Thin for the Win

von Mounira
GeschichteAngst, Freundschaft / P12 Slash
05.05.2019
11.08.2019
25
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Willkommen, liebe Leser!
Ein paar Worte vorab: Eigentlich habe ich gar keine Zeit zum Schreiben und entsprechend handelt es sich hierbei auch nur um ein Schnellschreibprojekt. Man merkt es der Geschichte an, keine Frage. Trotzdem möchte ich sie hochladen (in der Kategorie ist einfach zu wenig los ;-).
Die nächste Warnung bezieht sich auf die Themen, die in dieser Geschichte behandelt werden: Depressionen, Selbsthass, Angstzustände, Panikattacken, Selbstwertprobleme, selbstverletzendes Verhalten und essgestörtes Verhalten. Wer Schwierigkeiten damit hat, etwas über diese Themen zu lesen, möge diese Geschichte bitte jetzt verlassen.
Zu guter Letzt bleibt mir noch zu sagen, dass sich der Verlauf dieser Geschichte teilweise an den Geschehnissen der 22. Staffel orientiert. Einige Szenen werdet ihr also wiedererkennen. Vieles habe ich mir aber auch einfach ausgedacht. Wenn's euch gefällt, dürft ihr mir natürlich jederzeit gerne ein Review hinterlassen (auch anonym). Ich weiß zwar von meiner anderen Schloss Einstein-Fanfic, dass die meisten Leute schwarzlesen und natürlich ist niemand gezwungen zu kommentieren, aber ein kurzes Feedback macht mir auch eine kleine Freude ;-) Wem übrigens eine bessere Idee für den Titel der Geschichte einfällt, darf mir diese gerne mitteilen. Ich bin da leider immer sehr einfallslos.


Thin for the Win



Timo kann sich nicht mehr genau daran erinnern, wann oder wie es angefangen hat, aber seit geraumer Zeit tropft ihm das unerbittliche „Du bist nicht gut genug!“ wie Pech auf den Kopf, rinnt ihm düster übers Gemüt, wischt ihm das Lächeln vom Gesicht, verklebt ihm auf dem Weg abwärts die Lunge und sammelt sich schließlich bleischwer in seinen Beinen und Füßen. Unwillkürlich fällt ihm das Atmen immer schwerer und wird das Laufen immer anstrengender. Wenn er sich in Startposition begibt, wenn er nur ans Laufen denkt, krallt sich sofort eine eiskalte Furcht in seine Schultern und dreht ihm den Magen um. Ihm wird schlecht und schwindelig und in seinen Gedanken ist nur noch für eines Platz: Für das „Du bist nicht gut genug!“

Die Trainingstage reihen sich aneinander und die Uhr tickt gegen ihn. Das Blei in seinen Füßen, die Angst in seinem Nacken und die unanfechtbaren Gedanken hinter seiner Stirn halten ihn zurück. Schließlich kommt es, wie es kommen muss:
Er wird merklich langsamer.

'Tu gefälligst was dagegen!', staucht ihn seine Furcht zusammen.

Aber was soll er tun? Was denn nur? Timo weiß weder ein noch aus, hat sich bislang nie sonderliche Gedanken darüber gemacht, dass seine sportliche Leistung irgendwann nicht mehr stimmen könnte. Schon in der Grundschule war er der schnellste Läufer der Klasse. Der Platz auf dem Sportinternat war ihm so sicher wie das Amen in der Kirche. Und seit er mit Beginn der Pubertät in die Höhe geschossen ist und dabei seinen schmalen, muskulösen Körperbau behalten hat, haben sich seine Zeiten nur noch gebessert. Es gab immer nur einen ganz klaren Aufwärtstrend in seinem Leben – zumindest bis vor Kurzem.
Mittlerweile bedrückt ihn schon der bloße Gedanke ans Training. Jetzt spürt er Herrn Hausers kritischen Blick schon auf sich, bevor sie sich überhaupt in der Schule oder auf dem Trainingsplatz begegnen. Und Tills spitze Kommentare durchstechen eiskalt Timos Zwerchfell, sodass Timo von Tag zu Tag schlechter Luft bekommt.
Es ist schrecklich.
Timo gibt sich alle Mühe, aber er kann so nicht atmen und nicht laufen. Da ist Blei in seinen Beinen, in seiner Lunge und in seinem Herzen. Sein gesamter Körper ist schwer. Viel zu schwer.

'Dann tu verdammt noch mal endlich was dagegen!', faucht ihn seine Angst erneut an und zwingt ihn dazu, eine Lösung zu finden.
Er ist ein Problem, das behoben gehört.
Mutterseelenallein mit seiner depressiven Verstimmung und der blanken Verzweiflung steht Timo im Zimmer und betrachtet seinen nackten Oberkörper im Ganzkörperspiegel des Kleiderschranks. Sieht, was ihn zurückhält. Weiß, dass er eigentlich sehr gut in Form ist, aber weiß zugleich, dass es nicht reicht. Dass seine Form sich verbessern muss, wenn er besser werden will. Wer braucht schon unteres Bauchfett? Und seine Arme? Die könnten auch definierter sein, ebenso wie seine Brustmuskulatur und etliche andere Stelle seines Körpers. Plötzlich entdeckt Timo überall an sich nur noch Fett, das weg muss. Denn Fett ist nichts anderer als unnötiger Ballast, den er mit sich rumschleppt und der ihn ausbremst.
Ja, Timo kann die Angst vielleicht nicht direkt loswerden, aber Gewicht, das kann er verlieren. Und wenn er erst mal leichter ist, wird er garantiert auch wieder schneller laufen können. Dann stimmt seine Leistung endlich wieder. Und dann wird er sich auch automatisch wieder besser fühlen und kann das ihn quälende „Du bist nicht gut genug!“ ein für alle mal hinter sich lassen. So wird es sein. Ganz bestimmt.
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