Fünf Seelen in mir

GeschichteDrama, Thriller / P18 Slash
Dr. Drakken Kim Possible OC (Own Character) Ron Stoppable Shego
05.05.2019
14.07.2019
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Guten Abend,
irgendwie ist mein Zeitplan etwas durcheinander geraten. Aber das soll die Geschichte nicht trüben.
In diesem Kapitel muss Shego ihrem größten Albtraum entgegen treten. Doch dieser Albtraum hilft ihr, ihre alte Stärke wieder zu finden.
Viel Freude mit dem ersten Teil des großen Finales.

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Schwarz wie der Tod

Angel eilte zu Kims Haus, wo Shego mit Kims Familie wartete. Ann und James hielten sich gegenseitig in den Armen, während Shego vor Wut zitternd auf und ab humpelte.
„Gott sei Dank bist du da“, meinte Shego.
„Er hat mir ein Video geschickt, auf dem Kim in einem Transporter sitzt.“
Shego spielte Angel das Video vor. Diese nickte, als hätte sie so etwas erwartet.
„Eines musst du dir klar machen: was sie gesagt hat stimmt nicht. Er will euch beide psychisch fertig machen.“
„Das weiß ich.“
„Bitte vergiss das nicht. Egal, was heute noch passiert. Er hat Unrecht.“
„Ja, natürlich. Was sollen wir jetzt tun?“
Ann und James starrten Angel hilflos an.
„Du rufst ihn an und klärst mit ihm, was du tun sollst. Er will dich, Kim ist für ihn nur ein Spielzeug. Nichts für Ungut, Miss und Mister Possible.“
„Was wird er von mir wollen?“
„Er wird dich in eine Location locken, wo viele Menschen sind. Die wird er als Druckmittel benutzen, damit du ihm nicht sofort den Kopf abschneidest.“
Ann wirkte verwirrt.
„Angel, woher wissen Sie das so genau?“
Sie seufzte.
„Er hat es mit meiner Freundin genauso gemacht. Ich kam in ein Restaurant, wir redeten, spielten sein Spiel. Als ich nicht das tat, was  er wollte tötete er sie vor meinen Augen. Ich sah es über mein Handy, denn er filmte seine Tat. Aber dieses Mal wird es anders laufen, Shego. Dieses Mal sind wir zu zweit und ich werde meine Fehler nicht wiederholen.“
„Das tut mir leid, was dir passiert ist. Aber Angel, woher weißt du, wie wir es dieses Mal richtig machen?“
„Kim hat keine Superkräfte, meine Freundin hatte welche. Es geht ihm um das Machtspiel, Superhelden ihre Kräfte zu nehmen und ihnen damit seine Macht zu demonstrieren. Glaube mir, Kim ist für ihn absolut uninteressant. Sie ist keine Herausforderung. Das einzige, was ich mir denken kann, ist, dass er irgendein Druckmittel hat, um sie in Schach zu halten.“
Plötzlich schauderte es Shego.
„Ron! Was ist, wenn er Ron hat und damit Kim gefügig hält?“
Angel überlegte kurz.
„Dann müssen wir besonders behutsam sein. Pass auf! Rede mit Juri, dann überlegen wir uns etwas.“
Shego nickte. Plötzlich hörte sie Stimmen. Angel lauschte und zog ihr Schwert und ein Messer aus ihrem Halter.
„Geht sofort ins Haus. Los!“
Shego scheuchte Kims Eltern und die Zwillinge ins Haus, während Angel ihr Schwert in Position hielt.
Auf einmal eilte Angel hinter her ins Haus und schlug die Tür zu. Draußen kamen vermummte Gestalten näher.
Shego wirkte panisch.
„Was zur Hölle soll das?“
„Juri hat seine Schergen geschickt. Ich gehe und hole Hilfe. Ihr bleibt hier. Lasst sie auf keinen Fall rein.“
„Du willst gehen?“
„Ich komme wieder. Versprochen. Verteidige Kims Familie damit.“
Angel drückte Shego ihr Schwert in die Hand und eilte durch ein Fenster unbemerkt hinaus, während Shego nervös zurück blieb. James ließ die Rollos hinunter und schloss die Tür ab.
„Ann, James, versteckt euch mit den Zwillingen irgendwo im Haus. Ich weiß nicht, wann Angel zurück kommt.“
James schüttelte den Kopf.
„Wir verteidigen dieses Haus gemeinsam. Komme, was wolle.“
„Das sind Superschurken.“
„Egal. Sie haben unsere Tochter. Wir kämpfen gemeinsam.“
Ann nickte. Shego atmete zitternd ein.
Hoffentlich kommt Angel wieder!
Eine der Schergen klingelte an der Tür an. James öffnete das Türfenster und lugte vorsichtig hinaus. Die Frau lächelte falsch freundlich.
„Mister Possible, lass uns gleich zur Sache kommen: Shego soll heraus kommen. Dann passiert euch nichts. Weigert sie sich holen wir sie. Alles klar?“
„Shego kommt nicht heraus. Sie gehört zur Familie und Familie hält zusammen.“
„Vielleicht muss ich es klarer ausdrücken: wir töten euch alle, wenn Shego nicht heraus kommt. Wollt ihr wirklich für sie sterben? Für die Erzfeindin eurer Tochter?“
Shego umklammerte das Schwert.
„James, sie meint es ernst. Ich gehe raus.“
„Nein. So läuft das hier nicht.“
„James... bitte. Ich schaffe das schon.“
Die Frau seufzte ungeduldig.
„Hör auf sie. Sie ist eine kluge Frau, die es begriffen hat.“
Shego schubste James zur Seite, sodass er zu Boden fiel.
„Es tut mir leid. Wirklich. Ich entschuldige mich später richtig bei euch.“
Shego schloss die Tür auf, eilte hindurch und warf sie wieder zu. Draußen hielten sich Juris Schergen in Stellung. Shego versuchte den Schmerz in ihrem Bein zu verdrängen, indem sie langsam ein und aus atmete und den Schwertgriff mit beiden Händen umklammerte. Die Frau, die eben an der Tür gesprochen hatte grinste breit.
„Du willst also kämpfen?“
„Nichts lieber als das, Helferlein.“
Die Frau verzog beleidigt das Gesicht. Shego hob ihr Schwert und begab sich in Kampfstellung. Die Frau tat es ihr gleich, jedoch ohne Schwert, sondern nur mit zwei Messern bewaffnet. Shego konzentrierte auf ihre Muskulatur, spannte ihren ganzen Körper an. Die Schergen trieben sie an die Hauswand und schnitten ihr den Fluchtweg ab. Doch damit hatte sie gerechnet.
Plötzlich startete die Frau den ersten Angriff, den Shego mit dem Schwert abwehrte. Die Frau wich Shegos Schlag aus und erwischte sie mit einem der Messer im Gesicht. Shego prallte gegen die Hauswand, doch konnte der Frau eines der Messer aus der Hand schlagen.
„Miststück“, fluchte Shego und wischte sich Blut aus dem Gesicht.
Die Frau richtete das zweite Messer auf sie.
„Noch einmal?“, grinste sie.
Shego drehte das Schwert in der Hand.
„Gerne. Dann schlage ich dir das zweite Messer aus der Hand.“
Die Frau stürzte sie auf sie, wich dem Schwert aus und schlug mit der Faust gegen die Wand, nachdem Shego dem Schlag ausgewichen war. Shego packte die Hand mit dem Messer, doch die Klinge streifte sie am Bauch und hinterließ einen Schnitt. Die Frau drehte sich und traf Shego mit der Faust im Gesicht.
Shego taumelte. Sie hatte definitiv zu lange nicht mehr mit Waffen trainiert.
Die Frau grinste sie mit funkelnden Augen an.
„Eingerostet? Soll ich erst die Possibles und dann dich töten, damit du das Ergebnis deiner Schande siehst?“
Shego wischte sich erneut Blut aus dem Gesicht.
„Du kannst es gerne versuchen. Juri hat es auch nicht geschafft, mich zu töten.“
„Wie bist du entkommen, Miststück?“
Shego richtete sich wieder auf.
Die Frau drehte demonstrativ das Messer in ihrer Hand.
„Hat er dich gehen lassen?“
„Ich habe ihn abgestochen und seinem Helferlein sein Gehänge abgeschnitten, als er mich töten wollte“, knurrte Shego.
„Ich habe ihn entmannt. Willst du es genau wissen?“
Die Frau verzog kurz das Gesicht.
Shego richtete ihr Schwert und umkreiste sie, beobachtet von den anderen Helferlein um sich herum.
Shego erinnerte sich an die letzte Nacht in dem Verlies. Sollte das Miststück es doch erfahren.
Hego umklammerte ihre Hand, als Juri in das Verlies kam und Shego am Galgen auf den Gang zerrte. Er ließ sie von seinen Männern auf eine Liege hieven und fesselte ihre Hände und Füße. Juri hielt ihr ein Messer vor das Gesicht.
Hegos Wurfmesser. Shego ballte die Fäuste.
„Du willst mich doch nicht mit dem Messer meines Bruders töten?“
„Das hat doch Symbolwert, oder?“, grinste er und schnitt Shegos Anzug auf. Er sah zufrieden auf ihre Brüste, die nass vom Schweiß im schwachen Licht glänzten.
„Wunderschön.“
„Danke. Genieß' den Anblick, Arschgesicht.“
Shego funkelte ihn mit nassen Augen an. Unbeeindruckt von ihren Beleidigungen setzte Juri die Klinge an ihrem Hals an und schnitt langsam den Oberkörper hinab. Shego verkrampfte, doch konnte den Schmerzensschrei nicht unterdrücken, er entkam ihr unkontrolliert. Juri schnitt so langsam, dass sie förmlich fühlen konnte, wie ihre Haut Millimeter für Millimeter auseinander glitt. Die Minuten vergingen kaum, bis er endlich an ihrem Intimbereich angekommen war und kurz vor ihrem Schambereich stoppte.
„Jap. Ich habe es genossen, Shego.“
Sie würge Magensäure auf ihre Wunde. Um sie herum drehte sich das Verlies und sie sah Juri nur noch verschwommen. Der Schmerz bohrte sich in ihren Verstand und raubte ihr die Sinne. Juri tätschelte ihre Stirn.
„Das war erst der Anfang, süße Shego. Dein Bruder soll mit ansehen, wie ich dich langsam und qualvoll töte.“
„Damit er sein Versagen live mit ansehen kann?“
„Kluges Kind. Wirklich.“
Shego sammelte ihre Konzentration und starrte Juri provokativ an.
„Dann los, Arschgesicht. Schneide mich in Stücke. Ich warte auf deine Klinge.“
Juri schnaubte. So schien es ihm weniger Spaß zu machen.
Er drehte sich um, um die Klinge zu schärfen.
„Jungs, fangt schon einmal ohne mich an. Ich muss erst die Klinge richtig scharf machen.“
Shego ahnte, was er meinte. Sofort kletterte einer Männer auf Shego und tatschte sie an. Sein Atem roch nach Kautabak, seine Zähne waren gelb. Shego würgte erneut Magensäure heraus, als sich der Kerl über ihr Gesicht beugte. Plötzlich spürte sie einen Adrenalinschub, der ihren Kopf hochschnellen ließ und dem Kerl ihre Stirn gegen seine schleudern ließ. Shego nutze den Moment und biss dem Kerl in die Wange und riss ihm ein Stück Fleisch heraus, welches sie ihm demonstrativ entgegen spuckte. Dann zog sie ohne Rücksicht auf ihre Hände und Füße diese aus den Fesseln heraus und schubste den Kerl von sich runter.
Erschrocken vom Lärm eilte Juri herum, doch bevor der reagieren konnte schlug Shego ihm ins Gesicht und riss ihm das Messer aus der Hand. Mit einem Satz rammte sie das Messer erst sich selbst zwischen die Beine und ihm in die Seite.
„So bin ich für deine Kerle uninteressant. Arschgesicht.“
Sie zog das Messer heraus und wischte das Blut an Juris Jacke ab. Juri fiel auf die Knie und ächzte vor Schmerz.
Shego eilte schwankend um und starrte Charles und einem weitere Helferlein entgegen. Sie sah kurz zu Hego, der ihr zunickte. Sie wusste, dass sie jetzt fliehen musste. Juri ächzte.
Shego schleuderte das Messer auf das Helferlein neben Charles, dieser wurde zwischen die Beine getroffen. Shego rannte davon und verschwand in den dunklen Gängen, als sie einen Schuss hörte. Sie zuckte zusammen, doch sie hörte keine Kugel neben sich aufkommen. Der Schuss man aus der Zelle.
Nein! Er hatte Hego erschossen.
Egal! Sie hatte nur diese eine Chance.
Juri schrie Charles an, er solle ihr folgen.
Verflucht. In diesem Labyrinth würde sie niemals den Ausgang finden. Shego verirrte sich immer mehr in der Dunkelheit, als sie plötzlich Charles vor sich stehen sah.
Sie unterdrückte einen Schrei. Doch Charles fasste sie an der Schulter.
„Geh den Gang runter und dann links. Nach etwa fünfzehn Metern findest du einen Ausgang. Beeile dich.“
„Warum hilfst du mir?“
„Weil du leben sollst. Jetzt geh.“
Shego wusste nicht, was sie tun sollte. Konnte sie ihm wirklich trauen? Hatte sie überhaupt eine Wahl?
Shego folgte seiner Anweisung und rannte die Gänge hinunter, bis sie tatsächlich einen Ausgang fand. Sie zwängte sich durch das kleine Tor hinaus in den Wald. Sofort atmete sie kalte Luft ein. Frische, kalte Luft. Sie hörte wieder Juris Stimme und eilte in die Dunkelheit, immer dem Geräusch des Flusses nach.
War Hego wirklich tot? Hatte sie ihn etwas im Stich gelassen?
Shego spürte ihr Herz schlagen, viel zu laut und viel zu schnell.
Sie sah Licht. Eine Laterne. Und die Brüstung einer Brücke. Shego hörte wieder Stimmen hinter sich. Sie rannte gegen die Brüstung, stoppte, starrte links und rechts. Wohin sollte sie rennen?
Plötzlich kam Juris Stimme näher. Sie kletterte auf die Brüstung und starrte hinunter. Plötzlich schleuderte er das Messer in ihren Bauch und Shego verlor den Halt. Aus dem Augenwinkel sah sie eine Silhouette, dann stürzte sie in die Tiefe. Beim Aufprall spürte sie nur Schmerz und das kalte Wasser. Ein stechender Schmerz durchzog ihr Bein und ihren Bauch. Dann ließ sie sich vom Wasser den Fluss hinab treiben.
Die Frau verzog das Gesicht.
„Du warst das also?“
„Es ist kein Verlust. Glaube mir.“
Shego spannte erneut ihre Muskeln an.
„Und dein Tod ist ebenfalls kein Verlust, Helferlein.“
„Soweit wird es nicht kommen.“
Verdammt, Angel. Wo bist du?
Shego hoffte genug Zeit schinden zu können, bis Angel wieder auftauchte.
Die Frau kam näher. Das Messer immer bereit. Jederzeit könnte sich einer der Helferlein auf sie stürzten.
Shego richtete ihr Schwert. Bereit.
Die Frau eilte auf sie zu, doch ein Schlag mit dem Schwert reichte aus, um ihre Hand abzutrennen. Die Hand fiel samt Messer zu Boden und die Frau wand sich plötzlich schreiend am Boden. In diesem Moment stürzten sich die Helferlein auf sie, doch Shego schaffte es sie mit dem Schwert auf Distanz zu halten.
Sie hörte ein Motorgeräusch. War das etwa Angel? Shego schleuderte das Schwert um sich herum, einige Bluttropfen spritzen ihr ins Gesicht. Das Motorgeräusch kam näher und im nächsten Moment raste Angel mit einem Transporter auf die Menge zu.
Die Frau, die von einem der Helferlein aus dem Gemenge gezogen worden war wurde samt Helferlein überrollt. Angel riss das Lenkrad herum und raste seitwärts mit dem Transport über die anderen Helferlein. Shego sprang hektisch zur Seite und rollte sich ab, während Angel kurz vor der Hauswand zum stehen kam. Angel stieg aus und rammte den letzten Überlebenden ihr Schwert in den Kopf. Shego zitterte.
Vorsichtig lugten James, Ann und die Zwillinge durch die Tür auf das Schlachtfeld. Jim jubelte.
„Das war krass! So krass!“
„Danke“, grinste Angel.
„Shego, geht es dir gut?“
„Soweit ja. Ich denke, ich habe sie gut in Schach gehalten.“
Angel sah auf die Hand samt Messer.
„Das denke ich auch.“
Ann und James scheuchten die Zwillinge wieder ins Haus.
„Danke, euch beiden. Ihr habt uns gerettet. Aber...damit hätten wir nicht gerechnet.“
Shego hob eine Braue.
„Es sah auch nicht so aus, als ob du das zum ersten Mal gemacht hast.“
„Es ist die effektivste Art, größere Gruppen zu dezimieren. Komm, Shego. Jetzt müssen wir Kim retten. Doch vorher rufen wir Juri an. Er muss wissen, was mit seinen Schergen passiert ist.“
Angel wählte seine Nummer und drückte Shego das Handy in die Hand. Juri nahm schnell ab.
„Hallo, Shego. Schön dich wieder zu sehen.“
„Ja, kann sein. Wie geht es Kim?“
„Sie ist lebendiger, als deine Brüder.“
Shego biss die Zähne zusammen.
Juri lachte.
„Du hast etwas Blut im Gesicht. Haben euch meine Leute schon besucht?“
„Deine Leute sind nur noch Matsch.“
Shego drehte kurz das Handy in Richtung Leichen.  
Juri verzog das Gesicht.
„Das ist ärgerlich.“
„Wir haben einen Deal, Juri. Ich melde mich und du sagst mir, wo ich dich finde. Also?“
„Ich schickte dir eine Adresse. Zieh dir etwas hübsches an, sodass du vorzeigbar bist. Dann reden wir über Kim. Ohne Angel. Sehe ich sie töte ich Kim. Klar?“
„Klar.“
Juri legte auf. Shego seufzte.
„Anscheinend muss ich mit ihm essen gehen, oder sowas.“
„Bleib gelassen. Ich bleibe immer in der Nähe.“
„Er sagte, ohne dich.“
„Das habe ich gehört. Keine Angst, du er wird mich nicht sehen. Lass uns fahren. Wir müssen dir noch etwas anderes zum anziehen besorgen.“
Shego drehte sich zu James und Ann um.
„Ich bringe Kim wieder nach Hause. Versprochen.“
Ann klammerte sich an James.
„Pass auf dich auf.“
„Natürlich. Wir sehen uns.“
Shego drückte Ann und James zum Abschied.  Dann stieg sie mit Angel in den Transporter.
„Wo hast du den her?“
„Geliehen.“
„Ist klar. Lass uns zu meinem alten zu Hause fahren. Dort habe ich alles, was ich brauche.“
Angel nickte. Und Shego sammelte all ihre Wut, die sie in ihrem Innersten finden konnte für den finalen Kampf.
In ihrem alten Geheimversteck zog sich Shego ihren Anzug an und ein schwarzes Kleid darüber. Sie schminkte sich leicht, kämmte sich die Haare und versteckte eine kleine Wurfaxt unter ihrem Kleid, welche Angel ihr gegeben hatte. Drakken beobachtete sie kopfschüttelnd.
„Und das alles für Kim Possible? Ist das nicht etwas übertrieben?“
„Nein, Drakken. Ist es nicht. Ich weiß, was ich tu.“
Drakken schüttelte erneut den Kopf.
„Ich bin immer noch der Meinung, dass du zu viel in Kim investierst. In dieses nervige Gör.“
„Es geht nicht nur um Kim. Es geht auch um mich. Also lass mich den Kampf kämpfen, den ich kämpfen muss.“
Shego richtete ihr Kleid. Es fühlte sich merkwürdig an so gestylt ihrem Peiniger gegenüber zu treten.
Doch er wollte es so.
Shego verabschiedete sich von Drakken und fuhr mit Angel zu der Adresse. Es schien eine Gala zu sein, denn überall waren Limousinen. Shego sammelte sich.
„Du bleibst in der Nähe?“
„Du wirst mich nicht sehen. Versprochen. Viel Erfolg.“
„Danke. Ich gehe dann mal los.“
„Denk daran was wir besprochen haben. Du machst das schon.“
Shego nickte und stieg aus dem Auto. Sie lief langsam zum Eingang, wo ein Mann mit einer Liste stand. Shego atmete tief ein und wiederholte, was Juri in der Nachricht geschrieben hatte.
„Allanis Decenkovic. Ich bin hier mit Juri Decenkovic verabredet.“
Der Mann nickte und ließ sie hinein. Shego sah sich um. Juri war nirgends zu sehen. Dann kam ein Mann auf sie zu und führte sie zu einem Tisch.
Juri saß dort, im Anzug, die Frisur perfekt abgestimmt. Shego schien das Herz stehen zu bleiben, als sie ihn sah. Er lächelte sie schmierig an und scheuchte den Kellner davon. Shego verspannte, spürte sofort Magensäure aufsteigen.
„Shego, meine Liebe.“
Juri nahm ihre Hand und küsste sie auf den Handrücken. Shego schluckte die Magensäure hinunter.
„Ich bin so froh, dass du gekommen bist. Du siehst fabelhaft aus.“
„Danke.“
„Deine Narben sieht man kaum. Doch, zwei frische Wunden sehe ich unter deinem wunderschönen Haar hervor blitzen.“
„Ein schönes Gesicht kann nichts entstellen“, murmelte Shego.
Juri grinste.
„Das hast du recht. Komm, setz dich. Wir müssen schließlich etwas bereden.“
Shego setzte sich auf die Bank, worauf sich Juri neben sie setzte. Shego ballte die Fäuste, doch wusste ganz genau, dass sie ruhig bleiben musste.
Juri bestellte zwei Getränke und grinste sie schmierig an.
„So, dann reden wir mal über Kim Possible.“

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