An Unexpected Otter – Ein unverhoffter Otter

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P12
Hermine Granger Severus Snape
12.05.2019
13.06.2019
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Kapitel 10
Otter Bliss – Ganz otter-ige Seligkeit

Das Loch in seiner Brust, wo sie sein sollte, wurde noch größer, nachdem sie bei ihm gewesen war. Zu seinem Erstaunen schien es, als ob sie dasselbe fühlte, aber irgendwie kamen sie durch den Herbst, indem Paean beinahe pausenlos mit Briefen beladen zwischen ihnen hin- und herflog. Melia lächelte wissend, enthielt sich aber eines Kommentars, und er hielt sich mit Brauen und dem Englischunterricht der Kinder beschäftigt. Hermione kam für ein langes Wochenende im September wieder, das sie fast ausschließlich im Bett verbrachten, beide verzweifelt, so viel wie möglich vom anderen zu haben, um sich der Realität dessen, was sie hatten, zu versichern. Ende Oktober besuchte er sie einmal und blieb bei ihr in ihrer winzigen Mietwohnung nahe der Winkelgasse, aber diese Reise endete beinahe in einer Katastrophe, da er nicht darauf vorbereitet war, wie schwierig es sein würde, nach England zurückzukehren. Keiner von beiden verstand es – was immer es war, was zwischen ihnen passierte – von seinem griechischen Cottage in ihre Wohnung zu übertragen. Weihnachten verbrachte sie in Australien bei ihren Eltern, während Severus zu Melia nach Hause eingeladen war, wo einige der Dorfbewohner und einer ihrer Söhne feierten.

Nach zweieinhalb Jahren in Griechenland begann er, sich bereit für eine neue Herausforderung zu fühlen. Das Dorfleben begann ein klein wenig aufreibend zu werden, aber es war nicht so, als hätte er bessere Möglichkeiten. Natürlich konnte er zurück nach Spinners End gehen und von dort zu brauen beginnen, aber das wäre nicht anders als das, was er jetzt machte, außer, dass das Klima schlechter war.

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Minerva eulte ihm und fragte, ob sie ihn in den Osterferien für einen oder zwei Tage besuchen könne. Poppy begleitete sie und behauptete, sie wolle sehen, wie er genas, aber Severus hatte den Verdacht, dass sie nur herumschnüffeln wollte. Sie kamen via Portschlüssel nach Athen und flohten dann in die Taverne, wo er sie abholte.

„Severus, du siehst gut aus“, sagte Minerva, die im grellen Sonnenschein blinzelte. Sie sah wie immer aus, streng und stolz in ihren traditionellen Roben.

„Danke, Minerva.“

Poppy umarmte ihn trotz seiner Proteste, und bald gingen sie hinauf zum Cottage, während Minerva ihm tausend Fragen stellte und dabei kaum innehielt, um Luft zu holen. Glücklicherweise übernachteten sie nicht bei ihm; stattdessen hatte Melia angeboten, sie unterzubringen. („Fängst du jetzt mit Zimmer mit Frühstück an?“ hatte Severus sie gefragt, als das Thema zur Sprache kam. „Gute Idee!“ hatte sie geantwortet und dabei so verrückt wie Albus an einem schlechten Tag mit den Augen gefunkelt.)

Die beiden Hexen bewunderten das Dorf, die Aussicht, seinen Garten, noch einmal die Aussicht, das Cottage und diesmal die Aussicht von seiner Dachterrasse, wo er etwas Obst, Frost-Raki und andere Erfrischungen arrangiert hatte. Poppy schien glücklich über sein physisches Befinden zu sein und behauptete, ihn nie zuvor so gesund aussehend gesehen zu haben. Wenn er zurückdachte, musste er ihr beipflichten, all die frische Luft und körperliche Arbeit in Kombination mit dem Nichtvorhandensein von Verrückten machten tatsächlich einen Unterschied, besonders in Kombination mit dem großartigen Essen, das die Insel lieferte.

„Hogwarts will dich als Schulleiter zurückhaben, Severus“, sagte Minerva, während sie ihren Wassermelonensalat aß, und kam endlich zum wahren Grund ihres Besuchs. „Das Schloss akzeptiert mich nicht mehr als Schulleiterin; es hat eine Zeitlang recht gut funktioniert, aber jetzt leistet es mir definitiv Widerstand. Die Geister und Gemälde sagen alle, das das Schloss dich für den eigentlichen Schulleiter hält. Es vermisst dich.“

Seine Augenbraue hob sich von selbst. „Das Schloss vermisst mich? Wie sonderbar. Ich bezweifle jedoch, dass sonst jemand das tut.“

Minerva sah ihn mit zusammengekniffenen Lippen an. „Ja, das Schloss schmollt definitiv. Gerade neulich hat es mich nicht in den fünften Stock gelassen, alle Treppen führten ständig nach unten statt hinauf zum Büro. Die Lichter in der Großen Halle flackern in etwas, von dem Septima behauptet, dass es Morsecode für Headmaster Severus Snape ist. Übrigens hat es deine alte Wohnung versiegelt, und als ich das letzte Mal in Albus’ alten Räumen war, war die Badewanne eher etwas wie eine Wasserrutsche.“

„Nun, das habe ich wenigstens nicht verursacht“, erwiderte Severus und nahm sich noch mehr Wassermelonensalat.

„Vor einigen Wochen hat eines Morgens jemand oder etwas alle Tränke in meinen Vorräten umsortiert und aus dem Langzeitvorrat diejenigen herausgeholt, die du gebraut hattest. Sie waren auf dem Tisch in S-Form angeordnet“, sagte Poppy. „Unterdessen wurden diejenigen, die Horace gebraut hatte, in einer Ecke abgelegt. Nicht, dass ich mit dieser Wertung nicht übereinstimme, wohlgemerkt.“

Severus zuckte zusammen. „Du lässt ihn in die Nähe deiner Vorräte? Und wie meinst du das, du hast immer noch Tränke, die ich gebraut habe, im Vorrat? Das ist mindestens drei Jahre her!“

„Ja, wie ich sagte, wir brauchen dich! Ich muss die meisten Vorräte selbst brauen, du weißt, wie Horace ist“, antwortete Poppy.

„Horace geht nun endgültig in den Ruhestand“, warf Minerva ein. „Ich habe einige Vorstellungsgespräche eingeplant, aber offensichtlich habe ich nicht die Qualifikation, um die Braufähigkeiten der Bewerber zu beurteilen.“

Das Gespräch wandte sich allgemeinem Klatsch über Hogwarts, über das Ministerium und über verschiedene ehemalige Schüler zu, ehe Melia ankam. Die drei Hexen begannen innerhalb kurzer Zeit, wie alte Freundinnen zu plaudern, und Severus war damit zufrieden, sich zurückzusetzen und ihnen zuzuhören. Seine Gedanken begannen, zurück nach Hogwarts zu wandern. Konnte er es wirklich tun? Beinahe drei Jahre waren seit jener furchtbaren Zeit vergangen, aber das bedeutete immer noch, dass die älteren Schüler weniger als liebevolle Erinnerungen an seine Zeit dort hatten. Und was war mit den Lehrern?

Dennoch war es gut, die beiden zu sehen, und in den nächsten paar Tagen zeigte er Poppy seine Tränkeexperimente und besprach mit Minerva den aktuellen Stand der Dinge in Hogwarts. Sie hatte eine Menge Ideen für Reformen in der Schule, aber es war anscheinend schwierig gewesen, den Schulrat zu steuern.

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Als er eine Entscheidung getroffen hatte, passierte der Rest schnell. Er bezahlte ohnehin die Miete bis zum Ende des Sommers, und Melia versprach, sich um seinen Tränkezutatengarten zu kümmern.

Sie traf ihn in der Portschlüssel-Ankunftshalle im Ministerium, und nur die Tatsache, dass sie am nächsten Morgen nichts im Tagespropheten breitgetreten sehen wollten, hielt ihn davon ab, sie sofort in seine Arme zu reißen. Stattdessen führte sie ihn in ein verlassenes Büro in ihrer Abteilung, versah die arme Tür mit Schutzzaubern bis an die Grenzen der Belastbarkeit und fuhr damit fort, ihn um den Verstand zu küssen, ehe sie widerwillig erklärte, dass sie zurück an die Arbeit musste.

„Glückwunsch zu Ihrer Stelle, Schulleiter“, sagte sie zu ihm, während sie ihre Kleidung und ihr Haar glattstrich.

„Hättest du Lust, mich in ein Restaurant zu begleiten, sagen wir, am Freitagabend?“ platzte er heraus und war unerklärlicherweise plötzlich nervös.

„Dazu hätte ich tatsächlich Lust“, antwortete sie lächelnd, ehe sie ihn wieder küsste.

Optimistisch durch das Gefühl von Begeisterung, die ihre Küsse verursachten, straffte er die Schultern und kehrte via Flohnetzwerk nach Hogwarts zurück, wo Minerva und Poppy sich mit ihm trafen. Die Schülerschaft war noch anwesend, daher waren die meisten Professoren im Unterricht oder in ihren Büros, was ihm sehr gelegen kam. Minerva hatte einige schottische Farben und Tartankaros ins Schulleiterbüro gebracht, aber ansonsten war es kaum verändert. Dennoch musste er die Augen schließen und tief durchatmen, um sich zu fangen und nicht durch den Ansturm der Erinnerungen in Panik zu geraten. Als er dort vor dem Flohkamin stand, begann er langsam zu fühlen, wie das Schloss mit ihm in Kontakt trat. Ein gewisses Bewusstsein und ein langsames Trommeln der Schutzzauber und der Magie liefen durch all das. Minerva schien recht zu haben. Es hieß ihn willkommen. Als der erste Gruß des Schlosses abebbte, wurde er von einem deutlichen Eindruck abgelöst, dass es nach etwas oder vielleicht nach jemandem suchte. Er nickte und legte seine Hand auf den Kaminsims. Ich werde es versuchen, sagte er dem Schloss und fühlte sich dabei nur ein wenig albern.

Die nächsten paar Tage waren mit Besprechungen und Planungen angefüllt. Zu seinem Erstaunen schien das Kollegium glücklich über seine Rückkehr zu sein. Filius hatte eine Art verzauberten Glitter im Lehrerzimmer installiert, der aufstob, sobald jemand seinen Namen sagte. Pomona hatte ihn umarmt und Longbottom – Longbottom! – als ihren neuen Lehrling vorgestellt, und der Junge hatte sogar seine Hand geschüttelt und ihn willkommen geheißen. Es gab auch einige neue Namen. Andromeda Black-Tonks kam, um Kulturkunde zu lehren, ein neues Fach, das Minerva als Pflichtfach für die Erst- und Zweitklässler hatte durchsetzen können, und das Muggelkunde mit dem Fokus sowohl auf Muggel- wie auch auf Zaubererkultur ersetzte. Sturgis Podmore hatte Geschichte der Zauberei übernommen, indem er Binns einfach das Klassenzimmer überließ, in dem dieser immer unterrichtet hatte, und die Schüler und die aktuellen Unterrichtsstunden anderswohin verlegte. Der neue VgdDK-Lehrer hatte es tatsächlich geschaft, für zwei Jahre zu bleiben, und er erschien recht kompetent, ein Ex-Auror, den Kingsley empfohlen hatte. Minerva hatte eine amerikanische Hexe gefunden, die Verwandlung lehrte, aber ab dem nächsten Halbjahr würde sie die Stelle wieder selbst übernehmen. Der Schulbeirat unterzeichnete zügig seine Ernennung, was ihn dazu brachte, sich zu fragen, welche Drohungen Minerva gebraucht hatte, um sie zur Zustimmung zu bewegen, aber seltsamerweise schienen sie glücklich über seine Rückkehr zu sein. Sogar die Schüler jubelten, als Minerva während des Abendessens die anstehenden Veränderungen ankündigte.

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Er hatte in einem der schickeren Restaurants in Edinburgh einen Tisch reserviert, da er keine Lust auf die Londoner Szene hatte und ein Muggellokal einem Zaubererrestaurant vorzog. Sie trafen sich am Apparierpunkt im magischen Viertel von Edinburgh, ganz in der Nähe der Royal Mile, und sein Atem stockte, als er sie in einem wunderschönen, funkelnden, mitternachtsblauen Cocktailkleid sah, ihr Haar in einem unordentlichen Knoten aufgesteckt, während ihr dunkelbraune Pumps ein paar Extrazentimeter verliehen. Sie lächelte, sobald sie ihn in seinem üblichen, schwarz-weißen Outfit erblickte, das nur ein wenig verändert war, um für den Muggel-Bestimmungsort zu passen, indem er den Gehrock gegen einen Smoking mit Kummerbund ausgetauscht hatte.

„My Lady, Sie sehen heute Abend bezaubernd aus“, sagte er zu ihr und küsste ihre Hand.

Sie kicherte und küsste seine Wange mit der Behauptung, ihr Make-up nicht zerstören zu wollen. Sofort spöttelte er und erklärte, sie brauche solche Dinge nicht, um schön zu sein, aber trotzdem legte er ihre Hand in seine Armbeuge und geleitete sie in das Muggelviertel zum Restaurant, das nur einen kurzen Fußweg entfernt lag. Der Abend war angenehm und warm, aber er bemerkte kaum etwas außer ihr.

Sie nahmen an einem Tisch Platz, der Ungestörtheit für intime Gespräche bot, genau, wie er erbeten hatte. Sie befragte ihn über Hogwarts und Kreta und sprach über ihre Arbeit, die immer noch eine Sackgasse zu sein schien. Das Essen war wahrscheinlich exzellent, aber seine steigende Nervosität ließ alles nach Pappe schmecken. Sie war einfach … einfach alles, und wer war er? Ein grantiger, alter Fiesling mit einer Nase wie ein Schnabel, ohne soziale Intelligenz und mit einer elenden Vergangenheit?

„Hermione … ich wollte mit dir über uns sprechen“, begann er, nachdem das Dessert serviert worden war, und er bemerkte kaum, dass ihr Lächeln verschwand. Sie setzte sich gerader in ihrem Stuhl auf und legte ihre Hände in den Schoß; ihre Mousse au Chocolat war noch immer unangetastet.

Er holte tief Luft. „Du warst jetzt zehn Jahre lang ein Teil meines Lebens, als ein quietschender und überaus neugieriger Otter in der Nacht oder als eine wundervolle Gefährtin am Tag. Es ist mir klar geworden, dass ich nicht dein fester Freund, dein Boyfriend sein möchte, Hermione. Ich bin über vierzig, ich werde bald wieder Schulleiter von Hogwarts sein. Boyfriend ist nicht mein Stil. Ich sollte dich um dies nicht bitten, jedoch bin ich zu selbstsüchtig dazu, dich loszulassen, um jemanden zu finden, der besser zu dir passt. Ich will mehr, Hermione. Ich will dich für immer in meinem Leben. In meinem Zuhause, in meinem Bett oder in meiner Badewanne, wenn dir das lieber ist, an meiner Seite. Wärst du … wärst du einverstanden, stattdessen meine Verlobte zu werden? Um dich, eines Tages, wenn du dazu bereit bist, an mich zu binden, mich dein Ehemann werden zu lassen?“

Mit der Unterlippe zwischen ihren Zähnen sah sie ihn an, und Tränen sammelten sich in ihren Augen, er konnte ihren Ausdruck nicht deuten. Schließlich brachte sie ein strahlendes Lächeln hervor. „Ich dachte, du wolltest dich von mir trennen, Severus! Ja, ich will! Ja!“

Einer von ihnen bewegte sich, er wusste nicht, wer, aber er fand seinen Schoß voller Hexe vor, und ihre Lippen trafen sich in einem fieberhaften Kuss.

„Hermione, Mi, ich liebe dich“, sagte er.

„Oh!“

Sie küsste ihn wieder, sehr gründlich.

„Ich liebe dich auch, Severus.“

„Tust du das? Arme, verwirrte kleine Hexe.“

„Nur dich, Dummerchen. Und mach dich nicht selbst schlecht, ich mag dich, genau wie du bist. Nebenbei, wo würde ich sonst jemanden mit solch einer großartigen Badewanne finden?“

„In der Tat“, schnurrte er und küsste sie wieder.

Nachdem er hastig die Rechnung beglichen und Hermione in eine verlassene Gasse hinter dem Restaurant begleitet hatte, apparierte sie sie ihn im Tandem in ihre winzige Wohnung, wo er damit fortfuhr, sich sehr sorgfältig wieder mit ihrem höchst ergötzlichen Körper vertraut zu machen in der Absicht, neue Wege zu entdecken, um sie in Ekstase aufschreien zu lassen. Sie schafften es zu duschen, und dabei erwiderte sie seinen Gefallen gründlich, ehe sie mit verschlungenen Gliedern so  eng wie möglich beieinander einschliefen.

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen, das sie dadurch behinderten, dass sie zufällig einige Male wieder zurück im Bett landeten, bat er sie, ihm nach Spinners End zu folgen, damit er es für einen Immobilienhändler leerräumen konnte. Nicht, dass er selbst besonders erpicht darauf war, dorthin zu gehen, aber er hatte ihr über die Jahre schon einiges über seine schlimme Kindheit erzählt, und sie behauptete, sehen zu wollen, wo er aufgewachsen war. Sie sah sich mit großen Augen in dem kleinen, staubigen und vernachlässigten Haus um, gab aber außer einem Lächeln keinen Kommentar ab, als er sie bat, seine Bücher sorgfältig einzupacken, während er ins Labor hinunterging. Es gab nicht viel Aufhebenswertes außer einigem Zubehör und ein paar Zutaten mit langem Haltbarkeitsdatum und einer kleinen Kiste, die sorgfältig in einem verborgenen Schrank aufbewahrt war. Als er die Treppen wieder hinaufkam, sah er Hermione halb hinter einem Stapel staubiger Bücher begraben, in einen alten Text über Schutzzauber versunken. Der Anblick brachte ihn zum Lächeln, er war so typisch für sie. Als sie ihn endlich bemerkte, quietschte sie und fiel sofort in ihre Ottergestalt und wühlte sich in den Stapel. Während sie von unter einem schmalen Band über technische Verwandlung verlegen herausschaute, konnte er nur über sie lachen, was sie dazu brachte, ihn empört anzuquietschen. Sorgfältig trug er den Stapel ab und hob sie, immer noch lachend, hoch, während sie sich wie eine misshandelte Gummiente anhörte. Er ging zu seiner schäbigen Couch hinüber, wo er sie neben sich absetzte, um ihr die kleine Kiste zu zeigen, die er aus dem Labor sichergestellt hatte.

„Hermione, Mi, die gehörte meiner Mutter“, sagte er, während er den Deckel öffnete. Drinnen waren ein Brief, ein Medaillon und einige verblichene Fotografien einer jungen Frau, die lächelte, und derselben Frau, die ein kleines, schwarzhaariges Kind hielt, das mit großen Augen in die Kamera schaute. Darin befand sich außerdem ein kleineres, von verblichener, gelber Seide bedecktes Kästchen, das er behutsam aufhob, um es ihr zu zeigen. Sie verwandelte sich in ihre menschliche Gestalt zurück und sah ihn mit diesen braunen Augen an, die Unterlippe zwischen den Zähnen. Sie holte tief Luft, als er den Verschluss öffnete und ihr einen Goldring mit einem Solitärdiamanten zeigte. Die Ringschiene teilte sich auf der Oberseite, und die beiden Stränge schlangen sich in trägen Windungen umeinander, den Diamanten in der Mitte.

„Es ist mein einziges verbliebenes Stück aus dem Prince-Erbe“, fuhr Severus fort. „Könntest du dir vorstellen, es als ein Symbol meines Wunsches, mich mit dir zu verbinden, tragen?“

Wieder einmal traten ihr Tränen in die Augen, und gleichzeitig lächelte sie, streckte aber ihre Hand aus, damit er behutsam den Ring auf ihren Finger stecken konnte.

„ich verstehe das als ein Ja?“ sagte er und hob eine Augenbraue.

„Severus, er ist wunderschön“, sagte sie, während sie ihre frischgeschmückte Hand betrachtete.

Sie stürzte sich wieder für einen Kuss auf ihn, wodurch sie beide in einem leicht derangierten Haufen auf die Couch fielen, ehe er sich sachte losmachte.

„Hermione, ich würde viel lieber in deine Wohnung zurückkehren, um diesen Gedankengang weiterzuverfolgen, und wir kämen dorthin viel eher, wenn ich hier oben alles fertig packen kann.“

Nachdem sie kurzerhand alle Bücher und einige persönliche Gegenstände, die sich noch in seinem Schlafzimmer befanden, gepackt hatten und im Wesentlichen alle Möbel und die meisten Haushaltsgegenstände mit Ausnahme seiner Lieblingsteetasse und eines Krugs, den Eileen immer gemocht hatte, beseitigt hatten, erklärte er das Haus für fertig. Hermione griff ihm mit einigen Hochleistungs-Putzzaubern unter die Arme, und bald war das Haus leer und blankgescheuert bis hinunter in die Fußleisten, und er schloss die Tür zu diesem Teil seines Lebens mit Genuss. Den Rest des Wochenendes verbrachten sie in ihrer Wohnung, und Hermione bestellte Essen zum Mitnehmen, so dass sie sich nicht öfter als nötig anziehen mussten.

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Der Sommer verging schnell. Zusammen mit Minerva interviewte er mehrere Bewerber für Zaubertränke und entschied sich schließlich für einen deutschen Zauberer, der gute Empfehlungen von Beauxbatons vorwies. Als Hermione ihn zum ersten Mal in Hogwarts besuchte, konnte er tatsächlich die Begeisterung des Schlosses, seinen Otter zurückzuhaben, fühlen, und sie war genauso glücklich darüber, zu der wundervollen Badewanne in seiner alten Wohnung und in die neue oben im Bad des Schulleiters zurückzukehren. Spinners End verkaufte sich zu seiner großen Überraschung schnell.

Sie schafften es sogar, eine Woche nach Kreta zurückzukehren. Hermione wurde auch dort schnell von jedermann akzeptiert, besonders von den Kindern, denen er etwas Englisch beigebracht hatte, und Melia war außer sich vor Freude, sie zusammen zu sehen, und organisierte schnell viel zu viel Essen und Besuche von allen Dorfbewohnern, die nachzufragen begannen, um ihre Kinder nach Hogwarts zu schicken, da er jetzt dort war.

Eine Woche vor Beginn des Schuljahrs hielt der Schulleiter immer eine verpflichtende Versammlung des Kollegiums im Lehrerzimmer ab. Nach und nach trafen die Professoren ein, neue und altbekannte Gesichter kamen zusammen. Viele von ihnen lächelten ihm zu, darunter Pomona und Hooch, und die Neuen nickten ihm grüßend zu. Es fühlte sich seltsam an, wieder am Kopf des Tisches zu sitzen, aber dieses Mal ohne die offene Feindseligkeit. Seltsam, aber irgendwie richtig. Er konnte das Schloss zufrieden summen hören, offensichtlich war es einverstanden. Dieses Mal würde er in der Lage sein, die Änderungen umzusetzen, die er in Hogwarts sehen wollte, da ihn Minerva und viele der anderen unterstützten. Hogwarts würde ein besserer Ort sein, als es während seiner eigenen Schulzeit hier gewesen war. Ein sichererer Platz für Kinder, um dort aufzuwachsen, ohne die offene Feindschaft zwischen den Häusern, die unter Albus’ Leitung so ausgeufert war.

„Ehe wir uns für heute verabschieden, möchte ich gerne meine Verlobte vorstellen“, sagte er und erhob sich vom Tisch, als die Versammlung endete. Ein Wink seiner Hand öffnete die Tür zum Aufenthaltsraum des Kollegiums, und Hermione trat mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen ein. Er ging zu ihr hinüber und gab ihr einen Kuss auf die Wange. Der Raum war völlig still geworden, die neuen Lehrer sahen leicht verwirrt aus, während die Reaktion derjenigen, die sie unterrichtet hatten, sich von Minervas völligem Erstaunen zu Hoochs amüsiertem Grinsen erstreckte, und natürlich fiel Filius von seinem Stuhl. Poppy und Pomona sahen selbstgefällig zufrieden aus, während Longbottom ein wenig übel zu sein schien.

„Bitte heißen Sie Miss Hermione Granger willkommen“, fuhr er fort, während er hinter ihr stand. „Ich hoffe, Sie werden ihr alle das Gefühl geben, hier willkommen und akzeptiert zu sein. Falls jemand von Ihnen Angehörige hat, die bei Ihnen wohnen möchten, sprechen Sie mich bitte an, damit wir passende Wohnmöglichkeiten arrangieren. Es ist Zeit, dass wir uns von der Regelung verabschieden, dass Professoren kein Leben haben dürfen.“

Lärm brach in dem Raum aus, als alle auf einmal begannen, eine Million Fragen zu stellen, und das halbe Kollegium erhob sich, um Hermione zu umarmen.

„Glückwunsch euch beiden“, sagte Minerva und umarmte ihn.

„Danke“, brachte er heraus und war erleichtet, ihre Unterstützung zu haben.

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Am Abend, ehe die Schüler zurückkehren sollten, befanden sich die beiden oben im Astronomieturm nach einem privaten Abendessen in der Wohnung des Schulleiters, die jetzt in einem dezenteren Stil renoviert war, und in der all seine Bücher und persönlichen Dinge ausgepackt waren. Die Nacht war noch warm und für Schottland ungewöhnlich klar.

„Schau, ein Komet“, sagte sie und zeigte zum Himmel. „Wünsch dir etwas.“

„Alles, was ich mir je gewünscht habe, habe ich genau hier“, sagte er an ihrem Ohrläppchen und zog sie dicht zu sich.

„Mmhh, du sagst die goldigsten Sachen“, sagte sie und drehte sich in seinen Armen, damit sie ihn wieder küssen konnte.

„Lass das niemanden dich sagen hören“, murmelte er an ihrem Mund.

„Du bist ein heimlicher Romantiker, Severus Snape. Keine Sorge, ich wahre deine Geheimnisse.“

„Du bist zu gut zu mir, Hexe. Könnte ich dich mit einem Bad locken, um den Abend abzurunden?“

Als Anwort bekam er eine Reihe von Quietschern und seine Arme voller begeistertem Otter. Er apparierte sie beide direkt in das Badezimmer des Schulleiters, wo sich Hogwarts bereits selbst übertroffen hatte, indem es eine jetzt noch größere Wanne gefüllt hatte. Ein Hauself brachte eine Flasche Sekt, Schokolade, Obst, Beeren und rohe, in Scheiben geschnittene Fischfilets.

Seltsam, wie sich das Leben völlig verändert hatte, überlegte er. Von missbraucht und vernachlässigt zu diesem. Berufliche Anerkennung sowohl als Schulleiter als auch als Tränkemeister, alle erdenklichen irdischen Güter, die er sich nur wünschen konnte, und eine reizvolle Hexe, die an seiner Seite bleiben wollte, auch wenn sie zufällig gelegentlich klein und qietschig war.

„Hör auf zu denken und küss mich“, ermahnte ihn Hermione, die jetzt wieder in ihrer köstlichen, nackten Menschengestalt war, und alle Gedanken flohen, als er genau das tat.