Der beste Freund meines Bruders #ZomGer

OneshotRomanze / P12 Slash
15.05.2019
15.05.2019
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“Tschüß, viel Spaß euch.”, rief Manuel seinen Eltern hinterher, die gerade dabei waren, in den Wagen zu steigen. “Danke. Und ihr stellt ja keinen Unsinn an.” Ihre Mutter versuchte sie einschüchternd anzuschauen, doch schnell lächelte sie wieder. “Wir doch nicht.”, beschwichtigte Sebastian, Manuel’s Bruder, ihre Eltern grinsend. Sie schauten zu, wie die beiden zu dem Wellnesswochenende, welches ihr Vater ihrer Mutter zum Geburtstag geschenkt hatte, wegfuhren. Sebastian schloss die Tür und drehte sich noch immer grinsend zu seinem kleinen Bruder um. “Sturmfrei!”, rief er und hob Manu hoch, um sich mit ihm ein paar Mal im Kreis zu drehen. “Gott, du musst mehr essen, Manuel! Du bist viel zu leicht!”, kritisierte er. “Dann lass uns gleich mit fett werden anfangen und Tiefkühlpizzen in den Ofen schieben.”, grinste Manu und lief in die Küche. Sebastian folgte ihm. “Michael kommt nachher übrigens noch vorbei.”, erwähnte sein Bruder beiläufig. Bei dem Namen des besten Freundes seines Bruders blieb Manu abrupt stehen. “Alles gut?”, fragte sein Bruder verwirrt nach, als er fast in Manu reingelaufen wäre. “Ja, alles klar.”, murmelte dieser. Es war nichts Besonderes, dass Michael hier war. Eigentlich war er ständig hier, immerhin war er der beste Freund seines großen Bruders. Eigentlich war Michael auch ein guter Kerl, so lieb, humorvoll, hilfsbereit, sympathisch, süß. Eigentlich verstand er sich mit ihm auch sehr gut, mochte Michael gerne und freute sich, dass dieser kommen würde, wenn er nicht jedes Mal so verdammt nervös in dessen Nähe wäre. Es verunsicherte ihn, was Michael für eine Auswirkung auf seinen Körper hatte. Es war nicht das erste Mal, dass er für jemanden schwärmte, doch bisher hatte er diese Gefühle noch nie so stark empfunden. Manchmal hatte er das Gefühl, dass Michael das auch fühlte, so intensiv wie er ihn manchmal ansah, ihn beobachtete, wenn er dachte, Manu würde nicht hinschauen oder dass er ihn oft ’zufällig‘ berührte.
Anscheinend hatte er zu lange auf den Boden gestarrt, denn Sebastian schob ihn nach vorne und drückte ihn auf einen Stuhl. “Okay, kleiner Bruder, was ist los?” Besorgt blickte er ihn an und Manu seufzte. Vielleicht sollte er.. Nein! Aber wäre es nicht besser, wenn er mit Sebastian darüber reden würde? Er war sich sicher, dass sein Bruder nichts dagegen haben würde, wenn er ihm eröffnen würde, für Michael zu schwärmen. Ein bisschen viel zu schwärmen. Sebastian wusste, dass Manuel sich mehr für Jungs interessierte und der Altersunterschied zwischen ihnen lag auch nur bei zwei Jahren. Warum also nicht? Ein weiteres Mal seufzte Manu. “Hat es etwas mit Micha zu tun?”, fragte Sebastian. Verdutzt blickte Manu in die Augen seines Bruders. “Woher.. Wie kommst du darauf?” Sebastian lachte leicht. “Seit ich ihn erwähnt habe, bist du so komisch und deine Reaktion jetzt bestätigt das nur.” Manu unterdrückte einen weiteren Seufzer. “Naja, also, irgendwie.. Vielleicht habe ich mich ein bisschen in Michael verguckt?”, stammelte Manu leise und seine Stimme wurde am Ende immer höher, weshalb es mehr nach einer Frage klang. Plötzlich fing sein Bruder an zu lachen. “Ich wusste es!”, rief er und grinste Manu, der überrascht den Kopf gehoben hatte, an. “Mensch, Manu. Du bist mein Bruder und ich kenne dich jetzt schon seit einer langen Zeit. Und Michael ist mein bester Freund. Denkst du, ich sehe es nicht, wenn ihr beide euch gegenseitig mit euren Blicken förmlich die Kleidung vom Leib reißt? Außerdem flirtet ihr ganz schön offensichtlich miteinander.”, brachte Sebastian unter Lachern heraus. Manu lief rot an. Michael tat das auch? Beschämt senkte Manu den Blick. “Ist das so auffällig?”, fragte er vorsichtig. “Anscheinend nicht auffällig genug, weil Michael es, wie’s aussieht, noch nicht gemerkt hat.”, antwortete Sebastian ihm, während er ihre Pizzen in den Ofen schob.
“Wann kommt er?”, fragte Manu und ließ den Kopf auf die Tischplatte sinken. “In ungefähr ‘ner Viertelstunde.” Schlagartig hob er den Kopf. “Schon?” Fast panisch blickte er seinen Bruder an. Grinsend nickte dieser und Manuel senkte den Kopf wieder auf die Tischplatte zurück. “Oh man”, murmelte er leise. Wie sollte er den Abend überleben, wenn er jetzt schon nervös wurde. Sebastian wuschelte ihm durch die Haare und dann schwiegen sie, bis der Ofen piepte und ihnen signalisierte, dass die Pizzen fertig waren. Fast im selben Moment klingelte es an der Tür. Schnell war Sebastian zum Ofen gelaufen und grinste Manu von dort aus an. “Ich schlage vor, du machst die Tür auf und ich kümmere mich um die Pizzen.” Er wusste genau, was sein Bruder damit bezweckte. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit stand Michael gerade vor der Haustür. Manu zeigte ihm den Mittelfinger und machte sich auf den Weg zur Tür. Er blickte in den Spiegel im Korridor, fuhr sich einmal durch die Haare und hätte am liebsten den Kopf gegen die Wand geschlagen. Konnte er aufhören, sich wie ein kleines, verliebtes Mädchen zu verhalten? Mit gestrafften Schultern öffnete er die Tür und blickte in das lächelnde Gesicht Michael’s. “Hey, Manu.”, begrüßte dieser ihn und Manu musste sich ein wenig an der Tür abstützen, weil seine Knie weich wurden. Verdammt. Er hatte ihn doch nur gegrüßt. Allerdings mit einem herzerwärmenden Lächeln, welches Manu automatisch erwiderte. “Hey, Micha.”, grüßte er zurück und versuchte, sich nichts von seinem Gefühlschaos anmerken zu lassen. Als Michael ihn dann allerdings noch kurz umarmte, wie es als Begrüßung nicht unüblich war, musste Manu sich zusammenreißen, um nicht glücklich aufzuseufzen. Dass sich ein Rotschimmer auf seine Wangen legte, konnte er jedoch nicht verhindern. Schnell drehte er sich weg, flüchtete fast schon in die Küche, damit Michael es nicht sah. Dafür bekam er aber nicht mit, dass auch Michael’s Wangen einen Rotstich hatten.
Sebastian grinste ihn wissend an, woraufhin er nur einen bösen Blick von Manuel’s Seite bekam. Er setzte sich und fing an, seine Pizza zu essen. Michael, der mittlerweile ebenfalls die Küche betreten hatte, nahm auf dem Stuhl neben ihm Platz und schaute zu, wie Sebastian und Manuel Pizza aßen. Der Neid stand in seinen Augen geschrieben, weshalb Manu ihm kurzerhand ein Stück seiner Pizza anbot. Michael wollte gerade ein Stück der Pizza nehmen, als Sebastian ihm leicht auf die Hand schlug. “Wehe dir, Manu wird die Pizza schön alleine essen. Der Junge ist ein Fliegengewicht bestehend aus Haut und Knochen. Nimm ein Stück von mir.” Michael grinste, zuckte mit den Schultern und schnappte sich dann ein Stück von Sebastian’s Pizza. “Danke.” Unverständlich kamen diese Worte aus seinem mit Pizza gefülltem Mund. “Mit Essen ihm Mund spricht man nicht!”, ermahnte Manu ihn gespielt vorwurfsvoll. “Jaja, Mama.”, nuschelte Michael grinsend, während er die Augen verdrehte. “Jaja heißt leck mich am Arsch.”, äffte Manu den Spruch nach, den man überall zu hören bekam. “Gerne doch.”, antwortete Michael ihm trocken und Manu hob nun auch grinsend die Augenbrauen. “War das ein Angebot?”, fragte er nach und Michael sah zu ihm. “Das liegt ganz bei dir.” Da war es wieder. Dieser intensive Blick und dieser Flirt, der zwar eigentlich spaßig gemeint war, doch für Manuel fühlte es sich nicht so an, als ob Michael alles davon aus Spaß sagte. “Ich werd’ darüber nachdenken.” Er brauchte seinen Bruder nicht ansehen, um zu wissen, dass dieser grinste.
Der Abend ging schneller vorbei, als es Manu lieb war. Es machte unheimlich viel Spaß, mit Sebastian und Michael zu zocken und nebenbei zu reden. Die Zeit verflog und ehe sie es sich versahen, war es ein Uhr nachts. “Also entweder kann ich hierbleiben und ihr müsst mir ein Platz zum Schlafen anbieten oder ich sollte langsam nach Hause gehen.”, meinte Michael dann nach einer für ihn erfolgreichen Mario Kart Runde. “Unser Gästebett ist kaputt, wir haben keine Luftmatratze, die Couch ist extrem unbequem und mein Bett ist als Einzelbett eindeutig zu klein für uns beide. Du kannst allerdings bei Manu schlafen, der hat ein Doppelbett.”, zählte Sebastian auf und, obwohl Manu vorher anfing, müde zu werden, war er nun hellwach. “Was?”, fragte er überrascht? “Ich kann auch nach Hause gehen, wenn dir das unangenehm wäre, so weit wohne ich nun auch nicht entfernt.”, warf Michael ein und legte seine Hand auf Manu’s Knie. Dass die Stelle anfing zu kribbeln und sein Herz einen Sprung machte, ignorierte er. Er beobachtete kurz, wie Michael’s Daumen anfing kleine Kreise auf seinem Knie zu ziehen und blickte dann hoch. “Nein nein, schon gut. Seb hat recht, mein Bett reicht für uns beide.”, lächelte er und bekam dafür ein strahlendes Grinsen von Michael zurück, was dafür sorgte, dass sein Herz wieder schneller schlug. Erst jetzt realisierte er, was das bedeutete. Michael würde in seinem Bett schlafen. Er und Michael. In einem Bett. Großer Gott, das konnte nicht gut gehen.
Eine halbe Stunde später stand er vor seiner Zimmertür, hinter der Michael sich gerade umzog. “Gute Nacht, Manulein.”, flötete Sebastian und Manuel zeigte ihm zum zweiten Mal an diesem Tag den Mittelfinger. “Nanana, du bist aber nicht nett, dafür, dass durch mich dein Lover eine Nacht mit dir in deinem Bett schläft.”, schmollte Sebastian und Manu musste grinsen. “Stimmt, hatte ich ja ganz vergessen. Danke, Seb.”, antwortete er sarkastisch. Es war ja nicht so, als würde er schon seit einer Ewigkeit vor seiner Tür stehen bleiben und versuchen, sich zu beruhigen. “Wünsch’ Michael eine gute Nacht von mir.” Damit verschwand sein Bruder in seinem eigenen Zimmer. Einmal tief durchatmend öffnete Manu die Tür und hätte diese am liebsten wieder geschlossen. Michael stand, nur in Boxershorts bekleidet, etwas verloren in der Mitte seines Zimmers. Manu lachte leise über dessen Anblick und weckte Michael damit scheinbar aus seiner Starre. “Ist es okay für dich, wenn ich so schlafe?” Manu verstummte, nutzte die Gelegenheit, um Michael zu mustern. Er tat als würde er überlegen. “Also, ich finde ja, dass du eindeutig zu viel anhast.”, scherzte er dann, überspielte damit seine Nervosität und kurz grinsten sie sich an, ehe Manuel an ihm vorbei ging und in sein Bett kletterte. Er legte sich an die Wand und als Michael sich zum ihm legte, war er auf einmal wieder komplett unsicher. Klar, er konnte ohne Probleme mit Michael spaßen, sogar wenn es zweideutig wurde, doch trotzdem konnte er schnell verunsichert und schüchtern werden, auch wenn er das nicht wollte. “Sieht nicht sehr gemütlich aus, wie du da liegst, Manu. Komm her, ich beiße schon nicht.” Kritisch beäugte Michael seine Position. Manu versuchte sich mehr zu entspannen, löste sich von der Wand und rutschte näher zu Michael, wenn auch nicht viel. Michael seufzte und er hätte schwören können, dass es enttäuscht klang. Wollte Micha, dass er noch näher kam, vielleicht sogar, dass sie kuschelten? Dieser schaltete gerade das Licht aus. “Ich soll dir von Seb übrigens eine Gute Nacht wünschen.”, fiel ihm ein und kurz raschelte es, ehe Michael ihm antwortete. “Kannst ihm ausrichten, dass ich die bestimmt haben werde.” Nah. Michael klang verdammt nah. Nicht so, als würde er auf der anderen Seite des Bettes liegen. “Michael?”, flüsterte Manu vorsichtig in die Dunkelheit, “Was tust du da?”, fragte er, als er spürte, wie sich ein Arm um eine Hüfte legte und Michael ihn damit näher zu sich zog. “Na, wenn du nicht zu mir kommst, komme ich eben zu dir.”, murmelte er und danach war es wieder still. Manu nahm es hin, lächelte glücklich und kuschelte sich zufrieden an Michael’s warmen Körper. Ja, auch er würde eine gute Nacht haben.

Als Manuel am nächsten Morgen aufwachte, war es schon recht spät. Die Sonne schien leicht unter seinem Vorhang hindurch und er hörte die Vögel zwitschern. Lächelnd blickte er an dem warmen Körper, an den er gekuschelt lag, hoch und schaute in das friedlich schlafende Gesicht Michael’s. Kurz beobachtete er den braunhaarigen Jungen, ehe er sich vorsichtig aus dessen Armen wand und leise aufstand. Er zog sich ein T-Shirt über, warf einen letzten Blick auf den schlafenden Michael und lief dann in die Küche, um sich ein Glas Wasser zu holen. Auf dem Tisch lag ein kleiner Zettel mit der Handschrift seines Bruders drauf. “Bin beim Training. Wir haben alles zu Hause für Pfannkuchen, machst du welche? Bin um zehn wieder da. PS: Süß, wie ihr beide gekuschelt habt.” Lächelnd blickte Manu auf, bis sein Blick auf die Küchentheke fiel. Er sollte Pfannkuchen machen? Er wusste doch gar nicht, wie das ging. Seufzend googelte er nach einem Rezept und fing an die Zutaten in eine Schüssel zu mischen. Unschlüssig stand er nun vor der Pfanne, in welcher das Öl brutzelte. Er goss ein wenig des Teiges in die Pfanne, allerdings so, dass gerade mal die Hälfte der Pfanne ausgefüllt war. Er beobachtete mit hochgezogenen Augenbrauen, wie der kleine Pfannkuchen immer brauner wurde. “Hast du ein Shirt für mich?”, fragte plötzlich eine müde Stimme hinter ihm, welche Manu zum Zusammenzucken brachte. Kurz drehte er sich zu Michael um, welcher hinter ihm, nur mit einer Jogginghose gekleidet, stand. “Ich glaube ja, dass meine Shirts dir ein bisschen zu klein sind. Du kannst aber gerne weiter oben ohne rumlaufen.”, grinste Manu ihn an und schulterzuckend kam Michael näher. Manu drehte sich zurück zur Pfanne, während Micha über seine Schulter schaute. “Du machst das ganz falsch.”, meinte er und betrachtete kritisch Manu’s misslungenen Pfannkuchen. “Mach’s doch besser.” Beleidigt nahm er den Pfannkuchen aus der Pfanne und wollte nach der Schüssel greifen, als Michael seine Hand aufhielt und einen Schritt näher trat. “Ich helfe dir. Nimm die Pfanne in die Hand.”, wies Micha ihn an und Manu befolgte dies. Seine Hand, die nach der Schlüssel greifen wollte, hatte er sinken lassen, doch Michael ließ seine Hand nicht los. Dessen andere Hand griff nach der Schüssel und goss ein Teil des Teiges in die Pfanne. Direkt danach griff er auch nach Manuel’s anderer Hand, mit welcher dieser die Pfanne festhielt. Er schwenkte die Pfanne ein wenig umher, damit sich der Teig verteilte und Manu hätte fast seine Hand gegen seine Stirn geschlagen. Warum war er nicht auf diese Idee gekommen? “Siehst du. Ist doch ganz einfach.”, neckte Michael ihn, nachdem der deutlich schönere Pfannkuchen ebenfalls auf dem Teller gelandet war. “Schaffst du den nächsten alleine oder soll ich dir weiter helfen?”, fragte Michael grinsend und als Manu’s Blick auf seine Hände fiel, die noch immer von Micha’s umschlossen waren, fing er auch an zu grinsen. “Ich glaube, das ist zu schwer, als dass ich es alleine schaffen würde.”, meinte er dann nachdenklich. Sie wussten beide, dass das gelogen war. Doch warum sollte Michael etwas dagegen sagen, wenn er Manu’s Nähe genauso genoss wie Manu Michael’s. So kochten sie zusammen weiter.
Schnell waren sie fertig und mit einem Blick auf die Uhr stellte Manu fest, dass sein Bruder frühestens in einer viertel Stunde da wäre. Also setzte er sich auf die Küchentheke neben den Teller mit Pfannkuchen und ließ seine Beine baumeln, während Michael den Tisch deckte. “Du darfst mir gerne helfen.”, sprach Michael ihn gespielt vorwurfsvoll an und bekam nur ein unschuldiges Lächeln von Manuel zurück. “Jetzt bist du doch sowieso fast fertig.”, feixte er und sein Gegenüber schüttelte schmunzelnd den Kopf. “Wenn du nicht so süß wärst..“, murmelte Micha mehr zu sich selbst. “Aww, wie nett du sein kannst.”, erwiderte Manu schmunzelnd und mit roten Wangen. Danach schwiegen sie wieder. Nach kurzer Zeit, die er wieder damit verbracht hatte, Michael zu beobachten, kam dieser plötzlich auf ihn zu. Intuitiv zuckte Manu zurück als Michael nah vor ihm stehen blieb, sodass er zwischen seinen Beinen stand, und sich vorbeugte, um nach etwas zu greifen, was hinter Manu stand. Dass er ihm dabei unentwegt in die Augen schaute, näher an ihm stand und sich näher drückte, als nötig war, entging Manuel nicht. “Du starrst, Manu.”, flüsterte Michael ihm in sein Ohr und wieder legte sich ein dezenter Rotschimmer auf Manu’s Wangen. “Dich scheint’s nicht zu stören.”, antwortete er ihm und Michael, der scheinbar gefunden hatte, was er holen wollte, lehnte sich wieder ein bisschen zurück. Trotzdem stand er noch immer nah vor ihm und dadurch, dass Manu auf der Theke saß, waren sie ungefähr auf einer Augenhöhe. “Tut’s auch nicht, eher im Gegenteil.” Michael stellte das Apfelmus, welches er eigentlich zum Tisch hatte bringen wollen, wieder auf der Theke ab und stützte seine Hände neben Manu’s Hüften auf die Platte.
“Was wird das hier?”, fragte Manu leise und auch Michael senkte seine Stimme wieder. “Was denkst du denn?”, kam die Gegenfrage. Kurz schlich sich ein Grinsen auf Manuel’s Lippen. “Ich denke, dass, wenn wir nicht bald anfangen, mein Bruder in unsere Knutscherei reinplatzen wird.”, stellte Manu seine Theorie auf und nun grinste auch Michael. “Na dann, lass uns keine Zeit verlieren.” Und, ohne dass er noch einen Gedanken fassen konnte, drückte Michael seine Lippen auf Manuel‘s. Manu hob seine Arme und legte sie um Michael’s Nacken, zog ihn daran noch näher zu sich. Micha’s Arme hingegen wanderten von der Theke zu Manu’s Hüften, wo sie liegen blieben. Es fühlte sich wunderbar an. Viel besser als das, was Manu sich vorgestellt hatte und definitiv besser als die Küsse, die er bisher hatte. Zugegebenermaßen waren das auch nicht viele, aber das tut nichts zur Sache. Schwerer atmend lösten sie sich. “Du küsst gut.”, murmelte Manu gegen Michaels Lippen und küsste Michael nochmal, einfach weil es sich so gut angefühlt hat. Michael lächelte in den Kuss. “Das kann ich nur zurückgeben.”, antwortete er danach. Kurz lächelten sie sich einfach an, bis sie hörten, wie die Tür aufging. Michael drehte sich zur Küchentür, weshalb er mit dem Rücken zu Manu stand, und wollte gerade einen Schritt weggehen, als Manu ihn daran hinderte, indem er seine Arme um Michael’s Bauch schlang und ihn zurück zwischen seine Beine an die Theke zog. Überrascht blickte er zu ihm, hatte scheinbar nicht damit gerechnet, doch Manu drückte ihm nur einen Kuss auf die Wange und bettete seinen Kopf dann auf Michael’s Schulter.
Nur einen Moment später trat sein Bruder durch die Tür und blieb überrascht stehen. “Störe ich?”, fragte er wissend und grinste sie an. “Ja.”, antwortete Manu trocken und Michael lachte. “Ich muss sowieso noch duschen, also macht ruhig weiter, wo ihr aufgehört habt.” Damit verließ er die Küche wieder und Micha drehte sich wieder zu ihm. “Seb scheint nicht sonderlich überrascht zu sein.”, meinte er nachdenklich. Manu strich ihm ein paar Haarsträhnen aus dem Gesicht. “Ich hab’ gestern Abend kurz, bevor du gekommen bist, mit ihm darüber geredet.”, erklärte er die nüchterne Reaktion seines Bruders. Michael hob die Augenbrauen. “Warum das denn?”, hakte er neugierig nach. Manu wurde rot. “Eventuell war ich etwas nervös, als ich erfahren habe, dass du kommst?”, nuschelte er in seinen nicht vorhandenen Bart. “Manchmal bist du echt zum Anbeißen niedlich.” Für diese Aussage bekam Michael einen leichten Schlag gegen die Schulter. “Was ist das jetzt zwischen uns?”, fragte Manu und ärgerte sich darüber, wie schüchtern seine Frage klang. “Was möchtest du denn?”, fragte Michael zurück. “Musst du immer mit einer Gegenfrage antworten?”, klagte Manu und kurz lachte sein Gegenüber.
“Ich liebe dich.” Fast hätte Manu sich an seiner eigenen Spucke verschluckt, so überraschend kam das Geständnis. Doch schnell hatte er sich wieder gefasst und sprang von der Theke runter direkt in Michael’s Arme. Dieser taumelte lachend ein paar Schritte zurück. “Ich liebe dich auch.” Michael stellte ihn auf dem Boden ab und schaute lächelnd zu ihm. Dann beugte er sich herunter, während Manu sich auf die Zehenspitzen stellte, und verband ihre Lippen zu einem weiteren Kuss, der andauerte, bis sie ein leises Knipsen hörten. “Sebastian Büttinghaus! Was tust du da?”, murrte Manu und löste sich von Michael, blieb allerdings trotzdem in dessen Armen stehen. Er warf einen Blick zu seinem Bruder, der die beiden nur unschuldig anlächelte und ein weiteres Foto schoss. “Ich konnte nicht widerstehen.” Er zuckte grinsend mit den Schultern. “Mein kleiner Bruder und mein bester Freund.”, murmelte er vor sich hin und kam näher. Manu konnte nicht verhindern, dass er rot wurde. “Wenn du ihm wehtust, dann, glaube mir, werde ich keine Rücksicht darauf nehmen, dass du mein bester Freund bist, Michael!” Während seiner, zugegebenermaßen irgendwie süßen, kurzen Ansprache, fuchtelte er mit seinem Zeigefinger vor Michael’s Gesicht. Dieser fing an zu grinsen. “Ich habe nicht vor, ihn zu verletzen.” Er drückte Manu noch näher an sich, falls das überhaupt möglich war. Sebastian schien zufrieden zu sein, denn er ließ sich lächelnd auf einen Stuhl fallen.
“Ich hab’ Hunger.”, meinte er und schaute gierig auf den gedeckten Tisch. Manu huschte noch einmal in sein Zimmer, um sein Handy zu holen. Auf dem Weg nach unten checkte er seine Nachrichten. Mitten auf der Treppe blieb er stehen, denn er hatte Sebastian’s Nachrichten geöffnet. Dieser hatte ihm drei Bilder geschickt. Die zwei, die er gerade in der Küche gemacht hatte und eins, wo er und Michael schlafend, aneinander gekuschelt in seinem Bett lagen. Er setzte seinen Weg fort, während er die Bilder anstarrte. Dass das keine gute Entscheidung war, merkte er, als er sich den kleinen Zeh an der Fußbank im Korridor stieß. Fluchend betrat er die Küche und schaute in zwei besorgte Gesichter, die ins belustigte wechselten, als sie erahnten, was passiert war. “Immer diese Jugend, nur am Handy.”, tadelte sein Bruder ihn, doch Manu zuckte nur grinsend mit den Schultern. “Bei den Bildern konnte ich einfach den Blick nicht abwenden.”, erklärte er, hob sein Handy und ließ sich neben seinen Freund fallen. Dieser nahm ihm das Handy aus der Hand und betrachtete ebenfalls die Bilder.
“Mama hat übrigens gefragt, wie es uns geht, ob alles gut ist und das Haus noch steht. Hab’ ihr als Antwort das Bild geschickt, wo ihr schlaft und gesagt, dass es uns wohl mehr als nur gut geht. Fand sie richtig niedlich.”, erzählte Seb, nachdem sie gegessen hatte und er seinen Teller weggebracht hatte. Langsam stand Manu auf und wollte sich gerade mit einem gerufenen, “Sebastian!”, auf ihn stürzen, dieser hatte schon das Weite gesucht, als er an den Hüften zurück gezogen wurde und direkt auf Michael’s Schoß landete. “Sieh’s positiv. Du musst es ihr nicht mehr selber sagen und sie scheint es gut aufzunehmen.”, beruhigte Michael ihn und seufzend lehnte sie Manu an ihn. “Ich wette, ich darf ihr groß und breit erzählen, wie es dazu kam. Sie wird mich ausquetschen.”, murrte er und Michael lachte leise. “Ist doch schön, wenn sie sich dafür interessiert.” argumentierte er und Manu schlug ihm leicht gegen die Brust. “Jaja, hast ja recht.” Damit kuschelte er sich noch ein wenig näher an Michael und genoss die Zweisamkeit, bis er genervt die Augen öffnete. “Sebastian!” Dieses Mal konnte Michael seinen Freund nicht aufhalten. Manu sprang auf und rannte Sebastian hinterher, der schon zum dritten Mal an diesem Morgen Fotos von den beiden gemacht hatte.
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