I don´t believe you

von MrsLumi
OneshotDrama, Schmerz/Trost / P18 Slash
Emma Ludbrook Jared Leto
06.05.2019
06.05.2019
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Ich sitze im Taxi zum Flughafen und während die Landschaft draussen an den Fenstern vorbei rauscht, versuche ich zu verarbeiten und zu begreifen, was gerade passiert ist.
Im Radio des typischen schwarzen Taxi dudelt irgendwelcher Pop vor sich hin und ich kann den Blick des Fahrers immer wieder auf mir fühlen, auch wenn dieser schnell wieder nach vorne blickt, wenn er merkt, dass ich aufblicke.
Am Liebsten möchte ich ihn anfauchen „Mach ein Bild, da haste dann länger was von“, doch neben meiner Erziehung verbietet mir auch der Anstand, hier eine Szene zu machen. Das würde sich dann sicher morgen in der Presse besonders gut lesen.
„Rockstar und Schauspieler flippt in Taxi aus“ oder so.
Die Presse würde es lieben.
Meine Agentin und Emma würden mich wahrscheinlich gleich zusammen in der Luft zerpflücken und dann würde Emma sich dran machen, das Häufchen Elend, was ich wahrscheinlich jetzt schon bin, wieder zusammen zu puzzeln. Auch wenn das sinnlos ist, denn das, was gerade in mir zerbrochen ist, wird sich nicht wieder flicken lassen.
Oder vielleicht doch.
Die Zeit heilt doch alle Wunden, oder sowas sagt man immer.
Wird es auch dieses Mal zutreffen?
Meine Gedanken fahren Achterbahn und ich bin froh, wenn ich am Flughafen ankomme, in der VIP Lounge verschwinden kann und bis zum Abflug hoffentlich niemanden mehr sehen muss.
Wenigstens konnte Emma für einen Haufen Geld meinen Flug umbuchen.
Sie ahnt sicher schon, dass ich nicht ohne Grund so schnell wie möglich um die halbe Welt nach Hause fliegen will.
Die Forderung meinerseits, dass es erste Klasse sein soll und wenn es geht in einer dieser Kabinen, wo man wenigstens ein bisschen seine Ruhe hat, werden ihr sicher den Rest erklärt haben, aber es ist mir gerade vollkommen egal, wie groß der Schaden auf meinem Konto am Ende ist.
Ich will weg aus diesem verdammten, nassen und regnerischen Land, das heute, wie zum Hohn, mal nicht im Regen absäuft, sondern die Sonne vom blauen, wolkenlosen Himmel scheint. Na wenigstens ist die Sonnenbrille so nicht vollkommen fehl am Platz.
Obwohl das auch egal wäre, denn es geht niemanden etwas an, wie es hinter den dunklen Gläsern aussieht.

Wortlos drücke ich dem Fahrer viel zu viel Geld in die Hand, reisse meinen Koffer aus dem Kofferraum und verschwinde in das Gebäude. von dem mich nachher der Blechvogel nach Hause bringen wird.
Ich sollte vielleicht Emma texten, dass ich abgeholt werden will und dass meine Haushälterin bitte das Bett abzieht.
Obwohl das sicher schon passiert ist, aber ich habe das dringende Bedürfnis, genau auf dieses Detail heute besonders Wert zu legen.
Vielleicht sollte ich auch Shannon anrufen.
Bruder und bester Freund.
Doch was soll ich ihm sagen?
Ich will nicht hier am Flughafen anfangen zu heulen und auch wenn man hier sehr diskret ist, es muss nur jemand sehen, mich erkennen und tada, morgen hat die Presse wieder ein gefundenes Fressen.
So wie damals bei Cam, als ich das Haus verlassen habe, in einem ähnlichen Zustand wie heute, und die Presse diese wunderbaren Bilder gemacht hat.
Nein, noch so eine Erinnerung in Bildform muss ich nicht haben und auch wenn es sicher gut tun würde, die Tränen und die gesammelten Emotionen rauszulassen, bevorzuge ich das lieber in meinen vier Wänden zu tun, wenn ich wirklich alleine bin und niemand mir zusehen kann.

Mit gehobenem Kopf, der Sonnenbrille auf der Nase und ohne nach Link und Rechts zu gucken gehe ich an Bord der Maschine, die mich aus London zurück nach LA bringen soll.
Als VIP hat man den Vorteil, dass man sich eben nicht in die Schlange beim Einsteigen stellen muss und vor allem, das sich Andere um alles kümmern.
Mein Koffer wurde mir abgenommen, selbst meinen Rucksack würden die mir nachschleppen, wenn ich es erlauben würde.
Ich lasse mich auf meinen Sitz fallen, gebe der Flugbegleiterin meinen Rucksack, nachdem ich mein Telefon, Kopfhörer und Laptop rausgenommen habe und teile der Dame dann mit, dass ich bitte nur dann gestört werden möchte, wenn es nicht anders geht.
Sie fragt, ob ich wünsche die Mahlzeiten zu bekommen und ich nicke.
Bevor sie weitere fragen hat, lasse ich sie wissen, dass ich gerne Wasser hätte, eine große Flasche, wenn es geht und dann stecke ich meine Stöpsel in die Ohren.
Kurz drauf bekomme ich die Flasche, werde erinnert, dass ich mich bitte anschnallen soll, dass zum Start alle Elektronik ausgeschaltet oder besser im Flugzeugmodus sein sollte und lässt sie mich endlich in Ruhe.
Den Gurt habe ich geschlossen, meine Geräte sind aus und die Kopfhörer sind nur in meinen Ohren, damit es eben so wirkt, als höre ich Musik und mich niemand unnötig anspricht.
Die kleine Trennwand zu meinem Sitz muss scheinbar ebenfalls offen blieben während des Starts.

Hinter meiner Sonnenbrille schliesse ich die Augen und versuche dass, was in den letzten Stunden passiert ist, irgendwie in Kontext zu bringen um es dann zu verstehen.
Doch das klappt nicht.
Die Bilder schiessen mir durch den Kopf und ich muss immer wieder schlucken, damit die Tränen nicht einfach kommen und mein Gesicht runter laufen.

Eigentlich hätte ich wissen müssen, das etwas nicht stimmt.
Auch wenn wir immer wenig für einander haben, haben wir es bisher immer geschafft, dass wir diese mehr oder minder miteinander verbringen können.
Doch dieses Mal war alles anders.

Das Handy war wie an seine Hand geklebt gewesen.
Entweder textete er oder sprach mir jemandem und wenn ich dann in den Raum kam, stand er auf um den selben Raum zu verlassen oder das Gespräch wurde abrupt beendet.
Aber ich habe es nicht wahr haben wollen oder besser gesagt, habe es einfach als Stress abgetan.
Stress mit der Band oder seiner Ex.
Nichts umgewöhnliches.
Jedenfalls habe ich das glauben wollen.
Wenn er nicht an dem verdammten Telefon hin, hatte er entweder einen Kaffee in der Hand oder eine Zigarette.
Er wusste genau, dass der Rauch mich dank meines Asthmas fern halten würde.
Aber auch das habe ich dem Stress zugeschrieben.
Immerhin hatte er die letzten Wochen und Monate nicht nur auf Tour sondern auch im Studio verbracht und die Veröffentlichung einer neuen CD stand an. Da war das Level an Stress einfach unglaublich hoch und wer war ich, der einem anderen Workaholic vorschreiben wollte, wie er in solchen Momenten damit umgehen sollte. Ich war ja selbst nicht besser, wenn ich mich in dieser Phase befand. Da lebte ich in meiner Blase, meiner eigenen Welt und wenn es dann über 100 Takes brauchte, damit ein kleines Gitarrenstück so klang, wie ich es wollte, dann dauerte es eben so lange und nichts und niemand konnte mich dann aus dieser Welt holen. Er schien mir in auch in dieser Art zu Arbeiten so ähnlich zu sein.
Alles was ich für ihn tun konnte, war einfach nur da zu sein und für ihn da zu sein, wenn er es denn wollte und brauchte.
Doch anstatt dass er zu mir kam, entfernte er sich immer mehr.
Es fing damit an, dass er noch später als ich ins Bett kam und vor mir morgens aufstand.
Die Zeit, die wir miteinander hatten wurde immer weniger.
Er schloss sich in seinem Musikzimmer ein.
Oft den ganzen Tag und kam dort nur raus, wenn der Hunger ihn zittern liess oder die Blase verlange geleert zu werden.
Die Luft in dem Raum war zum Schneiden dick von Rauch und ich musste nur im Rahmen stehen, um einen heftigen Hustenanfall zu bekommen.

Ich verstand nicht was mit ihm los war und warum er mich, wenn ich ihn in die Arme nehme wollte, wegschob. Ich suchte seine Nähe. Er schob mich weg. Schlimmer noch, wenn er das Gefühl bekam, dass ich ihm Nahe kam, verliess er fluchtartig den Raum.
Wenn er denn konnte.
Ausserdem sprach er nur noch das Nötigste mit mir.
Ich kam mir vollkommen überflüssig und fehl am Platze vor.
Am Abend, bevor mir alles um die Ohren flog, hatte ich schon mit Emma gesprochen und sie gebeten, meinen Flug umzubuchen.
Eine Woche wollte ich uns noch geben.
Sie hatte alles arrangiert.
Doch am Ende hatte wir nicht mal mehr 24 Stunden.

Auch an diesem Morgen war er irgendwann spät nach mir ins Bett gekommen nur um dann schon vor dem Morgengrauen wieder zu verschwinden.
Ich bin mir nicht sicher, ob er wirklich dachte, ich würde schlafen, oder ob er einfach ignorierte, das ich neben ihm in den Federn lag und so tat als würde ich tief und fest schlafen. Sicherlich, ich hätte mich bemerkbar machen können, doch ich wollte nicht, dass er das Gefühl bekam, als würde ich ihn kontrollieren. Er hatte mir damals, am Anfang, als wir anfingen, einander und unsere Gefühle kennen zu lernen, erzählt, dass er nie wieder in einer Beziehung sein wollte, in der er sich kontrolliert und unter Druck gesetzt fühlen müsse. Das habe er zu oft erlebt und er wollte endlich so leben können wie er war. Ich hatte ihn in den Arm genommen, geküsst und versprochen, dass ich sowas niemals im Leben tun würde.
Alleine dass ich ihn aus dem Augenwinkel beobachtete, wärend er langsam und müde ins Badezimmer schlich, hatte für ein schlechtes Gewissen bei mir gesorgt, so dass ich die Augen schloss, dem Wasser der Dusche lauschte und sogar leise schnarchte, als er wieder aus dem Bad kam um dann nach unten zu verschwinden.
Ich hatte geseufzt und für ein paar Stunden im Bett gelegen, irgendwelche Artikel und Berichte zusammen mit einem Buch gelesen, bevor auch ich aufstand um meiner Morgenroutine nachzugehen.

In der Küche war eine Kanne Kaffee fertig in der Maschine, eine Tasse stand auf dem Tresen, der Aschenbecher daneben war randvoll und ich seufzte, während ich die Kippen in den Müll beförderte.
Obwohl, oder gerade weil, ich selbst mal geraucht hatte, störte mich der kalte Rauch und ich nahm mir vor, wenn er den Stress hinter sich hatte, würde ich mein Bestes tun ihm zu helfen, dieses verdammte Laster los zu werden.
Ich machte mir Sorgen um seine Gesundheit und das nicht erst seit seiner radikalen Kaffee und Kippen Diät, die er seit einer Weile durchzog.
Er wurde immer dünner, immer fahler im Gesicht und die Ringe unter den Augen waren nicht mehr zu übersehen. Ich wusste, er verstecke diese Zeichen seiner Übermüdung und der schlechten Angewohnheiten so gut es ging unter Make Up und hinter seiner Sonnenbrille, doch in den Momenten, wo er sich unbeobachtet gefühlt hatte, hatte ich sie erschrocken gesehen und meine Sorgen und Besorgnis wurden immer Größer. Doch ihn ansprechen, dazu sollte ich keine Zeit mehr bekommen, denn an diesem verfluchten Morgen lief unsere Zeit aus.

Ich hörte Stimmen von der Terrasse.
Jemand musste gekommen sein, als ich duschen war, denn ich hatte weder die Klingel noch die Haustür gehört.
Vielleicht war Stefan hier.
Ich mochte den großen und eher schweigsamen Schweden.
Wir verstanden uns und oft reichte ein Blick um zu sehen, der Andere hatte ähnliche Sorgen und Bedenken, wenn es um den kleinen Briten ging, der so wichtig für uns Beide war.
Doch wenn ich drüber nachdachte, ich hatte Stefan schon eine Weile nicht mehr hier im Haus gesehen. Hoffentlich hatten die Beiden sich nicht in der Wolle.

Ich folgte den Stimmen durch die offene Terrassentür in den Garten.
Die Sonne strahlte vom Himmel und am Rande der Terrasse, unter einem Vorsprung des Balkons des Schlafzimmers sassen mein Freund und der Mann, den ich bis aufs Blut verabscheute, tranken eine braue Flüssigkeit und rauchten um die Wette.
Anhand der Gläser wusste ich, es war keine Cola, die sie in sich reinschütteten.
Ich schloss einen Moment die Augen und wappnete mich dessen, was auf mich zukam, wenn der dunkelhaarige Mann, der mir einen Schauder den Rücken runterrinnen liess, mich sehen würde. Wir verstanden einander in dem Punkt, dass wir uns nicht leiden konnte, doch zuliebe des Mannes, der mit dem Rücken zu mir sass, hatten wir es bisher verborgen.
Doch an diesem Morgen schien Steve es drauf anzulegen, dass es zum Streit kam.
Innerlich bereitete ich mich vor und genauso kam es auch.
„Ah Jared, auch schon wach? Trink einen mit uns. Du könntest es gebrauchen. Das lockert sicher den Stock in deinem Arsch.“
Ich biss mir auf die Zunge.
Stock im Arsch.
Ahja.
Auf dem Niveau waren wir also angekommen.
Ich zog nur eine Braue nach oben und trat an den Tisch.
Mein Freund sah mich glasig an und lächelte.
Dann stand er schwankend auf und wollte mich umarmen um mir einen Kuss zu geben, doch ich schob ihn sanft weg.
Sein Blick war verwirrt und dann verletzt.
Er liess sich wieder in den Stuhl sinken, nahm sein Glas, das mehr als einen guten Schluck Whiskey beinhaltete und kippte es, ohne mit der Wimper zu zucken runter. Er griff nach der Flasche, die schon zu Hälfte leer war, goss sich nach und auch dieses Glas verschwand in einem Zug.
Steve grinste mich hämisch an und in seinen Augen tanzte der Triumph mit dem Teufel einen Tango.
Das Grinsen auf dem Gesicht des Drummer wurde hämisch und er zog eine Glasplatte, die zur Deko auf dem großen Gartentisch stand zu sich herüber.
In diesem Moment kam mir, zum Glück, mein Talent als Schauspieler zur Hilfe und ich verzog keine Miene, als der Kerl das Dekokts zur Seite schob, eine kleine Glasflasche aus der Jacke zog, den Inhalt auf das Glas vorsichtig schüttete um es dann mehrfach mit einer Kreditkarte zu bearbeiten bevor er es fein säuberlich in zwei Linien schob. Ein Geldschein, ich weiss nicht mehr welche Notierung das Papier hatte, war schnell gedreht und nachdem er sich selbst das Zeug in die Nase gezogen hatte, hielt er es Brian hin.
Ich schrie innerlich, er solle das Zeug nicht anrühren und wollte ihn mit aller Gewalt vom Stuhl reissen, doch ich wusste, das würde nur noch mehr kaputt machen. Mit stoischer Miese sah ich zu, wie mein Freund, von dem ich bis eben noch gehofft hatte, dass er nicht nur clean sondern auch halbwegs trocken war, sich gierig die Droge in die Nase zog. Mit geschlossenen Augen kniff er sich die Nase zu und liess sich nach hinten sinken.
In mir zerbrach eine Welt und doch blieb ich wie versteinert stehen nur um dann eine Braue nach oben zu ziehen.
Wenn Steve dachte, es beeindruckte mich, wie sehr sein Einfluss auf Brian ging, dann lag er vollkommen falsch. Es beeindruckte mich nicht. Nein. Es machte mir Angst. Sehr große Angst, denn ich wusste aus dem langen und intensiven Gesprächen, die wir oft am Telefon geführt hatten, wenn wir uns nicht sehen konnten, dass Steve einer der Menschen gewesen war, die ihn kontrolliert hatten und oftmals mit Drogen gefügig gemacht hatten. Sicher, Steve hatte ihn nie gezwungen, aber immer gewusst, wie er Brian in Versuchung zu führen hatte und wie er es schaffte, dass sein angeblicher Freund schön in seinem Dunstkreis blieb und er, Steve, so genau das bekam was er wollte.
Einen gefügigen Freund, egal auf welcher Ebene, der nach seiner Pfeife tanzte, weil er ihn immer schön fleissig damit versorgte, was die Sucht forderte.
Doch an diesem Tag schien Steve es nicht zu reichen, die Drogen und damit Brian unter seiner Fuchtel zu haben, nein, er wollte auch mich zerbrechen, indem er die Beziehung, die Brian und mir so wichtig war, in Schutt und Asche legte.
Er wollte alles und vor allem mich aus dem Bild, damit er seinen Einfluss auf seinen Freund wieder ausweiten konnte, ohne dass er sich Sorgen machen musste, dass ein unbequemer Ami ihm in die Parade fuhr.
Ich wollte zu Brian gehen, ihn aus dem Stuhl zerren, weg von Steve, doch mein Körper wollte mir nicht gehorchen.
Steve schien mich genau zu beobachten und setzte zum finalen Schlag an.
Er rutschte auf seinem Stuhl nach vorne, legte eine Hand in Brians Nacken um ihn dann näher zu sich zu ziehen. Die andere Hand liess er langsam über die Brust seines Gegenübers wandern um dann Druck auf den Schritt meines Freundes auszuüben.
Dieser seufzte und schloss die Augen.
Steve sah mich an nur um dann die Lippen fest auf Brians zu drücken.
Dieser schien unter den Fingern des Drummer zu dahinzuschmelzen.
Berechnend wie der Ältere es war, saugte er die Unterlippe des Jüngeren in seinen Mund und genoss zu sehen, wie ich langsam aus meiner Starre erwachte, mich umdrehte und mit dem leichten Stöhnen meines, jetzt dann wohl Ex, Freundes langsam die Terrasse verliess.

Wie ich ins Schlafzimmer gekommen war, meine Sachen in meinen Koffer kamen und wie ich ohne eine  Sturz die Treppe wieder runter gekommen war.
Oder wann ich das Taxi gerufen hatte.
Meine Sonnenbrille auf meine Nase gefunden hatte und ich den Schlüssel vom Haus von meinem Schlüsselring runter bekommen hatte.
Doch das Bild, was mich wohl nie wieder verlassen würde war das letzte, was ich von meinem Freund, den Mann den ich wirklich liebte, für immer vor meinem inneren Auge sehen würde.
Steve hatte den seinen Stuhl vom Tisch geschoben und so positioniert, dass ich aus dem Flur durch Wohnzimmer und Terrassentür die perfekte Aussicht bekam.
Die Hose des Drummers war auf dem Boden, er hatte es sich gemütlich gemacht und beide Hände in den dunklen Haaren von Brian vergraben, der vor ihm auf dem Boden kniete und scheinbar mehr als nur genüsslich seinem Drummer einen blies.
Einen Augenblick starrte ich wie ein Kaninchen vor der Schlage und bekam von Steve ein süffisantes Siegerlächeln.
Diesen Anblick werde ich wohl nie aus meinem Hirn verbannen können.
Hinter den dunklen Gläsern meiner Sonnenbrille schwammen meine Augen in Tränen und ich wusste, auch wenn ich jetzt zu dem Mann auf dem Stuhl ging, ihm die Visage mit dem süffisanten Lächeln zu Brei schlug, es würde keinen Unterschied mehr machen.
Nicht der Betrug, den ich gerade live erleben durfte, war der Grund für meine Niederlage und den Verlust meiner Liebe sondern dass ich genau wusste, ich konnte nichts ändern.
Die Drogen, unter denen Brian stand, waren stärker als alles andere.
Ich hatte in seinen Augen sehen können, dass die Sucht ihn vollkommen im Griff hatte und dass ich niemals stark genug sein würde, um gegen diese Dämonen anzukommen. Steve wusste wie er diese kontrollieren konnte und er hatte die Zeit des Stresses dazu genutzt, seine alte Macht wieder zu manifestieren.
Ich hatte verloren….

Mit dieser Einsicht lande ich in LA und bin froh, das Emma mich abholt.
Sie stellt keine Fragen.
Sie muss mich nur ansehen und weiss, dass es mir dreckig geht.
Sie wird sicher Shannon anrufen.
Schweigend sehe ich aus dem Fenster und beobachte die Stadt der Träume mit all ihren Lichtern an mir vorbeiziehen.
Emma hat das Radio etwas aufgedreht damit die Stille sie nicht erdrückt.
Aus den Lautsprecher dudelt irgendwas.
Ich achte nicht drauf bis der Refrain eines Songs meine Aufmerksamkeit erhascht und hängenbleibt.


No I don't believe you
When you say don't come around here no more
I won't remind you
You said we wouldn't be apart
No I don't believe you
When you say you don't need me anymore
So don't pretend to
Not love me at all


Wieder rettet mich die Sonnenbrille.
Denn es stimmt.
Ich weiss, dass es nicht stimmt, dass er mich nicht mehr liebt.
Nur haben ich den Kampf gegen die Süchte und die Dämonen, die er damit in Schach hält verloren.



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Songtext "P!nk - I don´t believe you"
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