Das Leben danach

GeschichteDrama, Romanze / P18
Hikari "Kari" Yagami und Gatomon Mimi Tachikawa und Palmon Taichi "Tai" Yagami und Agumon Takeru "T.K." Takaishi und Patamon Yamato "Matt" Ishida und Gabumon
06.05.2019
02.08.2020
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02.08.2020 3.670
 
Kurze Info am Rande, nächste Woche (9.8.2020) wird es zwei Kapitel geben, da ich danach im Urlaub bin und nicht zum Posten kommen werde :) Gewohnt gehts nach nächster Woche dann am 23. weiter :) Bleibt gesund!
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Freitag, 5. Juli 2019
Büro von Masao


Eigentlich hatte Masao damit gerechnet, dass Kari jetzt komplett ausrastete, aber ihre Reaktion war verblüffend, anscheinend hatte sie vor Tai ordentlich Respekt und nahm ihn ernst, was in dieser Situation gut war. Tai war wirklich wütend, aber auch enttäuscht darüber, wie egoistisch seine kleine Schwester war, doch als Mimi auf ihn zukam und ihm die Hände auf die Schultern legte, da beruhigte er sich langsam. „Ich weiß…, aber ich habe keine Lust mehr gehabt der große Bruder zu sein, der alles durchgehen lässt.“
Was Kari danach aber offenbarte riss ihm fast den Boden unter den Füßen weg, er dachte das mit Davis hätte nicht schlimmer kommen können, doch mit Karis Offenbarung war es das und er wünschte sich in dem Moment sehnlichst, dass Davis das Zeitliche segnete, er nahm Mimis Hand und drückte diese fest, denn trotz allem war sie noch immer seine kleine Schwester und auch ihn quälte so eine Enthüllung und deswegen brauchte er jetzt auch den Halt, den nur Mimi ihm geben konnte. Tai wusste nicht so recht, was er dazu sagen sollte, aber das musste er auch nicht, denn just in diesem Moment betrat jemand anderes den Raum, der sehr wohl die Worte dafür hatte.

T.K. hatte vor der Tür gestanden und alles mitbekommen und seine Wut auf Davis stieg ins Unermessliche und er würde ihn in Stücke reißen, wenn er ihm je wieder vor die Augen treten sollte. Für T.K. jedenfalls war der Zeitpunkt jetzt da das Besuchsverbot zu umgehen und für seine Verlobte da zu sein, er öffnete die Tür endgültig und ging an den anderen vorbei. Er wusste, dass es ihr Angst machte in solchen Situationen umarmt zu werden, deswegen ging er vor ihr in die Hocke und nahm sanft ihre Hände und sah zu ihr hoch. „Beruhige dich Schatz, er kann dir nichts mehr tun, nie wieder, das verspreche ich dir. Weißt du, ob Mimi nun von allen geliebt wird oder nicht ist mir egal, sie interessiert mich nicht, die einzige Frau, die mich interessiert, das bist du, nur irgendwie willst du das nicht begreifen und ich bin auch nicht Davis, der dich verprügelt oder einsperrt. Natürlich sollst du dich zur Wehr setzen, keine Frage, aber du musst es auch zulassen, dass wir über Sachen vernünftig reden können, ohne blind vor Wut zu werden, sonst drehen wir uns immer nur im Kreis, du musst mehr mit mir reden, sonst kann ich vieles nicht wissen und mir dein Verhalten dann auch so gut wie gar nicht erklären. Ich will wirklich, dass es mit uns funktioniert, ich wünsche mir nichts mehr, als mit dir und Aiko eine Familie zu sein, aber dafür musst du auch bereit sein vielleicht mal Dinge zu tun, auf die du keine Lust hast. Ich liebe dich Hika und das schon sehr, sehr lange. Du hast mein Leben nicht zerstört, es ist vielleicht jetzt stressiger, aber definitiv nicht zerstört, und wenn du dich umgebracht hättest…, was hätte ich dann noch für einen Grund gehabt weiterzuleben?  Entweder ich hätte mich selbst umgebracht oder Davis für das, was er dir angetan hat. So oder so wäre mein Leben ohne dich beschissen gewesen, ich dankbar für das, was wir haben, und ich glaube auch fest daran, dass wir beide das hinkriegen, du wirst dieses Trauma überwinden können und ich werde dir dabei helfen so gut ich es kann, ich werde niemals gegen dich oder Aiko die Hand erheben oder dich irgendwo einsperren, aber ich habe meine eigene Meinung, zu der ich stehe und damit wirst du leben müssen, auch wenn sie in diesem Moment nicht deiner eigenen entspricht.“
Er sah sie fest an. „Du gehst weiterhin zur Therapie mit Masao mehrmals die Woche und wir arbeiten an unserer Beziehung und an uns als Familie und wir bekommen das hin, egal wie schwer das noch wird, aber du musst absolut ehrlich sein Hika, sonst können wir dir nicht helfen, ich liebe dich mehr als alles andere, das darfst du niemals vergessen, in Ordnung? Wir schaffen das und wir werden glücklich werden miteinander.“ Er küssten sie sanft auf die Nasenspitze, denn er wusste, dass sie es nicht mochte, wenn ein Mann sie auf die Wange küsste, weil Davis das immer getan hatte um zu zeigen, dass ja alles gut wäre.

Auch Mimi war über Karis Reaktion etwas erstaunt, aber was diese dann offenbarte, war auch ihr neu, wie konnte ein einziger Mensch nur so viel Unheil über eine Familie bringen? War das mit Sora nicht schon genug gewesen? Manchmal wünschte sich Mimi in ihre Kindheit zurück, als sie noch ein Team und alles gut gewesen war. Damals hatten sie zwar die Digiwelt und ihre eigene Welt retten müssen, aber sie hatten untereinander zumindest zusammengehalten und füreinander eingestanden. Sie hätte Kari gern Trost gespendet, die scheinbar einen emotionalen Zusammenbruch erlitt, aber sie musste erst mal Tai beruhigen, was sie auch schaffte und sie nickte ihm zuversichtlich zu. Sie würden das hinbekommen, aber bevor Mimi oder Masao etwas tun konnten, ging die Tür auf und T.K. kam herein und er wirkte alles andere als erfreut.

Kaum berührte er Karis Hände, öffnete sie die Augen und löste sich aus ihrer Schockstarre. „Keru…“, flüsterte sie leise, ehe sie wieder heftiger zu weinen begann, bevor sie schließlich die Arme um ihn legte und begann, sich auszuheulen. „Ich weiß doch, dass du nicht Davis bist und dass du dich auch nicht für Mimi interessierst, es tut mir so leid, was ich gesagt habe, ich wusste mir nicht anders zu helfen, ich habe mich wieder gesehen in diesem muffigen Kellerloch ohne Fenster, wo er mich manchmal tagelang weggeschlossen hat und nur kam, wenn er wollte, dass ich die Beine breit mache. Ich will doch eigentlich mit dir normal reden, aber so viele Kleinigkeiten rufen immer wieder das wach, was passiert ist, als Tai gerade so laut geworden ist, habe ich mich auch wieder in der Situation von damals gesehen. Ich denke dann Davis steht da und will mir was antun und ich muss darauf reagieren…, dabei weiß ich doch, dass gerade Tai und du mich nie im Stich gelassen haben, ihr wart immer da, wenn ich euch gebraucht habe. Ich will auch, dass es funktioniert, ich will es wirklich, ich begreife ja auch, dass du Recht hattest, an diesem Morgen hätte ich nicht gehen dürfen.“ Sie sah ihren Verlobten ein wenig tadelnd an. „Aber du musst mir auch versprechen, nie wieder so viel Alkohol zu trinken… das macht mir Angst und zwar auf zwei Weisen, ich habe Angst, dass es wie damals wird und ich habe Angst, dass dir was passiert.“
Sie hörte ihm ruhig und schweigend zu, ehe sie leicht nickte und sogar ein wenig lächelte. „Ich will nicht, dass du dich oder sonst irgendwen umbringst. Ich will einfach nur mit Aiko und dir in unserem Häuschen zusammenleben, irgendwann eine schöne Hochzeit feiern und unserer Tochter dabei zusehen, wie sie größer wird und ihrem tollen Papa immer ähnlicher wird. Ich habe Mimi und Masao bereits versprochen, regelmäßig herzukommen, aber ich schaffe das nicht allein, Keru… ich habe immer wieder Momente, wo alles hochkommt. Halt mich dann einfach nur fest und davon ab, wieder blöde Dinge zu sagen und zu tun… ich liebe dich Keru, immer nur dich…, aber ich war zu blind es zu sehen und habe uns beide damit ins Elend gestürzt. Bitte verzeih mir…“ Als er sie auf die Nasenspitze küsste, schmiegte sie sich noch enger an ihn und hielt ihn eine Weile fest, ehe sie ihm eine Hand zum Hochkommen reichte.
Dann sah sie Mimi und Tai an. „Es tut mir leid, was vorhin passiert ist, ich wollte nicht mit euch streiten und auch nicht die Tasse nach dir werfen.“ Dafür erntete sie von T.K. einen ziemlich mahnenden Blick. Sie stand auf, ging zu Mimi und umarmte sie leicht. „Danke, dass du immer da warst, auch wenn ich manchmal so eklig zu dir war, aber ich werde an mir arbeiten, versprochen.“ Danach ging sie zu Tai und je nachdem, ob er es zuließ, umarmte sie auch ihn, in jedem Fall sagte sie aber: „Ich hab dich lieb, Tai, und ich bin froh, dass es dir besser geht. Was ich gesagt habe, war nicht böse gemeint, du siehst einfach anders aus, aber nicht schlechter. Ich bin einfach nur froh, dass es dir besser geht, Mimi hat sicher ganz schön zu kämpfen gehabt ohne dich.“ Damit ließ sie dann auch von ihm ab und sah Masao seufzend an. „Tut mir leid, dass ich dir das Leben so schwer gemacht habe, meinst du wir bekommen das irgendwie hin? Ich will mein Leben zurück, solange ich so bin wie jetzt, hat er gewonnen… das beginne ich jetzt zu begreifen. Solange ich immer wieder solche Attacken habe, hat Davis noch Macht über mich, aber ich will ihm keinen Platz mehr in meinem Leben geben. Den hat er weiß Gott nicht verdient.“

T.K. hörte ihr zu und er verstand, wie sehr sie das doch auch belastete, nur konnte es so beim besten Willen nicht weitergehen, sie mussten jetzt was tun und das schien sie wohl so langsam zu begreifen. Sanft legte er eine Hand an ihre Wange und streichelte sanft mit dem Daumen drüber. „Und genau deswegen ist es so unfassbar wichtig, dass du offen und ehrlich mit mir redest Hika, wenn du deine Ängste immer nur runterschluckst, dann werden sie dich immer wieder einholen und das will ich nicht, denn es quält dich nur unnötig. Wir können daran arbeiten, keiner kann dein Trauma heilen, aber du kannst lernen damit umzugehen, damit es nicht deinen Alltag bestimmt, sondern ein Teil der Vergangenheit bleibt, der dich nicht tagtäglich quält.“
Er seufzte. „Ich hatte mir einfach nur einen Abend die Kante geben wollen, weil einfach alles scheiße war, ich kam einfach null an dich ran und du hast mir sowieso nicht zugehört und Aiko war bei Mum, also hat mich auch nichts davon abgehalten, ich war einfach wütend und enttäuscht und wusste mir nicht mehr anders zu helfen. Von Matt wusste ich was abging und Mimi damit zu belasten war das Letzte was ich wollte, ich habe Masao angerufen und ihn vorgewarnt, damit sie Tai wegschaffen konnten, bevor du da warst, weil es nicht gut gewesen wäre ihn so zu sehen. Ich weiß, dass du dich da ungerecht behandelt gefühlt hast, aber es musste einen Weg geben, dass du endlich mal redest, damit man dir helfen kann. Von einem Alkoholabsturz werde ich kein Alkoholiker Hika… und ich werde auch niemals die Hand gegen dich erheben, das schwöre ich dir, weder gegen dich noch gegen Aiko, niemals im Leben...“
Er lächelte sie an. „Wir werden heiraten, ganz sicher, aber nicht jetzt…, erst musst du wieder auf die Beine kommen und die Therapie wird dir dabei helfen. Ich weiß auch, dass du nichts dagegen hast ein zweites Kind zu bekommen, aber dafür ist es einfach viel zu früh, wir müssen erstmal schauen, dass wir Aiko irgendwie großgezogen kriegen und ich uns irgendwie finanziell absichern kann, bevor wir überhaupt nur daran denken. Ich weiß auch, dass ich Intimität bewusst aus dem Weg gegangen bin und ich konnte es nicht einschätzen, weil du ständig von einem zweiten Kind geredet hast und das hat mir Angst gemacht…, du warst danach auch immer so abweisend und kühl, bist aufgestanden, hast dich geduscht und dann weiter gemacht, als wäre überhaupt nichts passiert und irgendwann hat es mir auch die Lust genommen, weil ich mich immer nur als Mittel zum Zweck gesehen habe… und es irgendwann nicht mehr genießen konnte, sondern nur froh war, wenn es vorbei war. Ich bin nicht Davis, ich erwarte nicht, dass du parat stehst, wenn ich es gerade will, merk dir das, wenn du Lust hast, dann ist es schön, wenn nicht, dann ist das auch okay. Ich zwinge dich zu nichts, was du nicht willst, und du sollst es auch nicht tun, weil du denkst du musst das für mich machen, das will ich nicht. Ich liebe dich und zusammen kriegen wir das irgendwie hin, du bist nicht alleine Hika…, ich bin immer für dich da“, er stand auf, als sie ihn hochzog und küsste sie kurz sanft, ehe sie sich den anderen zuwendete.

Tai hörte sich das Gespräch an und schwieg, es stand ihm nicht zu dazu etwas zu sagen und das wollte er auch gar nicht, das war eine Sache, die die beiden unter sich regeln mussten, als sie auf ihn zukam erwiderte er allerdings ihre Umarmung und küsste sie liebevoll aufs Haar. „Du kannst es schaffen Kari, wenn du willst, ich habe dich auch lieb, aber jetzt ist es wichtig, dass du dich auf deine Gesundheit und deine Familie fokussiert, Mimi passt schon auf, dass ich keinen Mist baue und wenn kriege ich dafür schon die passende Strafe“, er zwinkerte ihr zu und als das Gespräch nun wohl vorbei war, verabschiedeten sie sich und Tai nahm Mimi an die Hand und ging mit ihr zum Auto. „Hättest du was dagegen, wenn du heute deine leckere Lasagne machst? Das Essen dort war wirklich grauenhaft und eintönig… ich glaube da schmeckt jedes Knastessen besser… und heute Abend, wenn die Kinder schlafen, dann reden wir über alles, in Ordnung? Ich will den Tag mit den Kindern und mit dir genießen und nicht wieder direkt in die Vollen gehen…, ihr habt mir so sehr gefehlt und ich will einfach nur die Zeit genießen mit euch… und heute Abend reden wir auch über deine Offenbarung gerade“, sanft gab er ihr einen Kuss auf die Lippen, ehe sie sich ins Auto setzten und zu Mimis Eltern fuhren um die Kids abzuholen und man merkte Tai an, dass er voller Vorfreude war,  seine Kinder gleich endlich wieder in die Arme schließen zu können.

Masao sah Kari an und lächelte „Wir kriegen das hin Kari, aber dafür musst du ab sofort absolut ehrlich zu mir sein, damit wir die Punkte ausmerzen können, die dieses Verhalten immer wieder auslösen und wenn wir das schaffen, dann steht einer erfolgreichen Therapie und einem guten Leben für dich nichts mehr im Wege, aber ich meinte es ernst, du musst Tai loslassen und dich auf deine Familie konzentrieren, Mimi wird mit Tai vernünftig weiterarbeiten und die beiden haben auch viel zu besprechen.“

Kari sah ihren Verlobten an und seufzte. „Ich konnte nicht… es war wie ein Kloß in meinem Hals, immer wenn ich mit dir reden wollte, konnte ich nicht und der Frust darüber hat sich immer wieder angestaut und hochgeschaukelt, was mir sehr leidgetan hat. Ich weiß, dass man die Erinnerungen nicht auslöschen kann, aber ich möchte wirklich lernen, damit zu leben… für unsere Zukunft.“ Was er über seinen Alkoholkonsum sagte, ließ sie leise seufzen, sie nickte aber, Kari war ja eigentlich klar, dass T.K. sonst nie trank. „Ich kenne dich und ich weiß, dass du das niemals tun würdest, ich bin dir auch nicht böse, dass du Masao angerufen hast, vermutlich hätte ich mich mit Tai dann vor dem Entzug noch richtig gestritten und dann hätte er dort nicht in Ruhe gesund werden können.“ Als er weitersprach, füllten sich ihre Augen erneut mit Tränen, er wollte sie immer noch heiraten, was sie wirklich glücklich machte, also nickte sie. „Wir haben ja schon alles geplant, wenn wir so weit sind, machen wir neue Termine aus und dann ist das doch schon erledigt. Und was ein zweites Kind angeht… ich weiß, dass ich das immer wieder so sage, aber ich will sicher nicht provozieren, jetzt noch mal schwanger zu werden… und über das andere reden wir später, okay?“ Sie wollte ihr Sexleben jetzt nicht vor Mimi und Tai breittreten, sondern würde das später in Ruhe mit Masao und T.K. besprechen, sobald sie alleine waren, denn es gab noch etwas, dass sie nun nicht mehr länger verschweigen konnte.
Also entschuldigte sie sich erst mal bei Tai und Mimi und ihr Bruder umarmte sie, was sie lächeln ließ. „Ich weiß, dass Mimi da ist und auf dich aufpassen wird… ich habe gesehen, wie sie dich gerade eben beruhigt hat mit wenigen Worten…, jetzt kann ich dich beruhigt gehen lassen.“
Mimi blieb ein bisschen distanzierter, äußerte sich auch nicht mehr dazu, sie würde das mit Masao später besprechen, jetzt verabschiedeten sich Tai und sie erst Mal und Kari blieb mit Masao und T.K. allein zurück.
Sie sah ihren Therapeuten an und nickte, deutete T.K. und Masao dann an, dass sie sich wieder setzen sollten. „Ich muss euch noch was sagen, aber ich wollte nicht, dass Tai dabei ist, er soll zu seinen Kindern fahren und sich um seine Familie kümmern…, es tut mir leid, dass ich so lange geschwiegen habe darüber, dass er mich eingesperrt und teilweise grün und blau geschlagen hat, aber ich konnte es nicht erzählen… Davis hat mir gedroht, wenn ich nur ein Sterbenswörtchen darüber zu irgendwem verliere, dann wird Tai etwas angetan. Nur deswegen war ich so bedacht darauf, dauernd bei ihm zu sein… ich wollte nicht, dass ihm was passiert. Als dann noch Mimi in sein Leben trat und sie schwanger wurde, da hatte ich Angst, dass ihr und den Kindern auch etwas passiert, ich war nur so wütend auf sie, weil ich das Gefühl hatte, sie enthält mir Tai vor, den ich doch beschützen wollte… aber ich weiß jetzt, dass Mimi auf ihn aufpassen wird und auch auf ihre Kinder, also muss ich das nicht mehr tun. Und irgendwie war in mir immer dieser Gedanke, dass wenn ich T.K. zu nah an mich heran lasse, dass er ihm dann auch was tut… ich denke inzwischen, dass es nur eine leere Drohung war, weil er durch den Alkohol nicht klar denken konnte, aber… ich werde diese verdammte Angst nicht los… und was unsere Intimität angeht, Keru…“, sie sah ihren Verlobten an. „Ich hatte oft den Eindruck oder das Gefühl, dass du es nicht genossen hättest, mit mir zu schlafen, also bin ich danach weg, weil ich dich nicht noch mehr bedrängen wollte. Aber daran sieht man wohl, dass wir wirklich falsch miteinander kommunizieren…“

Unterdessen waren Mimi und Tai zum Auto gegangen und Mimi nahm auf dem Fahrersitz Platz, ehe sie leise anfing zu lachen. „Klar, wenn wir noch schnell Einkaufen fahren mit den Kids, dann koche ich gern Lasagne und einen leckeren Salat dazu. Wäre ja noch schöner, wenn ich meinen Mann verhungern lasse“, sie schmunzelte und küsste ihn sanft, bevor sie den Motor startete. „Ja, wir reden heute Abend in Ruhe auf dem Sofa oder im Bett, wie es dir lieber ist, Hauptsache ich kann dich im Arm halten. Die Kleinen freuen sich sicher, wenn du da bist, ich habe ihnen erzählt, dass du an einem Ort bist, wo du nicht anrufen kannst, wie hätte ich ihnen das sonst auch erklären sollen, nur damit du weißt, worauf du dich einstellen musst. Und ich würde dir auch einen Satz heiße Ohren verpassen, wenn du direkt wieder übertreibst“, meinte sie durchaus ermahnend, ehe sie leicht beschämt nickte, ihr war dieses ganze Drama aus der Vergangenheit so peinlich. So fuhren sie also zu Mimis Eltern und standen schließlich vor der Türe. „Bereit?“

T.K. hörte sich Karis Geschichte an und musste seufzen, wie krank war dieser Kerl denn? „Also Davis macht Sora echt Konkurrenz, das muss ich ja mal so sagen…, aber Kari hab keine Sorge, Tai kann auch gut auf sich aufpassen, ich glaube derjenige, der seiner Frau oder seinen Kindern zu nah kommt hat garantiert nichts mehr zu lachen… und dass Mimi zur Furie werden kann, das hast du ja gerade am eigenen Leib erfahren, also bin ich da beruhigt, dass ihnen nichts passiert. Aber ich kann nicht begreifen, wie ein Kerl so verdammt krank im Kopf sein kann, wenn mir noch ein einziges Mal unter die Augen tritt, dann zerreiße ich ihn in Stücke, ich will ihn weder in deiner noch in der Nähe meiner Tochter sehen, sonst ist er tot“, und das meinte T.K. todernst, wenn es um Kari und vor allem um Aiko ging, dann verstand er absolut keinen Spaß, jeder, der seiner Familie schaden wollen würde, bekam ein riesiges Problem mit ihm.
„Naja, ich dachte halt immer du benutzt Sex nur als Mittel zum Zweck und dementsprechend hatte ich mich danach auch immer gefühlt, ich weiß, dass ich dir, was Sexuelles angeht, in vielen Dingen hinterher bin, einfach weil ich, bevor wir zusammenkamen, noch nie sex hatte, aber ich versuche immer mein Bestes, damit du es genießen kannst und irgendwie hatte ich das Gefühl halt niemals gut genug zu sein und um dir weitere Enttäuschungen zu ersparen, habe ich es lieber auf ein Minimum reduziert, als weiter eine Nullnummer zu bringen, die du dann womöglich scheiße findest. Ich denke bezüglich Davis sollten wir Ken informieren, dass der ein Auge darauf hat, was der Typ so treibt, sicher ist sicher oder?“

Masao nickte zufrieden. „Es ist gut, dass ihr endlich miteinander redet, dadurch klären sich viele Missverständnisse und genau das muss in der Therapie auch erfolgen Kari, dass wir vernünftig miteinander reden, vielleicht ist es nicht schlecht, bestimmte Sitzungen mit euch beiden gemeinsam zu machen, damit T.K. auch weiß, was passiert ist und dementsprechend in bestimmten Situationen auch richtig reagieren kann, damit du gar nicht in Versuchung gerätst, in dein altes Muster zu verfallen. Vermutlich würdest du ihn manchmal ohrfeigen wollen, aber am Ende war es richtig, dass er dann so oder so gehandelt hat. Aber ich denke das genügt für heute, oder? Eure Kleine wartet sicher auch und T.K. hat die Entlassungspapiere ja auch schon auf dem Tisch, also gebe ich euch da grünes Licht und Kari, wir sehen uns am Montag um 15 Uhr zur nächsten Sitzung, in  Ordnung?“, lächelnd entließ er die beiden und genehmigte sich erst einmal einen Kaffee und was zu essen, er würde mit Mimi auch noch ein Gespräch führen müssen, aber definitiv nicht mehr heute.
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