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Kehrt Gabriela Dawson zurück?

von CDF CDF
GeschichteAllgemein / P16
Gabriela Dawson Matthew Casey
11.05.2019
18.12.2019
19
29.043
 
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13.10.2019 1.593
 
Probetrag - Gabbys Ausflug ins Chicago Med


Grrrr. Grrrr. Grrrr.
„Verdammt!“ Gabby wurde durch ihren Wecker geweckt.
Sie hatte keine Ahnung, wann sie das letzte Mal durch einen Wecker geweckt werden musste. In Ihrer Zeit in Pureto Rico war immer schon vor den ersten Sonnenstrahlen wachen und wälzte sich im Bett herum.

Grrr. Grrr. Grrr.
Der Wecker nervte langsam. Gabby versuchte sich zubewegen, sie lag auf dem Rücken, wurde aber durch einen starken Arm daran gehindert aufzustehen. Ein Männerarm auf ihrem Bauch, die Hand streichelte ihre Taille.

Grrr. Grrr. Grrr.
„Guten Morgen!“
Gabby drehte Ihren Kopf und sah in zwei strahlend blaue Augen. Sie hatte diese Augen vermisste. Aber das konnte Sie Matt nicht sagen, jetzt noch nicht.

Grrr. Grrr. Grrr.
Matt ließ sie augenblicklich los, als er merkte, das Gabby den Wecker ausstellen wollte und drehte sich vom Bauch auf den Rücken um.
Erschöpft aber glücklich lagen sie nun nebeneinander im Bett. Nackt! Nur in einem weißen Lacken waren ihre Körper eingewickelt, in Gabbys Appartment.


„Verrätst du mir jetzt, wo du heute Probearbeiten gehst?“

„Bist du deshalb letzte Nacht zurück gekommen?“, fragte Gabby entsetzt, lächelte Matt danach aber an!

„Nein! Natürlich nicht.“, Matt verteidigte sich schnell, er war etwas verlegen. Lächelte zurück und gab ihr einen Kuss auf den Mund.

„Okay. Das behältst du für dich!“, sagte Gabby, Matt nickte. „Ich weiß es selbst noch nicht, ob es etwas für mich ist!“ Gabby nahm eine kleine Pause. Sie zog den Lacken höher um ihre Brust.
„Mein Probetrag ist in der Notaufnahme des Chicago Med´s. Natalie, also Dr. Natalie Manning, hat mich gefragt, ob ich mir nicht vorstellen könnte das Team von Maggie zu unterstützen...“


Nun stand sie vor der Notaufnahme des Chicago Med´s.
Sie trug ein dreiviertel Shirt, schwarz/lila gesprenkelt und eine blaue Jeanshose, ihr braunes Haar hatte sie zu einem lockeren Pferdeschwanz zusammen gebunden.

Als Rettungssanitäterin war Gabby schon unzähligemal hier. Manchmal fast stündlich, währende einer 24 Stunden Schicht.

Gerade als sie tief Luft holen und über die Schwelle des Krankhauses gehen wollte, wurde sie von Natalie überschwänglich begrüßt. Natalie hatte schon ihre Dienstkleidung an.

„Bist du bereit?“

„Ja irgendwie schon, ich weiß gar nicht, auf was ich mich hier einlasse!“

„Glaub mir, Maggie und April werden dir schon alles zeigen.“

Natalie und Gabby gingen direkt zum Aufenthaltsraum, wo das Team bereits versammelt war und ungeduldig auf den heutigen Praktikanten wartete.
Nachdem Gabby die typische Schwesternkleidung des Med anzogen hatte, ein blaues Tshirt, mit V-Ausschnitt und eine passende blaue Hose, ging es direkt los.

Sharon Goodwin hatte Gabby, in der Teambesprechung, gebeten erstmals als stille Beobachterin sich die Aufgaben von Maggie und April anzuschauen, aber auch von Will, Connor, Natalie und Ethan.

Dr. Charles beobachtete Gabby hingegen. – zumindest ab und zu, so wie es für ihn möglich war.


Die erste Patientin wurde vom Rettungswagen 77 angeliefert. Die ältere Frau klagte über Fieber. Aber Schmerzen oder Schwindelanfälle hätte sie keine.

Gabby sah zu, wie Natalie routiniert Anweisungen gab und wie ebenso routiniert Maggie ihre Arbeit ausübte. Blutabnehmen, Blutdruck- und Pulsmessen. Alle Blutampullen für das Labor beschriften und bereitstellen.
Ohne Laborwerte hatte Natalie keine Anhaltspunkte woher das hohe Fieber kam.


Der nächste Patient war ein Mann um die 50 Jahre, der humpelnd durch die Tür der Notaufnahme kam, im Schlepptau seine ungefähr gleichaltrige Ehefrau. Sie stritten sich, er wollte „gehen“, sie wollte dass er einen Rollstuhl nahm. Er hatte sich „nur“ sein Bein eingequetscht. Sie war allerdings der Meinung, dass er gleich das Bein verlieren würde, daher hatte sie ihn selbst in die Notaufnahme gefahren, auf einen Rettungswagen wollte die Ehefrau nicht warten.

Erst als Maggie einen Aktenortner auf den Tresen der Anmeldung fallen ließ, hörte die Frau auf zuschreien.

Gabby begleitete das Ehepaar zusammen mit Will und Maggie in den Behandlungsraum Nr. 2.
Kurz bevor Maggie den Vorgang schloss, konnte Gabby noch erkennen, das gerade ein Rettungswagen angekommen war und diesen kannte Gabby In- und Auswendig. Es war der RWT 61 von der Feuerwache 51.
Brett und Forster hatten einen Patienten mit Verdacht auf Schlaganfall dabei. April und Dr. Ethan Choi übernahmen hier die Versorgung, so blieb Gabby vor den beiden unentdeckt.

Im Behandlungsraum Nr. 2 tastet Will zuerst das Bein und dann auch noch den Fuß ab. Der Mann verzehrte ein paar Mal das Gesicht. Er hatte höllische Schmerzen.
Will war sich jedoch nicht sicher, ob der Fuß oder das Bein gebrochen war und orderte erst mal eine Röntgenaufnahme an. Schmerzmittel wollte er noch nicht verabreichen.
Gabby beruhigte die Ehefrau. Erst nach gutem Zuspruch von Gabby verstand sie, dass das Bein nicht amputiert werden musste.


„Wie fühlst du dich?“, fragte April nach den ersten vier Stunden - während April und Gabby im Behandlungsraum Nr. 1 einer kleinen Patientin einen Gipsverband anlegten.

Die kleine Branda hatte beim Fahrradfahren ohne Stützräder die Kontrolle verloren. Ihr Zwillingsbruder Brandon stand links neben der Behandlungsliege und hielt tapfer ihre kleine Hand, während Natalie mit der Mutter über die weitere Behandlung sprach.

„Gut. Es ist interessant.“, lachte Gabby zuversichtlich.
„Im Ernst. Es ist Abwechslungsreich. Einen gebrochen Arm eingipsen hab ich in der Grundausbildung das letzte und erste Mal gehabt und mit cholerischen Ehefrauen hatte ich auch schon länger keinen Kontakt. Blutentnahme hab ich in Puerto Rico an der Tagesordnung gehabt.“ Gabby machte eine kleine Pause. April nickte.
„Der große Unterschied zum Rettungswagen ist, das du zu den Patienten hinfahren musst um sie zu behandeln, ins Krankhaus werden sie gebracht, “ fuhr Gabby fort.

„Ja das stimmt“, bestätigte April ihre Aussage und lächelte Gabby dabei an.

Gabby lächelte zurück. Dankbar dass April nicht nach dem Grund fragte, weshalb sie in Puerto Rico war bzw. weshalb sie nach Puerto Rico gegangen war.
Gabby war sich allerdings sicher, dass April über Kelly zumindest ansatzweise wusste, was ihre Beweggründe waren.

Bis der Gipsverband der kleinen Branda fertig angelegt war, schwiegen die beiden Frauen.


„Sollen wir heute Abend, nach der Schicht uns im Mollys treffen?“, schlug April spontan vor.

„Oh, ja,“ antwortete Natalie.

Maggie fügte hinzu: „Gabby ich hab dich dort schon eine Ewigkeit nicht mehr gesehen!“ und erhielt prompt von April einen bösen Seitenblick. Verwirrt sah Maggie April an.

Die vier Frauen standen zusammen an der Anmelde. Will verdrehte die Augen, auch er war hinzu gekommen.
Die Frauen hatten nerven, sich jetzt über die Abendgestaltung zu unterhalten, wo zwei angekündigte Notfälle jederzeit eintreffen sollten.

Gabby erschrak bei den Wort „Mollys“.
„Mh, Äh. Ja das stimmt.“ Gabby sah verlegen auf den Boden.
„Mh, ich hab heute Abend schon etwas vor…“, stotterte Gabby unbeholfen.

Sie war seit ihrem Weggang nicht mehr im Mollys gewesen und hatte bis jetzt auch kein Verlangen dort hinzugehen, obwohl sie immer noch Miteigentümerin war.
Weder Christopher noch Brian hatten sie, seit ihrer Rückkehr aufs Mollys angesprochen. Matt hatte zwar ein paarmal das Mollys erwähnt, sie aber nicht dazu gedrängt dort hinzugehen.

Gabby blickte in die Runde. Außer April schien keiner ihre Reaktion bemerkt zu haben und war dankbar darüber.

Bevor einer antworten konnte, traf der erste Rettungswagen ein und lud einen männlichen Patienten, Mitte 20 aus.

„Mehrere leichte Schürfwunden, äußerlich. Verdacht auf innere Fakturen und Milzbruch. Herzstillstand im Rettungswagen, zweimal wiederbelebt.“

Gabby erkannte die Stimme sofort, noch bevor sie die Rettungssanitäterin sehen konnte.
Die Stimme gehörte Sylvie Brett.

„Okay, sofort in den OP!“, rief Halstead und rannte mit April zusammen Sylvie und Emily entgegen.

Sylvie konzentrierte sich so sehr auf Wills Anweisung und den Patienten, dass sie Gabby nicht wahrnahm.

Erst als sie aus dem OP-Bereich zurückkam, sah sie Gabby.


Gabby, Maggie und Natalie warteten weiterhin an der Anmelde. Der zweite Krankenwagen sollte jederzeit eintreffen. Das Opfer war in einer Schießerei verwickelt. Neben den Patienten sollten gleich auch noch ein paar Uniformierte vom CPD eintreffen.

Sylvie sah Gabby überrascht an, als ob sie ein Geist gesehen hätte, aber dann wurde Gabby überschwänglich von Sylvie begrüßt.

Gabby wunderte sich über das Verhalten, ihrer einst besten Freundin. Gestern war Sylvie noch distanziert.
Sie vermutete, das Chief Boden der Truppe vom zweiten Rettungswagen wohl erzählt hatte.
Emily war allerdings immer noch zurückhaltend.

Sylvie war so euphorisch, das sie Gabby einmal um ihre eigene Achse drehte und Gabby mit dem Rücken zum Eingang stehen blieb.

Viel Zeit blieben Gabby und Sylvie nicht zum reden. Der zweite Patient wurde angeliefert.

Natalie und Maggie eilten zu den beiden Rettungssanitäter. Einer der männlichen Rettungssanitäter informierte:
„Patient weiblich, ca. 25 Jahre. Drei Eintrittswunden, eine Austrittswunde im Oberkörper festgestellt. Patient hat im Krankenwagen kurz das Bewusstsein verloren. Ist wieder Ansprechbar.“

Bei der Ankündigung dreht Gabby sich geschockt herum. Sie kannte die Stimme, die nervige Stimme…

Alan Chout!


Gabby befand sich im Umkleideraum und tauschte ihre (Leih-) Dienstkleidung durch ihre eigene.
Der Tag im Med war sehr informativ, sehr anstrengend, aber nicht unmöglich!

Wenn sie ehrlich zu sich selbst wäre, würde ihr diese Arbeit sehr viel Spaß machen!

Gabby setzte sich auf die Bank, in der Mitte der Umkleide und schüttelte den Kopf.
Sie war in Gedanken versunken.

Das Fire Department hatte zum alljährlichen Barbecue eingeladen. Feuerwehrangehörige und ihre Familien sollten einen schönen gemeinsamen Tag verbringen.

Gabby sahs an einem Tisch, mit ihrer damaligen Partnerin aus dem Rettungswagen, Leslie Shay und ihren „Date´s.

Matt war damals mit Hallie noch zusammen, getrennt, wieder zusammen - so ganz wusste das damals keiner und Matt und Hallie selber auch nicht wirklich…

Matt schenkte Gabby ein freundschaftliches lächeln bevor er sich hinsetzte. Diese Gestik verblieb bei Hallie nicht verborgen…

Irgendwie aus dem nichts, befand sich Gabby im Mittelpunkt des weiteren Gespräches. Leslie hatte Hallie verraten, das Gabby zwei Semester Medizin studiert hätte, bevor sie sich als Rettungssanitäterin ausbilden ließ. Matt war überrascht, aber auch beeindruckt.

Sollte sie ihr Studium wieder aufnehmen?
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