Die Darcys auf Pemberley, das erste Jahr

von Bihi
GeschichteRomanze / P16
Elizabeth Bennet Fitzwilliam Darcy Georgiana Darcy Mr. Bennet Mr. Gardiner Mrs. Gardiner
06.05.2019
07.05.2019
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Dies ist eine Überarbeitung von 'Die Darcys auf Pemberley Teil I'. Das war meine zweite veröffentlichte Geschichte, und inzwischen bin ich der Meinung, dass ich die Kapitel hätte anders einteilen müssen. Auch bei den  Absatzlängen und bei der Interpunktion habe ich einiges verändert. Das erste wegen der Lesbarkeit, Unterhaltungen sind einfach leichter zu verfolgen, wenn für jeden Sprecher ein neuer Absatz verwendet wird, und das zweite, weil ich zu spät gemerkt habe, dass die Rechtschreibreform die Interpunktion auch veränderte. Letzteres hätte ich auch über die normale Bearbeitung machen können, aber die neue Kapiteleinteilung eben nicht. Der Inhalt ist der gleiche geblieben, auch wenn ich mitunter gefälligere Ausdrücke verwendet und stilistische Unebenheiten beseitigt habe.
Ich habe den Support natürlich um Erlaubnis gebeten - und sie erhalten - und werde immer mehrere Kapitel auf einmal posten, damit man mir nicht nachsagen kann, ich würde Storypushen betreiben wollen.
Leider habe ich keine Ahnung, wie ich den Link zu 'Die Darcys auf Pemberley Teil I' einrichte.




Die erste Nacht auf Pemberley


Am Abend gab Elizabeth Fitzwilliam eine Ahnung dessen, was ihn in der Zukunft erwartete. Sie erschien in ihrem Brautkleid. Geradezu hoheitsvoll war ihr Gang. Ihre Haare waren gelöst, und Georgiana hatte ihr begeistert geholfen, bunte Bänder einzuflechten, nachdem sie ihr das Kleid zugeknöpft hatte.
„Titania glaubt, dass Oberon einen Kuss erschlichen hat. Sie fordert ihn nun zurück.“
Fitzwilliams Gesicht sagte alles.
Ganz langsam, als hätte er Angst, dass sich seine Titania bei einer heftigen Bewegung in Luft auflösen könnte, ging er auf Elizabeth zu, sagte: „Ich bedaure, dass ich den Kuss durch eine Lüge erschlichen habe, und gebe ihn nun zurück“, und betrieb dann die Rückgabe mit Hingabe und Ausdauer.
Jetzt stand ihm nicht mehr Titania gegenüber, sondern Puck, der außer Atem und leicht errötend sagte: „Ich bin mir nicht sicher, ob Ihr inzwischen gelernt habt, die Knöpfe im Dunkeln zu öffnen. Für die Entfernung der Haarbänder braucht Ihr auf alle Fälle mehr Licht als es das Kaminfeuer spendet.“
'Oh, meine geliebte Elizabeth, was für ein herrliches Zeichen hast Du Dir da ausgedacht!' „Wie viele Bänder sind es?“
„Ich glaube, zwanzig!“
„Müssen die unbedingt jetzt gleich entfernt werden, oder hat das noch etwas Zeit? Erstens bin ich für eine derartige Arbeit im Moment viel zu ungeduldig und zweitens steht Euch diese Frisur so außerordentlich gut, dass es mir Leid täte, sie sofort zu zerstören.“
„Nun, ohne übermäßige Rücksicht auf Eure Ungeduld nehmen zu wollen, glaube ich, dass die Bänder auch morgen früh entfernt werden können – bevor die Zofe mich in diesem Aufzug sieht, ich habe doch eine, oder? – aber auch nur, weil meine liebenswerte Hilfselfe und ich so viel Mühe hatten, die Frisur zu erstellen.“ Dann errötete diese Elfe noch heftiger und bat: „Und es wäre mir recht, wenn Ihr Euch mit den Knöpfen etwas beeilen könntet.“
Das war Fitzwilliam auch sehr recht, der zuvorkommend diesem Wunsch seiner Titania nachkam, wenn er auch nicht auf Pausen für Umarmungen und Küsse verzichten mochte. Da sie diesmal aber nicht zur Erholung für seine Braut ausgedehnt werden mussten, kam er trotzdem schneller voran.
Sie lag später wieder an ihn gedrängt. Auf seine vorsichtige Frage: „Magst Du etwas zu unserer ersten Nacht sagen?“ holte sie lediglich mehrere Male tief Luft.
Schließlich bat sie ihn leise, das Licht zu löschen. Er tat es. Er hatte schon aufgegeben, eine Antwort zu bekommen, als sie dann doch sprach.
Sie brachte es nicht fertig, von 'der' Nacht zu sprechen. Sie stammelte nur verlegen von der Nacht davor, berichtete flüsternd von dem Gespräch mit ihrer Mutter. Er nahm sie liebevoll in den Arm. Seine arme, kleine Elfe. „Und dann kam die Nacht auf Netherfield … In der Kutsche dachte ich dann, dass meine Mutter unrecht hatte … auch ein galanter Herr möchte das Licht brennen lassen … und vielleicht kann ich sogar mit dem Gedanken leben, dass Du meine Wäsche gesehen hast – – und – mich … aber ich versteh nicht, wieso es heute nicht so geschmerzt hat.“
„Wenn eine Dame ihren Gatten wirklich liebt, schmerzt es nur beim ersten Mal stark, heißt es, später gar nicht mehr. Es tut mir unendlich Leid, Dir den Schmerz bereitet zu haben, aber ich konnte ihn nicht verhindern. – – – Du warst heute also bereit zu einer weiteren Nacht, obwohl Du Schmerzen erwartetest?“
„Es schien mir die beste Möglichkeit, meinen Dank für die Rücksichtnahme, die liebevollen Umarmungen auszudrücken. Und die 'merkwürdigen Dinge' waren merkwürdig und sehr unschicklich und absolut ungehörig, aber doch irgendwie auch – angenehm, einige ausgesprochen schön. – Der Schmerz war in der Erinnerung nicht mehr so wichtig. Ich hoffte darauf, dass Du mich dann wieder so lieb tröstest. – – Könntest Du mir vielleicht doch einige der Bänder entfernen?“
Er schlug ihr den Wunsch nicht ab. 'Nun sieh mal an. Jetzt dreht sie sogar das Licht selber hoch. Ihre Bewegungen sind wirklich einer Elfe würdig, meine tapfere Elizabeth. Sie tut das für mich. Das Opfer bringt sie für mich! Sie muss mich wirklich lieben. So viel Licht ist nicht notwendig für die Bänder. Ob sie das weiß? … So, das ist wohl das letzte Band, wenn ich das richtig sehe. Schade, nun wird sie das Licht gleich herunter drehen. Ich habe doch selber Schuld. Wenn ich nur einige Bänder entfernt hätte, könnten wir später noch einmal Licht machen. Nun ja, das nächste Mal denke ich besser nach.' – „Fertig, meine geliebte Titania!“
Er gab ihr einen leichten Kuss bevor sie das Licht löschte. Sie antwortete mit einer Umarmung, die ihn jeden Gedanken an Schlaf vergessen ließ. Sie war von seiner Reaktion verwirrt, überließ sich dann seinem Tun und vergaß das Licht.
Warum reagierte er so? Ob sie ihn fragen durfte? Aber wie sollte sie das ausdrücken? Besser, sie ließ es und wartete ab, ob sich eine Antwort von alleine ergab. Seine Liebkosungen fühlten sich doch eigentlich recht gut an, nicht mehr ganz so unanständig wie vor drei Tagen. In der ersten Nacht durfte sie in seinen Armen einschlafen. Aber da hatte sie seinen Trost gebraucht. Ob sie auch ohne Trost in seinen Armen einschlafen durfte? Durfte sie ihren Gatten mit so einer Bitte behelligen? Machte eine anständige Dame so etwas? Das waren Dinge, die ihre Mutter ihr hätte sagen sollen, die hätten wirklich geholfen.
Jetzt sagte er so unheimlich lieb und träge: „Schlaf gut, mein Elfchen!“ Da konnte sie es doch wagen, oder? Sie drängte sich an ihn. Jetzt musste sie nur noch ihren Mut zusammennehmen und dann – legte er seinen Arm fest um sie, ohne sie einzuengen. So war es gut – und sie hatte nicht einmal fragen müssen. „Schlaf gut, mein Lieber.“, seufzte sie zufrieden.
'Ich hätte mich jetzt vielleicht zusammenreißen sollen. Sie hat doch offenbar keine Ahnung. Die Mutter ist ja noch schlimmer als ich befürchtet hatte. Na, wir sind ja jetzt weit weg. Jetzt kommt sie wieder so vertrauensvoll eng an mich gerutscht. Schön, dann kann ich sie wieder umarmen. Hoffentlich hat sie den Mut, mir zu sagen, wenn sie das nicht mag. Nein, so fühlt sich das nicht an. Sie mag das – mindestens so sehr wie ich. Ich werde das vermissen, wenn sie ihre eigenen Gemächer bezieht.'
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