Eine Jagd mit ungeahnten Folgen - Part I - Auf der Suche nach Claire

von Tatu
GeschichteFreundschaft, Horror / P16
Claire Novak Dean Winchester Sam Winchester
12.05.2019
16.06.2019
11
15902
5
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Kapitel 10


Irrer Alleingang

Nachdem Sam das Motel verlassen hatte, um nach Duluth zu fahren, ging Dean nochmal zu dem Empfangsbüro, um dem Kerl, der dort arbeitete, weitere Fragen zu stellen.
„Hallo Eddie“, begrüßte er diesen.
„Oh, Agent. Ist alles in Ordnung mit Ihrem Zimmer? Haben Sie die Frau gefunden? Was ist mit ihr geschehen? Lebt sie noch?“
Dean wurde ganz schwindelig durch diesen Fragenerguss. Ursprünglich war er ja hier, um von Eddie etwas zu erfahren.
„Ja, es ist alles okay. Wir haben Frowleys Freundin gefunden und es geht ihr den Umständen entsprechend gut. Aber eigentlich habe ich noch Fragen an Sie.“
„Oh, äh ja, was wollen Sie wissen?“
„Sind Sie von hier, Eddie?“
„Ja, ich lebe bereits mein ganzes Leben hier.“ Stolz schwang in seiner Stimme mit.
„Gut, dann können Sie mir doch bestimmt sagen, wann die Todesfälle angefangen haben, oder?“
„Nun ja, wenn ich mich richtig erinnere, ging das vor ungefähr zehn Jahren los. Bären gab es hier schon immer, aber es passierte äußerst selten, dass sie Menschen angriffen. Und gefressen hatten sie diese auch nicht.“
„Können Sie mir sagen, ob hier in der Gegend von eigenartigen Tieren oder Geräuschen gesprochen wird? Hat jemand einen sonderbar aussehenden Bären gesichtet?“, fragte Dean hoffnungsvoll.
„Na ja, erzählt wird eine Menge. Das ist in kleinen Orten, glaube ich, normal. Mr. Jenkins hatte vor einiger Zeit mal berichtet, dass er auf der Jagd gewesen war und einen auffälligen Bären gesehen hatte. Anscheinend war der krank. Er hatte an den Beinen keine Haare und die Haut war ganz rot. Wir habe uns darüber lustig gemacht und haben ihm gesagt, dass er das nächste Mal nicht so viel trinken sollte, dann würde er auch nicht Bigfoot sehen. Aber er fand das nicht besonders witzig und meinte, dass er sich das nicht eingebildet hatte. Er sagte, dass er ein paarmal auf das Tier geschossen hatte, doch obwohl er sich sehr sicher gewesen war, getroffen zu haben, ist der Bär davongelaufen, als wäre nichts geschehen.“
„Gab es noch weitere Vorkommnisse? Hat noch jemand diesen eigenartigen Bären gesehen?“
Eddie schüttelte den Kopf, lehnte sich über den Tresen und senkte seine Stimme verschwörerisch. „Nein, aber manchmal höre ich nachts ein komisches Brüllen. Das macht mir irgendwie Angst. Ich war schon eine ganze Weile nicht mehr in dem Wald. Und die Menschen hier sind vorsichtig geworden. Wie ich bereits sagte, gehen sie immer bewaffnet und stets mindestens zu zweit in die Wälder und zum See.“
„Okay, vielen Dank. Sie haben mir sehr geholfen, Eddie.“
Der junge Mann zog überrascht die Augenbrauen hoch. „Wirklich? Ach da bin ich aber froh. Ich hoffe, Sie finden dieses Monster und erledigen es.“
„Das hoffe ich auch“, murmelte Dean noch beim Rausgehen.
Er ging zurück zum Zimmer und überprüfte seine Waffen. Seinen Colt und die abgesägte Schrotflinte reinigte er akribisch, damit sie einwandfrei funktionierten. Anschließend nahm er sich seine Machete und das Silbermesser vor, die er auf Hochglanz polierte.
Er sah auf seine Armbanduhr. Eine Stunde war nun vergangen. Ihm wurde langweilig. Für die Bar war es zu früh, die war bestimmt noch nicht geöffnet und auf Anime-Pornos hatte er im Augenblick keine Lust. Es war ja nicht so, als ob er die ständig guckte. Okay, Sam würde jetzt lachen und das Gegenteil behaupten, aber was wusste sein Bruder schon.
Er legte sich aufs Bett, setzte die Kopfhörer auf und beschloss, ein wenig Led Zeppelin zu hören.
Doch bereits nach dem zweiten Song wanderten seine Gedanken ab. Er musste wieder an das letzte Gespräch mit seiner Mutter denken. Warum wollte sie nicht bei ihnen sein? Waren sie ihr nicht wichtig genug? Ihre eigenen Kinder?
Er riss sich die Kopfhörer von den Ohren und hielt die Musik an. Verdammt, er konnte hier nicht tatenlos rumsitzen.
Sein Handy klingelte.
„Sam, was hast du rausgefunden?“, kam er ohne Umschweife auf den Punkt, nachdem er abgenommen hatte.
„Nichts. Mann, ich sage dir, es gibt absolut keine fassbaren Informationen darüber, wie man das Vieh erlegt. Der Professor hat in seinen alten deutschen Büchern geblättert und hat ebenfalls nicht das Geringste gefunden“, schallte es aus dem kleinen Gerät.
Dean konnte die Niedergeschlagenheit in der Stimme seines Bruders hören.
„Und jetzt?“, fragte er.
„Keine Ahnung. Ich mache mich erstmal auf den Rückweg und wenn ich wieder zurück bin, überlegen wir weiter. Hast du was herausgefunden?“
„Nicht wirklich viel. Es gibt noch jemanden, der den Blutschink gesehen hat und der hat wohl auf das Monster geschossen. Das schien davon jedoch unbeeindruckt gewesen zu sein. Also entweder hat er es nicht getroffen oder aber das Ding ist unverwundbar.“
„Okay, wie ich schon sagte, wir reden, wenn ich zurück bin. Und Dean, keine Alleingänge, hörst Du?“
„Ja, ja. Das hatten wir doch schon. Bis dann.“
Dean legte auf, sprang vom Bett, zog seine Jacke an und rüstete sich mit ein paar nützlichen Waffen aus. Dann verließ er mit eiligen Schritten das Motel.

***************


Duluth

Nachdem Sam mit Dean gesprochen hatte, verließ er das Gebäude und eilte Richtung Auto. Er wollte nur noch rasch zurück nach Finland. Ein ungutes Gefühl machte sich in ihm breit.
Sam stieg in den Impala drehte den Zündschlüssel im Schloss. Der Wagen ließ sein sattes Röhren hören. Er musste so schnell, wie möglich wieder zum Motel.
Mit durchdrehenden Reifen und brüllendem Motor verließ er den Parkplatz.

Nach circa vierzig Minuten Fahrt versuchte er erneut, Dean anzurufen. Irgendwas an Deans Stimme hatte ihm nicht gefallen. Er kannte diesen Tonfall. Meistens bedeutete er, dass sein Bruder gerade eine wahnsinnig blöde Idee hatte.
Das Freizeichen war zu hören.
„Komm schon, geh ran“, murmelte er unruhig.
Es tutete immer noch.
„Verflucht, nimm endlich ab!“
Nun machte sich Panik in ihm breit.
Die Mailbox sprang an. Sam legte auf.
„Scheiße! Mann, Dean, was hast du denn jetzt wieder angestellt.“
Wieder wählte er die Nummer seines Bruders, abermals hörte er das zu lange andauernde Freizeichen. Einmal mehr hörte er die Mailbox.
Sams Magen zog sich nervös zusammen.
Das war kein gutes Zeichen. Entweder war Dean auf einem Kamikaze-Trip oder ihm war was passiert.
Sam legte auf und gab Gas.


***************



In den Wäldern von Finland

Dean war auf dem Weg zum See. Eigentlich hasste er Wandern, aber Sam hatte den Wagen gebraucht, um nach Duluth zu fahren, und so blieb ihm nichts anderes übrig, als zu laufen.
Er war auf der Hut. Schließlich war er allein unterwegs, so wie die Opfer es auch gewesen waren. Bei jedem noch so kleinen Geräusch zuckte er unwillkürlich zusammen und legte die Schrotflinte an. Jederzeit zum Abschuss bereit.
Sein Handy klingelte. Er stellte es auf lautlos, weil er genau wusste, dass es Sam war und gerade keine Lust hatte, mit ihm zu sprechen. Er wollte bestimmt nur kontrollieren, ob Dean schön brav im Motel auf ihn wartete, der kleine Kontrollfreak.
Er erreichte den See ohne Vorkommnisse. Ruhig und glänzend wirkte das Wasser wie ein Spiegel, eingebettet in saftigem Gras und umrahmt von alten Bäumen, die mit ihrem satten Grün Schatten spendeten. Dean sah sich um und stellte fest, dass dies ein sehr schönes Fleckchen Erde war. Doch irgendetwas schien die Idylle zu stören. Er vermochte nur nicht zu sagen, was. Und so scannte er seine Umgebung mit zusammengekniffenen Augen, die Abgesägte im Anschlag.
Was stimmte hier nicht?
Er wurde unruhig.
Langsam dämmerte es ihm.
Es war zu still.
Kein einziger Vogel war zu hören, war das gestern auch so?
Er konnte sich nicht daran erinnern oder es war ihm nicht aufgefallen, da Sam und Claire bei ihm waren. Doch nun war er alleine und nahm die tödliche Stille wahr.
Verdammt!
Hektisch sah er sich um.
Er konnte nichts Auffälliges sehen.

Plötzlich schoss seitlich von ihm ein dunkles, haariges Monster mit gebleckten, scharfen Zähnen auf ihn zu. Es bewegte sich so rasant, dass er nur aus Reflex schießen konnte, ohne zu zielen. Und so verfehlte die Kugel das Ziel.
Der Aufprall des Angreifers war so gewaltig, dass Dean kurz die Luft wegblieb, er die Schrotflinte fallen ließ und benommen zu Boden stürzte.
Der Unhold warf sich auf ihn und griff nach seinem Kopf, um ihn dann erneut auf die Erde zu schmettern. Deans Gesichtsfeld schränkte sich stark ein und nach anfänglichen weißen Explosionen sah er nun langsam, wie die Schwärze sich über ihn legen wollte.
Er kämpfte dagegen an.
Zwang sich, bei Bewusstsein zu bleiben, und konnte fühlen, wie das Monster ihn bei seinen Beinen packte, um ihn mit sich zu ziehen.
Jede Unebenheit und jeden Stein spürte Dean in seinem Rücken und am Kopf. Er versuchte, sein Haupt hochzuhalten. Trat, was das Zeug hielt, nach seinem Peiniger. Doch es war vergebens. Die Dunkelheit gewann und er sank in eine tiefe Bewusstlosigkeit.
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Liebe Leser/innen,
ich freue mich, dass Ihr die Kapitel meiner Geschichte regelmäßig lest, fände es aber noch schöner, wenn der/die eine oder andere mir ein Review dalassen würde. Über Sterne und Favoriteneinträge freue ich mich natürlich genauso.
Eure Tatu
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