Mein Lieblingsjahr

von Annika
GeschichteAllgemein / P18 Slash
Dr. Gregory House Dr. James Wilson
10.05.2019
25.09.2019
9
14.671
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10.05.2019 702
 
englisches Original auf: https://not-gold.livejournal.com/5834.html

"Mein Lieblingsjahr"
verfasst von Silver



Schwer keuchend ließ der junge Mann seinen Kopf zurückfallen. Schweiß glänzte auf seinem Gesicht, und klebte sein braunes Haar an seine Haut. Seine Augen waren geschlossen, während er mühevoll die Luft anhielt. Die rosa Spitze seiner Zunge huschte über seine Lippen, in dem Versuch, sie zu befeuchten. Er schluckte schwer.

Gregory House warf ihm einen unbeteiligten Blick zu, während er ebenfalls versuchte seine Fassung wiederzugewinnen. Sein Herz raste mit 136 Schlägen pro Minute und er fühlte dieses angenehme Ziehen in den Muskeln seiner Beine, welches sich nach dem Joggen immer einstellte. Er hieß es mit einem leisen Seufzen willkommen. Seinen Kopf rollte er träge vor und zurück und versuchte dabei die Muskeln ein bisschen aufzulockern.

Später würde er sich an diesen Moment als einen entscheidenden erinnern. Aber im Augenblick dachte er nicht besonders darüber nach. Er genoss einfach die Nachwirkungen der Anstrengung.

„Kann ich auch davon haben?“ sagte der andere Mann atemlos.

Greg hob seinen Kopf und sah den anderen Mann einen Moment lang verwirrt an. „Was?“

Er zeigte auf die Wasserflasche, die an House’ Gürtel befestigt war. „Deine Flasche. Ich habe meine Wasserflasche vergessen und ich dachte, es gäbe einen Trinkbrunnen hinter dieser Ecke, aber ich schätze, ich lag falsch.“ Er leckte wieder seine Lippen an. „Ich bin völlig dehydriert, fühle mich, als würde ich gleich ohnmächtig. Ich wette, meine Elektrolytwerte sind auch im Keller.“

Sich noch einmal streckend, antwortete House „Dann hättest Du vielleicht nicht joggen sollen.“ Er nestelte trotzdem die Flasche von seinem Gürtel. Nach einem großen Schluck reichte er sie dem jüngeren Mann.

„Danke“ murmelte der, setzte sie sofort an seine Lippen und trank gierig.

„Kein Problem. Du kannst alles haben, wenn Du willst. Ich bin für heute fertig.“

Der junge Mann nickte dankbar, setzte die Flasche gar nicht erst ab. House nutzte die Gelegenheit, ihn mit seinen Blicken zu mustern.

„Um es kompliziert auszudrücken ... Du bist offensichtlich kein Profi-Athlet, dann zeichnet sich deutlich der Umriss eines Ausweises unter Deinem Shirt ab, außerdem ist da noch der schwache, dennoch unverkennbare Geruch von Formaldehyd, Striche in vier verschiedenen Farben an Deinen Fingern, wobei ich wette, dass sie von einem Vierfarben Kugelschreiber stammen ... Du bist an der medizinischen Fakultät, stimmts?“

„Ja.“ Er setzte die Feldflasche ab, dabei schüttelte er sie kurz, um festzustellen, ob noch etwas drin war. Dann goss er den Rest des Wassers über seinen Kopf und Nacken. Sein Atem hatte sich jetzt ein bisschen beruhigt. „Mein Name ist James Wilson. Erstes Jahr“ sagte er, das Wasser aus seinem Haar schüttelnd.

House starrte für einen Moment, beobachtete wie das Wasser an James’ Nacken herunter auf das bereits durchnässte T-Shirt tropfte. Er räusperte sich. „Ich bin ...“

„Gregory House, ich weiß.“ Auf das überraschte Hochziehen der Augenbrauen hin, erklärte James mit einem Grinsen “Du bist der Typ, der ständig mit den Professoren während der Fallstudien rumdiskutiert.“

House konnte nicht anders als das Grinsen zu erwidern. „Richtig. Daher kenne ich Dich. Ich denke nicht, dass ich jemals einen so jungen Medizinstudenten in solch einer Veranstaltung gesehen haben.“

James zuckte mit den Schultern. „Ich war schon immer gut darin, Dinge schnell aufzufassen. Ich nahm Extra-Kurse an der Highschool, habe ein Jahr früher abgeschlossen, bin zum College gegangen, das hat mir hier ein weiteres Jahr gespart. Ich dachte mir, dass es nicht schaden würde, so schnell wie möglich in die Fortgeschrittenen-Kurse zu wechseln.“

Ein Grinsen wanderte über House’ Gesicht. „Das dachte ich mir, du Wunderkind.“

Dies trug ihm einen überraschten Blick des jüngeren Mannes ein. „Wie bitte?“

„Wie alt bist Du, siebzehn? Achtzehn?“

„Ich bin neunzehn.“

„Und Deine Mami lässt Dich um diese Uhrzeit ganz allein zum Spielen raus?“

James blinzelte. „Es ist zwei Uhr am Nachmittag ...“

House schnalzte mit der Zunge. „Das wird schwierig.“

Ein Stirnrunzeln zuckte für einen ganz kleinen Augenblick über Wilsons Gesicht. „Was genau willst Du mir damit sagen?“

„Was ich damit sagen will, ist dass ...“ House warf einen Blick auf seine Armbanduhr. „Ich habe noch genau fünfzehn Minuten um zu meinem Zimmer zurückzukommen, zu duschen und zur Vorlesung zu rasen.  Wird knapp. Tschüss.“ Damit machte House auf dem Absatz kehrt und verschwand über den Kiesweg.