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Nein danke.

Kurzbeschreibung
GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Maxim Drüner Nico Seyfrid OC (Own Character) Tarek "Tafel" Ebéné
19.05.2019
04.08.2019
13
21.260
1
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26.07.2019 1.878
 
Naria:

Es ist ja nicht so als wäre ich ohne die Schwangerschaft schon dauernd müde, aber jetzt? Ich könnte nach nur vier Stunden wieder acht Stunden schlafen. Ich habe viele Horrorgeschichten gelesen, wie manche in der Schwangerschaft jeden Morgen sich übergeben, kaum gerade aus laufen können oder sehr emotional waren - zum Glück ist dass nicht der Fall bei mir. Nur gestern Abend hat mich der Geruch von dem Bier zum kotzen gebracht. Ziemlich gut für die elfte Woche. Maxim war bereits wach als ich meine Augen öffnete und streicht mir über mein Haar. „Bleib liegen, ich mache dir Frühstück.“, flüstert er und steht auf. Toll, was ist jetzt mit kuscheln? Mein Hund folgt ihm natürlich auch und ich liege alleine im Bett. Wenn man es genau nimmt, auch nicht so alleine, da ist ja noch das Ding.

Das Ding was mich für immer an Maxim binden wird.
Das Ding was die nächsten Monate in mir wächst.
Das Ding was meine Organe verschiebt.
Das Ding was zur Geburt eine Steueridentifikationsnummer bekommt.
Das Ding was mich irgendwann Mama nennen wird.
Das Ding was Maxim irgendwann Papa nennen wird.
Das Ding was weder hier, noch bei ihm ein eigenes Zimmer hat.
Das Ding was uns später die Nerven rauben wird.

Natürlich ist Maxim der perfekte Freund und pflegt mich soweit ich das erlaube. Er macht alles um mich zu entlasten. „Ist deine Mutter immer so, oder hatte sie gestern einen schlechten Tag?“, fragt er als wir am Tisch saßen. Ach ja, meine Mutter... ich versuche es ihm zu erklären, dass sie eigentlich nur das beste für mich will und das war in ihren Augen mein Exfreund. Der, der mir mit 21 Jahren sagte, ich solle alles hinschmeißen und mit ihm Kinder kriegen.
Sie kam nie über ihn hinweg, schließlich wäre er ja so perfekt gewesen.
Er hätte für mich gesorgt, als jemand im höheren Dienst geht das natürlich.
Er hätte mir ein traumhaftes Leben mit Kinder ermöglicht.
Er hätte mein Leben zerstört mit meinen 21 Jahren damals.

„Gib ihr etwas Zeit, dann wird sie auch merken, was für ein wundervoller Mann du bist. Ich hab schließlich auch etwas länger gebraucht.“, lächle ich und nehme seine Hand. Tage vergingen schneller als gedacht, auch wenn ich fast jede Stunde irgendwas essen oder oft einschlafe für ein paar Minuten.

Unterrichten blieb unverändert. Zwar gab es einige kritische Blicke, als ich während einer Arbeit mir eine Nusspackung öffnete, aber naja. Meinem Chef habe ich noch nichts gesagt, aber ich weiß, dass das Gespräch noch vor mir steht und ich habe etwas Angst.
Das etwas war bereits 17 Wochen alt und mein Frauenarzt versprach, man sähe bald den bekannten Bauch. Da ich relativ schlank bin, kann das sehr schnell passieren. Vorsichtshalber trage ich deshalb schon weite Oberteile. Im Lehrerzimmer packe ich meinen Kram zusammen, schaue noch einmal auf den Vertretungsplan und bereue, dass ich das gemacht habe. Es war bereits 14 Uhr und ich darf nun einen Kollegen vertreten. Zu meinem Glück auch noch in Buchführung, habe ich schon einmal erwähnt, wie langweilig das ist? Aber auch die zwei Stunden brachte ich schnell hinter mir, nehme nun endgültig meine Tasche und möchte nur noch nach Hause. Vielleicht noch einen Burger bei McDonalds mitnehmen?
„Frau Desrosiers? Können wir einen Moment sprechen?“, ruft mein Chef.

Natürlich stimme ich zu und folge ihm in das nächste leere Zimmer. Er findet seine Worte nicht sofort und stottert etwas bevor er anfängt, dass ihm aufgefallen ist, dass etwas anders bei mir ist. Erwischt reise ich meine Augen auf, muss mich darauf konzentrieren nicht an meinen Bauch zu fassen.
„Keine Sorge Naria, ihre Schwangerschaft ist nichts schlechtes. Ich wollte sie beglückwünschen! Ich bin mir sicher, sie hätten mich die nächsten Tage deswegen angesprochen, da dachte ich, ich nehme ihnen die Last von den Schulter. Wenn sie mal früher gehen müssen, oder es körperlich nicht mehr geht – kommen sie zu mir. Meine Tür steht ihnen immer auf.“, lächelt er stolz und ich war so erleichtert wie noch nie. Gut, vielleicht nachdem ich gleich auf die Toilette renne, weil meine Blase furchtbar ist. Wir umarmen uns zum Abschied und ich gehe fröhlich zu Maxim. Bei ihm angekommen begrüßt er mich mit einem strengen Blick und neigt seinen Kopf Richtung Wohnzimmer. Ich schiebe es mal auf die Hormone, dass ich den Tränen nahe war, weil mein Freund mich so streng angeschaut hat. Ohne darüber nach zu denken, warum er in die Richtung genickt, gehe ich einfach. Ich fand ein älteres Paar auf dem Sofa und war verwirrt. „Hi, Naria mein Name!“, sage ich schnell und lächelnd weil ich mir schon denken konnte, dass es seine Eltern sind. Und falls nicht, sollte es einen guten Grund geben, dass irgendwelche ältere Menschen hier sitzen, die nicht seine Eltern sind. Die Frau steht sofort auf, zieht mich in eine Umarmung und sagt, dass sie sich sehr freut mich endlich kennen zu lernen. Der Mann macht genau das gleiche.

Erstens, sind die Drüner eine Umarmungs-familie?
Zweitens, wie kann man so herzlich sein?
Drittens, ich weiß woher Maxim seine gute Gene hat!
Viertens, warum habe ich keine Warnung bekommen?
Fünftens, scheiße. Eltern hassen mich immer.

„Maxim hat uns erzählt, dass er eine wunderschöne Frau kennen gelernt hat, aber ganz ehrlich? Da hat er untertrieben! Es freut mich so sehr, endlich die Person kennen zu lernen über die er die letzten Monate so geschwärmt hat.“, kichert seine Mutter. Sofort drehe ich meinen Kopf zu meinem Freund, der die Gesichtsfarbe einer Tomate hatte.

„Er hat bei ihnen geschwärmt? Über mich? Davon wusste ich nichts.“, sage ich lachend.
„Das solltest du eigentlich auch nie erfahren. Danke Mama...“, gibt Maxim leise zu.

Der Mittag bzw. Abend war sehr angenehm, es fühlte sich nicht an, wie dieses typische Familien kennen lernen. Seine Eltern haben mich sofort ins Herz geschlossen und warfen nur so mit Komplimenten.

„Ich muss euch noch etwas beichten...“, fängt Maxim auf einmal an. Die Augen seiner Eltern ruhten auf uns. „Wir kriegen ein Kind. Naria ist schwanger.“. Ich stand etwas unter Schock, wir haben das noch nie laut gesagt. Schneller als ich schauen konnte, haben mich seine Eltern wieder umarmt. Sofort kamen alle möglichen Fragen, die wir sehr spärlich nur beantworten konnten. Aber was sie mehrmals wiederholten war, dass sie uns unterstützen. Egal wie wir Hilfe bräuchten – sie wären da. Nach einige innige Umarmungen und Küsse gingen seine Eltern, allerdings nur mit meiner Handynummer. Falls mal etwas sein sollte...

Kaum hat Maxim die Tür hinter ihnen geschlossen entschuldigt er sich für diesen Überfall.
„Warum sind deine Eltern so süß? Ich liebe sie. Ich möchte mit deiner Mutter zusammen Wein trinken und über die Welt philosophieren! Also … wenn ich wieder trinken darf.“, grinse ich. Ich bin nicht gewohnt so herzliche Menschen um mich zu haben, aber oh mein Gott – seine Eltern sind mindestens genauso toll wie er. „Puh, da bin ich beruhigt. Manche finden meine Eltern zu anstrengend. Gehen wir Hulk abholen und danach mit Nico und Tarek etwas essen?“, schlägt er vor und wir machen uns direkt auf den Weg zu meiner Schwester meinen vierpfötigen Freund abholen, dann in ein Restaurant bei dem wir uns mit den anderen treffen. Nico, Klara und Tarek saßen bereits an einem Tisch und nur Klara strahlte als sie uns sah. Ernst schaute Nico zu Maxim. „Schön dass du mal wieder Zeit für uns hast. Kam in den letzten Wochen selten vor...“, beklagt sich Nico ohne aufzuschauen. Ich ahne schlimmes...
„Hey, Das tut mir wirklich Leid, dass es die letzten Wochen so war. Aber es gab echt heftige Nachrichten in meiner Familie..“, entschuldigt sich Maxim schnell.
„Maxim, wir sind immer für dich da, wir waren für dich da als dein Vater im Krankenhaus war. Warum hast du nicht mit uns gesprochen? Das war bis dato nie ein Problem für dich, du bist nicht auf den Mund gefallen.“, klagt nun Tarek traurig.
„Das konnte ich euch wirklich nicht sagen. Manche Sachen muss ich selbst erst verarbeiten und mich darum kümmern.“
„Falls du es vergessen hast, wir haben eine Band. Selbst wenn wir nur einmal in der Woche uns treffen - wäre in Ordnung für uns. Aber es sind 3 Wochen her seitdem wir an Songs gearbeitet haben.“

Klara und ich rissen unsere Augen auf, den die Diskussion ging weiter und wurde lauter. „Weißt du warum Maxim in letzter Zeit so war? Du bist ja immerhin seine Freundin.“, fragt sie leise. Ich sage nichts, nehme das letzte Ultraschallbild aus meiner Tasche und schiebe es zu ihr.
Ihr Blick wechselte von verwirrt zu begeistert zu verwirrt und dann freudestrahlend. „Ihr bekommt ein Kind?“.
„Ja. Wir wollten es niemanden sagen, bevor die ersten drei Monate vorbei sind. Bis jetzt wissen es nur seine Eltern und meine Schwester.“, lächle ich und Klara steht auf und umarmt mich. Sie ist davon begeistert und freut sich sehr für uns. Davon bekamen die Männer nichts mit, denn sie diskutierten immer noch laut. Nach ein paar Minuten reichte es mir und ich schlug mit der Hand auf den Tisch. Jeder verstummte.
Ruhe, endlich.

„Der Grund warum der schöne Mann kaum Zeit mit euch verbracht hat, bin ich. Es gibt etwas, was unser Leben bald auf den Kopf stellt und er wollte mich nicht alleine lassen.“, beginne ich zu sagen.

„Ich verstehe es ja, dass ihr immer noch auf Wolke sieben seit, aber..“, fing Tarek an, doch ich unterbrach ihn schnell.

„Klappe. Ich bin schwanger. Wir werden Eltern. Eigentlich wollte wir euch Bodys schenken und es so mitteilen, aber ihr hört ja nicht auf euch anzuschreien wie Teenager!“, schreie ich fast selbst.

„Aber Na..“

„Kein Aber Tarek! Ich weiß, Kinder passen nicht zu eurem Rapper da sein - das ist mir so was von egal. Maxim und ich haben lange darüber geredet und wir haben eine Entscheidung getroffen. Ihr könntet euch wenigstens freuen und uns unterstützen! Und falls nicht, knocke ich euch aus mit dem Bauch der mir wächst!“, unterbreche ich ihn wieder.

„Ich wollte nur fragen, ob das Kind trotzdem einen Body bekommt, auf dem steht, dass Onkel Tarek der beste ist... wir freuen uns für euch!“. Als die zwei uns umarmten musste ich tatsächlich ein paar Tränen unterdrücken. Völlig erledigt falle ich in mein Bett, was für ein Tag...

„Jetzt fehlen nur noch deine Eltern, dann haben wir es den wichtigsten Menschen gesagt.“, lächelt Maxim als er sich zu mir legt. Meinen Eltern reicht es, vermute ich, einfach ein Ultraschallbild zu zeigen...

Ein paar Wochen später sah man tatsächlich einen Bauch. Zwar nur einen leichten - aber er war da! Da der Frühling leider langsam wieder kam, war es mir dauernd zu warm. 10° Celsius? Zu warm, viel zu warm, ich schwitze wenn ich nur sitze. Meine Arbeit für heute war früh erledigt und ich besuchte Klara an der Universität. Wir wollten zusammen etwas essen (sehr wichtig für mich, ich habe seit zwei Stunden nichts gegessen und verhungere gefühlt) und danach eine Möbelhäuser abklappern. Zwar habe ich noch keine bezahlbare, größere Wohnung gefunden, aber man darf ja wohl schauen. Klara ging im Möbelhaus voll auf, schrieb sich viele Sachen auf, die mir gefielen. Ich wünschte mein Körper wäre heute nicht so schwach, mehrmals musste ich stehen bleiben, da mein Kreislauf verrückt spielt. Als wir zur Bahn liefen, ging es komplett bergab. Ich rief noch ihren Namen, spürte ihre Arme um mich und dann wurde es schwarz.
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