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There's Me

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Caboose Dinah
14.05.2019
20.06.2019
2
1.664
2
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3 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
14.05.2019 651
 
Disclaimer:
Das Musical sowie alle Charaktere gehören Andrew Lloyd Webber, ich verdiene hiermit kein Geld.




Prolog




Das Rennen lag schon einige Wochen zurück, doch nach wie vor wurde Red Caboose von Allen gemieden und verachtet. Schon vorher hatte er am Bahnhof kaum bis keine Freunde, war der Außenseiter,  aber mit seiner Aktion während der letzten Weltmeisterschaft hatte er sich Feinde gemacht.
Greaseball und Electra waren beide sauer auf ihn, weil sie nicht gewonnen hatten. Ebenso Greaseballs Gang und Electras Components. Rusty wäre durch sein falsches Spiel beinahe zum Schrotthaufen geworden, was ihm Rusty und Pearl sehr übel nahmen. Der Frachtzug sah in ihm einen miesen Verräter und der Personenzug hielt ihn ja sowieso für minderwertigen Abschaum.
Die Frachter hatten ihn sogar aus dem Depot geworfen, er musste seitdem in einem alten, etwas abseits gelegenen, heruntergekommenen Depot, welches eher ein einsturzgefährdeter Schuppen war, hausen.
Waren seine Fahrten mit dem Frachtzug vorher  einfach nur eintönig und langweilig gewesen, jetzt trat er seinen Dienst jeden Morgen mit Bauchschmerzen an und die verachtenden Blicke der anderen waren schmerzhaft wie tausend Messerstiche. Natürlich ließ er sich das vor ihnen nicht anmerken, den Triumph gönnte er ihnen nicht. Nein, er gab sich kühl und unberührt wie eh und je. Nur Abends,  in seinem Bett, welches aus einer einfachen, durchgelegenen Matratze bestand, da kamen mit dem Gedankenkarussel die Tränen.

Noch während der Weltmeisterschaft hatte er sich Hoffnung gemacht. Hoffnung, dass Dinah sehen würde was für ein Arsch Greaseball wirklich ist, Hoffnung, dass sie endlich sieht dass er eine bessere Wahl ist. Besser als ein schmieriger, egoistischer Diesel.
Der Schuss ging nach hinten los und als Dinah nach dem letzten Rennen zu Greaseball zurück kehrte zersprang sein Traum in tausende Splitter, wurde zum Scherbenhaufen.
Jetzt würdigte sie ihn keines Blickes mehr. Ob mit voller Absicht oder eher zufällig,  das konnte er nicht sagen,  für ihn zählte nur:

Er hatte sie verloren, wahrscheinlich für immer.

Und er konnte es ihr nicht mal verübeln, hatte er sich das ganze selbst eingebrockt. Ihn hatte ja niemand zu seinen Handlungen gezwungen. Er hatte seine Dienste freiwillig angeboten.
Mittlerweile wünschte er sich, er hätte kein falsches Spiel getrieben und Rusty unterstützt. Die junge Dampflok hätte mit ihm als Wagen gewonnen. Das hätte sein Ansehen am Bahnhof gesteigert.
Aber wer hätte es ahnen können? Er ganz sicher nicht, sonst wäre er diesen Weg gegangen.

Könnte er die Zeit doch nur zurückdrehen...

Alles Wünschen, Hätte, Könnte, Würde, Sollte brachte ihm natürlich nichts. Höchstens Kopfschmerzen und an den Rand eines verzweifelten Wutausbruchs.

An manchen Tagen überlegte er, einfach auf seiner Matratze liegen zu bleiben und nicht mehr zum Dienst zu erscheinen, bis er schließlich verschrottet werden würde. Wen würde es schon kümmern? Niemanden. Sie wären froh, ihn endlich los zu sein. Er würde ihnen allen damit einen großen Gefallen tun.
Jedes mal allerdings,  wenn er zu diesem Schluss kam, drängten sich die Federn seines Nachtlagers wieder in sein Bewusstsein, indem sie ihm mehr als unangenehm in sämtliche Körperteile stachen.

Er sehnte sich nach einem Neuanfang, weit weg von diesem Bahnhof, weit weg von den Anderen.
Nur leider war sein Antrag auf Versetzung noch nicht durch. Es könne sehr lange dauern,  hatte der Bahnhofsvorsteher gesagt als er den Antrag ausgefüllt und abgegeben hatte.

Gehofft hatte er, dass er vor der alljährlichen Betriebsfeier versetzt werden würde. Doch diese stand nun unmittelbar bevor und die Chancen dass sich seine Hoffnung noch erfüllte wurde mit jedem Moment der verstrich kleiner und kleiner.
Ihm drehte sich der Magen um, wenn er daran dachte, dass er dort hin musste, erscheinen war Pflicht. Vielleicht würden ihn die anderen ja einfach nur ignorieren, so wie jedes Jahr, und er überstand den Abend ohne große Komplikationen...
Vielleicht...
Doch vielleicht würde er dort nur umso mehr Ziel für Hohn und Spott.

So oder so, er würde versuchen das beste draus zu machen.
Was blieb ihm auch schon anderes übrig...
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