Eine Zeitreise die sich gewaschen hat

GeschichteAbenteuer, Fantasy / P16 Slash
Adéwalé Ah Tabai Anne Bonny Edward Kenway Woodes Rogers
08.05.2019
15.06.2019
48
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Kapitel 43

Und schon wieder ich! :-)

Ich weiß ich nerve ... aber hier noch mehr Nachschub! :-D

LG Chaoshexe

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Die nächsten Tage verbrachte ich damit, Edward wieder auf die Beine zu bringen und mich selber auch wieder einigermaßen präsentabel zu machen. Aber erwähnte ich schon, dass kranke Männer ziemlich maulig werden können? "Verdammt, der Verband kratzt!" ... "Das Fleisch ist viel zu zäh...!" ... "Passt doch auf, wie ihr das Rasiermesser haltet!" ... sei froh, dass deine Kehle noch ganz ist...

Der Käptn bestand darauf, dass ich nicht im Unterdeck bei der Crew untergebracht war, sondern in seiner Kajüte. Denn es könnte ja sein, dass des Nachts etwas nicht stimmte. Also wurde die Hängematte auf der rechten Seite angebracht und ich bekam so einen recht bequemen Schlafplatz. Oft saß ich lange bei Edward am Bett und wir unterhielten uns über Gott und die Welt. Seine Fragen über meine Zeit hielten sich in Grenzen, aber hier und da war er doch neugierig.

Frauen die wählen durften, die selber entscheiden konnten, ob sie arbeiten oder nicht und vor allem, Frauen müssen keine Kinder bekommen. Ein Unding zu dieser Zeit. Trotzdem fand der Käptn es faszinierend und sog alles auf, wie ein Schwamm.

Umgekehrt war ich aber auch so wissbegierig. Und er erzählte von seiner Zeit auf der Schaffarm seines Vaters und von seinen Eltern allgemein. Auch berichtete er von dem Moment, als er zum aller ersten Mal Bekanntschaft mit den Templern gemacht hatte, aber zu dem Zeitpunkt keine Ahnung hatte, mit wem er es zu tun hatte.

Und natürlich kam auch die Sprache auf Caroline... Mir persönlich war dieses Thema mehr als unangenehm. Aber Edward erzählte, wie er sie kennengelernt hatte und sie erobert hatte. Seine Geschichte war so lebhaft, dass ich mich nicht mehr ganz so unwohl dabei fühlte. Und man merkte, Kenway war realistisch und wusste tief in sich, dass er sie nie wieder sehen würde. Das versetzte mir einen Stich, denn es würde ja genau so sein.

Am morgen des 5. Tages schoss er aus dem Bett hoch wie ein Steh-auf-Männchen und ich schrak hoch, weil ich dachte, er würde gleich Tod umfallen. Stattdessen grinste er mich an und verkündete: "Alex, es geht mir hervorragend. Die Wunden sind noch nicht ganz verheilt, aber geschlossen. Seht nur!" Ähäm... er hob sein Hemd und mehr trug er auch nicht ... und deutete auf die Narbe am Oberschenkel und an der rechten Seite seines Oberkörpers... ich räusperte mich respektvoll: "Das... ähm... freut mich, Edward. aber würdet ihr... also, könntet ihr... ich ...!" Ich stotterte wieder einmal wie ein Idiot.

Edward wurde feuerrot im Gesicht und ließ den Hemdsaum los und zog ihn hinunter. Erst jetzt wurde ihm selber klar, was er da gerade gemacht hatte.

Ich drehte mich mit ebenfalls hochrotem Kopf um und tat so, als würde mein Schlafplatz eine wichtige Entdeckung beinhalten. Versteht mich nicht falsch, ich bin nicht schüchtern, in diesem Falle fühlte ich mich aber wieder wie ein unerfahrener Teenie.

Nach dieser Kundgebung kleidete Edward sich vollständig alleine an und ich war ehrlich gesagt froh, dass er wieder auf den Beinen war und so voller Tatendrang. Auch seine Laune schien sich schlagartig in Euphorie gewandelt zu haben.

Obwohl ich das verstehen konnte, ein Mensch der so freiheitsliebend war wie er, der musste ja schon fast das Gefühl haben zu ersticken, wenn er so ans Bett gefesselt ist.

Also stiefelten wir beide aus der Kajüte an Deck. Draußen erwartete uns ... das übliche anzügliche Gejohle und dieses mal auch Freudenrufe für die Genesung des Käptns. Edward badete förmlich darin und genoss es. Nun... meine Aufgabe war ja jetzt erledigt, was kam nun?

Schlagartig verfinsterte sich mein Gemüt und ich zog mich zum Bug zurück, dort war ich erst einmal alleine. Edward musste wieder klar Schiff machen und alle wieder auf Kurs bringen, das konnte dauern. Bis dahin war ich ungestört, denn immer mehr wurde mir bewusst, dass ich nicht ewig hier bleiben konnte. Irgendwann musste ich in meine Zeit zurück. Aber je länger ich hier war, umso schwerer fiel es mir.

Alleine der Gedanke daran ließ mich verzweifeln.

Plötzlich klopfte mir jemand schüchtern auf die Schultern. Es war der Zimmermann. "Mrs. Frederickson, ihr seht aus, als würdet ihr gleich von Bord springen wollen. Tut das lieber nicht, hier gibt es Haie und weiss Gott noch alles für böses Getier im Meer. Geht es euch noch nicht wieder gut?" Ein fürsorglicher und mitfühlender Pirat, wer hätte das gedacht. Vorurteile und Piratenklischee... mittlerweile sollte ich das doch wohl abgelegt haben!

"Peet, ihr habt mich erschreckt. Nein nein, mir geht es gut und ich habe nicht vor mich ins Meer zu stürzen. Ich vermisse nur mein zuhause manchmal. Vermisst ihr eure Heimat nicht auch ab und zu mal?"

Er lächelte mich verlegen an und sah sich um: "Naja, wenn ich ehrlich bin, schon. Aber ich bin auch froh, von meiner zickigen Alten weg zu sein. Dort war es ja nicht auszuhalten. Aber ich vermisse das flache Land und diese angenehme Kühle. Hier isses ja immer heiß und so feucht!"

Ich musste lachen: "Also Peet, so redet man von seiner Angetrauten aber nicht!" erwiderte ich zwinkernd "Aber ich kann euch gut verstehen, das Klima hier ist wirklich gewöhnungsbedürftig."

Wir unterhielten uns noch eine Weile und ich erfuhr, dass er drei Kinder hatte. Alles Jungs und alle sahen aus wie seine Frau und hatten auch nur Namen aus der Familie seiner Frau bekommen. Da konnte ich seine Flucht zu den Piraten sehr gut verstehen ...
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