Was haben Sie gedacht, wann Sie anfangen? Wann es ihnen passt?"

Joko schüttelte schnell den Kopf.

"Nein Euer Ehren, tut mir leid ich, ich wusste nur nicht dass es so schnell geht."

"Mein lieber Freund, Sie haben sich nicht gerade respektvoll verhalten und jetzt können Sie es wieder gut machen und ich möchte, dass Sie gleich am Montag damit anfangen und dass mir ja keine Klagen kommen. Ich kann deine Strafe jederzeit noch erhöhen."

Wieder schüttelte Joko den Kopf.

"Dazu wird es nicht kommen, ich werde meine Sache gut machen."

Der Richter nickte und verabschiedete sich. Joko drehte sich um, verabschiedete sich von seinem Anwalt und bedankte sich. Dann ging er zu seinem Vater, der ihn wortlos aus dem Gerichtssaal schob. Erst als sie unten vor dem Gerichtsgebäude angekommen waren, zündete er sich eine Zigarette an und atmete tief durch.

"Hätte nicht gedacht, dass mein Sohn mit 17 Jahren bereits seine erste Gerichtsverhandlung hinter sich hat."

"Papa ich..."

"Jaja, ich weiß schon und ich kann es nicht mehr hören. Es war nicht deine Schuld. Weißt du, wie viele das sagen, damit ihre Strafe gemildert wird? Fakt ist, du warst dabei richtig?"

Joko sah auf den Boden, er wusste, dass er aus der Nummer eh nicht mehr raus kam, also nickte er nur. Sein Vater gab ihm einem Klaps auf den Hinterkopf und schob ihn Richtung Auto.

"Mitgehangen- mitgefangen... das hat mein Vater mir früher schon eingebläut."

Zu Hause angekommen liefen ihm seine beiden Schwestern gleich entgegen.

"Hey wie war es, war es schlimm? Wie ist es ausgegangen? Hast du eine Strafe bekommen?"

Jokos Schwestern klangen besorgt. Sabine legte den Arm um ihn.

"Würdet ihr bitte aufhören so zu tun, als wenn euer Bruder das Opfer wäre? Er war dabei, als diese Jungen beleidigt und angegriffen wurden und er hat zu Recht Sozialstunden aufgebrummt gekriegt und muss sich ab Montag um einen Jungen im Rollstuhl kümmern. Meiner Meinung nach ist es fast noch zu milde."

Joko sah sein Vater erschrocken an, traute sich aber nicht noch etwas dagegen zu sagen. Es brachte ja eh nichts. Seine Schwestern nahmen ihn mit in die Küche und sie tranken einen Tee, ihr Vater verzog sich in den Garten.

"Keine Sorge, der regt sich schon wieder ab. Was genau musst du denn machen?"

"Ich muss einen Jungen der im Rollstuhl sitzt, morgens zur Schule bringen und dann am Nachmittag wieder nach Hause bringen."

"Und deine Schule?"

"Naja, ich muss ihn vor meiner Schule hinbringen und nach meiner Schule wieder abholen."

"Und wie lange sollst du das machen?"

"12 Wochen."

"Wow, da wirst Du die nächsten zwölf Wochen gut zu tun haben. Wann willst du dich da denn noch auf dein Abitur vorbereiten? Wie lange hat der Junge denn Schule?"

"Das weiß ich alles noch nicht, ich muss heute noch in der Schule anrufen und das alles klären. Am besten mache ich das gleich und was mein Abitur angeht, das kann ich doch eh knicken. Sozialstunden hin oder her."

Joko schnappte sich den Zettel vom Richter und ging in den Flur, um bei der Schule anzurufen. Eine Frau Schneider meldete sich.

"Ja hallo, mein Name ist Joko Winterscheidt. Ich sollte mich bei Ihnen melden ich habe, ich soll..."

"Ahja, Herr Winterscheidt, ich weiß Bescheid. Ich habe schon auf Ihren Anruf gewartet. Der Junge, um sie den Sie sich die nächsten 12 Wochen kümmern werden, heißt Klaas Heufer- Umlauf. Er wohnt in der Schmiedgasse 6. Klaas muss um 7:45 Uhr in der Schule sein. Das ist die Realschule hier im Ort. Wo gehen Sie zur Schule?"

"Ich gehe auf das Gymnasium, auch hier im Ort."

"Gut, das ist ja nicht so weit weg. Schaffen Sie es dann rechtzeitig zur Schule?"

"Ja, das sollte gehen, meine Schule fängt erst um 8 Uhr an und ich brauche wahrscheinlich so zehn Minuten von der Realschule zu meiner Schule."

"Schön, Sie holen Klaas bitte pünktlich um 7:30 Uhr zu Hause ab und begleiten ihn zur Schule. Um 16 Uhr hat er Schulschluss, da holen Sie ihn bitte wieder ab und bringen ihn sicher nach Hause. Haben Sie noch Fragen?"

"Nein, im Augenblick fällt mir nichts ein."

"Gut, alles weitere wird sich klären. Ich kann mich wohl darauf verlassen, dass Sie sich dem Jungen gegenüber vernünftig Verhalten oder?"

Toll, so ziemlich jeder hielt ihn jetzt für einen schlechten Menschen.

"Ja Sie können sich darauf verlassen."

"Schön, dann wäre es geklärt. Wenn Sie Klaas am Montag in die Schule gebracht haben, möchte ich, dass Sie sich noch kurz bei mir im Sekretariat melden und sich vorstellen."

Joko nickte ergeben.

"Ja natürlich. Also bis Montag."

"Bis Montag Joko, schönes Wochenende."

Fast hätte Joko laut gelacht. Schönes Wochenende? Er hatte Hausarrest und zwar wahrscheinlich bis er irgendwann auszog, sein Vater hatte ihn dazu verdonnert, zu lernen und Gartenarbeit zu machen. Das waren so ziemlich die einzigen Dinge, die er die nächsten Wochenenden machen durfte.
*************************

Klaas war auf dem Weg ins Sekretariat. Er hatte keine Ahnung was er da sollte, ihm wurde einfach nur von seinem Lehrer ausgerichtet, dass die Direktorin ihn sehen wollte. Die ganze Zeit überlegte er, ob er irgendwelche Regeln gebrochen oder sich nicht richtig verhalten hatte, aber ihm fiel beim besten Willen nichts ein. Rauchen tat er in der Schule nicht und sonst war nichts vorgefallen. Er klopfte an die Tür und wartete, bis sie ihm geöffnet wurde. Dann fuhr er mit dem Rollstuhl ins Sekretariat.
Die Direktorin Frau Schneider winkte ihn direkt zu sich ins Büro und hielt ihm die Tür auf, während er hinein fuhr.

"Klaas, schön dass Sie einen Moment Zeit für mich haben. Ich möchte etwas mit Ihnen besprechen."

"Klar, worum geht's?"

"Ich möchte, dass Sie mir erstmal zuhören und mir nicht ins Wort fallen, ich kann mir schon vorstellen, dass Sie nicht besonders begeistert sein werden, aber es hat einen Grund, warum ich Sie ausgewählt habe."

Klaas zog eine Augenbraue hoch und nickte dann.

"Also es ist so, ein junger Mann, der in die zwölfte Klasse des Gymnasiums hier im Ort geht, hat vom Gericht Sozialstunden auferlegt bekommen. Er soll einen Jungen, der im Rollstuhl sitzt, morgens zur Schule begleiten und am Nachmittag wieder nach Hause bringen. Da ich diesen Jungen aber nicht kenne, möchte ich nicht, dass er einen der jüngeren Kinder begleitet. Ich möchte jemanden, der ihm das Wasser reichen kann, falls der Junge in irgendeiner Form aufmüpfig oder gemein werden sollte. Das kann ich von einem jüngeren Schüler nicht erwarten. Sie dagegen kenne ich und ich weiß, dass Sie sich nichts von einem älteren Schüler gefallen lassen würden."

Klaas sah sie mit großen Augen an.

"Sie wissen aber schon, dass ich seit zwei Jahren jeden Morgen alleine zur Schule fahre oder?"

"Natürlich weiß ich das, aber das muss der junge Mann ja nicht wissen. Der Richter möchte einfach, dass dieser Junge Zeit mit einem Menschen im Rollstuhl verbringt, wahrscheinlich, um festzustellen, dass sie auch nicht anders sind, als andere Jungs. Und dafür finde ich es sogar noch besser, wenn der beeinträchtigte Junge in seinem Alter ist."

Wie erwartet sah Klaas nicht besonders begeistert aus.

"Kann ich auch nein sagen?"

"Natürlich können Sie nein sagen. Ich kann Sie ja schließlich nicht dazu zwingen. Aber ich weiß eben, dass Sie das sehr gut hinbekommen würden und dass ich mir um Sie keine Sorgen machen müsste. Deswegen wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie in dieser Sache mit mir zusammenarbeiten würden und zusagen würden."

Klaas atmete tief durch.

"Wie lange hätte ich den denn an der Backe?"

"Die nächsten zwölf Wochen jeden Tag, bis zu den Sommerferien."

Klaas atmete hörbar ein. Na super, jetzt hatte er bis zu den Sommerferien nen nervigen Babysitter, der wahrscheinlich sogar was gegen behinderte Menschen hatte.

"Klaas, der Junge bringt Sie nur zur Schule und holt sie wieder ab, mehr haben Sie mit ihm nicht zu tun."

Klaas nickte, das stimmte auch wieder. Es war keine Viertelstunde von ihm zu Hause bis zu seiner Schule, das würde er wohl überstehen.

"Darf ich erfahren was er angestellt hat?"

"Ich möchte, dass Sie ihn das selber fragen, er soll jemandem, der im Rollstuhl sitzt, ins Gesicht sagen, was er gemacht hat."

"Na, das klingt ja nach einem richtigen Sonnenschein. Freu mich jetzt schon drauf. Okay, ich werde es machen. Dann werde ich diesem Schnösel mal zeigen, wo es lang geht."

"Gut, aber freundlich und fair bleiben."

"Ich bitte Sie Frau Schneider, bin ich doch immer."

"Schon klar. Ich weiß schon, warum ich Sie ausgesucht habe und Sie wissen das auch."

"Weil ich auch so ein Sonnenschein bin?"

Frau Schneider lachte und zeigte auf den Ausgang.

"Nun aber raus hier und dass mir keine Klagen kommen."
***************************

So, das ist also das erste Kapitel meiner Geschichte. Wenn euch das Thema interessiert, würde ich mich freuen, wenn ihr die beiden auf ihren nächsten Wochen begleitet. Klar wird es hier und da mal unschön, aber wer mich kennt weiß, dass es bei mir nie richtig schlimm wird. Wichtig wäre mir, dass ihr mir Rückmeldungen als Review oder auch per Mail gebt, wenn etwas unklar oder total daneben oder unglaubwürdig ist. Auch wenn ihr Fragen oder Anregungen habt. Immer her damit.
Ansonsten einfach viel Spaß ♥
Review schreiben