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Albus Potter und das grauenhafte Buch des Schreckens

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer / P12 / Gen
Albus Severus Potter James Sirius Potter Rose Weasley Scorpius Malfoy
08.05.2019
21.11.2019
12
61.495
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08.05.2019 4.892
 
Die letzten Dampfschwaden lösten sich in der Herbstluft auf. Der Zug fuhr in eine Kurve. Harry hatte immer noch die Hand zum Abschied erhoben.
„Er wird es schon schaffen“, murmelte Ginny.
Als Harry sie ansah, ließ er gedankenverloren die Hand sinken und berührte die Blitznarbe auf seiner Stirn.
„Ich weiß, das wird er.“
Die Narbe hatte Harry seit neunzehn Jahren nicht mehr geschmerzt. Alles war gut.

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KAPITEL 1 – Nach Hogwarts

Albus, der eben noch gewinkt hatte, drehte sich vom Fenster weg und setzte sich neben Rose. Seine Cousine hatte es sich gerade gemütlich gemacht. Die Sonne erhellte von außen das gemütliche Abteil mit den dunkelrot gepolsterten Sesseln. Gegenüber von ihnen saßen bereits zwei andere Schüler, etwa ihres Alters. Einer spielte nervös am Saum seiner Ärmel.
„Hi“, Rose streckte ihnen ihre Hand entgegen. Der etwas selbstbewusstere schwarzhaarige Junge nahm sie und schüttelte kräftig. „Hallo, mein Name ist Owen.“
„Ich bin Rose“, antwortete sie freundlich. Als Albus nichts sagte, stieß sie ihm ihren Ellebogen in die Seite und schaute vorwurfsvoll.
„Äh, ich bin Al.“ Er sah verlegen zur Seite.
Sein Dad hatte ihn bereits davor gewarnt, dass ihn andere Leute aufgrund seiner Ähnlichkeit mit Harry Potter erkennen würden. Er sollte sich auf neugierige Blicke gefasst machen.
Auch James, Albus Bruder, der gar nicht so viele Ähnlichkeiten mit Harry hatte, hatte das letztes Jahr öfters erlebt. Er hatte sich unaufhörlich über das Starren und Tuscheln aufgeregt, über Leute, die nur seine Freunde sein wollten, weil er Harry Potters Sohn war.
Genau darauf wartete Albus jetzt.
Aber nichts passierte.
„Benjamin MacLeod“, stellte sich der nervösere Junge vor. „Seid ihr auch Erstklässler?“ Rose ignorierte seine Frage und fixierte ihn. Sie hatte die Angewohnheit, Leute genau zu beobachten. „Du bist Schotte, nicht?“
„Aye, der Pulli war‘s, nicht wahr?“ Er deutete auf seinen kanariengelben Pullover und grinste ein wenig.
„Nein, eigentlich der Akzent“, antwortete Rose und warf dem Pullover einen misstrauischen Blick zu. „Also kennst du das Scottish National Quidditch Team nicht?“, fragte Benjamin MacLeod vorwurfsvoll. „Quidditch?“ Rose rümpfte die Nase. „Ja!“, schaltete sich Owen ein, „Wir sind beide riesige Fans!“
Und damit war die Zugfahrt im Eimer. Wenn es um das Scottish National Quidditch Team ging, konnten Owen und Benjamin ohne Punkt und Komma reden. Dabei bemerkten sie gar nicht, wie Roses Miene immer finsterer wurde. Sie erzählten begeistert vom Aufstieg ihres Teams, redeten über die größten Erfolge bis hin zu den schmerzhaftesten Niederlagen. Schlussendlich stritten sie darüber, ob das Fiasko des Spiels gegen die Wigtown-Wanderers das Ergebnis boshaft manipulierter Besen gewesen war.
Albus, der inzwischen nicht mehr darauf wartete, erkannt zu werden, hatte den Kopf an das Fenster gelehnt. Er fühlte sich nicht besonders gesprächig. Außerdem hatte er keinen Schimmer, was er zu so einer Konversation beitragen sollte.
Die Zeit verging, ohne dass Albus einen Pieps machte. Vor dem Fenster wechselten sich die spätsommerlichen Hügel Mittelenglands mit dichten Wäldern und kleinen Bächen ab, die in der Sonne glitzerten. Wie lange würde es noch bis zur Ankunft dauern? Seine Vorfreude wurde von leichter Nervosität gehemmt.
Harry hatte oft von seiner Zeit in Hogwarts geschwärmt, aber Albus wusste, dass dort nicht alles so idyllisch war, wie es ihm seine Eltern erzählt hatten. Sein Bruder James hatte ihn bereits vor dem unheimlichen Schuldiener gewarnt, der laute Schüler in den Kerker sperrte, vor Geistern, die Schüler quälten und nachts um ihren Schlaf brachten und vor dem vergammelten Schulessen, wegen dessen James anscheinend schon im Krankenflügel gelandet war.
Doch am meisten sorgte sich Albus um die Hauszuteilung. In welchem der vier Häuser er den Rest seiner Schulkarriere verbringen würde, war essenziell – nichts durfte schief laufen.
Hufflepuff, so wusste Albus, war das Haus der Langweiler. Ravenclaw war das Haus der Außenseiter, aber sie beide waren nichts gegen Slytherin. Die schlimmsten Hexen und Zauberer waren Slytherins gewesen.
Albus musste einfach nach Gryffindor. Seine komplette Familie war ausnahmslos in Gryffindor gewesen. Ein Potter in Slytherin würde den Untergang der Welt bedeuten.

Irgendwann brach das Geschwätz von Owen und Benjamin ab und die Abteiltür öffnete sich. James steckte seinen Kopf in die Kabine.
„Hi James!“, begrüßte ihn Rose, erleichtert darüber, dem Redeschwall von den Quidditchfanatikern zu entgehen.
„Hier seid ihr also!“ James schritt in das Abteil, gefolgt von Lysander Lovegood-Scamander und einem anderen, braunhaarigen Jungen, den Albus nicht kannte. „Und, Al, freust du dich schon auf Slytherin?“ grinsend schob sich James ein Stück Kürbispastete in den Mund.
„Hey, James, was ist der Unterschied zwischen einem Rothaarigen und einem Vampir?“ fragte Albus seinen Bruder kühn. „Was?“, fragte Lysander und blickte erwartungsvoll zwischen Albus und James hin und her. „Na“, erklärte Albus, „Der eine meidet die Sonne, ist blass und trinkt Blut, der andere ist ein Vampir!“
Rose lachte.
„Ich sagte ja, eindeutig Slytherin. Fällt seinem eigenen Bruder in den Rücken!“
Mit gespielter Betrübtheit schüttelte James den Kopf. Dann musterte er Albus kurz und meinte wissend: „Du solltest dich langsam umziehen, es dauert nicht mehr lang! Deine Mitschüler sehen dich besser nicht in deinen üblichen Klamotten. Das wäre echt peinlich.“ Albus streckte die Zunge heraus.
James drehte sich um und sein roter Schopf verschwand im Gang. „Hey, wenn ihr meinen Bruder Lorcan seht, sagt mir Bescheid!“, fügte Lysander noch hinzu, bevor er James nacheilte. „Wir sehen uns später, viel Glück bei der Auswahl! Rose, ich könnte dich gut in Gryffindor gebrauchen!“

Der Zug ratterte weiter durch die schon langsam dunkler werdende Landschaft. Während sich Albus, Benjamin und Owen umzogen, füllte Rose ihre Taschen bei der Süßigkeitenhexe im Gang nach. Sie wollte vorsorgen, falls das Essen in Hogwarts wirklich so schrecklich war, wie ihr Cousin James erzählt hatte.
Sie drehte ihren Kopf, als irgendwo eine Abteiltür zugeknallt wurde und ein weißblonder, hagerer Junge den Gang entlangschlurfte. Er war ganz in schwarz gekleidet, hielt seinen Zauberstab vor sich und murmelte irgendeinen ihr unbekannten Spruch. Er hob seinen Kopf und fixierte sie.
„Hallo Lorcan! Alles klar?“, fragte Rose. Er nickte. „Was machst du denn?“, wollte Rose wissen.
„Ich bin auf der Suche“, war die ominöse Antwort.
„Aha, dein Zwillingsbruder hat dich auch schon gesucht, er ist sicher bei James und Eneas.“, gab Rose hilfreich zur Auskunft. „Ich suche nicht Lysander“, brummte Lorcan finster. Dann ging er an Rose vorbei und hob wieder seinen Zauberstab. Rose zuckte mit den Schultern, warf ihm noch einen verwunderten Blick hinterher und machte sich wieder auf den Weg zurück zu Al.

Der Zug hielt an. Albus quetschte sich durch die Schülermassen ins Freie. Gespannt hielt er nach Hagrid Ausschau.
„Erstklässler zu mir!“, tönte es über den Bahnhof. Zusammen mit Rose folgte Albus der vertrauten Stimme.
Kaum hatte Hagrid die Kinder erspäht, begrüßte er sie erfreut, lachte und klopfte ihnen kräftig auf die Schulter. Albus musste sich bemühen, nicht in die Knie zu gehen. „Na, ihr zwei, aufgeregt?“ Hagrids Haare waren grau geworden und sein Gesicht faltig, nur seine käferschwarzen Augen glänzten noch immer fröhlich. „Nein“, behauptete Rose, „Natürlich nicht!“ Albus nickte zustimmend, obwohl er auf jeden Fall aufgeregt war. „Na dann! Erstklässler zu mir!“
Sie folgten der Schar von Erstklässlern in Richtung See. Albus zappelte nervös. „Rose, was ist, wenn die Boote sinken? Was ist, wenn ein Unwetter aufzieht? Und wenn wir keinen Platz mehr kriegen?“ „Albus Severus“, sagte Rose in einem Ton, den sie von ihrer Mutter abgeschaut hatte, „Erstens, die Boote sind magisch, sie können nicht untergehen. Zweitens, der Himmel ist klar und es weht kein Lüftchen. Drittens, Hagrid mag uns und würde uns nie alleine lassen!“
Nur zum Teil beruhigt erreichte Albus den See, der schwarz und riesig vor ihnen lag und die unzähligen Sterne am Himmel reflektierte. Hinter dem See ragte mit leuchtenden Fenstern das größte Schloss in die Höhe, das Albus je gesehen hatte. Hogwarts.
Seine dicken Mauern standen wehrhaft auf einer hohen Klippe und Türme und Türmchen reckten sich gen Himmel. Der Mond tauchte das alte Gemäuer in silbernes Licht.

Die kleinen Boote lagen wie Nussschalen am Ufer und Albus stürzte sich auf eines von ihnen. „Komm, Rose!“ Sie folgte ihm gelassen und setzte sich zu ihm. Zusammen beobachteten sie die restlichen Erstklässler beim Einsteigen.
„Darf ich zu euch ins Boot?“ Rose und Albus drehten ihre Köpfe. Hinter ihnen stand ein Junge, klein gewachsen, mit zartem, blondem Haar. Es war ein Junge, vor dem sie bereits gewarnt worden waren – ein Junge namens Scorpius Malfoy.

Albus blickte Rose zögernd an. „Klar, setz dich zu uns!“, lud sie ihn ein. Der blonde Junge stieg ungeschickt in das kleine Boot.
Bald hatte jeder einen Platz gefunden und Albus stellte fest, dass genug kleine Gondeln für alle da waren. Erstaunt beobachtete er, wie die Boote plötzlich wie von Zauberhand in das Wasser gezogen wurden, allen voran das Schiffchen, das unter Hagrids Last fast im Wasser versank. Von irgendwoher hallte ein Klatschen über den See.
Albus' Augen weiteten sich.
„Der Kraken!“, hauchte er.
„Sei doch nicht albern“, entgegnete seine Cousine nervös.
„Ach macht euch keine Sorgen“, sagte Scorpius gelassen, „Das ist gar kein richtiger Kraken. Das ist Godric Gryffindor. Er ist ein Animagus. Hat mir jedenfalls jemand irgendwann einmal erzählt.“ Er runzelte die Stirn. „Aber jemand anderes hat gesagt, dass das alles Mist ist und der Kraken einer uralten, fleischfressenden Spezies angehört.“
Rose und Albus blickten Scorpius schockiert an. Er starrte zurück. „Ich dachte euch heitert das vielleicht ein bisschen auf.“
Den Rest der Fahrt lang herrschte unangenehmes Schweigen.

Die Boote glitten auf eine Efeuwand zu, die Hagrid mit seinem pinken Regenschirm teilte. „Achtung, Köpfe runter!“, rief er. Rose, Albus und Scorpius duckten sich. Sie trieben auf dem Wasser in eine breite, unterirdische Höhle. Die Stimmen der Schüler hallten gespenstisch von den Felswänden wider. Öllampen beleuchteten den Kai, an den sich die kleinen Schiffe reihten.
Sie stiegen aus und folgten Hagrid bedächtig eine steinerne Treppe hinauf, bis sie, wieder im Freien, vor dem großen Tor des Schlosses standen.
Mit seiner mächtigen Faust pochte Hagrid dreimal gegen das Holz.

Die Tür schwang auf und gab den Blick auf eine riesige Eingangshalle frei. Ein massiger, kristallener Kronleuchter hing schwer von der Decke und beleuchtete das gewaltige Foyer, das sich zu einem großen Treppenhaus hin öffnete. Unzählige Gemälde zierten die Wände, deren neugierigen Bewohner winkten und miteinander tuschelten. Albus staunte über die vielen Ritterrüstungen entlang der Mauern und über die überlebensgroßen Statuen von berühmten Hexen und Zauberern.
Ein winziger Mann mit weißem Haar scheuchte die Schüler hinein. Als sie alle um ihn versammelt waren, begann er zu sprechen.
„Mein Name ist Professor Flitwick, und ich heiße euch herzlich in Hogwarts willkommen. Ich werde euch alle sieben Jahre lang in Zauberkunst unterrichten! Darum hoffe ich, dass wir uns alle gut verstehen werden.“ Aufmunternd zwinkerte er den nervösen Erstklässlern zu, bevor er fortfuhr. „Die Schüler von Hogwarts werden in vier Häuser eingeteilt – Ravenclaw, Hufflepuff, Slytherin und Gryffindor. Euer Haus wird wie eine Familie für euch sein. Doch auch wenn ihr nicht demselben Haus angehört, will ich, dass ihr euch gegenseitig mit Respekt behandelt und Freundschaften knüpft!“ Der kleine Lehrer hob mahnend einen Zeigefinger. Die Erstklässler warfen sich aufgeregte Blicke zu.
„Für gute Leistungen könnt ihr während des Schuljahrs Hauspunkte gewinnen. Wenn ihr Unsinn macht, werdet ihr sie jedoch wieder verlieren. Die Hauspunkte könnt ihr in den Stundengläsern dort drüben sehen!“ Er begleitete sie an das andere Ende der Halle, wo neben der großen Marmortreppe vier Nischen in die Mauer eingelassen waren. In jeder stand ein mächtiges Stundenglas, in der oberen Hälfte gefüllt mit glitzernden Steinen, im unteren Teil noch leer. „Am Ende des Schuljahres gewinnt das Haus mit den meisten Punkten den Hauspokal.“ James hatte Albus erzählt, dass Ravenclaw letztes Jahr den Hauspokal gewonnen hatte.
„Ich werde euch nun in die große Halle begleiten, wo die Einsortierungszeremonie stattfinden wird – ich würde mich sehr freuen, euch in meinem Haus, Ravenclaw, begrüßen zu können!“ Ravenclaw, dachte Albus noch einmal, die Streber. Nein, dort wollte er nicht hin.
Leise, aber doch aufgeregt flüsternd eilten die Erstklässler hinter dem kleinen Lehrer die Treppe hoch. Albus krempelte seine schwarze Robe hoch, damit niemand daraufstieg.
Schließlich blieben sie vor einer weiteren Flügeltür stehen. Albus und Roses Blicke glitten über die Inschrift, die am oberen Türrahmen in das Holz gekerbt war. „Draco Dormiens Nunquam Titillandus“, las Rose laut und ehrfürchtig vor. Für sie ergab der Satz eindeutig mehr Sinn als für Albus.
„Was heißt das?“, fragte er. Bevor seine Cousine antworten konnte, tauchte Scorpius wie aus dem Nichts neben ihnen auf. „Draco heißt Drache. Das weiß ich, weil mein Vater Draco heißt. Irre, nicht?“ Rose warf ihm einen etwas zerknautschten Blick zu. Sie war den ganzen Weg lang bemüht gewesen, Draco Malfoy’s seltsamen Sohn nicht mehr über den Weg zu laufen.
Albus war mit der Antwort nicht zufrieden. „Aber was heißt der ganze Rest?“ Scorpius zuckte mit den Achseln und betrachtete eingehend Rose’s feuerrroten Lockenschopf, der anscheinend weitaus interessanter war als der Spruch.
Rose erklärte es schließlich. „Draco Dormiens Nunquam Titillandus bedeutet Kitzle nie einen schlafenden Drachen. Das ist das Schulmotto von Hogwarts. Meine Mutter hat mich gezwungen, Eine Geschichte von Hogwarts zu lesen. Es war ätzend.“ Mit diesen Worten schwang die Flügeltür vor ihnen auf.

Vier langgezogene Tafeln nahmen den Großteil der Halle ein, unzählige Schüler wandten den Neuankömmlingen ihre Gesichter zu. In der Luft über den Tischen schwebten hunderte helle Kerzen, die den Saal und die leeren Silberteller auf den Tischen warm strahlen ließen. Mit offenem Mund blickte Albus zur Decke hoch, die zum Nachthimmel geöffnet zu sein schien.
Ehrfürchtig schritten sie geradeaus durch die große Halle, bis sie am anderen Ende der Tafeln ankamen.
Auf einer Erhöhung stand quer der Lehrertisch mit den Professoren, die hohe, spitze Zauberhüte in allen Formen und Farben trugen. Mit Freude entdeckte Albus Neville, der zwischen einem kleinen, dicken Mann und einer lächelnden, ihm ebenso unbekannten Frau mit kurzgeschorenem weißem Haar saß. Er zupfte Rose am Ärmel. „Schau mal, da ist Neville!“
Vor dem Lehrertisch stand ein hölzerner Hocker. Darauf lag ein alter, zerschlissener Hut. Er schien irgendwie besonders zu sein, so wie er da stand in der Mitte der Halle.
Mit einem Mal breitete sich ein erwartungsvolles Schweigen aus. Eine Naht des Hutes öffnete sich und die Stimme des Hutes erklang.

Ich bin kein alter Hut, oh nein,
Ich bin kein Kleidungsstück;
Vergammle nicht in einem Kasten,
Denn jedes Jahr komm ich zurück!
Ich saß auf tausend Schülern,
Ich kenne alle hier
Lasst mich in eure Köpfe,
Dass ich euch einsortier!

Vielleicht seid ihr ein Ravenclaw,
Ein Bronzeadler groß,
Der durch die blauen Lüfte schwebt
Und immer weiter hoch!
Rowena Ravenclaw als Gründer,
Sie liebten alle so!
Denn sie war weise! und so klug!
Sei stolz auf Ravenclaw!

Oder ihr seid Slytherin,
Der schlangensilbern blitzt!
Der sich pirscht durchs grüne Gras,
und schnell nach vorne flitzt!
Salazar der Große,
So viel bestaunten ihn,
Voll List! und voller Ambition!
Sei stolz auf Slytherin!

Vielleicht seid ihr auch Hufflepuff,
Der schwarze, schnelle Dachs,
Der auf gelbem Boden läuft,
Und niemals lässt er nach!
Helga Hufflepuff war die,
Die so viel geschafft!
So fleißig! und loyal!
Sei stolz auf Hufflepuff!

Oder ihr seid Gryffindor,
Ein Löwe, pures Gold,
Der über königliches Rot
Schreitet voller Stolz!
Godric Gryffindor hieß der,
Zu dem man blickt empor!
So mutig wie kein anderer!
Sei stolz auf Gryffindor!

Nun denn, seid frohen Mutes
Ich wünsche euch viel Glück!
Denn seit ihr erst mal einsortiert,
Gibt es kein Zurück!
Ob Ravenclaw, ob Hufflepuff,
Werde ich euch sagen,
Ob Slytherin, ob Gryffindor,
kommt nur, nicht verzagen!

Als er das Lied beendet hatte, brach tosender Beifall aus. Professor Flitwick stellte sich neben den Hocker und sobald es wieder etwas leiser war, holte er eine Pergamentrolle hervor und verlas den ersten Namen.

„Abbey, Laverna“ Ein kleines Mädchen löste sich zögernd aus der Reihe, setzte sich auf den wackeligen Hocker und stülpte sich den alten Hut über den Kopf. Kurz darauf rief der Hut „Ravenclaw!“ Das Mädchen ging mit zitternden Knien zu dem jubelnden Tisch der Ravenclaws.
„Acker, Marek“ wurde der erste Gryffindor und „Adams, Janus“ gesellte sich wieder zu den Ravenclaws.
„Balsleeve, Qual“ und „Banister, Sagittarius“ wurden nach Slytherin eingeteilt. „Branson, Drusus“, ein großer, bebrillter Junge wurde nach einigem Zögern des Hutes nach Gryffindor geschickt. Der Glückliche, dachte Albus. Wie würde bloß seine Familie reagieren, wenn er nicht nach Gryffindor käme? Am ehesten würde noch Ravenclaw infrage kommen. Aber in Albus schlug das Herz eines Löwen, da war er sich fast sicher.
Als „Dedrick, Saima“ nach Hufflepuff geschickt wurde, bemerkte Albus, das Rose neben ihm fast genauso nervös war wie er. Sie fummelte unruhig an ihren Ärmeln. Er verpasste, in welches Haus „Dixon, Lucy“ eingeteilt wurde, hörte aber auf, als Flitwick „Dursley, Pervell“ aufrief.
Das war doch unmöglich!
Albus kannte Pervell von den wenigen Treffen seines Vaters mit dessen Cousin Dudley Dursley, die ihm als äußerst unangenehm in Erinnerung geblieben waren. Er beobachtete Dudleys Sohn, der nach vorne watschelte und sich auf den Hocker fallen ließ.
Pervell war groß und dick. Sein feistes Gesicht wirkte verkniffen und voller Angst. Die rechteckige Brille, die auf seiner Nase saß, war voller Fettflecken und rutschte ein Stück hinunter. Albus war vom ersten Moment an klar, dass er nach Hufflepuff kommen würde – und tatsächlich bestätigte es sich kurz darauf.
Albus war noch immer geschockt von dem unerwarteten Wiedersehen, als „MacLeod, Benjamin“ aufgerufen wurde, den er von der Zugfahrt kannte. „Gryffindor!“, entschied der Hut und auch Benjamin ging stolz zu seinem neuen Tisch. Er würde also einer von Albus‘ Freunden werden, da sie schließlich im gleichen Haus sein würden, überlegte Albus. „Malfoy, Scorpius“ stolzierte auf den Hocker zu, fuhr sich aber fahrig durch das Haar, das ihm dann zu Berge stand. Er setzte den Hut auf und wurde, wie auch sein Vater und Großvater, nach Slytherin einsortiert.
Nachdem „Peak, Angela“ zu einer Hufflepuff wurde, wurde Albus zunehmend kribbelig. Bald würde er dran sein. Bald würde die große Halle zu flüstern beginnen. „Plaskett, Carina“ „Slytherin!“ „Plaskett, Corona“ „Slytherin!“
„Potter, Albus!“ Seinen Mut zusammenraffend, ging Albus nach vorne. Kurz bevor er den Hut aufsetze, blickte er irritiert auf die teilweise schon schwatzenden Schüler. Als ihm klar wurde, dass nicht er das Gesprächsthema war, zog er sich leicht frustriert den Hut über die Ohren.

Dann, der Schock seines Lebens.

Ein leises Pfeifen in seinen Ohren dämmte alle Geräusche, als Albus schockiert zum Slytherintisch wankte. Begeistert begrüßte ihn Scorpius, dessen Frisur noch immer schrecklich aussah. Wie betäubt setzte sich Albus hin, aber absichtlich nicht neben ihn. Er starrte ungläubig auf die Tischplatte.

Seine Laune stieg kaum, als „Weasley, Rose“ nach Gryffindor verfrachtet wurde und sich zu James gesellte. Beide lachten über irgendetwas.
Er wurde aus seinen düsteren Zukunftsvisionen gerissen, als „Yates, Barbara“ mit einem Jauchzen zum Hufflepuff-Tisch hüpfte. „Yoxall, Ruzger“, der einsam und alleine noch vor den Lehrern stand, wurde ein Gryffindor und endlich war die Zuteilungszeremonie vorbei.

Am Lehrertisch erhob sich der Schuldirektor, ein absolut gewöhnlich aussehender, älterer Mann mit leicht zerstrubbeltem grau-gelbem Haar und konfusem Blick. Während es in der Halle leiser wurde, hörte Albus das Seufzen seines Sitznachbarn: „Jetzt beginnt die wahre Folter.“
Der Direktor räusperte sich. „Liebe Schüler, ich möchte um Ruhe bitten. Es beginnt von Neuem ein neues Schuljahr. Ich begrüße unsere neuen Schüler. Ich hoffe, alle sind glücklich. Es gibt einige wichtige Sachen, die ihr wissen müsst. Mein Name ist Facundo Montgommery.“ Montgommery legte eine Pause ein, um seine Worte gewichtiger zu machen. Dann rückte er seinen ledernen Spitzhut zurecht und zupfte an seinem nicht mehr ganz frisch aussehenden Mantel.
„Ich bin schon seit glücklichen fünf Jahren hier der glückliche Direktor. Unser Vizedirektor hat schon seit längerer Zeit das Vergnügen, ich möchte euch Filius Flitwick vorstellen. Er kompensiert seine Körpergröße mit Talent.“ Der Direktor lächelte bescheiden. „Abgesehen vom Lehrerkorpus ist ein wichtiger Teil unserer Schule der schon alteingesessene geliebte Schuldiener, äh, Filch. Er steht dort drüben.“ Der Direktor winkte dem Hausmeister zu, der wütend zurückfunkelte. „Dann gibt es da natürlich auch noch die Krankenschwester Poppy Pomfrey. Hier in der Halle sind zumeist die Geister von Hogwarts unterwegs, ich muss zugeben, vor dem Blutigen Baron fürchte ich mich ein bisschen. Aber sonst bin ich eigentlich überglücklich, hier zu sein.“
Albus blickte sich verwirrt an seinem Tisch um.
„Ich habe Hunger!“, erklärte einer der anderen Erstklässler, Albus hatte den Namen vergessen.
„Ich möchte ihnen nun die Schulregeln vorlesen. In den letzten Jahren gab es tiefgreifende Veränderungen. Ich erhoffe mir nun volle Aufmerksamkeit.“ Er zog ein Pergamentstück aus seiner Manteltasche hervor.
„1. Ab neun Uhr ist es verboten, sich außerhalb der Gemeinschaftsräume oder Schlafsäle aufzuhalten, es sei denn, es liegt eine Bewilligung durch mich vor. Fragt mich einfach.
2. Der Verbotene Wald ist verboten, für alle, außer den Wildhüter und seinen Assistenten, das Lehrerkollegium und natürlich mich. Aber ich habe nicht vor, da jemals reinzugehen.
3. Das Essen während des Unterrichts ist selbstverständlich strikt verboten, es sei denn, eure Lehrer oder ich geben euch die ausdrückliche Erlaubnis dazu.
4. In der Bibliothek ist strengstes Schweigen angesagt, ach ja, wir haben auch eine Bibliothekarin, die sitzt hier zwischen den Lehrern irgendwo.“ Er wedelte mit der Hand in eine unbestimmte Richtung.
„5. Es ist untersagt, Kastanien, Tiere, und ähnliche wurfungeeignete Objekte nach Lehrern, Schülern und/oder mir zu werfen. Hierbei mache ich keine Ausnahmen!!
6. Erstklässler dürfen keine Besen besitzen und es ist ihnen ebenfalls nicht möglich, dem Quidditchteam beizutreten.
7. Es liegt eine Liste an verbotenen Gegenständen vor, die ihr nicht besitzen dürft. Ich möchte die Liste jetzt nicht vortragen, da mir lange Reden zuwider sind. Interessierte können sich bei Filch erkunden.
8. Das Zaubern in den Gängen ist den Schülern untersagt.
9. Das Tragen der Schuluniformen ist Pflicht. Jeder Verstoß macht mich nicht glücklich.
10. Hogsmeade darf nur ab der dritten Klasse mit Bestätigung der Eltern oder Erziehungsberechtigten besucht werden. Auch hier gibt es strikte Ausgangszeiten.“

Er räusperte sich erneut. „Nun, das waren die wichtigsten Punkte. Nun möchte ich noch ein Wort zu den Eulen verlieren. Ich wünsche mir respektvollen Umgang mit den Eulen. Außerdem erwarte ich Reinlichkeit. Bei Eulen und Schülern.“ Er beäugte den Saal misstrauisch. Albus sah, wie Scorpius gegenüber die Augen verdrehte und so tat, als ob er vom Avada Kedavra-Fluch getroffen worden wäre. Das besserte seine Laune ein wenig.
„Außerdem gibt es hier Treppen. Diese Treppen sind sehr gefährliche Treppen, da sie gerne Richtung wechseln und euch reinlegen wollen. Außerdem gibt es Trickstufen, in denen ihr stecken bleiben könnt, wie es mir auch einmal passiert ist.“ Er runzelte die Stirn. „Flitwick hat sein Talent bewiesen und mich befreit. Außerdem müsst ihr Acht geben vor den Türen, die keine Türen sind und denen, die sich nicht öffnen. Manchmal muss man sie kitzeln, damit sie aufgehen, manchmal beißen sie dann. Und wo wir jetzt schon mal beim Beißen sind – wir haben auch Hauselfen. Die sind für die Küche zuständig. Dort dürft ihr auch nicht hinein. Die Hauselfen sind sehr nett. Ihr werdet sie aber kaum zu sehen bekommen. Auch heute haben sie für uns gekocht. Ich möchte euch bitten, beim Essen auf die Silberteller Acht zu geben. Damit: Mahlzeit.“
Er lächelte selig, mit sich und der Welt im Reinen.

Die Platten vor den Schülern füllten sich mit den köstlichsten Speisen, die Albus je gesehen hatte. Direkt vor ihm erschien ein herrlich duftendes Steak, dem er nicht widerstehen konnte. Neben ihm türmten sich die Slytherins Bratkartoffeln, Würstchen, gefüllte Auberginen, Sheperd's Pie und Pfannkuchen auf die Teller. Anfangs war Albus wegen James‘ Geschichten noch etwas misstrauisch, aber als er den ersten Bissen getan hatte, stellte er fest, dass es überhaupt nicht so grauenhaft schmeckte, wie sein Bruder behauptet hatte. Der Kürbissaft war einfach unschlagbar.
Nicht einmal der Gedanke, ein Slytherin zu sein, beschäftigte ihn mehr. So tischte er sich vergnügt zum zweiten Mal auf, als ihn jemand anstieß.
Er hob den Kopf. Ein großes, schwarzhaariges Slytherinmädchen neben ihm deutete auf den Lehrertisch. „Schau mal, ich glaube Slughorn dort winkt dir zu!“ Tatsächlich saß ein quietschvergnügter Professor Horace Slughorn in der Nähe des Direktors und schwang seinen Arm durch die Luft.
Albus prostete verlegen in seine Richtung und wandte sich schnell wieder seinem Essen zu.
Der Nachtisch war aufgetaucht und die Teller quollen förmlich über von Pudding, Cremeschnitten und Kuchenstücken.
Albus' Blick wanderte durch die Halle und blieb an Rose und James hängen, die zufrieden schwatzten und sich hin und wieder einen Muffin in den Mund schoben. James blickte auf und lächelte Albus schelmisch zu. Er hob beide Daumen. Sein Blick schien zu sagen: Ich habe es dir doch gesagt.
Albus machte eine rüde Geste in die Richtung seines Bruders, musste aber unwillkürlich grinsen.
„Hey, reichst du mir mal das Schokoladenmousse?“ fragte der Junge links von ihm. Albus nickte und reckte nach rechts, wo eine große Schüssel mit dem süßen Zeug stand. Er manövrierte sie über den Tisch. „Wie heißt du?“, fragte er neugierig.
„Qual Balsleeve. Und du?“ „Was für ein seltsamer Name. Ich bin Al.“ Etwas beleidigt fragte der Junge: „Und, hast du auch einen Nachnamen?“ „Nein“, sagte Albus. „Ich bin aus dem Ausland und mein Nachname ist unaussprechlich.“ „Echt?“ Qual wirkte beeindruckt. „Sag doch mal. Ist er französisch?“ „Es ist eine Mischung aus Französisch und Mandarin.“ Auf der anderen Seite des Tisches prustete Scorpius in seinen Becher. Albus war nicht sicher, ob seine Behauptung der Grund war.
Er wusste, dass seine Lüge kurze Beine hatte. Spätestens im Unterricht würde jeder wissen, dass er ein Potter war.
„Ich kann es nicht sagen. Ich kann ihn selbst nicht aussprechen, da ich in England geboren wurde“, behauptete Albus kühn. Qual zuckte mit den Achseln. „Ich freu mich schon auf Zaubertränke.“ „Mein Dad kennt Slughorn, das ist der Lehrer in diesem Fach. Es heißt, die besten Schüler lädt er zu Partys ein.“ Qual nickte. „Ich habe gehört, dass wir eine gute Lehrerin in Verteidigung gegen die Dunklen Künste kriegen.“

Nach dem Essen erhob sich Direktor Montgommery von seinem Platz. Er klatschte in die Hände und die Halle wurde widerwillig ruhiger. „Gut, nun möchte ich die Vertrauensschüler bitten, die anderen Schüler zu den Schlafsälen zu geleiten.“ Er setzte sich schwerfällig wieder.
Sein Gesichtsausdruck ließ vermuten, dass er einige Cremeschnitten zu viel verputzt hatte.
Stühle wurden zurückgeschoben. Albus folgte Qual, der in Richtung Ausgang ging. Die Slytherins tummelten sich um einen hochgewachsenen Jungen, der die Erstklässler zu sich winkte. „Mir nach!“ Dem Vertrauensschüler hinterher wanderten sie durch Gänge, die immer tiefer ins Schloss hinein führten. Die Wege wurden immer verwinkelter und dunkler, Albus fragte sich, ob er jemals wieder aus dem Schloss finden würde. Plötzlich schwebte ein Geist durch die Wand, durchsichtig und mit silbernen Blutflecken auf einer veralteten Robe. Der Vertrauensschüler grüßte: „Guten Abend, Blutiger Baron!“
„Guten Abend“, grüßte er zurück. Die schweren Ketten an seinen Gelenken klirrten und Albus lief ein Schauer über den Rücken. Die hohlen Augen des Gespenstes fixierten die Schüler. „Passt auf, junge Slytherins, seit achtsam, heuer werden merkwürdige Dinge passieren.“ Damit entschwebte er durch die Decke.
Es fröstelte Albus ein wenig und er war sich nicht sicher, ob es an den Kerkern lag.
Vor einer Steinmauer blieben sie alle stehen.
Der Vertrauensschüler räusperte sich und sprach mit klarer Stimme: „Felix Felicis.“ Die Wand begann sich wie von Zauberhand zu bewegen und öffnete sich einen kleinen Spalt breit. Dann blieb sie stehen.
Der Anführer ihrer Truppe fluchte leise und trat gegen die Wand. Sie bewegte sich kein Stück weiter auf, sie schien sich eher noch ein wenig zu schließen. „Felix Felicis!“, wiederholte der Schüler etwas lauter und deutlich genervter. Die Wand zuckte. „Sicilef Xilef!“, versuchte er es nun rückwärts, was aber auch nichts brachte.
„Ok, hört mal alle her!“ Er drehte sich um zu den Schülern. „Die Wand klemmt manchmal ein bisschen, deshalb schreien wir jetzt alle zusammen das Passwort, es ist Felix Felicis. Auf mein Kommando!“
Er zählte bis drei und auch Albus brüllte mit dem Rest der Slytherins das Passwort. Die Tür schwang mit einem Mal auf und krachte lautstark gegen die rote Wand des Ganges dahinter.
Die Schüler kicherten vergnügt und traten erwartungsvoll in den Gemeinschaftsraum, der hinter dem roten Tunnel grünlich schimmerte.
Die Mauern des großen Raums wurden von bunt bestickten Wandbehängen verdeckt, gepolsterte Sessel und kleine Tische standen in allen Winkeln. Die Kugellampen, die von den Decken hingen, verstreuten ein warmes Licht. Hinter dem riesigen Fenster, das eine ganze Wand einnahm, schimmerte eine grüne Unterwasserlandschaft. Staunend trat Albus näher und hörte nur mit halben Ohr hin, als der Vertrauensschüler, der sie hergebracht hatte, zu sprechen begann.

„Nochmals willkommen bei Slytherin. Dies ist unser Gemeinschaftsraum, er wird gerne zum Lesen, Lernen und Labern verwendet. Dort drüben seht ihr das Graue Brett, an dem wir Neuigkeiten anschlagen. Hinter dem Fenster könnt ihr manchmal den Riesenkraken oder die Wassermenschen und -tiere beobachten. Das Glas ist verzaubert, also braucht ihr keine Angst zu haben, dass es bricht. Dort an den beiden Enden des Fensters sind die Türen für die Schlafsäle, Mädchen rechts und Jungs links. Wenn ihr jetzt hineingeht, werdet ihr euer Gepäck bereits neben eurem Bett finden. Zusätzlich wird eine Krawatte in den Hausfarben auf dem Bett liegen. Und damit wünsche ich euch eine gute Nacht.“

Im Schlafsaal ließ sich Albus auf das Bett fallen. Er bemerkte erst jetzt, wie müde er wirklich war. Eigentlich hatte er noch einen Brief an seine Eltern schreiben wollen, aber er schaffte es nicht, sich jetzt dazu aufzuraffen. Er hatte doch noch ein wenig Angst davor, wie sie reagieren wüden.
Die Betten neben ihm wurden von Scorpius und Sagittarius belegt, auf der anderen Seite lagen Qual und zwei Jungen namens Andrew und Michael.

Da auch sie zu müde für ein Gespräch schienen, zog Albus die grünen Samtvorhänge um sein Bett zu und schloss die Augen.
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