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Durch dick und dünn

GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12 / Gen
Annabeth Chase OC (Own Character) Percy Jackson
08.05.2019
07.04.2021
20
37.230
5
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07.04.2021 2.312
 
Hii! Also eigentlich wollte ich jetzt versuchen, öfter und regelmäßiger hochzuladen. Man sieht ja, wie´s geklappt hat... Eher weniger... Es tut mir echt leid. irgendwie kommt gerade immer was dazwischen... Z.B hat am Wochenende plötzlich mein Computer angefangen zu spinnen. Jetzt geht´s zum Glück wieder einigermaßen. Ich probier´s weiter. Wir werden sehen.
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Tamina

Die Info, dass Maggy und Jenny alles einigermaßen gut überstanden hatten, hob meine miese Stimmung ein wenig. Und mit Lizz’ Entschuldigung hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Trotzdem blieb dieses Loch in meinen Gedanken, das die guten Tatsachen einfach verschluckte und nur Platz für mein schlechtes Gewissen und meine Sorge ließ. Wenn ich nicht gewesen wäre, wäre Jake nicht in die Hütte gekommen und er läge in diesem Moment nicht in einem Krankenbett wie meines, voller Schläuche und mit einem Haufen Apollokindern um ihn rum. Keiner wusste genau, wie es um ihn stand, und was mit ihm los war! Laut seinen Werten hätte er, das hatte ich noch aus Luna herausbekommen, schon längst aufwachen sollen. Sie konnten im Moment nichts tun, außer abzuwarten. Und genau das war es, was mich verrückt machte.
Das Abendessen schmeckte fad und nach drei Bissen legte ich die Gabel weg. Ich starrte auf den Stuhl, auf dem Jake einen Tag zuvor gesessen hatte und mich angelächelt hatte. Seinen komischen Besuch gemeinsam mit seinem Bruder hatte ich schon fast wieder vergessen. Offensichtlich hatte er mir auch verziehen, dass ich doch die Nacht in meiner Hütte verbracht und nicht auf ihn gehört hatte.
„Er wollte mich wirklich retten“, murmelte ich und konnte nicht verhindern, dass sich meine Mundwinkel anhoben. Ein warmes Gefühl breitete sich dabei in mir aus und schob meine Sorgen wenigstens ein kleines Stück zur Seite.
Auch als zehn Minuten später Percy und Annabeth in der Tür standen, lächelte ich weiter, zwar in meinem Inneren, aber man konnte es wohl trotzdem sehen. Percy zog zumindest verwundert die Augenbrauen zusammen, ließ es aber sonst unkommentiert.
Ich zuckte zusammen, als sich Zoë zwischen ihnen hindurchquetschte und sich neben mich aufs Bett fallen ließ.
„Hey“, begrüßte sie mich mit einem zaghaften Grinsen und tätschelte meinen -  immer noch leicht blauen - Arm.
„Wie geht es dir?“, fragte Percy und ich konnte sehen, wie Annabeth ein Stückchen zusammen sackte, als er seinen Arm von ihrer Taille nahm. Sie sah überhaupt nicht gut aus. Irgendwas schien sie sehr mitgenommen zu haben. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass ihr Zustand nur der Brand in unserer Hütte zu verschulden hatte. Ich wusste, wie stark sie war, so etwas warf sie nicht einfach aus der Bahn, immerhin hatte sie schon ganz andere Sachen mitmachen müssen. Es musste noch etwas anderes geschehen sein, etwas von dem ich noch nichts wusste.
Mein Bruder blickte mich fragend an und ich räusperte mich. Ich hatte völlig vergessen, ihm zu antworten.
„Geht so“, meinte ich lustlos und er nickte mitfühlend.
„Keiner kann sich das so richtig erklären“, murmelte er mit hängenden Schultern und legte seinen Arm wieder um Annabeth, „Aber wir müssen davon ausgehen, dass sie jemand angezündet hat.“
Ich schluckte schwer. Die Vorstellung war einfach grausam.
„Ein Camper?“, wollte ich zögerlich wissen.
„Wahrscheinlich“, meldete sich Annabeth zu Wort, „Wir wissen es nicht, aber wir müssen vom Schlimmsten ausgehen.“
Ihre Antwort machte mir Angst. Wer hasste uns denn so sehr, um zu so etwas in der Lage zu sein? Mein kleiner Anflug von Freude war gänzlich verschwunden.
„Ist alles verbrannt?“, presste ich mit zitternder Stimme hervor, „Alle unsere Sachen? Ist gar nichts übrig geblieben?“ Meine Unterlippe zitterte und ich krallte mich fest in der Bettdecke fest, um zu verhindern, dass die Tränen meine Augen verließen.
„Fast alles“, kam es sanft von Percy, „Die wenigen übriggebliebenen Sachen haben wir schon ins Haupthaus gebracht. Da werdet ihr erstmal wohnen, bis wir eine neue Lösung gefunden haben.“  Ich sah auch in seinen Augen die Trauer. Er hatte mehr Sommer in der Hütte verbracht als wir übrigen. Für uns alle war sie wie ein zweites Zuhause gewesen. Jenny lebte sogar seit einiger Zeit das ganze Jahr über im Camp und wir verbanden alle schöne Erinnerungen mit diesem Ort. Dass an ihrer Stelle nun nur noch ein Haufen verkohlte Balken und Asche lag war kaum vorstellbar.
„Wir werden doch eine Neue bauen, oder?“, fragte ich.
„Klar.“
„Aber es wird nicht das gleiche sein.“
„Nein, nie wieder“, stimmte Percy mir zu, „Ruht ihr drei euch erstmal aus, dann sehen wir weiter.“
Ich wischte mir hastig über die Augen und blickte traurig zu ihm auf. Er brachte ein schiefes Grinsen zustande, aber es sah nicht sehr überzeugend aus.
„Gute Nacht.“

Der nächste Tag begann nicht besser, als der Vorherige aufgehört hatte. An Jakes Zustand hatte sich nichts verändert, ganz zur Verwunderung aller Beteiligter. Es war unerklärlich. Da ich mich in der Nacht nicht übergeben musste und ich auch sonst einigermaßen stabil war, erlaubte mir Luna einen vorsichtigen Gehversuch. Ich wollte unbedingt zu meinen Schwestern und vor allem wollte ich nach Jake sehen. Mein schlechtes Gewissen war noch nicht geschrumpft.
Das Aufstehen war die reinste Qual. Der Raum begann sich um mich herum zu drehen und ich musste den Drang unterdrücken, mich sofort wieder aufs Bett sinken zu lassen. Ich biss die Zähne zusammen und mit der Apollotochter an meiner Seite schaffte ich die ersten Schritte. Plötzlich kehrten auch die stechenden Schmerzen in meinen Arm zurück, über deren Fehlen ich mich schon gewundert hatte, und meine Kräfte verließen mich immer weiter.
Luna öffnete die Tür und schob mich sanft vorwärts.
„Komm. Noch ein paar Meter. Du bist stärker als du denkst. Glaub mir.“ Ihre Worte brachten mich zum Lächeln. So etwas hatte ich schon seit sehr langer Zeit von niemandem mehr gehört. Eigentlich war ich immer die Tochter eines mächtigen Gottes, die es weder zustande brachte, ein Schwert zu schwingen, noch das Wasser zu kontrollieren. Als stark hatte mich noch nie jemand bezeichnet.
Ich atmete tief durch und ignorierte meine Schmerzen so gut es eben ging. Ich setze langsam einen Fuß vor den anderen.
Das Zimmer, das wir betraten, ähnelte meinem. Ein Bett, ein Stuhl, ein paar Geräte. Allerdings saß auf dem Stuhl jemand. Und zwar Maggys Schwester Grace. Sie hielt Maggys Hand und sah so aus, als hätte sie in der letzten Nacht nicht viel geschlafen.
Aus der gegenüberliegenden Tür kam Jenny herein. Sie sah genauso aus, wie ich mich fühlte. Müde und schwach. So hatte ich sie noch nie gesehen. Sie war sonst immer sehr frech und nervte uns gerne mal mit ihrer scheinbar nie endenden Energie. Grace erhob sich hastig und bot mir ihren Stuhl an, auf den ich mich dankbar niederließ. Jenny setzte sich auf die Bettkante und Grace verließ nach einer kurzen Verabschiedung das Zimmer.
„Schöne Scheiße!“, begann Jenny als wir unter uns waren. Obwohl die Situation wirklich nicht zum Lachen war, schauten wir uns an und prusteten los. Es tat so gut! Ich vergaß für einen kurzen Augenblick alle meine Probleme und spürte wie Freude meinen Körper durchströmte.

Doch das war, wie auch beim letzten Mal, nur von kurzer Dauer. Gleich darauf standen die Fragen im Raum, für die wir alle keine Antwort wussten.
„Wer ist zu so etwas fähig?“, fragte Maggy, „Habt ihr kein Verdacht?“
Ich schüttelte den Kopf. Mir fiel beim besten Willen niemand ein.
„Was ist mit Lizz? Wer Pfeile auf Unschuldige schießt, kann auch Unschuldige in Brand setzen.“ Doch auch das konnte ich mir nicht vorstellen.
„Sie hat sich schon bei mir entschuldigt. Es war ein Unfall.“
„Du bist einfach zu gutgläubig. Sie war doch die erste, die vor Ort war. Was hat sie nachts so weit weg von ihrer Hütte gemacht?“
„Vielleicht konnte sie einfach nicht schlafen.“
„Und warum hat sie die Täter dann nicht gesehen?“
Die Fragerei ging mir allmählich auf die Nerven.
„Was weiß ich! Ich denke eben nicht automatisch schlecht von allen Menschen!“, fuhr ich Maggy an. Sie schien überrascht.
„Was meinst du damit? Das stimmt überhaupt nicht.“
„Sie nimmt dir immer noch übel, was du über Jake gesagt hast“, mischte sich Jenny nun ins Gespräch ein.
„Ja, das tue ich allerdings! Er hat nichts falsch gemacht!“
„Ganz im Gegenteil“, neckte Jenny.
„Eben. Er wollte mich retten!“ Jenny wackelte mit den Augenbrauen.
„Und was ist mit seinem Bruder?“, wollte Maggy wissen. „Nichts! Vielleicht ist er nicht besonders gesprächig und ein bisschen unheimlich, aber das ist Jake nicht!“
„Du musst es ja wissen. Du kennst ihn ja schon so lange.“
Was wollte sie eigentlich? Was hatte sie gegen ihn? Konnte sie mir nicht einfach ein bisschen Glück gönnen? Ich hatte wirklich genug Sorgen! Zumindest meine Schwestern hätten doch zu mir halten können!
„Seit er da ist, passieren lauter schlimme Sachen! Erst schießt das komische Nemesismädchen dich an und jetzt das hier? Was kommt denn als nächstes?“
Am liebsten hätte ich sie angeschrien, aber das traute ich mich dann doch nicht.
„Das hat doch beides nichts mit ihm zu tun“, meinte ich vorsichtig.
„Aber es ist schon merk-“
„Lass gut sein“, ging Jenny dazwischen, „Es reicht jetzt echt.“
Maggy verschränkte beleidigt die Arme vor der Brust.
„Wie geht es ihm denn?“, fragte sie nach einer Zeit etwas versöhnlicher gestimmt.
„Schlecht. Danke der Nachfrage“, entgegnete ich patzig und war dabei selbst von mir überrascht. Einen kühlen Kopf zu bewahren fiel mir angesichts der Umstände immer schwerer, „Er ist immer noch nicht aufgewacht.“
Auf Maggys Stirn bildete sich eine Falte und Jenny griff mit ernstem Gesichtsausdruck nach meinem Arm.
„Warst du schon bei ihm?“
Ich verneinte ihre Frage und fasste mir mit der freien Hand an die Schläfe. Die Schmerzen in meinem Kopf waren wieder schlimmer geworden und ich schloss kurz die Augen.
„Geht´s?“
Ich nickte tapfer. „Ist okay.“

Es dauerte noch einen und einen halben Tag, bis ich Jake zum ersten Mal besuchen durfte. Nach dem Gespräch mit meinen Schwestern ging es mir wieder schlechter und Luna ließ nicht mehr zu, dass ich mein Bett verließ.
„Du musst dich noch ausruhen, sonst wird das schwere Folgen haben.“
Ich hatte sie verzweifelt angebettelt, aber davon wollte sie nichts hören. Deswegen hatte ich genug Zeit, mir die schlimmsten Bilder im Kopf auszumalen und mich weiter in meine Angst hineinzusteigern. Es kam mir wie eine Ewigkeit vor, aber als ich dann vor der Zimmertür stand, natürlich wieder mit Luna als menschlichen Krückenersatz, war mein Kopf wie leer gefegt.
Bevor ich auch nur einen Blick auf Jake werfen konnte, spürte ich den eisigen Blick seines Bruders auf mir liegen. Luke saß in einer Ecke und ließ mich auch nicht aus den Augen, als ich ein paar Schritte in den Raum hinein machte und an Jakes Bett trat. Sein Gesicht war noch blasser als sonst und seine Haaresträhnen klebten ihm an der Stirn. Ein dünner Streifen Asche war noch auf seiner Wange zu sehen, offensichtlich hatte sich noch keiner die Mühe gemacht, ihn wegzuwischen. Ich hob langsam meine Hand, aber da schob Luke geräuschvoll seinen Stuhl zurück und streifte beim Vorbeigehen meine Schulter.
„Es ist offensichtlich, dass er ohne dich besser dran wäre, nicht wahr?“, zischte er in mein Ohr. Mir lief ein kalter Schauer über den Rücken und ungewollt drehte ich mich in seine Richtung. Ein Lächeln, indem nicht ein Hauch von Freundlichkeit zu entdecken war, umspielte sein schmalen Lippen. Seine Haltung war selbstsicher. Er wusste, wie leicht er mich einschüchtern konnte, auch wenn ich mit aller Kraft versuchte, genau das zu verhindern. Er drehte sich ruckartig um und war verschwunden.
Als ich mich wieder zum Bett umdrehte war meine Stimmung noch gedrückter als ein paar Sekunden zuvor. Die Last, die ich seit ein paar Tagen mit mir herumschleppte, war noch ein Stück schwerer geworden, auch wenn ich Lukes Abneigung mir gegenüber nicht so wirklich verstehen konnte. Gab es denn überhaupt noch eine Sache in meinem Leben, die nicht schwierig und kompliziert war?
Auch in den folgenden Tagen wurde es nicht besser. Schlechter wurde es zum Glück allerdings auch nicht. Ich verbrachte jede freie Minute bei Jake, zumindest wenn sein Bruder nicht bei ihm war. Ihm ging ich so gut wie möglich aus dem Weg.
Ich wusste nicht, wie ich eine weitere Bemerkung von ihm verkraftet hätte. Seine Worte gingen mir immer noch nicht aus dem Kopf. Ich wusste nicht, was ich davon halten sollte und hatte auch keinen, mit dem ich darüber reden wollte. Ich hatte keinen blassen Schimmer, warum er mich so sehr hasste, und hätte Jake das und noch ein paar andere Sachen zu gerne gefragt.
Im Gegensatz zu mir schien er sich aber nicht so sehr zu sorgen. Jedes Mal wenn ich ihn sah, saß er auf dem Stuhl in der Ecke, der mindestens einen Meter vom Bett entfernt stand und starrte vor sich hin. Seinen Bruder sah er dabei nur sehr selten an.
Jedes Mal, wenn ich einem Apollokind begegnete erntete ich nur mitleidige Blicke. Sein Zustand war für alle immer noch ein Rätsel. Keiner konnte mehr sagen, wann er aufwachen würde. Es war total unlogisch, schließlich hatten Jenny, Maggy und ich viel längere Zeit zwischen Rauch und Feuer verbracht, und noch dazu war sein Vater doch der Gott der Toten. Er hatte die Macht über Leben und Tod.
Wie sich Jake wohl während der Stunden, in denen ich bewusstlos gewesen war, gefühlt hatte? Ob er sich auch so gesorgt hatte? Als ich aufgewacht war, hatte er meine Hand gehalten. Nur für ein paar Sekunden, aber das war ja auch nicht nichts gewesen? Irgendwie kam ich mir bei solchen Überlegungen selbst fremd vor. Ich machte mir Gedanken über einen Jungen, den ich erst seit ein paar Tagen kannte und über den ich - und in dem Punkt hatte Maggy leider Recht - fast nichts wusste, obwohl es mir nicht so vorkam. Das war so gar nicht die stille, ungeschickte und fast unsichtbare Tamina, die ich sonst war. Aber trotzdem fühlte es sich verdammt gut an.

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Und ich wollte mich noch ganz ganz dolle für die lieben Reviews von JoK24 und Monti bedanken. Habe mich total darüber gefreut. Vielen Dank <3
Liebe Grüße <3
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