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Kehrt Gabriela Dawson zurück?

von CDF CDF
GeschichteAllgemein / P16
Gabriela Dawson Matthew Casey
11.05.2019
18.12.2019
19
29.043
 
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08.06.2019 1.791
 
Matt erschien pünktlich und gut gelaunt auf der Wache.


In der Umkleide stellte Joe Cruz fest: "Da hat aber einer gute Laune!"
Auch Mouch und Harald Capp fiel die gute Laune des Captains auf, als er sein dunkelgrünes Hemd und die blaue Jeans in das weiße Langarmshirt mit Abzeichen, welches ihn als Captain auswies und einer dunkel blauen Arbeitshose tauschte.
Cruz, Mouch und Capp waren schon umgezogen. Jeder in seiner typischen, vertrauten Arbeitskleidung.
Cruz mit dem dunkelblauen Langarmshirt der Rüstgruppe, darüber eine graue Weste. Capp der ebenfalls das dunkelblaue Langarmshirt der Rüstgruppe trug, fiel mehr mit dem nicht Vorhandensein seiner Haare auf, als mit seiner Arbeitskleidung und Mouch hatte wie eh und je ein dunkelblaues T-Shirt und darüber ein blaues Hemd mit CFD Logo an, welches er steht’s offen trug. Die Arbeitshose war bei allen identisch.

Matt nickte nur und ging nach dem er Umgezogen war in den Aufenthaltsraum. Cruz und Mouch blieben noch in der Umkleide zurück. Capp folgte ihm.

Kelly sah´s schon am runden Tisch im Aufenthaltsraum. Er war in eine Autozeitschrift vertieft, als er Matt bemerkte, sah er kurz hoch. Sagte aber nichts. Matt war sich sicher, dass da noch etwas kommt. Stella, welche ihre schwarzen lockigen Haare zu einem Pferdeschwanz zusammen gebunden hatte, beobachtete die Szene.


Der erste Einsatz kam noch vor dem Frühstück.
#Rüstgruppe 3, Drehleiter 81, Löschfahrzeug 51, Rettungswagen 61, ELW 25 - Schwere Verkehrsunfall mit Explosion auf dem Freeway.#

Die Frauen und Männer vom Rettungswagen und den Feuerwehrtrucks stöhnten genervt. Das Frühstück war ihnen heute nicht gegönnt.

Matt hatte zum Wachbleiben schon zwei Tassen Kaffee getrunken, aber den Schlafmangel von letzter Nacht merkte er schon. Es hatte gut getan Gabby wieder zusehen und zu wissen, dass sie wieder zuhause war. Aber sie hatten noch einen weiten Weg vor sich.

Matt lief in die Fahrzeughalle, zog seine Schutzausrüstung an und sprang in den Truck.
Gabby musste er jetzt erst mal vergessen.
Auch die anderen liefen in die Fahrzeughalle zu ihren Fahrzeugen.

Als Stella das Ok gab, das alle im Fahrzeug saßen, fuhr Otis Richtung Einsatzstelle los.


Während der Rettungswagen 61 von Emily und Sylvie am Anfang noch gut durch den dichten Verkehr auf dem Freeway kamen, hatte Toni mühe den Rüstwagen durch den stockenden Verkehr zu lenken.
Von Rettungsgasse bilden, auch schon bei stockendem Verkehr, hatten die meisten Autofahrer und LKW-Fahrer noch nichts von gehört.
Je näher sie am Einsatzort ankamen, desto chaotischer wurde der Weg.
Matt konnte erkennen dass auch die Streifenpolizisten vom 21. Revier Probleme bei der Anfahrt hatten.


Der Einsatz zog sich in die Länge. Etliche Fahrzeuge standen durch die Explosion in Brand. Es gab viele Verletzte, auch schwerverletzte aber wie durch ein Wunder gab es keine Tote.
Die Feuerwehrleute, Sanitäter und Polizisten hatten viel zu tun. Es mussten noch Einsatzkräfte nachgeordert werden.

Während einer kleinen Verschnaufpause fiel Stella auf, dass am Wegrand etwas durch sie Sonne reflektiert wurde. Irgendetwas befand sich in, an oder um die Kanalrohre, die dort lagen. Es waren auch schon überall Warnbarken aufgestellt, hier sollte wohl bald eine Baustelle los gehen.

Stella funkte Matt um Unterstützung an. Gemeinsam gingen sie den kurzen Weg zu den Kanalrohren und Stella hatte sich nicht vertan. In den Rohren versteckte sich ein kleiner Junge. Stella schätze ihn auf höchstens 4 Jahre.
Vorsichtig fragte Matt den kleinen Jungen nach seinem Namen.
Ganz zögerlich sagte er: „Jack“.

„Na Jack, dann komm da mal raus. Du bist bei uns in Sicherheit!“, sagte Matt.

Jack wollte erst sein Versteck nicht verlassen, aber Stella konnte ihn schließlich dazu überreden, ihr und Matt zu vertrauen.
Matt setzte sich Jack auf die Schulter und ging mit Stella Richtung Rettungswagen 61.
Dieser kam gerade von seiner zweiten Tour, vom Chicago Med, wieder zurück.


Kurz vor Abfahrt zur Wache, zog Kelly Matt zur Seite.
„Hey, wo warst du letzte Nacht?“, fragte Kelly, bedacht das keiner der Jungs sie hören konnte.

Matt lächelte, was er schon den ganzen Morgen tat und Kelly und den Jungs nicht entgangen war. Otis, Herrmann und Curz hatten sich auch schon über das Verhalten ihres Captains unterhalten.

„Komm schon!“ Kelly ließ nicht locker.

„Ich hab mich kurzfristig mit jemand getroffen und wir haben die Nacht in einem Diner gesessen und uns unterhalten!“ Kelly zog die Augenbrauen hoch. Schüttelte dann mit dem Kopf.

„Das glaubst du ja wohl selber nicht, dass ich dir das abnehme!“
Kelly glaubte ihm kein Wort.
Otis, Stella und Mouch wollten in den Truck einsteigen, als Kelly, diesmal ein Ton lauter sagte:
„Wie heißt sie?“

Matt zuckte nur mit den Schultern, grinste und stieg in den Truck.

Mouch und Stella warfen sich einen fragenden Blick zu. Auch Otis und Kelly.


Unterwegs vibrierte Matts Handy.
*Ich hab eine Überraschung für dich. Gabby*

Matt überflog die Nachricht, er wollte Gabby antworten, wenn er in seinem Büro war. Vorausgesetzt er konnte Kellys Verhör entkommen.


Es war kurz vor Mittag, als Drehleiter, Rüstwagen, Löschfahrzeug, Rettungswagen und der ELW von Chief Boden schließlich -hungrig- zur Wache abbogen.


"Wo ist euer Captain?", fragte Antonio Dawson die Feuerwehrleute, als sie aus ihren Einsatzwagen ausstiegen.
Antonio war lässig gekleidet, Lederjacke, Tshirt und Jeans. Die Polizeimarke um seinen Hals hängend.

"Hier bin ich, Antonio!"

Antonio ging um die Drehleiter herum und fragte Matt direkt: "Hat sie sich bei dir gemeldet?“

„Ja, gestern.“ Matt zog seine Einsatzkleidung aus. Er hatte keine Eile.

„Habt ihr euch getroffen?“

Matt sah Antonio an: „Ja!“

„Hat sie sich heute schon bei dir gemeldet?

"Ja, weshalb?"

"Ich kann sie nicht erreichen..."

Die Besatzung der 51 schaute abwechselnd zu Antonio und zu Matt. Die Unterhaltung der beiden war merkwürdig. Trotz des Weggangs von Gabby und der darauffolgenden Scheidung, verstanden sich die beiden immer noch sehr gut.
Otis fiel auf, das wieder ein „Sie“ betont wurde. Da lag der Verdacht nahe, dass sein Captain wohl eine neue Frau datete. Antonios Ex-Frau Laura? Otis schüttelte verwirrt den Kopf.


"Was riecht den hier?", fragte Capp und alle anderen rochen es auch.

Es stand wohl jemand in der Küche und bereitet das Mittagessen vor. Eigentlich Aufgabe des Anwärters, aber Darren Ritter stand neben Herrmann und zog seine Einsatzkleidung aus.

Die Frauen und Männer sahen sich fragend an.

"Sie ist hier!", rief Antonio und ging Richtung Aufenthaltsraum.
Er war kurz vor den Feuerwehrleuten auf der Wache angekommen und hatte den köstlichen Duft aus der Küche noch nicht wahrgenommen.


Verwirrte Gesichter. Die Gesamte Mannschaft sah sich fragend an.

Otis riss entsetzt seine Augen auf.
"Du willst uns damit nicht sagen, dass Dawson, also Gabriela Dawson hier ist?", rief Otis Antonio hinterher.

Jetzt war klar, nach was es roch. Es roch nach jener Lasagne die Gabby immer auf der Wache gekocht hatte, als sie noch Anwärterin auf der Drehleiter war. Kochen war ja meist Aufgabe des Anwärters und Gabby konnte gut kochen.

Alle starrten Matt an.

Antonio schaute verwirrt zwischen Matt und den anderen hin und her.
"Du hast ihnen nichts gesagt?"

Dann verschwand Antonio in den Aufenthaltsraum.

Die Kollegen sahen Matt immer noch fragend an.

Schließlich fragte Herrmann als erstes:
"Seit wann ist sie wieder hier und seit wann weiß du es?"

Matt nickte und schloss für einen Augenblick die Augen. Er wusste, dass er nicht Drumherum kam, diese Frage zu beantworten.
"Sie ist seit vier Tagen wieder in der Stadt. Ich hab sie am Flughafen, durch Zufall beim Einsatz gesehen. Weil ich mir unsicher war, habe ich Antonio angerufen und nachgefragt. Er hat es bestätigt."

"Habt ihr schon miteinander gesprochen?", fragte Sylvie, sie wusste nicht ob sie sich freuen oder sauer sein sollte auf Gabby. Sie hätte sich doch bei ihr melden können!
Sie war ja schließlich seit 4 Tagen wieder in der Stadt!

Sylvie und Gabby waren einst Kolleginnen und beste Freundinnen gewesen. Gabby hatte lange gebraucht, nach Leslies Tod wieder eine Freundin so nahe kommen zulassen.

Sylvie war die erste Sanitäterin nach Leslie auf der 51. Bei der ersten Begegnung war Gabby sehr kühl. Erst Sylvies Worte ‘Du bist meine erste Freundin, hier in Chicago.‘ haben Gabby nachdenklich gemacht und das Eis zwischen Ihnen Tauen lassen.
Nach der ersten Trennung von Gabby und Matt hatte Sylvie Gabby sogar bei sich wohnen lassen.
Aber kurz vor Gabbys überstürztem Weggang nach Puerto Rico kam es auch zu einem Streit zwischen ihnen.
Sylvie hätte viel um eine Aussprache gegeben. Aber Gabby war ohne ein Wort fortgegangen. Bei einem Einsatz, ein paar Tage nach Gabbys damaligen Weggang, überreichte Matt ihr ein Foto.
Die beiden Freundinnen, lächelnd, in ihrer typischen Rettungssanitäter-Arbeitskleidung, graumeliertes T-Shirt und blaue Arbeitshose.
Auf der Rückseite hatte Gabby ein paar Worte nieder geschrieben. Sylvie träfe keine Schuld am Weggang von ihr und sie war Dankbar für diese wundervolle Freundschaft.


Die Kollegen standen immer noch wie angewurzelt in der Fahrzeughalle.
"Ja...", fing Matt an, Sylvies Frage zu beantworteten, weiter kam er jedoch nicht.


Die Türe vom Aufenthaltsraum ging auf und Gabby betrat die Fahrzeughalle.
Diesmal trug sie ein blaues Kurzarmshirt, dazu eine blaue Weste und eine schwarze Jeanshose, sie hatte auch eine Kette um ihren Hals hängen, den Anhänger verdeckte sie im Shirt.
"Wer hat hunger?", rief sie in die Runde.

Nach dem ersten Schock - es war tatsächlich Gabriela Dawson - stürmten die Feuerwehrleute und Rettungssanitäter regelrecht auf Gabby zu.
Nacheinander wurde sie herzlich in den Arm genommen.

Emily Forster, die neue Rettungssanitäterin, die als Ersatz für Gabby kam, sah das ganze kritisch entgegen. Sie stand etwas abseits von der Gruppe.

Sylvie redete immer noch, ein Jahr nach dem Aufbruch von Gabby oft über ihre alte Partnerin und Freundin. Sie fragte sich oft: 'Wie Gabby wohl entschieden hätte?'. So ganz aufgenommen in die 'Familie' sah sich Emily heute immer noch nicht.

Auch Matt beobachtete die Gruppe.
Er hatte Gabby die ganze Nacht gesehen, jetzt waren die anderen dran. Es freute ihn, das Gabby so herzlich empfangen wurde.

Kelly und Chief Boden sahen zu Matt hinüber. Matt bemerkte die Blicke. Reagierte aber nicht und ging ohne Gabby zu begrüßen in den Aufenthaltsraum.

Als alle Gabby gedrückt hatten, stellte Emily sich kurz vor und reichte Gabby die Hand. Dann folgten alle dem herrlichen Geruch in die Küche.


Gabby hatte das Essen als Buffet im Küchenbereich aufgebaut, neben Lasagne gab es auch noch verschiedene Salate, Dips und Baguettes.

Matt stellte sich als letztes an, sah kurz hinter sich. Die Truppe sah’s am langen Tisch und war schon am Essen, als er zu Gabby, fast flüsterte:
"Ich hatte nicht damit gerechnet, dich so schnell wieder zusehen."

Gabby strahlte Matt an.
"Ich hab gar nicht mitbekommen, wie du gegangen bist."

"Du bist wohl relativ schnell eingeschlafen. Ich wollte dich nicht wecken!"
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