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Kehrt Gabriela Dawson zurück?

von CDF CDF
GeschichteAllgemein / P16
Gabriela Dawson Matthew Casey
11.05.2019
18.12.2019
19
29.043
 
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03.09.2019 1.449
 
Matts Handy vibrierte, er holte es aus seiner Hosentasche heraus.

Gabriela Dawson, stand im Display. *Ich bin auf dem Weg zur Wache!*

*Du wirst schon sehnsüchtig erwartet, Krankenschwester Gabby!*, antwortete Matt.

*Von dir? Na warte…*


Kelly sah Matt fragend an: „Gabby?“

Matt nickte.
„Sie ist auf dem Weg hierher!“

Der Alarm beendete Matts und Kellys Auszeit.
#Rüstgruppe 3, Drehleiter 81, Löschfahrzeug 51 und ELW 25 - Verkehrsunfall mit auslaufenden Betriebsstoffe#

Der Alarm ging immer im unpassenden Moment. Der Rettungswagen 61 war noch nicht mal zurück! Schnell machten Matt und Kelly ihre Zigarren aus. Sprangen in die Einsatzkleidung und in die Einsatzfahrzeuge!

Matt schrieb unterwegs noch Gabby eine Nachricht:
*Einsatz!*


Gabby stellte den Motor von ihrem Auto ab. Antonio hatte ihr neben dem Apartment auch noch ein gebrauchtes Auto, ein grauer Chevrolet Aveo, besorgt.
Statt ihrer „Schwesternkleidung“ vom Med trug sie jetzt normale Straßenkleidung. Ein dreiviertel Shirt, in schwarz/lila gesprengelt und eine blaue Jeanshose dazu.
Sie hatte auf der gegenüberliegenden Straßenseite geparkt, als die Textnachricht vom Matt kam. Sie sah, wie die Rolltore sich öffneten und die Trucks mit Blaulicht und Sondersignal die Wache verließen.

Auch ein schwarze BMW SUV mit getönten Scheiben folgte den Einsatzfahrzeugen. Gabby wunderte sich. Sie hatte das Auto schon mal gesehen, sie wusste nur nicht wo.

Sie stieg aus ihrem Auto aus, schoss es ab und ging auf die verwaiste Wache zu.


Im Aufenthaltsraum schaute Gabby sich um, ihr Blick blieb in der Küche hängen. Sie überlegte kurz ob sie für die Wache wieder kochen sollte, aber dann wüsste direkt jeder, dass sie wieder anwesend war!

Sie entschied sich, Matts Büro aufzusuchen. Der Probearbeitstag im Chicago Med war sehr anstrengend gewesen. Maggie hatte nichts ausgelassen.

Auf dem Bett liegend lies Gabby den Tag im Med Revue passieren:
In der Notaufnahme sah der Arbeitsalltag anderes aus als auf der Wache 51 oder wie sie ihn noch von Puerto Rico aus gewöhnt war.

Es wäre eine weitere Umstellung innerhalb eines Jahres für sie. Wieder neue Kollegen, wieder ein Neuanfang.

Maggie, April, Will, Natalie, Ethan sogar Dr. Charles und Sharon Goodwin wären bestimmt sehr angenehme Arbeitskollegen - bisher kannte Gabby sie nur aus der Sicht als Rettungssanitäterin oder privat vom Mollys.

Gabby sah auf ihr Handy. Keine neue Nachricht von Matt. Die Nachricht 'Einsatz!' war schon über eine Stunde her. Sie lag immer noch in Matts Bett.


Sie grübelte nun über Matts Angebot nach, wieder auf die Wache 51 zurückzukommen.
Das Angebot war sehr verlockend, besonderes zu wissen, das Chief Boden sie gerne als Wunschkandidatin zurück haben wollte!

Aber Chief Hatcher wäre wieder ihr Vorgesetzter! In Puerto Rico hatte ihre Zusammenarbeit ohne Zwischenfälle funktioniert. Würde das in Chicago auch wieder klappen?

Gabby war sich sicher, dass die eine oder andere Methode, die sie in Puerto Rico angewandt hatte hier zu Konsequenzen führen würde.


Nach über zwei Stunden kamen alle Einsatzfahrzeuge zurück. Otis parkte die Drehleiter mal wieder mehr als schräg ein, beinahe hätte er den zweiten Rettungswagen touchiert. Stella ordnete an, das Otis nochmals rausfahren sollte. So sollte, konnte der Einsatzwagen nicht stehen bleiben!
Otis sah Matt fragend an, dieser fand Stellas Anordnung gut!
So fuhr Otis nochmals die Drehleiter raus…

Die Rüstgruppe, welche sich schon von ihrer Einsatzkleidung befreit hatte, saß am gewohnten Tisch in der Fahrzeughalle, schaute dem Schauspiel zu.

Beim zweiten Einparkversuch hatte Matt Mitleid mit Otis und lies die Mannschaft absitzen. Der Truck stand immer noch nicht gerade in der Fahrzeughalle.
Aber endlich konnte auch die Besatzung der Drehleiter ihr Einsatzfahrzeug verlassen und sich ihrer Einsatzkleidung entledigen.

Matt sah zum zweiten Rettungswagen. Die Verwaltung hatte Boden während des Einsatzes angerufen und informiert, dass der zweite Rettungswagen soeben auf die Wache geliefert würde.
In der Fahrzeughalle war es jetzt brechend voll.


Stella ging, nachdem sie sich ihrer Schutzausrüstung entledigt hatte direkt zu den Schlafräumen durch. Sie hatte ihr Handy vor lauter eile vergessen einzustecken und im Schlafraum war sie als letztes gewesen, bevor der Aufruf kam und Boden im Aufenthaltsraum die Info über den zweiten Rettungswagen erteilt hatte.
Sie wartete dringend auf einen Anruf. Sie hatte was fürs Mollys organisiert. Wovon Christopher noch nichts wusste!
Stella wundere sich, dass in Matts Büro alle Jalousien runter waren. Sie war sich sicher, dass das vor dem Einsatz nicht der Fall war. Sie wollte gerade nachsehen, als auch Matt durch den Schlafraum kam und auf sein Büro zuging.

Matt blieb verwundert vor der Bürotür stehen, auch er war sich sicher, vor dem Einsatz die Jalousien nicht herunter gelassen zu haben.
Er blickt sich im Schlafraum um. Hinter ihm waren noch Sylvie und Otis in den Schlafraum gekommen.

Matt öffnete langsam seine Bürotür, aber am Schreibtisch oder auf dem Bett war niemand. Kurzerhand öffnete Matt die Jalousien. Holte sein Handy aus der Hosentasche und lehnte sich an die Bürotür, mit Blickrichtung in den Schlafraum.

Er hatte keine neue Nachricht von Gabby erhalten. Also schrieb er sie an:
*Wo bist du?*

Gabby antwortet prompt:
*Rate mal!*

Matt kratze sich an den Haaren.
*Keine Ahnung!*

*Komm einmal!*, forderte Gabby ihn auf.


Sylvie hatte sich aufrecht auf ihr Bett gesetzt und wollte ein Buch lesen, sich eine kleine Verschnaufpause dabei gönnen. Die vielen Einsätze in letzter Zeit, zehrten an ihren Kräften.

Stella war immer noch ihr Handy am suchen, vielleicht hatte sie es doch nicht im Schlafraum liegen gelassen. Sie machte jedenfalls so einen krach, das Sylvie sich im Schlafraum umschaute.
Otis lag auf seinem Bett und hatte die Augen zu.

Matt stand immer noch in seinem Büro am Türrahmen gelehnt.
Er schaute kurz hoch, dann schaute er auf sein Handydisplay zurück und schrieb Gabby eine weitere Nachricht:
*In der Dusche?* Dabei grinste er. Wieder eine Erinnerung an glückliche Tage.

Sylvie beobachtete ihn. Er schien sich über etwas zu freuen. So ausgeglichen hatte sie ihn schon lange nicht mehr gesehen.


Endlich antwortete Gabby: *Nein. Aber eine gute Idee.*

Matt lachte und blickte von seinem Handydisplay direkt in die blauen Augen von Sylvie. Erschrocken drehte er sich im Türrahmen herum, betrat sein Büro und blieb mitten im Raum stehen, sein Blick nach unten gerichtet, auf sein Handybildschirm.

*Gabby bitte, wo bist du?*
Matt spürte auch im Rücken Sylvies bohrenden Blick.

*Im Rettungswagen!*

Matt verdrehte die Augen. Zum Glück konnte ihn keiner sehen. Irritiert sah er auf sein Handy, schrieb schnell: *Im Rettungswagen 61?*

*Nein, im Rettungswagen 86!*

Matt grinste, schüttelte dabei seinen Kopf.


Dann drehte er sich herum und verließ sein Büro.
Stella stand bei Sylvie am Bett, als Matt die beiden sah, sagte er im vorbeigehen:
„Ich ruf mal Gabby an, wo sie bleibt. Sie wollte eigentlich schon längst hier sein!“


Aber statt Gabby anzurufen, ging er quer durch die Fahrzeughalle, am Rüstgruppentisch vorbei, direkt auf den Rettungswagen 86 zu. Davor blieb er stehen.
Er schaute sich kurz um, ob ihm jemand gefolgt war. Als er die Luft für sich rein hielt, öffnete er die hintere Tür.

Gabby lag auf der Behandlungsliege und lächelte ihn an.

„Das erinnert mich an unseren ersten Kuss, auf der Wache. Der war damals auch im Rettungswagen. Allerdings im 61er!“, sagte Matt und schaute um sich.
Er hatte die Tür nur einen Spalt geöffnet. So dass er immer noch ein Teil der Fahrzeughalle im Blickwinkel hatte, falls jemand vorbei kam. Er selbst konnte vom Rüstgruppentisch aus nicht gesehen werden, da das Löschfahrzeug direkt davor stand.

„Ja das stimmt. Nur stand ich draußen und hab gesagt 'Matt wir können, wir können das nicht tun'!“, sagte Gabby immer noch lächelnd.

„Ja und ich hab gesagt 'Nicht wenn du nur da stehst, komm rein, Baby!“ Matt lächelte Gabby auch an.

„Also worauf wartest du?“, forderte Gabby ihn auf.

Matt schaute sich nochmals um und betrat den Rettungswagen. Hinter sich schloss er die Tür, aber anderes als Gabby damals bei ihm, legte er sich nicht zu ihr auf die Behandlungsliege. Er blieb vor ihr stehen.

Gabby sah ihn irritiert an.

„Das ist keine gute Idee!“

„Bereust du letzte Nacht?“, fragte Gabby entsetzt!
Davor hatte sie am meisten Angst. Es grenzte eh schon an ein Wunder, das Matt nochmal zurück gekommen war.


Gabby hatte sich in Ihren Hausflur geschleppt. Lehnte sich mit ihrem Rücken gegen die Haustür. Sie weinte hemmungslos. Sie konnte nicht mehr Matt hinterher sehen, wie er über den Parkplatz zu seinem Truck ging.

Gerade noch hatte Matt sie geküsst. Leidenschaftlich. Der Kuss sagte so viel aus. War er am Anfang noch zögerlich, so wurde der Kuss immer intensiver. Sie hatte Matts verlangen gespürt. Der letzte Kuss war ein Jahr her und dann entschuldigt sich Matt plötzlich, wünscht ihr eine Gute Nacht und ging.

Als es später an der Haustürschellte, versuchte sie die Tränen sich aus dem Gesicht zu wischen, aber sie kamen immer wieder.

Wie jetzt auch.
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