useless words

von Akanne
OneshotSchmerz/Trost / P12 Slash
Dean Winchester Gabriel/Trickster
16.05.2019
16.05.2019
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„Gabe, warte.“, hörte Gabriel seinen Freund nach ihm rufen. Doch war er es leid, zu warten. Mit einer Tasche in der Hand trat er also aus dem Schlafzimmer, was er sich seit einigen Monaten schon mit Dean, seiner anfänglich geglaubten einzig wahren Liebe, geteilt hatte. Diese Zeit war jetzt allerdings zu Ende. Er konnte das einfach nicht mehr.
Schneller als gedacht, stand er an der Treppe, die ihn hinunter zur Haustür bringen sollte, und wollte schon die ersten Stufen hinunter, als ihn eine Hand an der Schulter davon abhielt. „Jetzt warte doch!“
Gabriel schaute auf, von der Hand zu der Person, der diese gehörte. Der verzweifelte Blick in den Augen seines Freundes brach ihm fast schon das Herz und am liebsten hätte er ihn in seinen Arm genommen, doch die Realität schlug schnell zurück und erinnerte ihn daran, wie oft ihm schon das Herz gebrochen wurde. Ein Wunder, dass es noch schlug.
„Was Dean?“, zischte Gabriel und entzog sich dem Griff des Anderen. „Mit was willst du diesmal versuchen, dich zu retten?“

In seinem Inneren brodelte es gefährlich und seine eigene Hand festigte sich langsam zur Faust, um seine Wut unter Kontrolle zu halten. Er sah Dean abwartend an, obwohl ihm schon von vorneherein klar war, dass er keine Antwort von ihm bekommen würde. Man konnte sehen, wie der Winchester nach den richtigen Worten suchte, sie jedoch nicht fand. Zu recht. Denn für eine solche Situation gab es keine richtigen Worte. Und diese Einsicht machte ihn nur noch wütender.
„Es reicht.“, unterbrach der Novak den Gedankengang des Anderen. „Ich kann dich noch nicht einmal angucken ohne wütend zu werden.“ Mit einem Seufzen drehte sich Gabriel wieder um und trat die ersten Stufen der Treppe hinunter.

„Gabe…“ Dean überholte seinen Freund und stellte sich vor ihn, hielt ihn davon ab, weiter zu gehen. „… ich habe einen Fehler gemacht.“ Okay, das war zu viel.

„Einen Fehler?!“ Seine Handknöchel wurden langsam weiß. Sein Herz pochte laut und seine Atmung wurde schneller und… warum fingen seine Augen an, zu brennen?
„Dean, du hast mit einer anderen Frau geschlafen!“, schrie Gabriel schon fast und er war sich sicher, darauf auch keine Antwort zu bekommen.
„Lass mich einfach durch.“ Er versuchte, sich an Dean vorbei zu drängen, doch ließ dieser ihn nicht einfach so gehen.
„Wir können doch darüber reden?“, meinte er, worüber der Novak nur den Kopf schütteln konnte. Er kniff seine Augen zusammen. Jetzt wollte er auf einmal reden? Jetzt, wo es zu spät war? Hätte er doch nur reden gewollt, als Gabriel darum gebeten hatte. So oft hatte er versucht, mit Dean zu reden und noch öfter wurde er zurückgewiesen. Aber bitte, wenn er es so wollte!

„Na schön.“ Gabriel verschränkte seine Arme und bemerkte, wie etwas von der Anspannung des Anderen abnahm, als dessen Schultern etwas sanken. Jedoch blieb das nicht lange so. Im Gegenteil. Es wurde schlimmer.
„Wie war sie?“
„Was?“
„War sie gut?“ Dean stand wie erstarrt auf der Treppe, als er in dem Blick vor ihm nach einem Anzeichen dafür suchte, dass das keine ernst gemeinten Fragen waren. Allerdings fand er kein solches Anzeichen, nur einen kalten Blick.

„Dean, du hast gesagt, du willst darüber reden, also rede!“ Gabriel trat eine Stufe weiter hinunter, sodass er nun mit dem Anderen auf Augenhöhe war. „Wie war sie?“
„Sie war…“ Wieder schien er keine Worte zu finden. Lustig, dabei hatte er doch sonst eigentlich immer eine große Klappe. Aber hey, dieses Mal hatte er wenigstens zu einer Antwort angesetzt.
Als ein weiterer Versuch gestartet wurde, die Treppe weiter hinunter zu gehen, wurde er wieder aufgehalten. Wie oft denn noch? „Was doch wichtig ist, ist, dass sie mir nichts bedeutet hat.“

„Und trotzdem war sie es wert, unsere Beziehung aufs Spiel zu setzen!“ Gabriel schüttelte den Kopf. Alleine die Idee, eine vernünftige Unterhaltung mit diesem Kerl anzufangen, war von Anfang an ein Fehler gewesen. Wenn er Dean doch nur glauben könnte, dass es eine einmalige Sache gewesen wäre, doch wusste er es besser. Nicht nur einmal hatte Dean der einen oder anderen Frau hinterher gesehen... jetzt, wo Gabriel darüber nachdachte, wollte er gar nicht wissen, was der Winchester alles hinter seinem Rücken angestellt hatte.

Er spürte, wie sich langsam etwas einen Weg über seine Wange bahnte. Lange hatte er es zurückgehalten und versucht, sich nichts anmerken zu lassen, aber es wurde einfach zu viel. Er konnte nicht mehr. Der Schmerz saß zu tief.
Mit dem Blick auf dem Boden gerichtet, schaffte er es endlich, sich an Dean vorbei zu drängen und ins Erdgeschoss zu gelangen. Er griff sich schnell seine Jacke, die neben der Tür am Kleiderhaken hing, streckte seine Hand für die Türklinke aus und öffnete diese, wurde allerdings, als er hinaustreten wollte, abermals zurückgehalten. Würde er ihn doch nur einfach gehen lassen.

„Gabriel, ich liebe dich doch.“

Diese Worte ließen den Angesprochenen in seinem Tun erstarren, ließen, wie es sich anfühlte, die Zeit erstarren. Das war das erste Mal, dass Dean diese Worte ihm gegenüber geäußert hatte und sie in diesem Augenblick zu hören, tat unsagbar weh, aber leider konnte noch nicht einmal das die Vergangenheit ändern. Sie waren kein Radiergummi und ließen auch keine Erinnerungen einfach so verschwinden, so sehr es sich Gabriel auch wünschte.

Für einen kurzen Moment dachte er nach. Ihm war egal, wie brüchig seine Stimme klang.

„Wie soll ich glauben, was du sagst, wenn ich sehe, was du tust?“

Und mit diesen Worten trat Gabriel hinaus und schloss die Tür hinter sich.



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Ich hab mich mal an etwas Anderem versucht.
Und ja, ich weiß, mein erstes Debriel und dann so etwas *Augen verdreh* ich bin furchtbar und soo herzlos >.<´
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