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Sternenjagd

von Rhynn
Kurzbeschreibung
OneshotFantasy, Sci-Fi / P6 / Gen
18.05.2019
18.05.2019
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18.05.2019 805
 
Vorwort:
Nur eine kleine 30min Schreibübung, in der die Worte "kontinuierlich", "Jagd", "Konzept", "befreiend" und "Herde" verbaut werden mussten. Da ich dachte, dass die meisten wahrscheinlich eine herkömmliche Jagd beschreiben und mein Text dann eher lahm ausfallen würde, habe ich versucht, das ganze ein bisschen verrückter zu machen, haha.



Sternenjagd


Mit leuchtenden Augen starrte Valiah in den Sternenhimmel. Große, dunstige Wolken Sternenstaub zogen sich über das Himmelszelt und die kleinen Sterne, die so nah wirkten und doch so fern waren, spannten sich wie kleine Stecknadeln über die gewaltige, dunkelblaue Decke.
„Bist du soweit?“
Makorus klopfte ihr aufmunternd auf den Rücken und schnallte den Sternenstaubbeutel enger um seinen Rücken. Seit Jahren schon schwang sich ihre Herde in die Himmel empor und sammelte Staub und Splitter, wo sie sie auch finden konnten. Bisher war sie zu klein gewesen, um mit auf die Jagd zu gehen. Denn das Jagen von Sternen war viel zu schwierig, um es einer so kleinen Krylla wie ihr zuzutrauen. In der Kälte des Kosmos würden ihre Flügel schnell müde werden und durch das ständige Springen der Sterne, müsste sie scharfe Kurven ziehen, ohne dabei gegen die anderen Jäger oder einen Gesteinsbrocken zu stoßen.
„Natürlich.“ Valiah plusterte ihre Brustfedern auf und drehte sich strahlend zu ihm um. „Ich hab all die Jahre doch nicht umsonst trainiert!“
Zwischen all dem Flaum konnte er unmöglich sehen, wie sehr sie vor Aufregung zitterte. Sie hatte das Schiff noch nie verlassen, außer wenn ihr Vater sie als kleines Küken zwischen seine Beine geklemmt mit sich genommen hatte.
„Das wollte ich hören.“ Makorus schmunzelte und ging in die Knie. „Dann bin ich mal gespannt, ob du mithalten kannst, Rotkehlchen.“
Mit einem gewaltigen Satz schoss er in den Himmel und breitete die enormen Schwalbenflügel aus. Die ersten Schleier Sternenstaub stoben aufgeregt von ihm weg. Valiah gluckste begeistert. Ohne, dass ihr Kopf sie länger mit Zweifel und Nervosität davon abhielt, bewegten sich ihre Füße wie von selbst und auch sie stieß sich in den Himmel empor. Glitzernde Sternenfunken glitten um ihren Körper und verhedderten sich in ihrer Kleidung. Eilig breitete sie den Samtbeutel aus und fing die Wolken ein, die Makorus durch seinen Flügelschlag bereits in ihre Richtung geweht hatte.
Augenblicklich änderte sich die Farbe ihres Beutels von Rot zu Blau zu Violett und dann orange.
Valiah drehte aufgeregt eine Pirouette.
„Also, Rotkehlchen. Wir fliegen bis rüber zur Milchstraße, okay? Nicht weiter.“ Makorus sah sie streng an, aber Valiah wusste, dass er sie nicht aufhalten würde, wenn sie es wagte. Kichernd machte sie eine weitere Drehung. „Jawohl, Chef!“

Das Konzept einer Sternenjagd war simpel. Die Navigatoren im Schiff verfolgten Sternenschulen lange Zeit, bevor sie sie einholten. Dann stießen sich die Jäger in die Lüfte und sammelten Staub und Splitter, so viel ihre Beutel aufnehmen konnten.
Dabei waren Sternensplitter keine Stückchen echter Sterne, sondern eher kleine Kristalle, die irgendwelche Menschen vor Jahrhunderten irrtümlicherweise so getauft hatten. Die Krylla sammelten sie schon seit Jahren, um ihre Schiffe anzutreiben und ihre Flügel zu zieren. Ein Krylla, der ein ganzes Sternenbild auf seinem Rücken trug, wurde generell als weise und mächtig erachtet und Valiah träumte schon seit sie ein Küken war davon, das größte aller Sternenbilder zu besitzen.

Kontinuierlich stieß sie sich in den Himmel, hoch hinaus, immer weiter von ihrem Schiff entfernt. Weitere Jäger mischten sich unter sie und ihren Lehrer und das Funkeln von Sternendunst legte sich wie ein halluzinierter Nebel um sie. Die ganze Gruppe strahlte in verschiedensten Lichtern und Valiah fiel es schwer, die Augen von den bunten Wolken abzuwenden.
Dabei war sie heute auf eine Sache konzentriert.
Sie würde ihr erstes Sternenmal bekommen. Ganz bestimmt.
Und als die erste Sternschnuppe beinahe neben ihrem Gesicht an ihr vorbeischoss, spürte sie ihren Puls höher schlagen.
„Meine!“, rief sie eilig und stürzte im Sinkflug hinter dem regenbogenfarbenen Kristall her. Ihre Flügel hielten sie treu in der Luft. Kein Wind, der an ihrem Körper riss; stattdessen die pure Kraft von Adrenalin und Euphorie, die durch ihre Adern pulsierte.
Ein befreiendes Gefühl, endlich vom Schiff abzuheben und ihre Flügel so weit auszubreiten, wie es ihr möglich war.
Eigentlich war es egal, ob sie die Sternschnuppe fangen würde.
Im Moment tat sie nichts lieber als schwerelos über den strahlenden Himmel zu gleiten und mit den anderen Jägern ein Gemälde aus Staub und Licht an die Decke zu malen.
Und wer weiß? Vielleicht waren irgendwelche Menschen ja so von ihrer Kunst beeindruckt, dass sie dem Sternbild einen Namen gaben.
Valiah kicherte in sich hinein, als sie den Stern in ihrem Beutel verschwinden ließ und das Netz aus weißen Funken und Nebelbahnen betrachtete, das sie bei ihrer Jagd hinterlassen hatte.
Da sollte Makorus nochmal sagen, sie hätte kein Talent.
Das hier war doch wohl eindeutig ein großer Bär!
Na gut… ein Wagen könnte es auch sein.
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