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Der Schnelle und das Wildschwein (Angry Birds)

von SugerCat
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12 Slash
18.05.2019
25.08.2020
9
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18.05.2019 3.059
 
Schnee. In letzter Zeit ein ständiger Begleiter eines gelben Vogels. Bald würde in ihrem Dorf ein großes Fest steigen. Zu seinen Ehren und das seiner Braut. Eine Hochzeit wird stattfinden und eigentlich hatte er sich das immer schon gewünscht. Jemanden zu finden, mit dem er den Rest seiner Tage verbringen konnte. Jemanden der ihn verstand und über seine kleinen Fehler hinweg sah.

Ja, da war jetzt ein Vogel an seiner Seite und er konnte sagen, er mochte sie. Irgendwie. Umgekehrt schien sie wohl mehr zu fühlen, auch wenn es nicht wirklich gezeigt wurde. Aber die Heirat war ja ihre Idee, also musste sie mehr für ihn empfinden. Zwar dachte er auch schon vorher an so ein Fest, doch der Grund dafür war kein recht nobler. Denn er stammte aus einfachem Hause und durch seine besondere Eigenschaft, nämlich der schnellste Vogel weit und breit zu sein, schaffte er es auch, sich hoch zu verschulden. Gerade zu dieser Jahreszeit rutschte er öfters weg und zerstörte aus Versehen Krüge oder ähnliches zerbrechliches. Er, der seit Geburt an den Namen Chuck trug, hatte es nicht wirklich leicht. Schnelligkeit und Ungeduld passten einfach nicht gut zusammen.

Es geschah vor ein paar Monaten. Da kamen neue Vögel von außerhalb ihres Dorfes. Unter ihnen befand sich auch eine Dame mit lila Federkleid. Anfangs wirkte sie nicht besonders nett, aber dafür sehr vermögend. Oder zumindest ihr merkwürdiger Onkel und Cousin waren es.

Erst wollte er nur fragen, ob er sich ein wenig Geld leihen konnte, um seine Schulden zu bezahlen. Natürlich hätte er versprochen alles zurück zu zahlen oder es abzuarbeiten. Weil er einen guten Eindruck machen wollte, lud er die Fremden in sein Haus ein, aber vorher überprüfte er mit seinem besonderen Talent, ob die Fremden Waffen oder ähnliches dabei besaßen. Schließlich war er nicht ganz so gutgläubig, wie manche dachten.

Jedenfalls kam alles anders. Als seine Gäste sein Heim betraten, unterhielten sie sich gutgelaunt über seine Einrichtung und wie lange das Gebäude schon existierte. Wahrscheinlich waren sie daran interessiert, weil er das höchste Haus in der Gegen besaß. Er erbte dies von seinen Eltern. Ach ja, sie waren leider auch zu früh gegangen und Geschwister besaß er keine.

Somit führte er zumindest ein angenehmes Gespräch mit den Verwandten seiner Angetrauten. Ihr Name lautet Gale und aber sie sprach nicht sehr viel an diesem Nachmittag. Ihr Onkel, der sich als Leonard vorstellte, meinte sie wäre nur ein wenig schüchtern. Das konnte er am Anfang noch gut verstehen, denn er war ja auch ein sehr prächtiger Fang. Nach einiger Zeit fing sie aber dennoch nicht an, sich ihm gegenüber zu öffnen und er bezweifelte langsam, dass sie nur scheu sei. Mit anderen Vögeln konnte sie doch auch frei plaudern. Das beobachtete er mehrere Male. Doch die Unterhaltungen sahen nie besonders freundlich aus. Oder bildete er sich das nur ein. Schließlich ging er nie näher heran, um seine Verlobte zu belauschen. Schließlich wusste er noch, was sich gehörte und was nicht.

Dennoch trafen sie sich immer wieder nach diesem einem Tag. Ross, ihr merkwürdiger Cousin rannte im Dorf herum, um seltsame Aufzeichnungen zu machen. Bis jetzt hinterfragte er nichts, was die drei Vögel so anstellten. Auch wenn ihm irgendein Gefühl sagte, hier stimmte etwas nicht.

Auf der anderen Seite, war auch er selbst nicht ganz ehrlich, denn er beichtete seiner Verlobten nicht einmal seine Geldsorgen. Er fand einfach nicht den richtigen Moment dafür. Außerdem möchte er dafür auch einmal länger allein mit Gale sein. Vielleicht würde sie dann endlich ihre Schüchternheit oder eher abweisende Art überwinden. Wenn er Pech besaß, tratschten schon einige seiner vergangenen Liebschaften mit seiner Zukünftigen über ihn. Wahrscheinlich spielte sie deswegen bis zur Hochzeit die kühle Dame, damit sie auf der sicheren Seite war und er nicht vorher abhauen konnte. Dabei wollte er nicht einmal unbedingt mit ihr Intim werden. Er dachte bis jetzt noch nicht einmal daran sie zu küssen oder einfach ihren Flügel zu halten.

Manche aus ihrem Dorf beneideten ihn für so eine Augenweide von einer Frau. Ja, sie sah wirklich schön aus. Dennoch machte es leider bei ihm nicht wirklich Klick in seinem Herzen. Wahrscheinlich würde die ganze Sache dann auch einfacher über die Bühne gehen. Aber er kann sich nicht zwingen jemanden zu lieben, auch wenn das Äußere und das Umfeld noch so verlockend schien. Er versuchte sich damit zu trösten, dass er nach dem Fest die wütende Meute endlich los wird, die fast täglich vor seinem Haus stand.

Die Nacht zog langsam ein, aber der gelbe Vogel fand immer noch nicht das, was er suchen sollte. Rosen möchte seine Verlobte haben und das mitten im Winter. Da trifft er Gale einmal alleine an und sie schickt ihn los, um Blumen im Schnee zu finden. Es handelte sich hierbei wohl um die Nervosität vor der Hochzeit. Zwar wirkte sie nicht besonders durcheinander und beschäftigt wegen der Planung, aber er konnte sich da auch täuschen. Nie achtete er bei ihr groß auf Kleinigkeiten wie Gesten und Blicke. Zwar schämte er sich auch deswegen, doch er versprach sich innerlich dafür, ihr ein guter Ehemann zu werden. Zumindest wird er sein möglichstes tun, damit sie zufrieden wird. Und bei diesem Gewächs, das angeblich auch unter dem weißen Pulver zu finden war, könnte er doch den Anfang machen. Rote Rosen. Er dachte gar nicht, dass sie die klassische Romantik mochte. Eines der vielen Details die er noch über sie lernen sollte.

Nach einer kurzen Verschnaufpause rannte er weiter. Aber es schien egal zu sein, wo er mit seiner Schaufel suchte, er fand alles, nur nicht das was er haben möchte. Sogar die goldene Uhr vom Schreinermeister tauchte wieder auf. Für die wird er sicher ein kleines Sümmchen bekommen. Der alte Kauz vermisste das Ding schon eine Ewigkeit. Es war ihm ein Rätsel wie sie hier raus in den Wald kam, wenn er doch angeblich niemals das Dorf verließ.

Das sollte aber nicht seine Sorge sein, denn er bekam allmählich andere Probleme. Der Weg, den er vor einigen Momenten noch entlang rannte, war plötzlich abhanden gekommen. Unter ihm nur kalter Schnee. Schnell versuchte er noch, sich zurück zu bewegen, doch sein Pfad blieb verschwunden. Als die weißen Flocken von oben begannen dicker zu werden, da hätte er für heute Schluss machen sollen. Aber es verblieben nur noch wenige Tage bis zur Vermählung und er wollte seine zukünftige Frau nicht umstimmen, weil er ein paar Kleinigkeiten wie Blumen besorgen nicht hinbekam.

Vielleicht sollte er aber einmal ein richtiger Mann sein, Heim gehen und ihr alles gestehen, dass er keine Gefühle für sie hegte, sondern sie nur wegen dem Geld ehelichen möchte. Wenn er Glück hatte, freute sie sich über die Nachricht. Es konnte doch sein, dass Gale's Onkel sie nur zu einer Hochzeit zwingen möchte, weil sie sich im heiratsfähigen Alter befand. Im schlimmsten Fall brach er ihr das Herz und es gab einen weiteren Vogel im Dorf, der wütend auf ihn war.

Langsam sollte er genau wissen, was er machen will, denn nicht nur seine Beine wurden kalt. Auch wenn der Schnee den Boden sehr hell machte, ohne Mond oder Sterne würde er in der Dunkelheit nichts erkennen. Außerdem machte das fallende weiße Zeug es ihm schwer, überhaupt noch vernünftig gerade aus sehen zu können. Ein wenig machte ihn das panisch, denn er hatte sich noch nie im Wald verlaufen.

Nun rannte er mehr bewusst im Kreis, um irgendeinen Anhaltspunkt zu finden. Hier musste es einfach noch etwas anderes geben, als Bäume und Schnee. Von Anfang an, hätte er diese Suche auf Morgen verschieben sollen. Oder sich zumindest erkundigen, ob es überhaupt winterharte Rosen hier in der Nähe gab. Einfach drauf losrennen, war schon immer seiner Stärke und sein Schwachpunkt, wie in solchen Situationen. Sein Körper würde das nicht mehr lange mitmachen und zu der Kälte, kam auch langsam der Hunger.

War da etwa ein Licht? Schnell sah Chuck genauer hin, aber es verschwand wieder. So schnell wie er es noch konnte, lief er in die Richtung. Da leuchtete es wieder auf und er war froh, dass er sich nichts eingebildet hatte. Doch woher kam dieses Leuchten in Mitten der Dunkelheit? Da er seine Augen auf das Licht fixierte, sah er nicht dass er direkt auf einen Zaun zulief. Somit war das kommende unvermeidlich.              

„Autsch! Wer baut den einen Zaun mitten in den Wald?“ Er wollte schon weiter schimpfen, aber als er sah, dass er vor einem riesigen düsteren Anwesen stand, verstummte er erst einmal. Jedenfalls bis ihm einfiel, dass er nun wahrscheinlich doch nicht erfrieren muss. Eilig suchte er also den Eingang, nur am dann festzustellen, dass dieser verschlossen war.

„Hallo? Ist da jemand? Wenn ich jetzt über den Zaun klettere, dann will ich nicht bei ihnen einbrechen. Ich suche nur Schutz vor dem Wetter und..autsch, waren die Spitzen oben am Zaun wirklich nötig?“ Aber das überwand der gelbe Vogel auch schnell und bewegte sich schon zitternd zur Eingangstür. Er klopfte, denn er möchte niemanden erschrecken. Als keiner öffnete, schritt er von selbst hinein, denn er hielt es draußen kaum noch aus. Er schaffte es gerade so, die schwere Tür wieder zu verschließen und verriegelte sie dann auch. Damit der Wind sie nicht aufschlug, sollte dieser die Richtung ändern. Danach schüttelte er den Schnee von sich ab. Ansehen konnte er hier noch nicht viel, denn es herrschte ja nun Nacht und in diesem Gebäude war es stockfinster.

Man könnte wirklich Streichhölzer und ein paar Kerzen in den Eingangsbereich legen, dachte er und tastete sich an der Wand vorwärts. Wobei er natürlich über ein paar Dinge stolperte, die aber nicht wirklich hilfreich in dem Moment waren.

„Entschuldigung, aber um das nochmal klarzustellen, ich breche hier wirklich nicht..Autsch!“ Und schon wieder blieb er mit den Füßen irgendwo hängen.

„Sobald ich etwas sehe, räume ich auch gern mit auf.“ Doch es blieb dunkel und leise wo er sich befand. So musste bei den Sichtverhältnissen weiter nach einem Schlafplatz suchen. Ihn wird es schon nicht so sehr stören, wenn er für einen Abend einmal nichts essen konnte. Hauptsache, er besaß für eine Nacht ein Dach über den Kopf. Wie es der Zufall wollte, fand er schnell eine Couch mit einer Decke und ein Kissen. Alles war ein wenig eingestaubt, aber er bekam das mit ausklopfen und seiner Geschwindigkeit schon hin.

Es wirkte einsam und allein hier, aber auch wenn er bis jetzt niemanden sah oder hörte, ein Gefühl sagte ihm trotzdem, dass er sich nicht allein hier befand. Chuck versuchte es zu ignorieren und die Augen zu schließen, als er endlich mit dem Kopf auf den Kissen lag.

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Das Nächste, was er mitbekam, war nicht das Tageslicht, das ihn eigentlich wecken sollte, sondern er roch leckeres Essen. Sein Magen knurrte, aber sein Kopf sagte ihm auch, dass es gefährlich sein könnte, hier seinen Bauch zu füllen. Doch als er sich endlich traute, die Augen zu öffnen um seinen Gastgeber zu erblicken, da stand da niemand. Irritiert setzte er sich auf, denn er hätte schwören können, er hörte eben noch jemanden. Außerdem befand sich nicht sehr weit weg von ihm ein Tisch, mit leckeren Speisen. Irgendjemand musste die ja zubereitet und hier her gebracht haben. Solche Dinge geschehen ja nicht von allein.

„Ehm, danke schön für das Nachtlager und das Frühstück natürlich. Aber wer immer auch hier wohnt, möchten Sie sich nicht zeigen? Ein Gespräch von Angesicht zu Angesicht wäre doch besser. Und mir viel lieber.“ Denn letzten Satz flüsterte der gelbe Vogel eher für sich, denn wenn er den Besitzer des Hauses sah, wüsste sofort ob er weiter in Gefahr war oder nicht. Auf der anderen Seite, welches Übeltäter lässt einen bei sich übernachten und bringt einem dann noch etwas zu Essen ans Bett. Couch in dem Fall, aber dennoch merkwürdig. Vielleicht wohne ein unansehnlicher Einsiedlervogel hier und wollte nur, dass er schnell wieder verschwand. Den Wunsch kann ich erfüllen, dachte Chuck und streckte sich ausgiebig, um sich dann über das Frühstück herzumachen.

Schnell gesättigt, merkte er auch, dass er lange nicht mehr so gut gegessen hatte. In Gesellschaft wäre es sicherlich noch besser gewesen, aber nun konnte er auch nichts mehr daran ändern. In der Zukunft konnte er sicherlich öfters mit seiner Frau und deren Freunden essen. Zumindest spielten ihm die Pärchen draußen immer vor, dass man in so einer Beziehung selten allein war.

Bevor er los rannte, bedankte er sich nochmal lauthals für alles. Auch wenn er niemanden sah, wollte er nicht den unhöflichen Gast spielen. Fast hatte er schon das Tor erreicht, da blickte er sich nochmal um. Wenn das nicht getan hätte, wäre ihm die schöne Aussicht von dem Anwesen entgangen. Gestern Abend konnte er ja nicht viel erkennen, deswegen sah er wahrscheinlich auch nicht, dass eine Seite vom Tor offen stand. Und er kletterte über den Zaun wie ein Einbrecher.

Wie angewurzelt blieb Chuck einfach an der Stelle stehen und konnte nicht aufhören zu staunen. Es war nicht so, dass es keine schönen Häuser in der Nähe gab oder so, aber was sich vor ihm befand, kam ihm vor wie etwas Besonderes. Natürlich wirkte es ein wenig ungepflegt, weil der Herr des Hauses, der seine Gründe besaß sich nicht zu zeigen, mit der Arbeit nicht allein klar kam.  

Nachdenklich rannte der gelbe Vogel vor dem Tor, dass ihn nach draußen brachte, hin und her. Einerseits sollte er eilig wieder gehen, denn er musste noch andere Dinge zu Hause erledigen. Andererseits wollte er hier auch etwas tun, um sich für die Übernachtung und das Essen erkenntlich zu zeigen.

Er schüttelte den Kopf und fragte sich, warum er Zeit schinden wollte. Schließlich wurde nichts verlangt und so sollte er einfach verschwinden. Heute schien sogar die Sonne, da sollte es ein leichtes sein, sein Dorf wieder zu finden.

Doch genau in dem Moment, als er endlich gehen wollte, blendete ihn etwas und er schloss kurz die Augen. Blinzelnd und mit den Flügel schützend vor über den Augen, versuchte er dann zu erkennen, was die Sonnenstrahlen reflektierte. Es handelte sich um ein Fenster, das zu einem Wintergarten gehörte. Sicherlich stand er an diesem Ort schon zu lange herum, weil das Tageslicht nun auf diesen kleinen Schuppen aus Glas fiel. Deswegen nahm er sich vor, endlich die Beine in die Hand zu nehmen, um den das Anwesen zu verlassen.              

Aber genau zwischen den zwei Tortüren, kam ihm eine blitzartige Idee. Wintergärten beherbergen Blumen und anderes Grünzeug zur kalten Jahreszeit. Chuck wusste, dass es dumm war nachzuschauen, ob es da drin auch Rosen gab. Der Inhaber kümmerte sich kaum um das Haus, warum sollte er sich die Zeit nehmen solche Pflanzen im Winter zu pflegen?

Trotz seiner eigenen Gedanken, befand er sich schnell vor dem Blumenhaus und öffnete dennoch die Glastür, um einen Blick zu riskieren. Wie befangen trat er ein, ließ dabei die Tür wieder ins Schloss fallen und wanderte in das Innere. Hier gab es so viele schöne Exemplare von Pflanzen, aber seine Augen wurden von Anfang an von den Rosen gefangen genommen. Das Rot der Blumen schien richtig zu leuchten, denn er erkannte es gleich von Eingang aus. Ringen mit sich selbst, lief er um den Busch herum, der anscheinend den besten Platz hier bekam. Fast wie eine Trophäe wurde er dargeboten. Es waren so viele Blüten daran, es würde vielleicht gar nicht auffallen, wenn er eine einzige für seine Braut mitnimmt.

„Mach das nicht!“ Hörte er plötzlich ein leises Stimmchen, aber als er sich herum drehte, befand sich da niemand. Wieder schüttelte er den Kopf, denn das war sicherlich nur sein Gewissen. Schließlich wurde er zum stehlen nicht erzogen. Doch wenn seine Eltern noch da wären, müsste er nachts im Winter auch nicht aufbrechen, um eine Blume zu finden.

Kaum hatte er die auserwählte Blume abgebrochen, rannte er eilig zum Ausgang, um nun endlich von hier fort zu kommen. Seltsamerweise klemmte die Tür vom Wintergarten, denn egal was er tat, sie blieb verschlossen.

„Oh nein! Warum bist du nicht einfach gegangen? Jetzt ist der Herr sicher wütend.“ Erneut ertönte das Stimmchen und langsam beschlich ihn das Gefühl, dass es die bessere Lösung gewesen wäre, diesen Ort früher zu verlassen. Alles wurde plötzlich dunkler, dabei schien doch draußen noch die Sonne. Der Holzboden unter ihm knarrte fast verzweifelt und kündigte ihm damit an, dass sich etwas Schweres und Großes in seine Richtung bewegte. Chuck wurde seltsamerweise kalt, dabei fand er es vorher hier drin angenehm warm.

„Ich habe dir ein Nachtlager angeboten und dir etwas zu Essen gebracht. Aber das genügte dir nicht, also wolltest du mich auch noch bestehlen.“ Diese Stimme klang nun düster und furchteinflößend, aber noch sah der gelbe Vogel niemanden. Seine Knie zitterten ein wenig, dennoch sollte er versuchen, die ganze Sache zu erklären.      

„Ich..ich wäre doch nochmal zurückgekommen, um..“ Ein Grölen ließ ihn schnell wieder verstummen.

„Lügner! Du wolltest die Rose mitnehmen und dich dann davon machen wie ein Dieb!“ Das Etwas kam näher und er konnte schon einen großen Schatten auf dem Boden erkennen. Hier wohnte definitiv kein Vogel, der ein Einsiedler sein wollte. Gepackt vor Angst, versuchte er noch sich hier irgendwo zu verstecken, aber es war vergebens. Einen Moment später, wurde er nämlich schon an einem Flügel angefasst und hochgehoben. Ihm war klar, dass dieses Ungetüm ihn gefangen hatte, dennoch starrte er stur an die Wand, um es nicht ansehen zu müssen. Doch das änderte sich, als er mit Leichtigkeit umgedreht wurde und nicht anders konnte, als der Bestie ins Gesicht zu sehen. Eine andere Beschreibung fand er für das Grauen nicht, was er erblicken musste. Es war riesig. Fünfmal, nein mindestens sechsmal so groß wie er. Wenn nicht noch größer. Dieses braun-schwarze Fell ließ ihn aber das auch nicht gut einschätzen. Die Augen waren glutrot und durchdrangen ihn mit ihrem stechenden Blick. Die Klauen hielten ihn fest gepackt, dass es kein entkommen gab. Solche Angst bekam er schon lange nicht mehr, aber dennoch möchte er hier nicht so sterben. Deswegen fing er an um sein Leben zu flehen.

„Bitte, friss mich nicht! Ich..ich mache alles, um die Rose zu bezahlen. Sicherlich gibt es irgendwas hier für mich zu tun...“ Seine Ansprache stoppte, als das Monster das Maul öffnete. Jedoch verstand er kein Wort, falls noch etwas geantwortet wurde. Als er nämlich die scharfen und teilweise rot-gefärbten Zähne erblickte, die ihn wahrscheinlich mit Leichtigkeit zerfleischen könnten, verlor er das Bewusstsein.
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