Die neue Zeit

KurzgeschichteAllgemein / P12
Impa Link Zelda
13.05.2019
13.05.2019
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Die neue Zeit

Es war geschafft. Geschafft, ja aber zu welchem Preis? So viele waren tot. Für Link kam es vor, als wäre es gestern passiert; doch die Verheerung war schon vor über 100 Jahren über Hyrule hereingebrochen und sie kostete unzähligen Hylianern und manch Angehörigem der anderen Völker Hyrule das Leben. Die überlebenden Bewohner Hyrules lebten seitdem jeden Tag in Furcht vor den unzähligen Monstern, die von Ganons bösem Geist am Leben gehalten wurden.

Diese Angst hatte jetzt ein Ende. Mit Ganon verschwanden auch all seine Kreaturen. Und Link war dankbar, dass er für einen kurzen Moment seine Freunde hatte wiedersehen dürfen. Allen voran Mipha, zu der er ein enges Verhältnis gehabt hatte und mehr als nur Freundschaft verspürte. Er wusste, dass nun eine neue Zeit anbrach und er die Vergangenheit hinter sich lassen musste. Aber, ein paar wenige Freunde von damals waren noch da. Impa zum Beispiel, die Anführerin der Shiekah, die jetzt eine uralte und sehr weise Frau war. Und dann war da noch eine Frau. Jene Frau, die zu beschützen Link einst schwor. Und die jetzt mit ihm auf seinem Pferd saß und sich erschöpft an ihn klammerte: Zelda, Prinzessin von Hyrule.

Link und Zelda verließen die Ebene von Hyrule und ritten über die Tytor-Brücke. Schließlich näherten sie sich Kakariko. Obwohl es nicht weit war, kam Link der Weg diesmal endlos vor. Zelda befand sich vor Erschöpfung im Halbschlaf, während Link einen Tunnelblick hin zum Ziel hatte. Mittlerweile wurde es langsam dunkel. Das leise Klappern des traditionellen Schmucks über den Toren des Dorfs nahm Link nicht wahr. Schließlich stoppte er sein Pferd vor Impas Haus und bat Cado, den Wächter, seine Begleiterin vom Pferd zu helfen. Cado war erstaunt, doch er wagte nicht zu fragen, wer die Frau war. Gemeinsam stützten sie Zelda und halfen ihr so die Treppe zu Impas Anwesen hoch.

Impa saß meditierend auf ihrem Kissen. Doch seit einigen Stunden verspürte sie in ihrem Unterbewusstsein eine Änderung. Etwas war vorgefallen. Ein großer Schatten, der über ihr und ganz Hyrule lag, war verschwunden. Als die Tür aufging, blickte sie auf. Und dann sah Impa die beiden, wie sie verdreckt und erschöpft vor ihr standen: Link und, sie konnte es kaum fassen: Zelda. Impa tat etwas, dass sie gegenüber anderen Besuchern niemals tat. Sie erhob sich von ihrem Kissen und ging Zelda entgegen. Schließlich deutete Impa, so gut es ihr in ihrem Alter möglich war, eine Verbeugung an und sagte: „Willkommen zurück, Prinzessin!“. Zelda flüsterte ein sehr schwaches „Danke.“ Cado, der hinter den beiden stand, öffnete den Mund, wusste aber nicht, was er sagen sollte.

Impa sagte dann zu Link: „Du solltest dich jetzt ausruhen. Cado bringt dich rüber in den ,Nachtschatten‘. Mach dir um die Bezahlung keine Sorgen. Um Zelda wird sich Paya kümmern.“ Link ließ sich mit leichtem Widerwillen fortbringen und sagte zum Abschied zu Cado: „Pass diese Nacht auf die Prinzessin auf.“ Cado entgegnete, dass er Impas Anwesen ohnehin nicht aus den Augen lassen wollte.

Am nächsten Morgen suchte Link erneut Impa auf. Impa widerstand der Versuchung nach Details zum Kampf gegen Ganon zu fragen. Link würde dies schon irgendwann erzählen, wenn er es für nötig hielt. Schließlich fragte Link: „Wie geht es Zelda?“ Impa antwortete: „Sie schläft noch. Link, du musst eines wissen. Was wir sehen, ihr Körper, ist im Grunde eine Hülle, die von der Kraft zusammengehalten wird, die die Göttin Hylia ihr verliehen hat. Es hat nicht viel gefehlt und wir hätten Zelda verloren. Sie ist fast schon selbst ein Geist.“- „Aber, sie lebt doch?“ – „Ja Link, sie lebt und ich denke, sie wird sich erholen. Aber denke daran, sie hat vielleicht noch mehr als du Unfassbares durchgemacht. Auch wenn sie immer noch so aussieht. Sie ist keine junge Frau mehr. Möglich, dass sie innerlich gebrochen ist. Es ist viel verlangt, aber sie wird dich, ein vertrautes Gesicht, jetzt mehr denn je brauchen.“ Link schwieg, während Impa weiter sprach: „Zelda muss sich jetzt einer neuen Aufgabe stellen. Sie ist nun Königin von Hyrule.“ Link wollte etwas sagen, doch seine Gedanken rotierten. Dann fragte er: „Werden die Völker Hyrules Zelda denn akzeptieren? Brauchen sie nach so langer Zeit überhaupt wieder eine Königin? Vielleicht werden Fragen gestellt, was Zelda in der ganzen Zeit gemacht hat.“ Impa lächelte Link an: „Link, du redest wenig, aber du bist ein kluger Kopf. Die anderen Völker Hyrules werden bereits gut regiert und brauchen keine weitere Königin. Aber die Hylianer werden sich über Zeldas Rückkehr freuen. Sie ist eine lebende Legende. Und du Link, hast dir in ganz Hyrule einen Ruf erworben, der es dir erlaubt, Zeldas Geschichte zu erzählen, und alle werden dir zuhören.“

Jetzt lächelte Link. Und noch mehr lächelte Link, als Zelda die Treppe herunterkam, in einfache saubere Kleidung gehüllt. Zelda schritt auf Link zu und gab ihm vor Impas Augen einen sehr langen Kuss auf die Wange und flüsterte: „Mein Held!“ Dabei flossen Zelda Tränen aus den Augen.

Aus dem Augenwinkel sah Link, dass noch jemand die Treppe herunterkam. Es war Paya, Impas Enkelin. Paya sagte nichts, sondern starrte Zelda und Link an. Dann rannte sie plötzlich heulend aus dem Haus. Zelda blickte erstaunt auf, während Link bei sich dachte, dass die Schwierigkeiten gerade erst anfingen.

TV-S 6                                                                      2019