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Nein danke.

Kurzbeschreibung
GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Maxim Drüner Nico Seyfrid OC (Own Character) Tarek "Tafel" Ebéné
19.05.2019
04.08.2019
13
21.260
1
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15.06.2019 1.556
 
Am nächsten Mittag gehe ich wieder zum Laden, Stefan begrüßt mich überschwänglich und deutet auf den Schreibtisch. „Es wurde etwas für dich hinterlassen.“, grinst er schelmisch.
„Na super, was für ein Idiot hat in den Laden geschissen?“, hinterfrage ich genervt. Ohne Scheiß, ha dieser Wortwitz, das ist schon einmal passiert. Nicht bei mir zum Glück, aber bei so einem schwedischen Modehaus mit zwei Buchstaben habe ich das leider schon gesehen und gerochen.
Stefan lachte nur und meinte, es wäre ein kleines Paket.
„Was für ein Idiot hinterlässt hier denn bitte was? Habe ich endlich eine Auszeichnung bekommen, für mein Lebenswerk als genervte Person?“, frage ich mich selbst und öffne bereits den kleinen Karton. Darin befand sich eine Dose Bier, sehr gut, und ein Kuscheltier. Etwas lang betrachte ich es, es war, glaube ich ein Hund. Als ich dann mal irgendwo am Kopf zusammen drückte, verwandelt sich das liebliche Gesicht in ein wütendes. Auf dem Etikett stand, es sei ein Feisty Pet und ich glaube, ich habe noch nie was lustigeres in der Hand gehalten.
Auf dem Boden des Kartons war ein Zettel, auf dem „Habe das heute morgen gesehen und musste an dich denken, der normale Blick ist so wie du nach außen wirkst. Und wenn man es drückt, zeigt es dich, wie du innerlich bist. Danke für den schönen Abend gestern, ich hoffe man sieht sich wieder. Melde dich doch mal. Maxim.“ stand. Es stand auch noch eine Handynummer darauf, aber ich hatte recht wenig Interesse diesem Idioten zu schreiben. Und warum genau ist er am Morgen, nach dem Betrinken so früh wach? Komischer Typ.


Es vergingen ein paar ruhige Tage und mein eintägiges Wochenende war hier. Da ich, schätze ich, die beste Chefin der Welt bin, übernehme ich oft die Samstage allein. Dafür nehme ich mir in der Woche öfters frei, aber den jüngeren ist das Wochenende wichtiger als mir. Nur noch abschließen und zu meiner Schwester laufen. Ich habe mich mehr oder freiwillig auf ihre drei sogenannten Engel aufzupassen, während sie mit ihrem Mann Essen geht. Bin schon eine tolle Schwester. Gut, ich bin auch die einzige in meiner Familie die noch keine Kinder geworfen hat...


„Du lebst also doch noch.“, sagt eine bekannte Stimme als ich gerade aus der Tür gehe. Natürlich war es Maxim. „Du hast dich nicht gemeldet.“, fügt er leise hinzu und nähert sich mir.
„Ja, ich glaube der Zettel mit deiner Nummer habe ich in den Müll geschmissen.“, grinse ich, ducke mich um seiner Umarmung aus dem Weg zu gehen. Verdutzt starrt er mich an, als wäre ich ein Alien.
„Nicht jede Person mag Umarmungen, Glatzkopf.“
„Du bist komisch...“, lacht er.
„Ich bin komisch? Ich?!“
„Ja du. Also, warum hast du dich nicht gemeldet, dachte der Abend war ganz nett.“
„Nett ist die kleine Schwester von Scheiße. Was willst du?“, frage ich bereits genervt.
„Lust was zu trinken oder essen? Es gibt ein gutes Restaurant hier in der Nähe.“, sagt er und präsentiert wieder sein Zahnpastalächeln.
„Hör mal Maxim, du bist für sehr viele Frauen der Grund für die feuchten Höschen. Wie wäre es wenn du die einlädst? Dann kriegst du danach auch bestimmt Sex!“

Er rollt mit seinen Augen, verschränkt seine gut trainierten Arme und blickt mich entsetzt an. „Meinst du ich habe Lust mit Groupies zu vögeln? Wenn ich auf Sex aus wäre, wäre ich bestimmt nicht hier.“, sagt er etwas wütend.
„Brauchst du einen Ratschlag für gute Porno's? Da bist du genau richtig bei mir, bei Pornhu...“
„Naria!“, unterbricht er mich. Unerhört, mich unterbricht man nicht. „Ich wollte doch nur wissen, ob du Zeit hast, um etwas zu unternehmen. Wie man einen guten Porno findet, weiß ich doch..“.

Ich atme tief an und überlege kurz. „Du hattest bestimmt viele einsame Nächte auf einschlägigen Webseiten.. Und ich bin mit meiner Schwester verabredet, habe also keine Zeit.“, grinse ich ihn an.
„Dann komm ich einfach mit.“, schlägt er vor und ich war tatsächlich verwirrt.
„Muss das sein?“, frage ich schnell nach. Ich kann mir etliche, bessere Themen ausdenken über die ich lieber reden möchte mit meiner Schwester, als den Riesen neben mir zu erklären.
„Du hättest dich auch einfach melden können und wir hätten uns irgendwann wieder getroffen.“, sagt er schnell und zuckt mit den Schulter.
„Ganz ehrlich Maxim, du bist scheiße. Ich sag meiner Schwester lieber ab, als dich Vollidiot dann vorzustellen.“
„Komm schon, so schlimm bin ich nicht. Kriegst auch n Kasten Bier geschenkt wenn du mich mitnimmst.“. Ich atme lautstark aus und gebe nach.

Es war nur ein kurzer Weg zu meiner Schwester Juna und ich drückte auf die Klingel. Nach nur ein paar Sekunden macht sie mir strahlend die Tür auf, bereits in einem verdammt schönen Kleid.
„Da ist ja meine Lieblingsschwester!“, schreit sie direkt und zieht mich in eine Umarmung.
„Du hast ja auch nur eine Schwester.“, sage ich zerquetscht durch diese viel zu lange Umarmung.
„Oh, du hast jemanden mitgebracht.“.

Noch bevor ich reagieren kann, streckt er seine Hand zum Gruß aus, lächelt wieder furchtbar breit und stellt sich vor als einen sehr netten Freund. Nervige Bekanntschaft würde mehr stimmen. Schnell gehen wir rein, ich stürme direkt ins Wohnzimmer wo mein Schwager und die drei kleinen Zwerge sitzen.

„Kinder, die beste Tante der Welt ist hier!“, rufe ich grinsend und sehe sofort die drei kleinen Köpfe sich drehen. Sie springen auf, begrüßen mich lautstark und drei kleine Armpaare schlangen sich um meine Beine und Hüfte. Ich mag Kinder nicht, aber meine eigene Nichten und Neffen verteidige ich bis zum bitteren Ende wenn es sein muss. Gloria, Carrie-Anne und Keanu lösen sich von mir um meinen Hund zu begrüßen und danach Maxim anzustarren. Er kniet sich hin und stellt sich vor, woraufhin die drei Zwerge sich auch zögernd vorstellen.

„Warum kommen mir die Namen irgendwie bekannt vor?“, fragt Maxim leise als er wieder seine volle Größe eingenommen hat.
„Schuldig! Eins unserer ersten Dates war beim Film Matrix und ich habe Juna gewarnt, dass ich meine Kinder nach den Darstellern nennen möchte.“, grinst Thomas, mein Schwager.
Maxim nickte lächelnd zu ihm, als wäre es völlig normal. Meine Schwester flitzt durch das Haus, packt ihre Tasche, fragt ihre Kinder ob sie noch etwas kochen soll.

„Nein, wir wollen die Nudeln mit Soße von Tante Naria!“, schreit Gloria laut und die anderen stimmen mit ein. Maxim zieht eine Augenbraue weit nach oben und lacht.
„Die gibt es aber nur für Kinder, die ihre Eltern jetzt noch ganz doll umarmen!“, sage ich und sehe die drei schon flitzen. Juna kommt noch einmal zu mir, drückt mich, sagt danke und verschwindet mit ihrem Mann aus der Tür.

„Ich kann euch auch etwas kochen.“, schlägt Maxim vor und stoßt direkt auf Widerspruch. Ich kann zwar nicht kochen, aber anscheinend ist meine Tomatensoße, die echt armselig ist, bei den Zwergen sehr beliebt. Auch auf seinen Vorschlag, ob er mit ihnen was spielen soll, wurde er direkt zurückgewiesen. Noch lachte ich als die Kinder dann ein Spiel aussuchen durften während ich das Wasser aufsetze. Die kamen ernsthaft mit Twister zurück und ich weine innerlich. Das endet mit denen nie fair, irgendwann liegen die Krümmel auf mir und es gibt kein Gewinner. Unfairer Kampf, 3 gegen 1...

Nach ein paar Verrenkungen und unfairen Mitteln wie zum Beispiel kitzeln, war ich trotzdem die Gewinnerin. „Das ist unfair, du bist zu groß!“, sagt Carrie-Anne und macht das beste Schmolgesicht der Welt. Da meine Schwester und ihre perfekte Familie natürlich einen Garten hatten, lies ich einfach die Kinder mit meinem Hund spielen. So werden die hoffentlich müde, auch Hulk bitte...

„Du bist ja sehr beliebt bei den kleinen.“, grinst Maxim als er in die Küche kommt.
„Es ist ein schwerer Job, die coolste Tante der Welt zu sein – aber ich komm damit klar.“, lächle ich und schaue immer wieder in den Garten, nur um sicher zu gehen, dass niemand hinfällt.
„Kann ich dir irgendwie helfen? Ich fühle mich wie ein fünftes Rad...“
„Wenn die Zwerge sehen, dass du hier irgendwas machst, wollen die nicht mehr das Essen essen, weil sie denken, es schmeckt dann nicht mehr. Kinder, frag nicht... Du könntest versuchen die Zwerge dazu zu bringen, den Tisch zu decken und Hände waschen? Also falls du dich das traust.“, biete ich ihn grinsend an. Maxim nickt nur und tritt in den Garten. Er ruft jeden einzelnen Namen, aber kriegt keine Antwort. Er versucht jeden Zwerg unter die Arme zu packen, wird aber von ihren kleinen Händen und Füßen getreten. Nach ein paar Minuten kommt Maxim wieder in die Küche, alleine.
„Hat irgendwie nicht funktioniert.“, gibt er leise zu und ich lache laut.
„Kein Wunder, die mögen kaum Freunde von mir. Außer wenn ich sage, wie toll diese Person ist, dann sind es kleine Engel – so wie bei mir.“, grinse ich und rufe die Hobbits. Alle außer Atem, inklusive meinen Hund, decken sie zusammen den Tisch und gehen Hände waschen. Als sie dann am Tisch Platz nahmen, sagte ich, dass sie auf den Rießen hören sollen und er in Ordnung ist. Sofort fragt Keanu nach Maxim Lieblings-auto, -farbe, -Stadt, -Land, -Sprache, -teddy, -Band. Für seine 6 Jahre ist er sehr neugierig, was ich nicht immer toll finde. Man kann sich mit ihm eine Stunde darüber unterhalten was man gerade macht, weil er die Frage tausendmal wiederholt und man einfach immer und immer wieder die selbe Antwort gibt. Kinder.
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