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Nein danke.

Kurzbeschreibung
GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Maxim Drüner Nico Seyfrid OC (Own Character) Tarek "Tafel" Ebéné
19.05.2019
04.08.2019
13
21.260
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Dieses Kapitel
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19.05.2019 972
 
Die Uhr zeigt an, dass es noch eine Minute ist, bis ich endlich in Freiheit bin. Zumindest bis morgen früh. Ja, ich hatte gleich Feierabend und es ist das einzige gute an heute. Wenn man einmal im Einzelhandel arbeitet, sind die Abgründe der Menschheit bekannt. Warum können Menschen nicht einfach mal freundlich sein? Einfach mal dankbar und höflich sein ist anscheinend zu schwer für den größten Teil der Menschen bzw. die Leute die in meinen Laden reinkommen.

Warum ich nicht einfach kündige und mir einen Job suche, der mir Spaß macht? Ganz einfach, Familienunternehmen. Zwar hatten meine Eltern damals nicht die Idee ein Einzelhandel für Sportbedarf und Kleidung zu eröffnen, sondern für Retrokleidung, aber meine Umsetzung läuft besser. Eigentlich warte ich auch nur auf ein gutes Angebot eines Käufers damit ich das hier nicht mehr 6 Tage die Woche machen muss und zu meinem ursprünglichen Beruf zurück kehren kann – als Lehrerin.

Warum Lehrerin? Bestimmt nicht weil ich Kinder liebe, Kinder sind die Hölle und verdammt anstrengend. Die Jugend heutzutage ist auch nicht besser, aber ich komm ganz gut mit denen klar. Vor allem im Englischunterricht, wenn manche schlecht verstehen was ich sage, und ich diese einfach dissen kann und sie verstehen es nicht. Das ist recht schön. Obwohl ich kaum ein Blatt vor den Mund nehme und nicht der sozialste Mensch bin, wurde ich als Lehrerin wenigstens geschätzt, von Schülern, Kollegen und Eltern.

Der Minutenzeiger der Uhr schlug auf 18 Uhr und glücklich zücke ich meinen Schlüssel, schließe erst die linke Seite ab als ein Mann zur Tür rannte.
"Ich brauche dringend die Adidasjacke aus dem Fenster!“, ruft er und schaut mich hoffnungsvoll an.
„Und ich brauche dringend Feierabend, sorry.“, grinse ich und ziehe die rechte Seite zu mir um endlich schließen zu können.
„Es dauert echt nicht lange, lass mich nur meine Größe suchen und bezahlen.“, bettelt er und zieht die Tür wieder zu sich.
„Sehe ich so als würde ich wegen dir länger auf meinen Feierabend warten?“, frage ich echt genervt und versuche gegen ihn anzukommen. Leider war er echt stark, sein Bizeps war nicht zu verachten.
„Um ehrlich zu sein, ja. Du wirkst sehr liebreizend und ich würde dich zum Dank auf einen Wein einladen.“. Versucht er gerade zu flirten? Meine Güte, ich weiß warum ich seit Jahren auf kein Date gegangen bin...

„Da täuscht du dich. In meinem Kühlschrank wartet ein kaltes Bier auf mich.“
„Dann kaufe ich dir ein Bier zum Dank, besser?“
„Nein danke.“, grinse ich und nutze es aus, dass er kurz mit seiner Kraft nachlässt. Schnell stecke ich den Schlüssel ins Schloss und schließe ab. Er reißt seine blauen Augen auf und brüllt noch ein „Ach komm schon!“.

Ich lasse de Rollläden runter und winke ihm lächelnd zu bis diese mein Gesicht bedecken. Schnell zähle ich das Geld, verschließe es im Tresor, mache die Abrechnung, nehme meine Tasche und wecke meinen treuen Begleiter – Hulk. Nein ich hatte nicht den grünen, großen Marvelheld im Büro schlafend, sondern meinen Hund, ein Rottweiler. Ich legte ihm die Leine an und wir gingen aus dem Hinterausgang hinaus. Für den Weg nach Hause musste ich nochmal an der Eingangstür vorbei und sah dass der nervende Typ immer noch davor stand, nur telefonierte er jetzt laut. „Nein Nico, hab sie nicht bekommen – Was kann ich dafür wenn der Laden schließt? Ja, dann müssen wir morgen halt später drehen! - Ne, ich hab keine Lust jetzt noch andere Geschäfte abzuklappern“, hörte ich ihn.

Schnell ziehe ich meine Kopfhörer auf und hoffe er beachtet mich einfach nicht weiter. Doch leider ruft er mich und Hulk reagiert darauf. Ja mein Hund reagiert auf meinen Namen, er ist ein guter Beschützer und bellt im Notfall jeden an! Genervt ziehe ich meine Kopfhörer runter und drehe mich um.
„Was ist? Brauchst du ein Taschentuch weil ich nicht nett zu dir war? Oder willst du dich an meiner Schulter ausweinen?“
Er lachte kurz auf und ich muss zugeben, er war nett anzusehen. „Nein aber danke, ich wollte nur fragen, wann du morgen wieder öffnest? Ich brauche die Jacke so früh wie möglich.“
„Brauchst du eine Brille oder bist du Analphabet? Die Öffnungszeiten stehen da.“, sage ich immer noch genervt. Er hält mich nur von meinem Bier und meiner Badewanne ab.
„Ich dachte nur, dass wenn du früher als 9 Uhr tatsächlich da bist, könnte ich auch etwas früher die Jacke kaufen. Es ist echt dringend für meinen Job...“, bettelt er mal wieder.
„Hör mal, mir wäre es auch egal wenn du Jesus persönlich wärst. Der Laden macht um 9 Uhr auf und keine Sekunde früher.“, erkläre ich ihm und setze meinen Weg fort.
„Ich zahle auch das doppelte!“, schreit er.
„Von mir aus könntest du auch meinen Alkoholkonsum finanzieren. 9 Uhr und nicht früher.“
„Ach verdammt, ich kann dich mit nichts überzeugen, oder?“
„Nö. Schönen Abend noch. Kalte Löffel helfen übrigens gegen geschwollene Augen wenn du die Nacht weinst wegen mir.“
„Bis morgen, du Terrorkrümmel.“, rief er noch hinterher und ich konnte endlich in Ruhe nach Hause laufen mit einem großen Umweg für Hulk. Daheim angekommen gebe ich ihm noch was zu essen, schnappe mir ein Bier und lasse die Badewanne volllaufen. Das warme Wasser tat verdammt gut. Bevor ich schlafen ging, gehe ich noch eine Runde raus mit Hulk und schmeiße mich danach ins Bett.





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Nein, ich kann es nicht lassen. Ich bin es wieder.
Nein, keine Ahnung wie und wann es weiter geht.
Ja, ich verarbeite meinen letzten scheiß Job als Verkäuferin hier und bringe euch gerne näher, was für Unmenschen existieren und wie furchtbar Kunden sind.
Ja, die meisten Ereignisse werden aus meiner Erfahrung geschrieben (Menschen sind scheiße.)
Nein, bei mir kam kein Maxim vorbei. (Die Welt ist ungerecht)
Ja, ich finde euch geil, wenn ihr ein Review schreibt.

Hier möchte ich kurz Gin danken, weil mir die Idee leicht angetütelt kam.
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