Fable-TLC: Licht und Schatten

GeschichteFantasy / P18 Slash
OC (Own Character)
05.05.2019
05.05.2019
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Im Kartenraum verbeugt sich Gwydion leicht vor dem Gildemeister, schließlich konnte man es nicht so eilig haben, dem Meister nicht Respekt zu zollen. „Ich bin sofort hergekommen. Um was geht es?“, fragte er schnell. „Es könnte eventuell wichtig sein, aber vielleicht ist es nur ein nicht weiter bedeutender Einzelfall.“, sprach der Meister in Rätseln. „Ich habe nachgedacht, ob ich dich damit belästigen soll oder nicht, aber die Lehrlinge sind dafür glaub ich noch nicht soweit. Also es geht um folgendes. Ich habe eine dringende Botschaft aus Oakvale bekommen. Man hat heute eine Leiche gefunden. Jetzt sind natürlich alle besorgt. Wer der Mörder war und warum weiß man nicht. Aber irgendwas an dieser Leiche oder den Umständen soll mysteriös sein und man befürchtet, dass irgendwas dahintersteckt.“ Der Gildemeister dachte kurz nach und legte seine Stirn in Falten. „Tut mir leid, die Verbindung über das Siegel war nicht sehr optimal, ich fürchte ich hab nicht alles verstanden. Außer das wir jemanden schicken sollen der sich das ansieht. Du müsstest also hin, dir die Leiche ansehen und schau ob du irgendetwas Verdächtiges findest. Danach kommst du wieder her und sagst was du rausgefunden hast ok?“
Der Held blickte verwirrt drein. „Eine Leiche…aber..aber ich komme gerade eben aus Oakvale und es war alles in Ordnung, wie ich gegangen bin.“
„Hör zu, ich weiß ja auch nicht wie und wann es passiert ist, aber die Meldung hat mich selber gerade erst erreicht. Also wirst du hingehen?“


Der Held nickte. „Ja, natürlich. Ich werde sofort mein Gildensiegel nutzen.“ Gwydion verabschiedet sich vom Gildenmeister und ließ sich nach Oakvale teleportieren. Das Ganze irritierte ihn. Wieso kam man mit sowas zur Gilde? Es war ein Mord. Das war schlimm genug, aber noch lange kein Auftrag für die Gilde. Schließlich konnte auch einfach nur ein Trunkenbold dem Nächsten den Kopf eingeschlagen haben. Außerdem, an manchen Ecken konnte man rasch eine Leiche zu Gesicht bekommen, da hätte die Gilde ja viel zu tun. Außerdem war wirklich alles normal in Oakvale gewesen. Ärgerlich schüttelte er den Kopf. Wenigstens war das schnell erledigt. Danach würde es die Aufgabe der Ordnungshüter sein, den Mörder zu finden, aber üblich war das Vorgehen ja nicht gerade.


Er ging hin zum Wächter, der vor dem Stadttor stand, und sagte ihm, dass er im Auftrag der Gilde hier sei und ob er ihm etwas bezüglich der Leiche sagen könne. Der Wächter teilte ihm mit, dass man die Leiche kurze Zeit nach ihm am Strand entdeckt hatte. Sie läge immer noch dort, versteckt hinter einem Felsen. Ein Arbeiter, der gerade Kisten von einem Handelsschiff entlud, habe sie entdeckt. Gwydion bedankte sich und machte sich auf den Weg zum Strand, wo sich auch schon viele Leute befanden, die entsetzt über das Geschehene waren. Gwydion blickte in die Richtung in die die Leute zeigten. Von hier aus konnte man nämlich noch nichts sehen. Er schluckte und stieß Luft aus. Sicher er hatte schon viele Leichen gesehen, aber man gewöhnte sich eben nie daran und vor allem, man wusste nie, was man sehen würde. Er drängte sich durch die Massen von Menschen hindurch, bis er die Felsen erreicht hatte. Die Leiche war männlich, ungefähr vierzig Jahre oder so. Es waren einige Verletzungen vorhanden, keine davon aber sonderlich tief. Ein Stück daneben lag der abgetrennte Kopf. Das Opfer war enthauptet worden. Der Sand rund um den leblosen Körper war mit Blut getränkt, das sich aus der Leiche ergossen hatte. Das Auffälligste war aber eine Stelle am Oberkörper. Der Held kniete sich hin um Genaueres zu sehen. Der Geruch nach Blut stockte einem den Atem, doch er ließ sich nicht beirren und schluckte das aufkommende Gefühl von Übelkeit wieder runter. Sein eigenes Herz schlug schneller, als er erkannte wobei es sich bei der Stelle am Oberkörper handelte. Der Mörder hatte den Körper aufgeschnitten, sehr präzise, nur soviel, wie nötig war, um seinem Opfer das Herz aus dem Körper zu schneiden. Erneut ein Gefühl von Übelkeit. Wer war dazu imstande und wozu soviel unnötige Gewalt? Das Herz war nicht mehr da. Mit Ekel blickte der Held um sich, untersuchte den Boden, hob auch leicht den Körper an, doch wie es aussah, hatte der Mörder das Herz als Einziges mitgenommen. Seltsam war das alles schon. Wozu sollte jemand einen anderen so brutal umbringen, ihm das Herz rausschneiden und alles da lassen. Selbst die Leiche hatte er einfach so liegen lassen, aber das Herz  mitgenommen. Gwydion musste tief einatmen, bevor er wieder aufstand und zu einem Wächter ging, der in der Nähe stand und aufpasste. Er fragte ihn, ob jemand das Herz gefunden habe und es vielleicht nur woanders aufbewahrt habe. Der Wächter verneinte, man habe die Leiche so gefunden, wie sie eben hier lag und nichts verändert, da sie sofort die Gilde informiert hatten. Der Held nickte und wandte sich dann wieder dem Strand zu. Er musste die Umgebung untersuchen, vielleicht ließe sich so etwas rausfinden. Der Wächter hatte ohnehin alle Hände voll zu tun die Schaulustigen wieder weg zu treiben. Zuerst sah es nicht so aus, als würde er noch etwas finden, es gab nur einen Haufen Fußabdrücke, aber die konnten ja überall herkommen. Dann sah es eben aus als hätte es einen Kampf gegeben, was aber auch logisch war, denn wer ließ sich schon freiwillig enthaupten? Unter den Fingernägeln des Opfers war etwas, was zunächst einfach nach Dreck aussah. Wie sich herausstellte, waren es Textilreste von schwarzer Kleidung. Dann erblickte der Held eine Stelle im Sand, die seine Aufmerksamkeit auf sich zog. Es schien, als wäre da etwas von Sand verdeckt liegen. Er ging hin und schob den Sand mit seinen Händen zur Seite um den Gegenstand darunter zu betrachten. In der Tat, war unter dem Sand ein Gegenstand, denn als der Sand weg war, kam ein kleines Amulett zum Vorschein. Vorsichtig nahm er es in die Hand um es näher zu betrachten. Er schluckte hart. Irgendwoher hatte er es schon mal gesehen, aber woher. Dann fiel es ihm ein. Er konnte schwören, dass das Amulett von Shadow genau so ausgesehen hatte. Gut er hatte es nur sehr kurz gesehen und nicht genau, fand aber dass es trotzdem ähnlich war. Nur dieses Amulett, das er hier in der Hand hielt, war..seltsam. Es schien dunkel zu sein, Als wie ob eine Bösartigkeit und Dunkelheit von dem Gegenstand selbst ausging. Eine dunkle Macht, die selbst verdorben war und alles andre auch zu verderben schien. Ekel erfüllte ihn. Am liebsten hätte er das Ding ganz weit weg von sich geworfen, schien es ihm doch unmöglich es weiter in seiner Hand zu halten. Langsam fing er an sich zu fragen, ob dieses Amulett wohl irgendeine Bedeutung hatte und in einem Punkt konnte er dem Gildenmeister Recht geben. Das Ganze fing wirklich an mysteriös zu werden, doch er konnte nun nichts weiter machen. Mehr war leider nicht herauszufinden und so ging er zu dem zuständigen Wächter und teilte ihm mit, dass er mit seiner Arbeit fertig sei und nun der Gilde Bericht erstatten würde. Der Wächter nickte. Kurze Zeit später hatte sich Gwydion, mithilfe der Magie des Gildesiegels in die Heldengilde teleportiert. Je schneller er Bericht erstatten würde, umso schneller wäre die Sache vorüber, dachte er zumindest, denn schließlich war ein normaler Mord kein Fall für die Gilde, sondern vielmehr Aufgabe der einzelnen Städte nach Gerechtigkeit zu ahnden. Der Gildemeister erwartete ihn schon im Kartenraum und winkte den Helden zu sich. „Und? Was ist nun eigentlich in Oakvale los? Konntest du Näheres herausfinden?“ Gwydion nickte. „Ja ich war dort. Die Bewohner sind ziemlich erschüttert, man kann es sich nicht wirklich erklären. Die Leiche lag versteckt hinter einem Felsen am Strand und ein Arbeiter hatte sie gefunden. Die Leiche war enthauptet worden. An sich habe ich nichts Verdächtiges gefunden, außer das der Mörder alles gelassen hatte wie es war, außer…er hatte dem Opfer das Herz herausgeschnitten und offenbar mitgenommen“, erzählte der Held leise. „Wie abscheulich. Das hört sich ziemlich krank an oder wie die Vorbereitung für irgendein bizarres Ritual.“, der Gildemeister schüttelte den Kopf „Hast du sonst noch etwas rausgefunden?“ Gwydion stand da, den Blick gesenkt. Das Amulett hielt er immer noch in seiner Hand, das Amulett, das zu tragen so unangenehm war und dass er am liebsten so schnell wie möglich so weit weg wie möglich von sich haben wollte. Immer noch hatte er das Gefühl als würde eine dunkle Macht davon ausgehen, ja nach ihm greifen, nach dem Licht greifen, um es ebenso in Verderbtheit zu ziehen. Er sollte es dem Gildemeister zeigen, aber etwas in ihm weigerte sich. Vielleicht wollte er unterbewusst gar nicht erfahren, was das Amulett bedeutete? War es Angst? Und wenn ja, wieso? Shadow hatte vielleicht auch so ein Amulett, ja und, was bewies das schon? Langsam blickten seine Augen wieder hoch. „Hm..unter den Fingernägeln habe ich irgendwelche schwarzen Stoffreste gefunden und dann noch…das hier.“ Langsam öffnete er seine Hand und hielt sie dem Gildemeister entgegen, so dass auch dieser das Amulett sehen konnte das auf seiner Handfläche lag.


Die Augen des Gildemeisters weiteten sich, als er das Amulett erblickte. Man konnte ihm ansehen, dass er am liebsten davor zurück gezuckt wäre. Sein Blick war irgendetwas zwischen Erschütterung, Abneigung und Schrecken. Also war das Gefühl, das er bei diesem Ding hatte, keine Einbildung gewesen. Der Gildemeister spürte ebenfalls die dunkle Macht, die davon ausging und starrte auf das Amulett. „Irgendeine dunkle Präsenz schien davon auszugehen.“, begann der Held. „Was ist das nur?“ Der Meister blickte ihn an. Der Held wusste es also nicht. Nun ja, er war schon immer so anständig gewesen, hatte der Macht widerstanden und sich nicht durch das Böse verführen lassen, wie so viele seiner Vorgänger und Helden die irgendwann sich nur noch für die Macht entschieden hatten. Gwydion war anders. Es war tatsächlich so, als wäre er von Avo persönlich geschickt worden. Sein Desinteresse an der dunklen Seite war durchaus lobenswert doch in diesem Fall endete es einfach in Nicht-Wissen. Allerdings hätten wohl die meisten mit dem Amulett nichts anfangen können, außer sie hätten sich damit in irgendeiner Form beschäftigt. „Dieses Amulett…es ist ein Zeichen Skorms. Soweit ich weiß wird es von seinen Anhängern getragen.“ Er schloss kurz die Augen und öffnete sie dann wieder. „Ob es jetzt nur ein Symbol ist oder auch noch einen anderen Nutzen hat, weiß ich nicht. Doch wie seine Träger ist es genau so verdorben.“, antwortete der Meister mit ruhiger, klarer Stimme. Gwydion schluckte. Skorm…es war ein Zeichen der Anhänger Skorms? Aber das würde ja heißen, dass Shadow…Nein, das konnte nicht sein, er schien so unschuldig und nett. „Ein Zeichen Skorms? Aber..“, fing er mit leicht brüchiger Stimme an. „Ist es möglich das es auch etwas anderes bedeutet, oder auch von anderen Personen getragen wird?“, fragte er zaghaft. Doch der Gildemeister schüttelte den Kopf. „Nein, nur Skorm´s Anhänger tragen dieses Zeichen. Wieso fragst du denn?“, fragte er leicht misstrauisch, denn er hatte Gwydion´s Zögern sehr wohl bemerkt. Dieser fühlte sich nun ertappt. „Es ist nichts, nur so.“, antwortete er verdächtig schnell. Dann blickte er zu Boden und atmete aus. „Ich habe gestern diesen Jungen im Darkwood vor zwei bewaffneten Männern gerettet. Er wollte auch nach Oakvale, deswegen sind wir zusammen gegangen und haben dort übernachtet. Er hatte auch so ein Amulett, zumindest glaub ich das. Ich hab es nur für Sekunden gesehen und konnte nichts Genaues erkennen. Er hatte eine schwarze Kutte getragen..“, sagte er schließlich. Alles weitere wollte er nicht sagen, genau so wenig wie das er den Jungen nett fand und eigentlich gerade an ihn dachte. In dem Moment, als er den Satz gesagt hatte, fragte er sich schon selbst, was er eigentlich gesehen hatte und ob er sich überhaupt sicher war, was gewesen war. Er konnte beim besten Willen nicht sagen, ob sich die Amulette ähnlich gewesen waren und was genau bei Shadow´s Amulett auf der Oberfläche zu sehen war.


Der Gildemeister nickte. „Das hast du gut gemacht, dass du ihn gerettet hast. Aber wenn er wirklich so ein Amulett hatte, und dazu noch die schwarze Kutte…Ich mein, man muss ja nicht viel denken, wenn er eine Kutte hat und im Darkwood ist. Skorm´s Kapelle befindet sich im Darkwood. Naja, wie auch immer. Wenn sein Amulett genau so ausgesehen hat, gehört er wahrscheinlich zu deren Anhängern“ Der Meister blickte nun durchdringend auf den Helden. Seine Stimme nahm nun eine eindringende Tonlage an. „Hör zu, halte dich von denen unbedingt fern!“ Das war wiederum das Unheimliche am Gildenmeister. Manchmal hatte man das Gefühl als wüsste er mehr als er sollte, vor allem von den Sachen, die man lieber verschwiegen hatte. Gwydion nickte nur, darauf bedacht nicht mehr zu verraten. „Was passiert jetzt weiter?“, fragte er kleinlaut. „Hm..“, überlegte der Meister. „So wie es sich anhört, könnte ein Anhänger Skorm´s dahinterstecken. Dafür würden die schwarzen Stoffreste und das gefundene Amulett sprechen. Und wenn es so ist, kann man nie wissen, was die damit vorhaben. Dann war es sicher kein normaler Mord. Wir werden diesen Verdacht mal nach Oakvale übermitteln, danach sehen wir weiter.“ Er blickte auf das Amulett. „Und wir müssen dieses Ding verwahren oder vernichten. Es sollte nicht hier sein. Falls es noch eine zusätzliche Macht besitzt, will ich nicht das Risiko eingehen, das diese sich hier entfaltet.“


Währenddessen sagte auch Shadow in seiner Unterkunft nicht alles, es fiel ihm allerdings nicht sonderlich schwer. Es hätte gar keine Fragen gegeben, wäre er nicht in der Dörflerkleidung zurück gekehrt, denn schließlich war er ja pünktlich mit den Besorgungen zurück. Aber natürlich wurde er gefragt, weshalb er die andere Kleidung anhatte. „Ich wurde von zwei anderen überfallen. Dabei ist meine Kutte zerrissen. Sie war so hinüber, dass ich mir in Oakvale etwas anderes kaufen musste.“, gab er an. Natürlich fragte ihn der andere Jünger Skorm´s wie das genau gewesen wäre, wahrscheinlich auch deshalb, weil er sich es nicht vorstellen konnte, das Shadow sich allein befreit haben konnte. „Als sie mich zu Boden geworfen hatten, hörten sie auf einmal jemand anders und waren abgelenkt. Es waren aber bloß Händler auf der Durchreise. Sie sind aber dann den Händlern aufgelauert und haben die überfallen. Wahrscheinlich haben die sich gedacht, dass sie da mehr Gold erbeuten können, viel hab ich ja nicht grad mitgehabt. Und da bin ich eben abgehauen.“, log Shadow. Die Wahrheit darüber, was die beiden Peiniger mit ihm getan hatten und noch vorgehabt hatten, war ihm viel zu unangenehm um darüber reden zu können. Außerdem, so fand er, musste der andere auch nicht unbedingt alles wissen. Das ihn der Held im Scheine Avo´s gerettet hatte, sich dann noch um ihn gekümmert hatte.. Dieser strahlende Held, in dessen blaue Augen man versinken konnte. Shadow blickte zu Boden, damit seine Augen ihn nicht verraten würden, doch der andere nickte bloß. „Dann steh hier nicht so rum, sondern geh zurück an die Arbeit – und zieh dich gefälligst wieder um.“, murrte er barsch. „Bin eh schon unterwegs.“, antwortete Shadow knapp und machte sich auf den Weg. Heute war er dafür zuständig den Tempel in Ordnung zu halten. Skorm´s Kapelle lag mitten im Darkwood, ganz in der Nähe eines kleinen Händler-Lagers. Abseits des normalen Wegs gelegen, ließen nur die beiden steinernen Statuen vermuten, welchen Weg man einbog, wenn man diesen Pfad entlanggehen würde. Zwei, geflügelte, gehörnte Wesen mit ausgebreiteten Flügeln. Der Darkwood wirkte ohnehin düster, doch schlug man den Weg zur Kapelle ein, schien es noch ein ganzes Stück dunkler und düsterer zu werden. Ein verschlungener Weg entlang, umgeben von verwilderten Pflanzen und toten Bäumen und einer Dunkelheit, die Verderbtheit auszustrahlen schien führte schließlich zur Kapelle. Die Kapelle war der einzig öffentlich zugängliche Teil. Der Teil zu dem zukünftige Anhänger, die sich als würdig erweisen wollten, ihre Opfer darbringen konnten um um Skorm´s Gunst zu beten. Hinter der Kapelle und für den Rest Albions nicht zugänglich, befand sich ein weiterer, wesentlich größerer Bau. Es sah aus wie eine Art Kloster. Dieser Bau beherbergte die Unterkünfte der Jünger, sowie Zeremonie-Räume und dergleichen. Während manche Anhänger es vorzogen nebenbei ein scheinbar normales Leben in einer Stadt führten, sah man von ihren Taten und Opfern ab, so hatten aber viele ihr Leben total Skorm gewidmet. In ihrer ganzen Wichtigkeit, lebten und arbeiteten sie dann eben hier, in einer verschwiegenen Gemeinschaft, aus der kein Wort an die Außenwelt drang. Shadow überquerte den trostlosen Innenhof des Baus, um zu den Quartieren zu gelangen. Kurze Zeit später war er in seiner Unterkunft. Ein Zellen-gleicher Raum mit hohen Mauern. Ein Bett, ein Schrank, ein Tisch und ein Regal, mehr war nicht drin. Der winzige Raum erinnerte einen mehr an ein Gefängnis als an etwas anderes. Er schritt zum Schrank, nahm eine neue Kutte heraus und zog sich um, es wahr schließlich Pflicht in offizieller Kleidung in Skorm´s Hallen zu dienen. Danach machte er sich an die Arbeit. Ein weiterer Tag Stumpfsinnigkeit. Während er in den Räumen nach dem Rechten sah, die Räume säuberte, Kerzen austauschte und dergleichen, fragte er sich was wohl der Held gerade machen würde und ober er ihn wohl wieder sehen würde. Sicher war er mit irgendwelchen wichtigen Quests beschäftigt oder so, schließlich wollte er ja zur Heldengilde vorbeischauen. Tja, aber was nutzte diese Information schon. Bis er hier mit der Arbeit fertig war, wer wusste schon, wo der Held dann gerade war. Schließlich war er ja berühmt und bekannt im ganzen Land. Aber war das nicht egal? Ihm zumindest schon, jedenfalls galten seine Gedanken gerade nicht der Berühmtheit des Helden. Für einen Moment ließ sich Shadow hinreißen, dass ihn seine Gedanken wegtrugen, hin zu Gwydion. Gwydion der ihn gerettet hatte. Er dachte daran, wie er ihn in die Arme genommen und gehalten hatte und daran wie gut und sicher er sich selbst dabei gefühlt hatte, als die starken Arme des Helden um ihn geschlungen waren… Er lief rot an, als ihn die Gedanken noch weiter trugen, und riss sich wieder in die Realität zurück. Warum dachte er so über den Helden nach? Außerdem hatte ihn der andere nur gerettet, es wäre unsinnig da mehr hineinzuinterpretieren.  Er schüttelte sich, Warum dachte er bloß an ihn? Was war bloß los mit ihm? Schließlich war der andere ein Held. Der Heiligenschein fiel ihm wieder ein und stupste ihn endgültig wieder in die Realität zurück. Ein Held im Schein Avo´s … unerreichbar.


In der Zwischenzeit verabschiedete sich der Held vom Gildenmeister. Er hatte jetzt keinen Nerv dafür, sich das nervige Geplapper im Aufenthaltsraum der Gilde anzuhören und so machte er sich auf den Weg zum Gildenwald. Um diese Zeit würde niemand dort sein, da in Kürze wieder das Training für die Lehrlinge anfing. Durch alle Zeiten hindurch war der Gildenwald eine regelrechte Zuflucht gewesen. Ein Ort der Ruhe und der Ausgeglichenheit, an dem man dem Stress für kurze Zeit entfliehen konnte. Er atmete tief ein, als er den Wald betrat. Schmetterlinge flogen, man hörte Vogelgezwitscher, alles schien so friedlich... Hier konnte man sich leicht der Illusion hingeben das die Welt da draußen aus Sonnenschein und flauschigen Häschen bestand. Der Held setzte sich nahe einem Teich auf den Boden und lehnte gegen einen großen Felsen. Sonnenschein und flauschige Häschen...warum konnte Albion nicht wirklich so sein, wie dieser Ort es vermittelte? So sehr Gwydion auch versuchte die Ruhe des Waldes in sich aufzunehmen, es drängten sich doch Gedanken durch seinen Kopf. Der Junge der ihm so unschuldig und sympathisch erschienen war... Er könnte so ein Amulett getragen haben und laut dem Gildemeister könnte das bedeuten dass er ein Jünger Skorm´s war. Gwydion schüttelte den Kopf. „So ein Unfug. Das kann doch nicht sein, nicht dieser Junge..“, murmelte er zu sich selbst. Sicher war das ganz ein anderes Amulett gewesen. Nie im Leben war Shadow einer von Skorm´s Anhängern. Die Frage war ob er das wirklich selber glaubte oder ob er das einfach nur nicht wahrhaben wollte. Es schien ihm nur so was von unmöglich. Aber was, wenn es wahr ist..., versuchte ein anderer Teil seines Unterbewusstseins zu sagen, wurde aber beiseite gedrängt. Shadow...


Er frage sich was Shadow wohl gerade machte, wo er wohl war. Unbewusst berührte seine Hand seine Wange, wo Shadow ihn geküsst hatte. Ein Lächeln legte sich auf sein Gesicht. „Shadow...“, murmelte er, während er kurz seine Augen schloss. Einen Sekundenbruchteil später fragte er sich selbst, warum er soviel über den Jungen nachdachte. Er hatte ihn doch gestern zum ersten Mal gesehen. Also warum dachte er jetzt so viel über ihn nach. Warum? War es im Prinzip nicht eh egal? Jünger Skorm´s aus Überzeugung oder nicht, war es nicht egal was der Junge gerade tat oder wo er sich befand...wahrscheinlich würde er ihn ohnehin nicht wiedersehen. Etwas in ihm wurde leicht traurig bei dem Gedanken. Was war nur mit ihm los? Noch dazu fiel es ihm schwer sich von dem Gedanken an Shadow loszureißen. Er würde ihn gern noch einmal sehen. Langsam schwiefen die Gedanken erneut ab. Die Leiche in Oakvale und deren Umstände, dieser mysteriöse Mord...möglicherweise ein Mord von einem Anhänger Skorm´s oder doch nur von einem Verrückten? Ihn beschlich das dunkle, bedrückende Gefühl, dass das alles noch längst nicht alles war. Etwas sagte ihn,dass da mehr dahinterstecken würde. Doch was? Gwydion streckte sich. Es brachte doch ohnehin nicht so darüber nachzugrübeln, denn noch wussten alle zu wenig über den Mord um irgendwelche klaren Schlüsse darüber zu ziehen. Und wilde Vermutungen konnten manchmal noch schlimmer sein als die Realität, ganz zu schweigen das wilde Vermutungen und Verdächtigungen nur allzu oft schon zu noch größeren Problemen und Leid geführt hatten.
Er beugte sich nach vorne und ließ seine Hand durch das kühle Wasser des Teiches gleiten, ganz so als könne das Wasser die trüben Gedanken abwaschen. Hier würde es Shadow sicher auch gefallen... Argh, wieso hatte er das nun wieder gedacht? Er nahm sich vor heute noch nach Oakvale zu gehen. Keine Jagd nach Verbrechern und Monstern oder so. Er würde einfach auf eine etwaige Nachricht des Gildenmeisters warten und nebenbei ein Auge aufhalten.


Langsam verließ der Held den Gildenwald wieder, überquerte das Gilde-Gelände und teleportierte sich mit dem Culis-Tor im Kartenraum nach Oakvale. Wie es aussah, hatte jeder In Oakvale wieder seine Arbeit aufgenommen, zumindest machte es den Anschein. Wie sich herausstellte, hatten die Wächter die Stelle am Strand auch schon abgesperrt und die Leiche war schon weg geschafft worden. Keiner der Bewohner konnte allerdings den Ausdruck von Anspannung Angst verbergen. Die Ungewissheit was diesen Mordfall betraf, saß bei allen tief. Gwydion nahm im Gasthaus Platz. Gewöhnlicherweise konnte man hier Gerüchte am besten aufschnappen. Während der Held durch das Dorf gegangen war, machte sich bei einem großen Teil der Bewohner sichtbar Erleichterung breit. Die Anwesenheit des Helden schien manche der Bewohner zu beruhigen, gab ihnen Sicherheit. Sie waren zumindest froh darüber, dass er da war. Im Gasthaus wiederum schien die Stimmung etwas widersprüchlich. Klar die meisten waren entweder in Gespräche vertieft, betrunken oder schätzten die Anwesenheit des Helden, aber dennoch fiel es Gwydion auf das ihn der Wirt erneut seltsam beäugte und ebenso ein paar wenig andere. Er könnte schwören, dass das dieselben waren die auch heute Morgen schon da waren als er noch etwas getrunken hatte bevor er sich zur Gilde aufgemacht hatte.
Während man hier ansonsten allen möglichen Sinn und Unsinn an Gesprächen aufschnappen konnte, hatten sich nun alle Gespräche auf ein Thema fixiert. Der mysteriöse Mord hatte sich wie ein Lauffeuer in ganz Oakvale verbreitet. An jeder Ecke konnte man Gespräche darüber hören, Spekulationen die wie ein einziges Gemurmel in der Luft lagen. Die Leute wussten vielleicht nicht viel darüber, doch hielt sie das nicht auf darüber zu sprechen. Angestrengt versuchte Gwydion neben seinem Bier auch noch ein paar der Gespräche um ihn zu erlauschen. Irgendwann siegt eben doch die Neugierde. Es erwies sich als nicht gerade leicht aus dem Stimmengewirr etwas zu verstehen, noch dazu da hier die verschiedensten Meinungen kursierten. Ein großer Teil hatte Angst und war betroffen. Angst, da der Mörder noch frei herumlief und vielleicht noch jemanden ermorden könnte. Es gab Leute, die an einen Einzelfall glaubten und dass dies eben ein „normaler“ Mord war, andere wiederum glaubten an einen verrückten Serienmörder. Über ein mögliches Motiv gab es die wildesten Spekulationen, da war von Rache, Räuber bis einen Konkurrenten aus den Weg schaffen alles drin. Kein Wunder, jeder versuchte einen Grund für diese abscheuliche Tat zu finden, die sich keiner erklären konnte.
„Ich hab gehört, das ihm das Herz rausgeschnitten worden ist.“, flüsterte ein dickbäuchiger Mann mit wirrem, grauen Haar eindringlich zu drei anderen die am Tisch saßen. „Ich sag euch was, das war kein einfacher Mord.. das war ein Verrückter, das war ein Opfer für irgendein Ritual...vielleicht wars ja einer von ihr-wißt-schon-welchen.“ Er blickte kurz durch die Runde bevor er fortfuhr, diesmal mit lauter Stimme „Und wenn’s so ist, gibt’s sicher bald noch ein Oper – HICKS“


Hm...anscheinend war ja doch so einiges durchgesickert über die Leiche, aber das musste Gwydion dem alten Mann lassen, die Theorie war nicht schlecht, sie wäre wahrscheinlich besser gewesen, wäre sie nicht von Oakvale´s größter Saufnase gekommen. „Gib mir noch ein Bier!“, rief der Trunkenbold dem Wirt zu. „Man, du bist doch eh schon so was von dicht, Mensch! Und hör auf so rumzubrüllen!“, rief ihm der Wirt zurück, ließ aber wieder einen kurzen Blick zu Gwydion schweifen. Just in dem Moment kreischten zwei Frauen auf die in der Nähe des Alten standen und seine Theorie mit angehört hatten. „AHH, das ist ja furchtbar und abscheulich! Das Herz? Welches Monster ist den dazu fähig?“, schrien sie aufgebracht. Von irgendwoher viel das Wort „Skorm“ und jetzt war die Aufregung komplett. „Die? Hier in unserer Stadt? Nein, also wirklich...vielleicht wars doch ein Verrückter..“ So lief das Stimmengeschwirr hin und her, die meisten glauben nicht so recht an die Skorm-Theorie und schließlich konnte man nichts mehr wirklich verstehen. Gwydion leerte sein Bier und seufzte. Also hier würde er auch nichts erfahren was ihn weiterbringen würde. Das waren einfach wilde Spekulationen und so recht wusste keiner etwas, wie denn auch. Er beschloss zu gehen. Das brachte nichts und wollte er nicht eigentlich einen ruhigen Tag? Noch dazu war es ja kein Gildenauftrag, schließlich forschten jetzt die Zuständigen der Stadt weiter und was das Amulett und etwaige andere Verwicklungen betraf musste die Gilde selber erst mehr herausfinden. Er machte sich zum Gehen auf, als er, schon fast bei der Tür, noch ein paar Gesprächsfetzen aufschnappte. Hinten in einer Ecke lief zwischen vier Leuten folgender Satz ab: „Ich habe gehört, dass gestern Abend einer von denen in unsre Stadt gekommen ist...wo die doch eh nur Unheil bringen..“ Sie hatten das geflüstert so dass es der Held schon längst nicht mehr gehört hatte, aber er bemerkte wie sich die vier dann schnell umsahen und ihn beäugten.


Währenddessen beendete Shadow seine Arbeit. Und das sogar  früher als angenommen. Ihm stand nicht der Sinn danach, den Rest der Zeit im Anwesen des Klosters, oder in seinem kärglichen Zimmer zu verbringen. Auch stand ihm nicht der Sinn danach, die Zeit mit den anderen zu verbringen. So zog er sich in sein Zimmer zurück, und legte sich aufs Bett.
Doch irgendwie kam er nicht zur Ruhe. Kaum hatte er sich hingelegt, nur um sich zu entspannen, und seine Augen geschlossen, fiel ihm der  strahlende Held erneut ein. Warum? Warum nur? Warum konnte er den Gedanken nicht loswerden? Er lehnte sich im Bett zurück, und schloss seine Augen. Die Ereignisse des gestrigen Abends liefern noch einmal vor ihm ab. Diese Kerle, der Überfall, die versuchte Vergewaltigung, und der Held, der ihn rettete. Der Held, der ihn in seine Arme nahm, der so nett zu ihm war, in dessen blaue Augen man versinken konnte. Gwydion… er verkörperte wirklich einen Helden. Er war stark, aber auch fürsorglich, und sah dabei noch so gut aus. Shadow ließ es zu, das seine Gedanken abschwiefen. In der Privatsphäre seines Zimmers sollte das ja auch kein Problem sein. Wie gern würde er dessen starke Arme noch einmal an seinen Körper spüren, den nackten Körper des Helden ganz nah an seinen spüren. Der Gedanke trieb ihm die Röte ins Gesicht. Hatte er das grad wirklich gedacht? Er seufzte auf als er bemerkte das er es nicht verhindern konnte das seine Gedanken weiter wanderten, und er noch dazu Gefallen daran fand. Unbewusst öffnete er seine Kutte und ließ seine Hand langsam über seinem Oberkörper gleiten. Er streichelte sich selbst, ein wohliges Seufzen kam über seine Lippen als er sich vorstellte, wie die Händen des Helden ihn berührten. „Oh, Gwydion…“ Er  ließ sich von seiner Phantasie treiben, spielte mit seinen Nippeln, während ihm immer heißer wurde. Seine Gedanken gingen weiter und so taten es auch seine Hände. Shadow  ließ seine zweite Hand tiefer gleiten, bis sie zwischen seinen Beinen war. Er seufzte erneut als seine Hand ihr Ziel erreichte „Ohh.. Gwydion…“,  stöhnte er leise auf, als  seine Hand begann, vorsichtige Auf und Ab Bewegungen zu machen. Er wollte ja gar nicht so an den Helden denken, aber er konnte einfach nicht anders. Seine Gedanken an den Helden wurden immer zügelloser und heißer und er konnte sich nicht dagegen wehren. Wollte er auch gar nicht, ganz im Gegenteil, er genoss es total sich den Gedanken hinzugeben streichelte sich selbst und wand sich vor Lust während die Bewegungen unter der Decke immer schneller wurden. Er fing an, hemmungslos zu stöhnen während er sich seiner Lust hingab.


Gwydion währenddessen War unschlüssig was er weiter tun sollte. Er hatte zwar viel Neues erfahren aber dennoch nichts dass ihn weiter brachte. Außerdem fragte er sich immer noch, was es mit diesen seltsamen Blicken  auf sich hatte, die ihn die Anden Gäste zugeworfen hatten. Da er hier  auch nicht mehr erfahren würde, verließ er die Taverne wieder. Dieser fremde Junge, Shadow, war ihm schon den ganzen Tag nicht aus den Kopf gegangen.. Draußen konnte man sehen, dass die Arbeiter mit dem Entladen der Kisten aus den Handelsschiffen noch nicht fertig waren. Durch den ganzen Trubel war die Arbeit ins Stocken geraten. Er wollte Ruhe. Wie hat das hier noch alles passieren können? Es war noch alles so ruhig gewesen, heute Morgen, als er Oakvale verließ. Was war in dieser kurzen Zeit nur passiert? Wer war dazu fähig? Er dachte an das, was der Gildenmeister gesagt hatte. Die Jünger Skorms… braute sich wirklich etwas zusammen, so wie es der Gildenmeister vermutete?
Gwydion beschloss, sich auf den Rückweg zu machen. Hier würde auch nicht mehr erfahren und es brachte ihn nichts, wenn er hier noch weiter Zeit vertrödelte. Außerdem waren seine Gefühle zur Stadt Oakvale, sagen wir mal, gespalten. Oakvale war einst seine Heimatstadt. Der Ort wo er sich geborgen gefühlt hatte, in dem seine Familie  gelebt hatte, wo er Freunde hatte… auf der anderen Seite gegenüber war Oakvale aber auch der Schauplatz seiner schlimmsten Erinnerungen. Die Nacht des Überfalls, bei dem seine Eltern getötet wurden, wo seine Schwester geblendet und entführt wurde, in der Nacht, in der die Stadt in Flammen stand. Er benutzte das Cullis-Tor um eine schnelle Rückreise nach Süd Bowerstone zu gewährleisten. Etwas riet Ihm, dass es besser wäre sich für den Fall der Fälle in der Nähe der Gilde aufzuhalten.


Held.. Du Engel in Menschengestalt… Shadow wand sich unter seinen eigenen Berührungen während er laut stöhnte und mit seinen Gedanken bei den Helden war. Als er glaubte, es nicht mehr aushalten zu können, kam er mit einem lauten Schrei.
Er seufzte zufrieden und rollte sich zur Seite, um dieses wohlige Gefühl der Entspannung genießen. Das war schön gewesen, und am liebsten wäre er gleich eingeschlafen. So schön die Gedanken an den Helden aber auch waren, fragte er sich, warum er gerade an ihn gedacht hatte, wo es doch noch nicht einmal sicher war, ob er den Helden jemals wieder sehen würde. Langsam erhob er sich aus auf Bett, legte seine Kleidung wieder an und stand auf. Er verließ das Zimmer, machte sich auf den Weg zum Waschraum, machte sich dort ein wenig zurecht und verließ das Gebäude. Es war noch nicht so spät, und er wollte noch ein wenig Zeit draußen verbringen bevor er wieder seine Zeit in den düsteren Mauern verbrachte. Außerdem könnte er ein paar andere Gedanken brauchen. Vielleicht wird ein wenig frische Luft, ihn von den ständigen Grübeleien an den Helden wegbringen. Er verließ die Kapelle machte seinen Weg durch den Darkwood. Er konnte sich nicht helfen, aber während er durch den Darkwood ging, beschlich ihn ein seltsames Gefühl. Es war eigenartig, da der Darkwood mehr oder minder seine Heimat war. Nein, er hatte nie wirklich hier Angst verspürt, nicht vor der merkwürdigen Atmosphäre in diesem Wald, nicht vor der vorherrschenden  Dunkelheit, aber jetzt beschlich ihn dieses unangenehme Gefühl. Diese beschissenen Typen waren schuld daran. Wie es aussah, würde dieses Ereignis gestern, ihn wohl noch ein wenig länger verfolgen. Ihm Great Wood beobachtete er ein paar kleine Hobbs. Sie stritten sich um eine Beute, traten sich gegenseitig, während größere Hobbs versuchten die kleineren aufzuhalten es bestand keine Gefahr für ihn, da er außer Reichweite der Hobbs war und so beobachtete er amüsiert das Geschehen. Ihm fielen ein paar Händler auf, die ihn noch seltsamer als sonst beobachteten. Ihm war nicht wirklich wohl dabei, aber er konnte sich nicht denken woher es kam. Er war gewohnt das er nicht mit offenen Armen empfangen wurde,  dennoch war daran wie er beobachtet wurde irgendetwas anders als sonst. Oder wurden die Händler wegen ihrer einsamen, tagelangen Reisen  mit der Zeit alle etwas sonderbar? Er schüttelte den Kopf und ging weiter.


Während Shadow weiterging, hatte sich Gwydion für die Nacht bereits ein Zimmer in der Taverne von Süd Bowerstone genommen. Er beschloss aber noch etwas umherzugehen um noch einmal über die Ereignisse des Tages nachzudenken. Allerdings wollte er sich nicht mehr weit von Süd Bowerstone entfernen, und so hielt er  es für das beste, einfach ein wenig Zeit am Aussichtspunkt zu verbringen. Der Aussichtspunkt lag zentral, und gabelte sich in vier Richtungen. Ein Weg führte nach Süd Bowerstone, ein anderer zur Heldengilde, der dritte führte zum beliebten Picknick-Platz und der letzte Weg führte schließlich in den Great-Wood.  Shadow hatte gar nicht bemerkt, dass er drauf und dran war, den Great-Wood zu verlassen. Er war einerseits dem Gedanken, andererseits genoss er es einfach spazieren zu gehen und wieder einmal außerhalb der dunklen Mauern zu sein. Darum merkte er erst recht spät, dass er Richtung Aussichtspunkt ging. Es wäre wohl nicht sein bevorzugtes Ziel gewesen. Die Nähe der Heldengilde wirkte fast wie ein abstoßender Magnet auf die Jünger. „Ach du Mist, was mache ich denn hier?“, dachte Shadow. Das war wirklich nicht die Gegend, die er wollte. Aber wenn er nun mal schon hier war, konnte er auch ein bisschen bleiben. Er war müde von dem langen Gehen, und von der ganzen  Arbeit in der Kapelle und brauchte wirklich eine Pause. So ging er durch das Tor, das Richtung Aussichtspunkt führte. Es schien ohnehin nicht mehr viel los zu sein. Es waren zum Glück nicht viele Menschen unterwegs,  aber er konnte sehen das jemand in der Nähe der großen Statue saß. Bis er selber endlich den Aussichtspunkt erreichte, war Gwydion schon längere Zeit hier, saß bei der großen Statue und beobachtete die Menschen beim vorüber gingen. Erneut ein Geräusch von jemanden, der durch das Tor kam. Er wandte seinen Kopf, um in die Richtung zu blicken. Er glaubte seinen Augen nicht zu trauen, als die Gestalt näher kam, und er sah um wem es sich handelte. Es war Shadow! Der Junge, den er gestern gerettet hatte. Der Junge, an den er heute schon so oft gedacht hatte. Shadow staunte erst nicht schlecht, als er näher kam bemerkte wer die Person war, die in der Nähe der großen Statue saß. Der Held… ein Lächeln legte sich auf sein Gesicht, als er ihn sah. Er fuhr sich mit den Fingern durch seine schwarzen Haare und beschleunigte seinen Schritt etwas. Auch der Held stand schnell auf und ging Shadow entgegen. „Shadow! Was machst du denn hier?“, fragte Gwydion verwundert. Man konnte es in ganz einfach ansehen, dass er zwar verwundert war, aber sich ebenso freute den anderen zu sehen.“ Gwydion“, rief Shadow als er endlich bei Gwydion angelangt war.“ HM, ich sagte dir doch, dass wir uns vielleicht wiedersehen werden, Held“, meinte er etwas keck. Danach lachte er.“ Ich war nach der Arbeit noch unterwegs.“ Verblüfft stand Gwydion da. Er wusste nicht was er sagen oder tun sollte. Sein erster Impuls war der, das er den Jungen am liebsten in die Arme geschlungen hätte. Aber wie eigenartig musste das wirken? Stattdessen berührte er mit seiner Hand den Arm des Jungen. „ Oh, Shadow, du hast mich jetzt echt überrascht. Ich freu mich ja so. Setzt dich doch zu mir.“


So setzten sich beide auf die Bank nahe der Statue. „Du hättest wohl nicht gedacht mich so schnell wieder zu sehen, hm?“, sagte Shadow während er seinen Kopf an den Helden anlehnte und nach oben blickte. Er hoffte es kam einfach frech rüber. So war es zum Teil ja auch gedacht, bis darauf das er ein wenig zu lange in dieser Position blieb und kurz die Augen schloß um den Geruch des Helden einzuatmen und einfach die Nähe zu genießen. Gwydion war überrascht wegen dieser Nähe, aber nichts in ihm brachte ihn dazu auf Abstand zu gehen.  Er blickte zu ihm runter und lächelte ihn an. „Nein, damit habe ich nicht gerechnet“, sagte er , „Aber ich habe es gehofft“, flüsterte eine Stimme tief in ihm. Warum fühlte er sich auf einmal so befangen? „Du, Shadow...Ich habe heute an dich denken müssen.“, kam es aus ihm raus. Shadow setzte sich ruckartig wieder normal hin und blickte ihn mit großen Augen an. „Wirklich?“