Sherwood - Ein Fall in Cardiff (Sherlock / Torchwood Crossover)

CrossoverRomanze, Sci-Fi / P18 Slash
Dr. John Watson Sherlock Holmes
18.05.2019
13.07.2019
17
33333
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Meine Geschichte scheint noch ein paar Leser mehr gefunden zu haben, es freut mich so sehr, dass es scheinbar noch mehr Verrückte wie mich gibt, die ebenfalls der Meinung sind, dass Torchwood + Sherlock ~Sherwood~  ;) eine gute Idee ist. Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn der ein oder andere vielleicht noch einen Kommentar dalässt. Das motiviert so beim Schreiben! Nun viel Spass mit Kapitel 8...

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Das Restaurant lag links von der beeindrucken Lobby. Eingerichtet war es mit runden Tischen und halbrunden Sitzbänken. Alle Tische waren auf die Fensterfront ausgerichtet und boten einen fantastischen Blick auf das Wasser der Cardiff Bay. Sie konnten einen Tisch direkt in vorderster Reihe am Fenster bekommen, das Restaurant war an diesem Abend nur spärlich besucht. “Weißt du noch Jack”, ergriff Ianto das Wort, nachdem sie Platz genommen und bereits ihre Getränke bekommen hatten, “direkt hier gegenüber, am anderen Ufer bei Vittorio`s, haben wir an unserem ersten richtigen Date gegessen. Das Restaurant, wo ihr gestern Mittag wart”, fügte er an Sherlock und John gewandt hinzu. “Das sollten wir mal wieder öfter machen, so richtige Dates mit romantischem Dinner”, antwortete Jack und gab Ianto einen schnellen Kuss. “Bleibt schon manchmal auf der Strecke. Wenn man zusammen arbeitet und das auch noch für Torchwood, das mehr eine Lebenseinstellung als ein Job ist. Es ist gar nicht so einfach, da noch eine Beziehung zu führen”, sinnierte Jack vor sich hin, ungewohnt offen über seine Gefühle sprechend. Ianto schaute ihn erstaunt von der Seite an. Er wusste sehr wohl, dass Jack sehr tiefsinnig sein konnte und ihn aufrichtig liebte. Aber es war ungewohnt, dass er im Beisein Anderer so offene Worte aussprach. So sehr er sich ursprünglich in Jacks Draufgängercharme verliebt hatte, umso mehr hatte er im Laufe ihrer Beziehung die ruhigen Seiten an ihm schätzen und lieben gelernt.

Sherlock saß schweigend am runden Tisch und beobachtete Ianto und Jack, ihm schräg gegenüber, äußerst genau. Irgendetwas an den beiden schien ihn unglaublich zu faszinieren und es sah diesmal nicht so aus, als wäre das nur der Fakt, dass er aus Jack Harkness nicht schlau wurde. John hatte Sherlock selten so interessiert die Mimik und das Verhalten anderer beobachten gesehen. Zumindest dann nicht, wenn es gerade nicht um die Deduktion von Menschen im Rahmen eines Falls ging. “Würden Sie behaupten, dass Sie die Änderung ihrer Beziehungsparameter von Arbeitskollegen hin zu einem Liebespaar glücklicher gemacht hat?” platzte es plötzlich aus Sherlock heraus. “Sherlock, meinst du nicht das könnte etwas zu privat sein?” flüsterte John ihm zu, konnte sich aber ein Lächeln nicht verkneifen. Zur erneuten Überraschung von Ianto setzte Jack zu einer ernsthaften Antwort an: “Absolut, das war eine der besten Entscheidungen, die ich je in meinem Leben getroffen habe. Er macht mich sehr glücklich und ich zerbreche schon heute fast an dem Gedanken, dass ich ihn irgendwann verlieren werde.” sagte er und drückte Ianto die Hand. Ianto hatte Tränen in den Augen, er war gerührt  von Jacks Liebesbekundung. Er war immer so verdammt nah am Wasser gebaut. Vor allem, seit Jack ihm gegenüber gelegentlich sehr offen und emotional reagierte, ihn und manchmal auch andere hinter die Fassade blicken ließ. “Ich liebe dich auch”, flüsterte er ihm ins Ohr und gab ihm einen Kuss auf die Wange.

Jack löste den Blickkontakt mit Ianto und sagte, diesmal mit lauter Stimme, ein breites Lächeln im Gesicht. “Was meint ihr Männer, vielleicht sollten wir jetzt zum “DU” übergehen, nachdem wir schon solch intime Gespräche führen und zusammen essen heute Abend?” John und Sherlock waren einverstanden. John konnte abermals beobachten wie es in Sherlocks Gehirn arbeitete. “Wie alt bis du eigentlich, Jack?” warf Sherlock in die Runde. “Älter als ich aussehe, habe mich gut gehalten, oder?” meinte der süffisant und zog herausfordernd die Augenbrauen hoch. “Ich konnte das gestern schon nicht deuten Jack, aber deine Augen sind viel älter, als der Rest von dir. Außerdem habe ich in den Unterlagen meines Bruders recherchiert. Jack, du arbeitest seit 1899 als freier Mitarbeiter für Torchwood. Deshalb bist du dir auch sicher Ianto irgendwann zu verlieren. Damit meintest du nicht, dass er dich irgendwann verlassen könnte. Ianto wird nur mit Sicherheit vor dir sterben, denn du alterst viel langsamer – oder vielleicht garnicht?” schoss es aus Sherlock heraus und er blickte Jack herausfordernd an. “Ich weiß, dass ich richtig liege. Du brauchst nichts erwidern. Ich weiß nur noch nicht, wie so etwas geht. Also Jack, wie geht es?” setzte Sherlock noch hinterher – gewohnt, meist eine spontane und somit ehrliche Antwort seines Gegenübers zu erhalten, wenn er sie so mit seinen Feststellungen überfiel.

John stand vor lauter Verblüffung der Mund offen, er blickte entgeistert zwischen Jack und Sherlock hin und her. Ihm waren die komplexen Gedankengänge und die Schlussfolgerungen, die Sherlock aus diesen zu ziehen imstande war, oft vollkommen unbegreiflich. Aber für Sherlock war auch das Unbegreifliche eine mögliche Option, wenn alle anderen Optionen ausgeschlossen werden konnten. “Erwischt”, grinste Jack. “Es hat etwas mit dem Zeitstrom zu tun, ich bin im Grunde ein Unfall. Ein Fixpunkt in Raum und Zeit, den es so eigentlich nicht hätte geben dürfen. Irgendwas ist passiert und seitdem kann ich nicht mehr sterben. Das muss als Erklärung reichen”, meinte er lapidar und wandte sich der Speisekarte zu “Mann, habe ich einen Hunger, können wir jetzt endlich was bestellen?”

John bekam den Mund immer noch nicht zu. “Aber wie, warum? Wie ist das möglich? Du bindest uns doch einen Bären auf, oder? Moment… - Sherlock! Ihr habt das zusammen ausgeheckt, stimmts? Ihr wollt uns so richtig veraschen, oder?” Er blickte hilfesuchend zu Ianto. “Der schüttelte aber nur bedauernd mit dem Kopf. “Nein John, im Ernst. Das was Sherlock herausgefunden hat, ist wahr. Er ist wirklich unsterblich. Ich habe ihn leider schon mehrfach sterben sehen.” Iantos Mine verdüsterte sich für einen Augenblick in tiefem Schmerz. John leerte das vor ihm auf dem Tisch stehende Whiskyglas in einem Zug. “Ich fass es nicht, erst Außerirdirdische und jetzt auch noch ein Unsterblicher. Das ist zuviel. Das ist einfach zuviel.”
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Langsam schwenkte Jack den Whisky in seinem Glas, blickte dabei hinaus aus dem Fenster. Dort stand die Sonne bereits so tief, dass sie genau in das Fenster und auf ihren Tisch schien. Kleine Staubpartikel tanzten im Licht des Sonnenstrahls vor sich hin. Der Himmel begann schon sich orange zu vefärben und tauchte die ganze Szenerie in ein traumhaftes Abendlicht. Irgendetwas an diesen beiden Männern war ihm plötzlich sympathisch und sie und ihre Situation kamen ihm so unglaublich vertraut vor, so dass er sich wieder dabei ertappte, deutlich mehr von sich preiszugeben, als er das Fremden gegenüber für gewöhnlich tat: “Glaubt mir, unsterblich zu sein ist nicht so erstrebenswert, wie es sich anhört.” Traurig blickte Jack in sein Glas. “Ich habe seitdem so gut wie jeden Menschen, den ich je geliebt habe, sterben sehen. Das hat mich lange Zeit davon abgehalten, mein Herz überhaupt wieder für jemanden zu öffnen. Aber dann kam er hier”, er blickte Ianto zärtlich an, “… und es war um mich geschehen. Also lasst uns auf die Liebe anstoßen, sie ist mächtiger als alles andere im Universum”, schloß Jack seine kleine Ansprache und erhob sein Glas. “Slainte!” Die anderen erwiderten seinen Trinkspruch, nun alle ein wenig sentimental.

Nachdem sie hervorragend zu Abend gegessen und sich noch besser unterhalten hatten, hatten sie ein wenig die Plätze getauscht. Sherlock fragte Jack über alles was ihm in den Sinn kam aus. Wann hatte man schon einmal die Chance, einen Zeitzeugen der wichtigsten Ereignisse der letzten 120 Jahre zu treffen? Das war Input für seinen Verstand, den er in dieser Form noch nie hatte bekommen können. Nachdem er nun wusste woran er bei dem Captain war, verspürte er auch keine Abneigung mehr. Ganz im Gegenteil war er nun vom ihm absolut fasziniert. Sonst fesselte ihn nur ein neuer Fall oder ein Experiment so derart, wie Captain Harkness es gerade vermochte. Dabei hatte Jack ihm noch nicht einmal verraten, dass er auch noch dreitausend Jahre in der Zukunft auf einem völlig anderen Planeten das Licht der Welt erblickt hatte. Besonders einige alte Kriminalfälle, die nie hatten gelöst werden können, interessierten Sherlock. Wie zu erwarten war, konnte Jack ihm zu einigen dieser Begebenheiten die Infos geben, die den Fall lösten, jedoch nie die Öffentlichkeit hatten erreichen dürfen. Nicht selten waren irgendwelche Außerirdischen daran beteiligt gewesen.

John unterhielt sich währenddessen mit Ianto und fühlte sich absolut auf einer Wellenlänge mit ihm, wie er schon am Vormittag im Torchwoodhub festgestellt hatte. Es war fast so, als würde dieser ihn blind verstehen, wenn es um das Verhalten ihrer jeweiligen Freunde ging. Lachend tauschten Sie sich darüber aus, in welche peinlichen Situationen sie schon von Jack beziehungsweise Sherlock gebracht worden waren und dass bei beiden keinerlei Aussicht auf Besserung bestand. “John, ihr würdet tatsächlich ein gutes Paar abgeben”, raunte Ianto ihm nach dem vierten Whiksy zu. “Jack und ich waren gestern beide fest davon überzeugt, dass ihr bereits ein Paar seid. Ihr seid so vertraut miteinander und scheint euch blind zu verstehen...” “Freunde. Wir sind nur Freunde. Ich bin nicht schwul”, antwortete John, ebenfalls nicht mehr ganz nüchtern. “Ja, das hab ich auch mal gedacht, dass ich nicht schwul wäre”, lachte Ianto amüsiert auf und nahm einen weiteren Schluck. Sie hatten zwischenzeitlich die ganze Flasche des goldenen schottischen Single Malts beim Kellner geordert, um nicht so oft bestellen zu müssen. “Tja, dann hat sich meine Freundin in einen Cyberman verwandelt und ich habe Jack besser kennengelernt. Ihm bin ich, eigentlich schon vom ersten Augenblick an, mit Haut und Haar verfallen. Dabei habe ich mich vorher noch nie für Männer interessiert. Aber Jack ist halt einfach Jack. Es spielt letztlich gar keine Rolle, dass er ein Mann ist.”
“Ja”, seufzte John, tief aus seiner Seele heraus. “Genauso ist es mit Sherlock auch. Ich habe ihn gesehen und nach einer Sekunde wusste ich schon, dass ich ihn nie mehr nicht in meinem Leben würde haben können. An unserem ersten Abend, bei unserem ersten Fall, habe ich einen Mann für ihn erschossen. Schon am ersten Tag hätte ich mein Leben für ihn gegeben…”  “John, du liebst ihn. Red’ dir ruhig weiter ein, dass du nicht schwul bist – aber dass du ihn liebst, das steht außer Frage”, stellte Ianto abschließend fest, leerte sein Glas und setzte es, wie um seiner Ansprache ein Ausrufezeichen zu verleihen, auf dem Tisch ab.

“Wie wäre es mit tanzen?”, dröhnte Jacks Stimme in ihre ruhige Unterhaltung hinein. “Ianto, heute arbeiten wir sowieso nicht mehr. Wir waren schon ewig nicht mehr aus. Ich will tanzen gehen! Bitte, komm..!”

Ianto flüsterte John zu: “Siehst du, das meinte ich heute morgen: Quengeln wie ein Kind und ich kann ihm selten was abschlagen.” Er verdrehte theatralisch die Augen. “Tanzen hört sich gut an, warum nicht. Ihr kommt aber mit, oder?” wandte er sich an John und Sherlock. “Schlafen kann ich sowieso jetzt nicht, gehen wir mit”, antwortete Sherlock überraschenderweise. “Okay, gehen wir also tanzen”, stimmte auch John zu.
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