Die Känguru-Kollektion

GeschichteHumor / P12
Das Känguru Der Schredder Herta Marc-Uwe Kling OC (Own Character)
09.05.2019
16.06.2019
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Tja, und zu Beginn dieser Geschichte gibt es wiedermals ein kleines Vorwort:
Dies ist mein Zweitprojekt, dass heißt, Vittrions Legenden hat Vorrang, ich bin also seltener dabei, Kapitel zu schreiben. Und da ich die ersten Vier auf Papier geschrieben habe, muss ich sie größtenteils noch abtippen, was bekanntlich keine so schöne Beschäftigung ist. Ach, und die Geschichte spielt nach der Känguru-Offenbarung, genauer gesagt nach einem OS eines Kumpels von, mir, der nach der Offenbarung stattfindet. Genug gesagt, beginnen wir unsere kleine Geschichte und kommen zum falsch zugeordneten Zitat:

„Jeder Diktator hat auch mal klein angefangen“
-Kim Jong Un (Achtung, irreführendes falsch zugeordnetes Zitat!)

Nachdem das mit dem Fliegen nicht geklappt hat und das Känguru sich über den Mangel an noch vorhandenen Schnapspralinen beschwert hat, haben wir uns dazu entschlossen, den Schredder anderweitig zu beschäftigen. Er macht jetzt ein Praktikum in einem Büro, wo er als Schredder fungiert. Seit nun mehr als einer Woche kommt er abends müde nach Hause und hat Schluckauf. Wo her dieser genau kommt, kann ich nicht sagen, jedenfalls schießen dabei kleine Papierkügelchen aus seinem Mund und treffen des Öfteren das Känguru und mich. Nun, das besagte Känguru hat gelernt und verschanzt sich immer, wenn der Shredder klingelt. Also muss ich immer zur Tür gehen. Ich sitze gerade im Wohnzimmer und spiele mit dem Känguru Monopoly, oder eher die einfache, „faire“ Version davon, als die Haustürglocke läutet. Reflexmäßig schmeißt das Känguru seine Geldscheine weg und versteckt sich hinterm Tisch, den es rasch umgeworfen hat. Ich rolle mit den Augen.
„Musste das wirklich sein?“
„Ja“
„Und wieso? Fürchtest du dich etwa?“
„Nein“, antwortete das Känguru, „ich treffe nur Sicherheitsvorkehrungen.“
„Wofür? Es ist Zwölf Uhr Mittags, wenn der Shredder nicht rausgeworfen wurde, dann kommt er wohl nicht gerade um diese Uhrzeit.“
„Lieber Vorsicht als Nachsicht!“, erwidert das Känguru, während es Stühle und Kissen zusammen räumt und diese zu einer Festung zusammenfügt.
„Dann muss ich wohl wieder gehen“, seufze ich. Es klingelt wieder, und dieses Mal energischer. Ich wende mich zum Känguru.
„Siehst du? Unser kleiner Pinguin hätte schon längst einen Klingelsturm veranstaltet. Du kannst wieder rauskommen.“ Das Känguru schüttelt den Kopf.
„Ich bleibe hier. Aber du solltest dich beeilen, bevor der da vor der Tür ungeduldig wird.“ Schließlich öffne ich die Tür.
„Wir sind die Polizei!“, sagt die Polizei.
„Aha“, sage ich, „Hätte ich bestimmt nicht von selbst bemerkt.“
„Dürfen wir rein kommen?“
„Warum nicht? Ist ein freies Land. Ich sollte aber darauf hinweisen, dass das Betreten dieser Wohnung auf eigene Gefahr befolgt und wir für keine Schäden haften. Aus Sicherheitsgründen rate ich, den riesigen unförmigen Berg Müll im Wohnzimmer nicht zu betreten.“
„Aha!“, sagt die Polizei. Als wir die Wohnung betreten, beginne ich:
„Nun, was ist denn ihr Anliegen?“ Einer der Polizisten holt einen großen Notizzettel, dessen wahre Größe erst durch das Auseinenderfalten erkennbar wird.
„Es gab wieder Beschwerden von den Nachbarn und vom Postboten…“
„…dem Postboten?“, unterbreche ich ihn.
„Ja, dem Postboten.“
„Und worüber beschwert er sich?“
„Erstmal der Reihe nach. Einige Nachbarn, welche anonym bleiben möchten, haben sich darüber beschwert, dass Ihr Briefkasten überquillt und einige Zeitungen und andere Gegenstände oft auf dem Treppenhausboden liegen und die Leute stören.
„Da sind wir nicht daran schuld, sondern der Postbote. Der schmeißt die Zeitungen und die Werbung bestimmt extra auf den Boden.“
„Wo soll er die denn sonst hinlegen, wenn Ihr Briefkasten voll ist?“
„Also, da gibt es einen extra dafür geeigneten Eimer. Hier im Flur steht so einer. Der Blaue ist der für Werbung und die Zeitung. Der Korb wird regelmäßig geleert, da sollte es keine Probleme geben.“ Ich deute auf einen Mülleimer in der Nähe. Die Polizei steht da und guckt mich an, dann blinzelt sie.
„Wir sind die Polizei!“, sagt sie, „Halten sie uns für blöd?“ Ich stöhne genervt.
„Das Thema hatten wir doch schon!“
„Könnten wir vielleicht mal wieder auf die eigentliche Diskussion zurückkommen?“ Verdammt, sind die schlau, schießt es mir durch den Kopf. Ablenkung funktioniert bei denen nicht.
„Nun, sie wollen von mir, dass ich den Briefkasten entleere?“ Ich und das Känguru hatten geschworen, nie mehr Zeitung zu lesen, oder die Werbung aus dem Briefkasten auch nur anzufassen, doch anscheinend bleibt mir momentan nichts anderes übrig. Oder etwa doch?
„Einen Augenblick!“ Ich eile zur Rumpelkammer des Schreckens und hole eine alte Müllzange hervor. Dann entleere ich den Briefkasten.
„Dann kommen wir zum Nächsten. Der Postbote hat uns einen Verdacht gegeben. Er und seine Kollegen haben nun schon mehrmals in dieser und den letzten Wochen Großladungen von Schnapspralinen an diese Adresse liefern  müssen. Er meinte, das sei doch nicht normal und hat uns gefragt, ob wir der Sache nachgehen könnten. Da der Verdacht besteht, dass Sie illegale Substanzen in den Pralinen schmuggeln, müssen wir ihre Wohnung durchsuchen und ein ernsthaftes Gespräch mit Ihnen führen.“
„Tschuldigung, das ist leider nicht mein Fach-Gebiet. Da müssen sie schon das Känguru fragen“, sage ich und verschwinde ins Wohnzimmer, um das Känguru zu holen, laufe um den unförmigen Müllhaufen, reiße die Kissen und Stühle beiseite, und finde… nichts! Nur ein kleiner Zettel mit einem zwinkernden Smiley liegt auf dem Tisch, ansonsten sind weder das Känguru, noch seine Sachen zu sehen. Auf die Rückseite des Zettels hatte das Känguru geschrieben:


Bin Übers Wochenende weg. Hoffe, du fühlst dich ohne mich nicht zu einsam…
Ein bisschen Gesellschaft würde dich bestimmt aufheitern. Mal sehen was sich da machen lässt...

Grüße-
Känguru
„Razupaltuff!“
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