Fable-TLC: Licht und Schatten

GeschichteFantasy / P18 Slash
OC (Own Character)
05.05.2019
05.05.2019
15
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05.05.2019 7.163
 
Die Nacht brach über den Greatwood herein. Langsam funkelte ein Stern nach dem anderen auf dem klaren Himmel. Gegen einen Baum gelehnt, blickte der Held zum Himmel hinauf. Wie friedlich und einfach doch alles wirkte. Man konnte sich leicht der Illusion hingeben, dass alle Probleme wohl nur Einbildung waren. Doch es war unmöglich, denn er brauchte nur auf sein blutbeschmiertes Schwert zu blicken um sich der Kämpfe gegen Monster, Dämonen, Zauberer und anderen Fieslingen in Erinnerung zu rufen. Es war ein ewiger Kampf, Gut gegen Böse. Gwydion seufzte und stand auf. Es war höchste Zeit nach Süd-Bowerstone zurückzukehren, wenn er sicherstellen wollte, nicht gerade im Freien übernachten zu müssen. Die Nächte wurden schön langsam immer kälter und sicher war es auch nicht grad. Immerhin waren die Preise für Übernachtungen in Süd-Bowerstone von der niedrigsten Kategorie und wozu sollte er für die ewig selben harten Betten mehr als nötig bezahlen? Die Zeit bis hin zum Kampf, in dem er Messer-Jack endgültig besiegt hatte, war extrem hart gewesen. Auch war das Heldenleben wirklich nicht immer das leichteste Los, doch immer schien er seine Aufgaben mit Hingabe zu erfüllen. Es sah zumindest so aus. Er sollte wahrscheinlich stolz auf sich sein. Stolz, weil er dem Land den Frieden wiedergeben konnte, stolz, weil er selbst der Macht widerstehen konnte. Doch sobald der Held nachdenklich wurde.. Trotz seiner vielen Siege, obwohl das Volk ihn achtete und bejubelte..es gab stets einen leeren Punkt, tief in seiner Seele. Es war ihm nicht möglich sich wirklich über seine Siege zu freuen. Ja, und war es nicht egal, das jeder Kampf sein Letzter sein konnte? Er hatte ja genau genommen nichts anderes. Es war niemand da, der ihn liebte, der auf seine Rückkehr wartete und ihm Hoffnung gab. Es war einer dieser lächerlichen Widersprüche; Bejubelt von allen Seiten, aber dennoch allein. Andererseits, dachte er, war es vielleicht sogar besser so. Es war besser von einer Taverne und einem Ort im nächsten zu übernachten…besser als wenn jemand warten würde und sich seinetwegen Sorgen machen würde.


Er schüttelte den Kopf, gleich so als könne er die Gedanken mit dieser simplen Handlung wegwischen. Es war weder Zeit noch Ort jetzt darüber nachzudenken. Er war müde und wollte sich wirklich nur noch in ein Bett fallen lassen. Der restliche Weg verlief ohne Zwischenfälle, nur das Gwydion das Gefühl hatte, seine Rüstung würde schon eine Tonne wiegen. Endlich erreichte er den Aussichtspunkt. Der Gedanke bald in ein Bett fallen zu können ließ ihn den restlichen Weg über die Brücke laufen. Schnell gab er seine Waffen ab und schritt durch das Stadttor von Süd-Bowerstone. Mittlerweile war der Mond schon immer höher gestiegen und so war der Held froh, als er endlich das Gasthaus betrat.


„Ah, mein Lord. Wie schön Sie zu sehen!“, begrüßte ihn der Wirt herzlich. „Was kann ich denn für Sie tun?“
„Ich war den ganzen Tag unterwegs und bräuchte ein Bett für die Nacht.“, antwortete Gwydion und suchte schon mal das Geld um den Wirt zu bezahlen.
Der Wirt legte seine Stirn in Runzeln. Es fiel im schwer dem Helden jetzt diese Antwort zu geben, denn er sah ihm an, das er wohl einen anstrengenden, kampfreichen Tag hinter sich hatte. Dennoch war es so das sie für diese Nacht schon voll belegt waren. So etwas passierte nicht oft, aber wie der Zufall es wollte, waren zurzeit gerade Händler von außerhalb in der Stadt, die sich eben auch hier eingebucht hatten. „Es tut mir leid, mein Held.“, sagte der Wirt ruhig. „Ich kann Ihnen kein Bett anbieten. Wir sind schon total voll. Zur Dämmerung kamen gerade die letzten Händler an, die sich hier eingebucht hatten und jetzt haben wir keinen Platz mehr. Es tut mir wirklich leid.“
Gwydion blickte zum Boden. Das war mehr als ärgerlich. Er verabschiedete sich von dem Wirt und verließ das Gasthaus wieder. „Na toll, und was soll ich jetzt machen?“, dachte er, als er ziemlich unschlüssig draußen stand. Das nächst nähere Gasthaus wo er übernachten konnte war in Oakvale, und das war immerhin eine ganz schöne Strecke entfernt und er würde durch den Darkwood müssen. Er konnte sich nicht helfen, aber der Darkwood war ihm die unsympathischste Gegend in ganz Albion, auch wenn er sich nicht wirklich erklären konnte warum. Noch dazu war die Gegend nachts ein Albtraum, hatte man ja schon tagsüber keine Ruhe vor Balverinen, Hobbs und bösartigen Nymphen und Räubern.


Langsam schritt der Held durch das Stadttor und nahm seine Waffen wieder vom Wächter entgegen. Er blickte zum Himmel hinauf und strich sich durch sein blondes Haar. Tja er konnte sich nach Oakvale teleportieren wenn er wollte, aber er entschied sich dagegen. Wenn er schon nach Oakvale musste, konnte er genauso gut auch durch den Darkwood gehen. Er wusste dass manche Händler oft auch nachts reisten und durch den Darkwood hin zu den Grabhügelfeldern gingen. Also konnte er genau so gut noch etwas Gutes tun und bei seiner Durchreise ein Auge offen halten, ob alles mit rechten Dingen zuging. Das war zumindest der Grund den er sich einredete. Aber tatsächlich war es so, das er sich selber nicht erklären konnte, wieso er auf diesen Gedanken kam. Er war hundemüde, also warum sollte er sich nicht nach Oakvale teleportieren. Es war als würde etwas in seinem Inneren sagen, das er jetzt durch den Darkwood gehen solle. Wie ein inneres Drängen, wie ein Blitz war dieser Gedanke durch ihn hindurchgefahren. Er schüttelte den Kopf. Würde er mit seinen 30 Jahren schon verrückt werden? Oder war es die Erschöpfung die ihm da einen Streich spielte? Er wusste es nicht. Also nahm er sein Gildensiegel und teleportierte sich zum nächst näheren Tor zum Darkwood, dem Greatwood-Culis Tor.


Im Darkwood herrschte eine eigenartige Stille, man hörte Blätterrauschen, eine Eule, den Wind, aber sonst keine auffälligen Geräusche. Der Darkwood wirkte nachts noch düsterer und bedrohlicher als tagsüber. Man konnte ruhig sagen, dass der Darkwood seinen Namen zu Recht bekommen hatte. Er war in Dunkelheit getaucht, tags genauso wie nachts. Doch das war nicht einmal der Grund der ihn so unheimlich wirken ließ. Alles darin wirkte irgendwie tot und unheimlich. Es war, als wäre alles Natürliche aus ihm gewichen und hätte platz für etwas, Totes, Dunkles, Böses gemacht. Selbst die immerwährende Dunkelheit dort. Sie wirkte so falsch, unecht als wäre sie künstlich geschaffen oder als hätte sich die Dunkelheit mit etwas anderem, Bösen verbunden. Sicher gab es in ganz Albion keinen anderen Ort, der so unheimlich wirkte.
Ein leichter Nebel zog sich durch das Gelände. Mit gezücktem Schwert, ging der Held vorsichtig voran, immer drauf bedacht auf verdächtige Geräusche und Schatten zu achten. Zu seinem Erstaunen kam er aber sehr zügig und vor allem ohne Probleme voran. Weder ein Balverin noch ein Räuber…nichts blockierte bis jetzt den Weg. So wie es aussah, ging die Balverin-Population im Darkwood endlich leicht zurück. Zumindest hatte Gwydion schon beobachtet, das diese Viecher nicht mehr ganz so oft und nicht mehr in so großer Anzahl angriffen. Dennoch wunderte er sich wie eigenartig leer gefegt der Darkwood jetzt wirkte. Tja, vielleicht hatte er einfach Glück und das Schicksal nahm endlich mal auf seine Müdigkeit und Erschöpfung Rücksicht. Er grinste bei dem Gedanken.


Er kam nun in einen düsteren Bereich, wo es wirklich schon schwer war irgendetwas zu sehen, als er auf einmal ein Geräusch hörte. Es klang wie ein Wimmern und kam gleich um die Biegung. Er glaubte sogar ein „Bitte tut mir nichts.“ Zu hören und so schlich er sich näher ran, bis er auf einmal ein paar Personen sehen konnte. Vorsichtig schlich Gwydion weiter und versteckte sich hinter einem Baum, um erstmal alles in Ruhe beobachten zu können, schließlich wusste er ja nicht, was da los war. Ein Stück weiter weg spielte sich folgende Szene ab:


Man konnte drei Männer erkennen. Sein Blick fiel auf den einen Jungen. Er war in einer schwarzen Kutte gekleidet, hatte längeres schwarzes Haar und war das, was man als „Petite“ bezeichnen konnte. Er wirkte recht klein und zierlich, fast zerbrechlich. Der Junge war gegen einen Baum gedrückt. Einer der andern beiden Männer hielt ihn von hinten gegen den Baum gepresst so dass er sich nicht befreien oder wehren konnte, die Arme fest nach hinten gerissen. Der andere Mann stand vor dem Jungen und hielt ein Messer gezückt, das er dem Jungen unter die Nase hielt, währen dieser ihn mit schreckensgeweiteten Augen anstarrte. Der Mann murmelte irgendetwas zu dem Jungen, während seine zweite Hand über die Wange des Jungen strich. „Weißt du, ich wollte es schon immer mal mit einem von euch machen..“, sagte der Mann grinsend. „Ja, der ist wirklich recht hübsch für einen von denen“, bemerkte der Zweite dazu. „Ja..er sieht so richtig süß und unschuldig aus, der Kleine…es wird mir eine Freude sein, seinen süßen Körper ranzunehmen.“, lachte der Erste wieder. Der Zweite stimmte mit dem Lachen ein, hielt aber dennoch das Opfer fest. Der Junge geriet währenddessen mehr und mehr in Panik und schluckte. „Bitte lasst mich laufen.“, bettelte er. Er wimmerte, versuchte verzweifelt seine Hände freizubekommen, auch wenn er wusste, dass er gegen die Kraft des anderen nicht ankam. Er wollte nach Hilfe schreien. Doch es kam nicht mehr als ein „Hi..“ aus seiner Kehle, bevor ihm einer der Männer den Mund zu hielt und er erneut mit dem Messer bedroht wurde. Wieder strich ihm der Erste über die Wange, kam mit dem Kopf näher heran und küsste den Hals des Jungen. Seine Bewegungen und Berührungen waren gierig und ließen nicht offen, was er vorhatte. Der Junge keuchte auf, als er die ungewollte Hand an sich spürte und des anderen Lippen. Diese Berührungen, die ihm eine Gänsehaut brachten und ihn erschaudern ließen. Er wusste genau was passieren würde. Er wusste was sie ihm antun würden und er konnte sich nicht dagegen wehren, war ihnen hilflos ausgeliefert. „Nein…Bitte“ wimmerte er, als er wieder versuchte loszukommen, seinen Körper wand und dennoch dem ganzen nicht entkommen konnte. „Lasst mich los. Bitte tut das nicht..“. Der Mann grinste nur und ließ seine Hand hinab an den Jungen gleiten. „Du bist so süß, wenn du dich dagegen wehrst.“, murmelte er während seine Hand weiter hinabglitt bis sie schließlich zwischen den Beinen des Jungen war. Die Augen des Opfers weiteten sich, als er die Berührung zwischen seinen Beinen spürte, spürte wie der andere ihn dort anfasste und streichelte. „Nein“, schrie er auf. „Hört auf, Ich will das nicht.“, schrie er, während die Berührung die Röte in sein Gesicht trieb. Ein Hieb mit der Faust des Mannes brachte ihn zum schweigen. Er hatte die Faust gar nicht kommen sehen die in sein Gesicht schlug und ihn fast um die Besinnung brachte. Doch wie es aussah, war es ihm nicht mal vergönnt das Bewusstsein zu verlieren um ihm dieses Erlebnis zu ersparen. „Halt die Klappe!“, brüllte der Mann ihn an. „Wenn du nicht ruhig bist..“ er sprach nicht weiter, sondern wedelte bloß mit dem Messer vor des anderen Gesicht herum. „Wenn du brav bist, werde ich dich wieder laufen lassen.“, zischte er dem Jungen zu. „Es wäre ja schade wenn einem Süßen wie dir etwas passieren würde, oder?“, fragte er während seine Hand weiter sein Opfer streichelte. Und er es regelrecht genoss wie der andere sich dagegen wehrte und seinen Körper wand. Es war, als würde dessen Wimmern ihn nur noch mehr anfeuern. Tränen stiegen den Augen des Jungen empor, Tränen die er nicht mehr zurückhalten konnte. Es würde geschehen und er würde nichts tun können. Sie würden kriegen was sie wollten, oder ihn töten. Immer verzweifelte wurde sein wimmern und bitten, das den beiden Peinigern aber nur ein höhnisches Grinsen entlockte. Der erste Mann richtete sich auf einmal auf und hielt sein Messer fest. „So, genug gespielt. Jetzt lass uns zur Sache kommen, mein Kleiner. Lass uns mal sehen was du unter deiner Kutte hast..“


Der Peiniger setzte das Messer an, während sich die Augen des Jungen weiteten. Was hatte er vor? Würde er ihn hier sofort umbringen? Er hielt den Atem an, während er die Augen schloss. Mit einem Ruck durchschnitt der Mann die Kutte seines Opfers und riss sie brutal mit den Händen auseinander, sodass der Körper des Jungen nun völlig entblößt vor ihm war. Der Junge schrie gellend vor Entsetzen auf, während immer mehr Tränen sein Gesicht runter liefen. Er weinte nun heftig und die Angst ließ ihn unkontrolliert zittern. Mit einem gierigen Glitzern in den Augen näherte sich der Peiniger erneut seinem Opfer.


Währenddessen schlug der Held entsetzt eine Hand vor dem Mund, als er diese Szene sah. Fassungslos sah er die beiden Peiniger an und dann erblickte er die Tränen des Jungen. Die Tränen, die ihm ins Herz zu schneiden schienen, während eben diese Tränen die beiden Rüpel nur zu amüsieren schienen. Sein Herz schlug schneller. Er musste etwas tun. Sein anfänglicher Verdacht hatte sich bestätigt. Er hatte ja schon eine Ahnung gehabt, was die beiden vorhaben könnten, aber schließlich waren es ja auch Männer, genauso wie der Junge..Doch die hatten allen Ernstes vor, diesen hilflosen Jungen zu vergewaltigen. Wie konnte man den nur zu so was fähig sein? Noch dazu, wie erbärmlich war das doch. Nicht nur das beide stärker waren, mussten sie auch noch zu zweit den Jungen einschüchtern. Und so bereitete sich der Held mit seinem Schwert auf einen Kampf vor. Allerdings würde er acht geben müssen. Die Gegner waren zu zweit. Das war zwar keine Schwierigkeit, aber er würde genau aufpassen müssen was er tat, vor allem würde er den Zweiten der den Jungen hielt irgendwie ablenken müssen, damit nicht einer der beiden dem Jungen etwas antat, während er gerade mit dem anderen kämpfte. Was er brauchte war ein Plan, wie er die Situation am besten anpacken sollte.


Die beiden wussten natürlich nicht, dass sie nicht alleine waren, denn sie hatten die Anwesenheit des Helden noch nicht bemerkt. Kein Wunder, waren sie ja auch anderwertig beschäftigt. Die fremden, gierigen Hände glitten über den Körper des Jungen, glitten seinen Rücken hinab, während sich der Peiniger an ihn presste. Die Tränen liefen schneller sein Gesicht herab und er schluchzte nur noch. Sein Kopf war gesenkt, aufgebend, während sein Körper unter den wiederlichen Berührungen des Fremden zuckte. Es war so wiederlich wie er den Atem des Fremden, dessen gierige Berührungen auf seinen Körper spürte und diese verdammte Hilflosigkeit und Verzweiflung. „Oh…Skorm, bitte hilf…mir..“, hauchte er, schwer verständlich unter seinem Schluchzen. Ja, warum half er ihm nicht? Als wäre die Demütigung nicht ohnehin schon perfekt, würden ihn die beiden Ekel-Pakete auch noch so nah vor den Augen Skorms vergewaltigen.
Die Hand des Peinigers glitt weiter hinunter und trieb erneut eine Röte in das Gesicht des jüngeren, als sie an seinem Po entlangfuhr. Ein Zucken ging durch seinen Körper, als er spürte, wie sich plötzlich ein Finger dazwischen bahnte. Ein grelles Kreischen zerfetzte die Stille, als der Finger plötzlich hart in ihn gerammt wurde. Dieser Schmerz! Er keuchte auf und ließ einen erneuten Schmerzensschrei los, versuchte sich loszureißen. „Aufhören! Bitte! Ich tue alles, aber bitte nicht das…bitte…nicht...“, bettelte er seine Peiniger in seiner letzten verzweifelten Hoffnung an. Sein Peiniger blickte leicht verärgert, leicht verächtlich auf den Jungen herab, ließ aber dann nur ein höhnisches Lachen von sich hören. „Man, jetzt stell dich nicht so an! Zier dich nicht so. Bist du noch Jungfrau, oder was?“ Der zweite Peiniger lachte. „Anscheinend ist er das…Vielleicht will er sich ja für den Richtigen aufheben.“ Die beiden lachten sich noch schief mit diesem Blödsinn, doch plötzlich packte der Ersten den Jungen brutal an den Schultern und zwang ihn zu Boden, sodass dieser nun kniend auf allen Vieren verharren musste, während der erste Peiniger seine Hose öffnete. „Tja kleiner, dann wird das jetzt ein harter Ritt für dich.“, sagte er. Der Junge sagte gar nichts mehr. Jetzt gab es ohnehin keinen Ausweg mehr und so gab er auf. Das Einzige, das noch von ihm kam, war sein Schluchzen und die Tränen, die auf den kalten Boden fielen. Es sollte nicht passieren, nicht mit diesen beiden Ekeln, nicht so, nicht auf diese Weise.


Und so kauerte er dort, Augen geschlossen, wartend auf die nächste Pein, als plötzlich ein Blitz durch die Dunkelheit zuckte. Für kurze Zeit hörte man nur dieses Zischen und sah das Aufleuchten des Blitzes, der da auf einmal aus der Dunkelheit entgegen schoss, pfeilschnell und seinen Peiniger traf. Der schrie laut auf, als die Elektrizität des Blitzes durch seinen Körper fuhr, und sackte zusammen. Der Zweite fuhr erschreckt zusammen und blickte schnell um sich „Scheiße! Was war das?“, rief er aus, als er schnell seine Waffe zog und Ausschau nach dem Angreifer hielt. Und genauso schnell ging es, dass Selbstsicherheit in Panik umschlug, bzw. Angreifer jetzt nun selber zum Opfer wurden. Während sich der Blitz-geschüttelte wieder aufrichtete, sprang auch schon der Held  mit gezücktem Schwert aus seinem Versteck hervor und preschte in Richtung der beiden Rüpel vor. „Scheiße, das ist so ein Gildepüppchen!“, brummte der Erste. „Müssen sich diese verdammten Helden auch überall einmischen?“ „Wir sind zu zweit.“, überlegte der Zweite. „Komm, den mischen wir auf, soll er doch mit seinem beschissenen Heiligenschein bei seinen Engeln landen!“, rief er noch, bevor Gwydion auch schon mit dem Schwert nach ihm schlug. Der Gegner parierte zwar, doch er wurde durch die Wucht aus dem Gleichgewicht gebracht und taumelte zur Seite. „lasst den Jungen in Frieden. Ihr kommt euch wohl wirklich gut vor, zu zweit auf einen Einzelnen loszugehen, was? Aber so etwas kann ich nicht zulassen!“, rief der Held verärgert. Der Junge war kurzzeitig erstarrt, von der Wendung die diese ganze Situation nun auf einmal genommen hatte. Er hatte zwar keine Ahnung, was da nun im Gang war, aber er schaltete schnell und wollte die Gelegenheit nutzen, um seinen Peinigern zu entkommen und so stolperte er, so schnell es ihm möglich war in eine Richtung los. „Mist, der haut ab“, rief der Zweite, der sich grad bestmöglich vor den Schwerthieben des Helden zu verteidigen versuchte. „Vergiss das kleine Aas!“, rief der Erste. „Wir müssen zuerst den Helden loswerden“, rief er, als er auch schon auf den Helden losging. Ein weiterer Blitz zuckte durch die Dunkelheit, doch der Rüpel wich ihm geschickt aus, so dass der Blitz diesmal ins Leere fuhr. Währenddessen nutzte der Zweite seine Chance und nutzte die kurze Ablenkung des Helden aus, um ihm einen Schwerthieb zu verpassen, der auch voll traf. Kein kritischer Schlag, aber dennoch sackte der Held kurz zusammen, als er am Rücken getroffen wurde. Schnell rappelte er sich aber wieder auf, machte einen schnellen Sprung zurück um etwas Abstand zu gewinnen. Dennoch befand er sich weiterhin in der schlechten Kampfposition zwischen den beiden Angreifern. Sehr unüberlegt, wenn man das genau bedachte, oder war das nur eine Art Plan? Gwydion konzentrierte erneut seine Willenskraft und wie es aussah, hatte er vor den ersten Rüpel vor ihm anzugreifen. Dieser machte auch schon ein paar Schritte zurück und spannte sich innerlich, bereit für ein schnelles Ausweichmanöver, falls er die Chance dazu hätte. Schon etwas gebeutelt vom Kampf, reagierte auch der Zweite darauf, in dem er zum Angriff nach vorn preschte, um einen Angriff zu starten während der Held ja offensichtlich grad konzentriert drauf war den anderen anzugreifen. Genau in dem Moment, als sich der Blitz entlud, sprang der zweite Angreifer nach vorne und wollte zuschlagen. Er wollte, doch er kam nicht mehr dazu. In dem Moment, wo er vorsprang und zuschlagen wollte, brach die Konzentration des Blitzes ab, stattdessen fuhr das Schwert durch sein Herz. Gwydion hatte sehr wohl damit gerechnet, genauer gesagt, war die geplante Blitz-Attacke nur Ablenkung gewesen um eben, den Ersten auf Abstand zu halten und den Zweiten zum Angriff zu animieren. Er musste nur noch den richtigen Moment abwarten, um sein Schwert nach hinten zu rammen. Er drehte sich nicht mal um, denn er wusste dass er sein Ziel nicht verfehlt hatte. Während er den Ersten anstarrte, hörte er schon, wie der Zweite am Boden tot zusammensackte, während sich dessen Blut auf dem Erdboden ergoss. Sofort richtete er sich wieder in Angriffshaltung und fixierte den übrig gebliebenen Rüpel, dem gerade vor Entsetzen die Kinnlade runter fiel, als er mit ansehen musste, wie sein Kumpel getötet wurde. Spätestens jetzt war es klar dass er wohl nicht die geringste Chance hatte. „Du Mistkerl hast ihn umgebracht!“, schrie er dem Helden entgegen. „Er hatte es ja nicht anders gewollt.“, antwortete der Held. „Zeig du mal dass du klüger bist. Wirf deine Waffe rüber, hau ab und lass dich hier nie wieder blicken oder trage die Konsequenzen!“ Der Angreifer blickte ihn unschlüssig an. Sein Blick war wutverzerrt und in ihm schrie alles danach diesen Mistkerl anzugreifen, um seinen Partner zu rächen. Allerdings war er sich andererseits auch voll darüber im Klaren, das er wohl keine Chance hatte. Der Held war viel stärker und besser gerüstet. Außerdem war er selbst schon verletzt durch die Blitzattacken und die Angriffe so dass er froh sein musste, wenn er es mit den Verletzungen schaffen würde. Außerdem war es wieder das Übliche mit Leuten von der Sorte: Sie waren in der Gruppe immer ach so stark und toll, aber allein verließ sie der Mut. Er knurrte zerknirscht. „Schon gut..ich hau ab.“, murmelte er und ließ die Waffe zu Boden fallen. Der Held konnte gar nicht so schnell reagieren, wie der Feigling dann seine Beine in die Hände nahm und loslief. Selbst ein tollwütiger Balverin konnte wohl kaum schneller laufen und bald verschwand er außer Sichtweite.


Gwydion entspannte sich wieder, als er sich umsah. Wo war denn der Junge hin verschwunden? Er hatte ihn während des Kampfes aus den Augen verloren. Doch da hörte er schon ein leises Schluchzen hinter einem der Bäume, nur ein Stück weiter weg, von wo er sich gerade befand. Als er hinging, entdeckte er den Jungen. Er saß zusammengekauert am Boden, die Knie an seinen Körper gezogen. Mit seinen Händen hielt er die aufgeschlitzte Kutte notdürftig über seinen Körper zusammen und weinte bitterlich. War ja auch kein Wunder, schließlich musste er ja regelrecht mit den Nerven am Ende sein. Er sah elend aus, wie er da zusammengekauert saß und es gab dem Helden erneut einen Stich ins Herz ihn so zu sehen. Er konnte nicht einfach weitergehen und ihn da sitzen lassen und so näherte er sich ihm, blickte zu ihm herunter und legte ihm die Hand auf die Schulter. „Hey, alles in Ordnung mit dir?“, fragte er sanft. „Die Typen werden dir nichts mehr tun.“ Es kam noch ein Schluchzen, schließlich fuhr sich der Junge aber mit dem Ärmel über das Gesicht um seine Tränen abzuwischen. Dann sah er hoch und blickte den anderen an. Sein schwarzes Haar war mit Erde verklebt und ein blauer Fleck begann sich um sein Auge zu bilden, wo sein Peiniger ihn mit der Faust getroffen hatte. Aber dennoch, aus irgendeinem Grund konnte man sich von seinen Augen nicht losreißen. Große, klare, grüne Augen blickten den Helden an. Im Mondlicht sahen sie wie zwei grüne Kristalle aus. Fasziniert blickte Gwydion einen Augenblick lang in die Augen des anderen. „Ähm..“, begann der Junge. „Ja, alles in Ordnung“ Seine Stimme klang leise, nicht viel mehr als ein Flüstern. Er sah sich nun auch den Helden näher an, denn vor lauter Panik hatte er gar nicht wirklich mitgekriegt, wer ihn da eigentlich gerettet hatte. So wie es für ihn aussah, hatte ihn also ein Held der Gilde gerettet, und wenn er jetzt nicht alles durcheinanderbrachte, dann war der Fremde sogar DER legendäre Held der Messer-Jack besiegt hatte. Sein Blick verharrte für einen Augenblick ebenfalls in den blauen Augen des anderen, bis er weiter hoch wanderte und für einen Sekundenbruchteil den Heiligenschein fixierte, diese lichte Erscheinung, die über den Kopf des Helden schwebte. Fast erschrocken schnell wanderten seine Augen wieder zum normalen Blickkontakt zurück, schweiften aber dann Richtung Boden ab. „Danke, dass du mich gerettet hast. Wenn du nicht gekommen wärst, dann hätten sie mich..“, er brach ab, konnte den Satz nicht zu Ende sprechen. Erneut schluchzte er und Tränen liefen sein Gesicht herunter, als er daran dachte, was vor kurzem geschehen war und geschehen wäre, wenn der Held nicht auf einmal aufgetaucht wäre. Der Held seufzte, als er den anderen weinen sah. Es war einfach zu herzzerreißend. Und so kniete er sich zu dem Jungen herunter und legte seine Arme um ihn, denn er wollte ihn einfach trösten. „“Shh… ist schon gut. Du bist jetzt in Sicherheit.“, flüsterte er und drückte ihn kurz. Er hielt den jungen weiterhin einfach umschlungen. Das Schluchzen hörte auf, es schien so als würde sich der Junge wirklich wieder etwas beruhigen und er blickte wieder zum Helden auf. „Danke..“ flüsterte er, als er plötzlich seine Arme ebenfalls um den Helden schlang und ihn fest drückte, sein Kopf auf dessen Schulter. Irgendwie wirkte dieses Verhalten fast kindlich, aber andererseits, würden die meisten wahrscheinlich nach so einer Situation überschwängliche Gefühle der Dankbarkeit haben. Dann setzte sich der Junge schnell wieder normal hin und auch Gwydion nahm seine Arme wieder zurück. „Du bist von der Gilde, oder?“, fragte der Junge. „Ja, ich komme von der Heldengilde. Ich heiße übrigens Gwydion“, antwortete der Held mit einem kleinen Lächeln. „Wie heißt denn du überhaupt?“, fragte er sanft, während er wieder aufstand. Der Junge stand auch wieder auf, darauf bedacht, den Rest seiner Kleidung so gut wie möglich mit den Händen am Körper zu halten. „Ich bin Shadow.“. Er versuchte zumindest höflich zurückzulächeln, was aber irgendwie misslang. „Schöner Name. Wo wolltest du denn eigentlich hin um diese Zeit?“, frage Gwydion. „Nach Oakvale“, antwortete Shadow knapp. Jetzt wo der Junge aufgestanden war, konnte Gwydion ihn näher betrachten. Er war wirklich ziemlich klein und sehr zierlich. Dadurch dass er so dünn war, wirkte er irgendwie noch hilfloser. Sein Aussehen erinnerte irgendwie an Schneewittchen. Zumindest was die Haut so weiß wie Schnee und das Haar, so schwarz wie Ebenholz betraf, den im krassen Gegensatz zu seinem schwarzen Haar, war er tatsächlich recht blass. Das Alter konnte er beim besten Willen nicht einschätzen. Vielleicht war er ja grad volljährig, aber vom Aussehen her wirkte er eigentlich jugendlich. Man konnte es einfach nicht sicher einschätzen, wie alt der Kleine wohl war. Dann fiel sein Blick auf die Kutte. Irgendwas irritierte ihn daran, obwohl es nichts weiter als eine einfache schwarze Kutte war. Was der Junge wohl tat? Ob er vielleicht aus einem Kloster oder Tempel herkam? Der Held schenkte dem Jungen erneut ein Lächeln, als er dessen Antwort hörte. „He, ich bin auch nach Oakvale unterwegs. Gehen wir doch zusammen!“ Shadow nickte schnell. „Ja, das wäre sehr nett, wenn ich mit dir mit darf, Gwydion.“ „Klar doch.“, antwortete der Held. „Kannst du eh gehen, oder bist du irgendwo verletzt?“ Der Junge antwortete ihm dass alles in Ordnung sei, und so starteten die beiden den restlichen Weg durch den Darkwood, nach Oakvale. Shadow schwieg die meiste Zeit, alles in allem schien er sehr ruhig zu sein, konnte aber auch an dem nachwirkenden Schock über das Erlebnis liegen. Zumindest erfuhr der Held das Shadow eigentlich zwanzig Jahre alt war. Der restliche Weg durch den Darkwood verlief ohne Zwischenfälle, sie sahen nur ein paar Händler auf Durchreise, welche unterwegs zum Grabhügelfeld waren.


„Wohnst du in Oakvale?“, fragte Gwydion seinen stillen Begleiter. „Hm, Nein, ich soll nur dort ein paar Besorgungen machen und wollte dort übernachten. Ich bin sozusagen im Darkwood zuhause, weißt du, aber ich übernachte auch hin und wieder an verschiedenen Orten.“, antwortete Shadow. „Weswegen bist denn du unterwegs. Sag bloß du bist im Auftrag der Gilde unterwegs“, fragte er neugierig. Gwydion blickte nachdenklich. Also im Darkwood war der zuhause? Irgendwie irritierte ihn diese Antwort wieder. Da gab es doch keine Siedlungen. Ein Händlerposten, ein Bordell. Keine Häuser, kein Kloster…war der Tempel Avo´s nicht im Witchwood? Irgendwie wurde er aus der Antwort nicht wirklich schlau. Übernachtet an verschiedenen Orten… Er sah Shadow von der Seite an. Vielleicht erfand der Kleine das alles auch und hatte kein zuhause. Doch dann schüttelte er den Kopf. „Nein, nein, kein Gilden-Auftrag. Ich hab schon länger keinen wichtigen Auftrag mehr von der Gilde gehört. Ich habe den Tag über gekämpft und war die ganze Zeit unterwegs und bin jetzt einfach nur müde. Deswegen gehe ich nach Oakvale. Ich will dort bloß übernachten.“
„Ach so“, antwortete der Junge. „Ich bin müde. Hoffentlich sind wir bald da. Ich möchte am liebsten nur noch schlafen.“
„Ich auch. Wir sind eh bald da. Da vorn sind ja schon die Grabhügelfelder. Jetzt haben wir es gleich.“
Dann gingen die beiden weiter, erreichten endlich das Stadttor von Oakvale. Der Stadtwächter hob die Hand zum Gruß als er den Helden sah, sah aber dann den Jungen neben ihm nachdenklich an. Es war ja auch ein seltsames Bild, wie er da stand in der zerfetzten schwarzen Kutte, verdreckt,  mit blauen Flecken und verstört dreinblickend. Er warf einen skeptischen Blick auf die Kutte, zumindest auf den Teil, den er sehen konnte. Shadow blickte dabei nur auf den Boden, als würde er nicht wollen dass der Wächter sein Gesicht sah. Gwydion bemerkte natürlich den Blick des Wächters. „Er ist im Darkwood überfallen worden.“, sagte er knapp. Schließlich musste der Wächter ja nicht die ganze Geschichte wissen. Trotzdem sollte die Antwort ausreichen als Erklärung für den äußeren Zustand des Jungen. Nach einem schnellen Nicken vom Wächter waren die beiden schon auf dem Weg zum Gasthaus. Zur Erleichterung hatten sie noch genug freie Betten und so konnten sich die beiden endlich ins Bett fallen lassen. Endlich hatte dieser Tag ein Ende, schließlich konnte es einem schon vorkommen das dieser Tag, besser gesagt diese Nacht ewig gedauert hätte und einfach an Ereignissen kein Ende hätte finden wollen. Sie hatten zwei Betten die nebeneinander standen. Shadow ließ sich gleich wie er war ins Bett fallen, rollte sich ein und schlief auch bald ein. Das war gut so. Was er nach dem Erlebnis brauchen konnte, war Ruhe und Schlaf. Das würde ihm gut tun. Gwydion legte zuerst mal die schwere Rüstung ab und legte sich dann in das andere Bett. Wie immer dachte er vor dem Einschlafen noch ein wenig über dem Tag nach, dann fiel sein Blick auf den schlafenden Jungen und ein Lächeln kam über seine Lippen. Es war eine gute Sache, dass er sich nicht teleportiert hatte, sondern zu Fuß gegangen war. Nicht auszudenken, wenn niemand diesen Jungen gerettet hätte. So eingerollt wirkte er richtig kindlich. Der Held beobachtete den Jungen noch eine Weile und schlief dann selber ein.


Am nächsten Tag war Gwydion schon früh wach. Er blickte zum Bett daneben, sah Shadow noch schlafend und stand dann auf. Sein Blick fiel auf die Kutte. Er überlegte und kam zu dem Schluss dass er in den nächsten Kleiderladen gehen würde, um neue Kleidung für den Jungen zu kaufen. Er konnte unmöglich weiter in der Kutte rumlaufen, die war einfach zu zerfetzt. Er würde saubere Kleidung brauchen. Es war eigenartig, aber irgendetwas sorgte sich um den andren, obwohl er ihn ja kaum kannte, aber irgendwas in ihm wollte den Kleinen umsorgen.<br>
Shadow erwachte, als Gwydion schon längst gegangen war. Er fand sich allein in dem Raum wieder. Er brummelte irgendwas verschlafen und ließ sich wieder auf das Bett fallen, starrte einfach eine Weile auf die Decke. Hatte er den solange geschlafen? Was war mit dem Helden, Gwydion? War er schon gegangen? Irgendwie hätte er gehofft ihn noch zu sehen, bevor sich ihre Wege wieder trennen würden. Er setzte sich mit einem Ruck auf und hielt sich den Kopf, als ihm noch einmal die Ereignisse des Vortages einfielen. Das er hier war, noch heil hier war verdankte er nur dem Helden. Er schüttelte sich, den Gedanken an die Ereignisse wollte er am liebsten ganz weit weg von sich haben. Als er aufstand, stöhnte er auf vor Schmerz. Ihm taten die Knochen weh, von den Schlägen, vom Festhalten wegen diesen blöden Rüpeln. Sein Blick fiel in den Spiegel, wo ihn gleich noch mal der Schreck traf. Er sah ja furchtbar aus. Shadow ging erstmal ins Badezimmer und wusch seinen Körper und seine Haare, es bestand ja schließlich kein Grund weiterhin so verdreckt rumzulaufen. Anschließend war er wieder im Zimmer, wo er seine Kutte ja auf dem Bett liegen gelassen hatte. Das Ding sah jetzt auch aus wie durch den Müll, aber was sollte er sonst anziehen, er hatte ja nicht grad Reserve-Kleidung dabei. Als er es grad irgendwie wieder angezogen hatte, ging die Tür auf und Gwydion trat ein. „Ah, du bist schon wach!“, rief er fröhlich in den Raum herein. Shadow drehte sich um und nun konnte er auch lächeln. „Gwydion! Ich dachte du wärst schon weg.“ „Nein, du hast nur noch geschlafen und ich wollte dich nicht wecken. Ich bin gleich aufgestanden, als die Geschäfte offen hatten. Schau mal ich hab dir was mitgebracht.“, antwortete der Held und hielt dem Jungen die Kleidung hin. „Schließlich kannst du deine Kleidung nicht mehr tragen, drum hab ich dir was Neues besorgt.“ Er legte ihm die Kleidung aufs Bett. Shadow war nun wirklich überrascht. Wieso war er so nett zu ihm? Er hatte ihn gerettet, aber jetzt konnte es ihm doch egal sein, oder? „Gwydion..“, murmelte er. Dann lächelte er und sprang vom Bett auch. „Danke Gwydion. Du bist wirklich sehr nett“ Er nahm die Kleidung freudig in die Hände und verschwand hinter einem Paravan. „Das war eine tolle Idee, aber das hättest du meinetwegen nicht kaufen müssen, ich hätte ja auch so nach Hause gehen können.“ „Quatsch. Mach dir deswegen keine Gedanken.“, antwortete der Held darauf, während er wartete das sich der andere hinter dem Paravan umzog. Shadow legte derweil in aller Ruhe die neue Kleidung an. Es war gewöhnliche Dörflerkleidung, aber Shadow freute sich darüber, weil Gwydion sie ihm gebracht hatte. Es war einerseits ein gutes Gefühl, dass dieser Held für ihn Kleidung besorgt hatte, um ihm eine Freude zu machen, andererseits war es auch eigenartig, beziehungsweise ungewohnt für ihn umsorgt zu werden.


Endlich fertig, kam Shadow hinter dem Paravan hervor. Er nahm noch die restlichen Sachen aus der zerschlissenen Kutte und verstaute sie in der frischen Kleidung. Geld, ein Zettel, eine Art Notizbuch, aus dem noch mehr Zettel ragten und eine Art Amulett. „Ich sollte jetzt wohl besser losgehen, sonst krieg ich Ärger, wenn ich allzu spät zurückkomme und ich muss ja noch die ganzen Besorgungen holen.“ während er Gwydion neugierig ansah fragte er noch „Und was wirst du heute noch machen?“ Naja immer dieselbe Leier, wollte der Held am liebsten antworten. „Ach, ich glaube ich werde noch was trinken gehen. Dann werde ich erstmal zurück zur Gilde gehen, dann sehe ich mal weiter.“
„Ich würde dir ja gern noch Gesellschaft leisten, aber ich muss wirklich los. Schade eigentlich, ich komme nicht allzu oft aus dem Darkwood raus“ Der letzte Satz hatte einen leicht traurigen Unterton. Doch dann lächelte Shadow wieder und ging zu Gwydion hin, ganz nah, bis er nur noch wenige Zentimeter vor ihm stand „Danke nochmal für alles, Held! Vielleicht sehen wir uns ja wieder.“, hauchte er, bevor er sich auf die Zehenspitzen stellte, da Gwydion ja größer als er selbst war, und dem Helden einen zarten Kuss auf die Wange gab.. Und nach einem Grinsen war er auch schon, ehe man sich es versah, weg, während Gwydion immer noch wie angewurzelt auf derselben Stelle stand. Die Hand auf der Wange, wo ihn vor Sekunden der Junge geküsst hatte, ein entgleister Blick in den Augen und vor lauter Überrumpelung stand ihm sogar der Mund offen. Hätte er reden müssen, wäre höchstwahrscheinlich nur blödes Gestotter aus seinem Mund gekommen. Warum hatte der Junge ihn geküsst? Warum brachte ihn das so aus der Fassung? Warum dachte er wegen so einer Kleinigkeit jetzt überhaupt nach und wieso machte er sich überhaupt schon wieder Gedanken über Shadow? Er schüttelte die Gedanken mit einem Kopfschütteln weg. Ehrlich er reagierte lächerlich, und das als Held. Und dabei wollte er den Gedanken eben belassen. Er würde jetzt runter ins Gasthaus gehen, sich einen Drink genehmigen und dann zur Heldengilde gehen. Mal sehen, was es dort für Neuigkeiten gab. Also schritt er die Treppen hinunter und bestellte einen Drink beim Wirt.


Das Bier gab es gewohnt schnell, allerdings wurde Gwydion diesmal mit einem seltsamen Blick bedacht, und dieser hatte nichts mit Bewunderung zu tun. Nach einem Schluck von seinem Glas wurde es dem Held zu blöd. „Gibt´s noch irgendwas?“
„Äh, ja. Der junge Herr, der gestern mit Ihnen hier angekommen ist…Er ist schon gegangen?“ fragte der Wirt etwas zaghaft. Gwydion fragte sich, weshalb der das wohl wissen wollte. „Ja, er wollte nur noch ein paar Besorgungen machen und geht dann wieder heim.“, sagte er und spülte das Ganze mit einem weiteren Schluck Bier runter. Der Ausdruck von Erleichterung der sich auf das Gesicht des Wirtes abzeichnete, entging ihm aber dennoch nicht. Also entweder wurden hier alle immer eigenartiger oder er verstand hier etwas komplett nicht. Jedenfalls beschloss er, so schnell wie möglich auszutrinken und sich auf dem Weg zu machen. Jetzt wo er darauf achtete, bemerkte er dass er auch von den anderen Gästen seltsam beäugt wurde und das war jetzt wirklich etwas das ihm zu eigenartig war, das hatte man nicht unbedingt nötig. Schon gar nicht, wenn man noch nicht mal wusste, weshalb man aus heiterem Himmel plötzlich so beäugt wurde. Während sich Gwydion nicht mehr wirklich wohl fühlte, gestaltete sich das Einkaufen im Gemischtwarenladen für Shadow auch nicht so optimal. Er wollte ja bloß nichts anderes als endlich die Besorgungen, die ein Auftrag seiner Gemeinschaft waren zu erledigen, um dann endlich verschwinden zu können. Nur traf er auf die Abneigung vom Geschäftsbesitzer, der ihn am liebsten aus der Stadt verweisen würde, wenn er könnte. Das hatte man davon, wenn einem der eigene Ruf vorauseilte. Und es war nun mal so, das die Bewohner den Jüngern Skorms mit Angst und Abneigung begegneten. Man wollte sie nicht wirklich in der Stadt haben, denn eins war ihnen klar, das die Ärger und Unheil bedeuteten. Tja und nun durfte Shadow die Unhöflichkeiten des Ladenbesitzers ertragen. Der Typ hatte Angst, und er wollte diesen Jünger Skorms lieber jetzt als in einer Minute loswerden. Shadow biss sich vor Wut in die Lippe. Jedes verdammte Mal, dieselben Reaktionen, das konnte einen wirklich übel auf die Nerven gehen. „Ja, weißt du was? Dann pack das verdammte Zeug schneller zusammen. Dann bist du mich auch schneller los, weil ich hab eh nicht unbedingt vor, länger als nötig hier zu bleiben!“, entgegnete Shadow dem Besitzer in unbeabsichtigt  lautem und scharfem Tonfall. Und so, war Shadow dann wieder Richtung Darkwood unterwegs, während Gwydion noch sein Bier austrank.


Diesmal legte der Held keinen Wert darauf den ganzen Weg bis zur Heldengilde zurückzulegen, deswegen nahm er sein Gildensiegel zu Hand und teleportierte sich hin. Helles weiß-bläuliches Licht umgab ihn, nahm ihn mit, sodass er kurze Zeit später vor der Heldengilde wieder auftauchte. Die meisten Lehrlinge befanden sich zurzeit im Essenssaal. Die Zusammenkunft im Essenssaal war ein beliebtes Ritual, da man sich auf diese Weise sehr gut unterhalten konnte, Tratsch austauschen oder sich gegenseitig Neuigkeiten erzählen konnte, bevor sämtliche Einwohner wieder in allen Ecken des Gilde-Areals verstreut sein würden. Wie üblich waren sämtliche Leute in Gespräche vertieft und hin und wieder ging ein Lachen durch die Runde. Gwydion sprach ein Mädchen an, das in seiner Nähe stand. „Gibt es irgendwelche Neuigkeiten?“, fragte er. Das Mädchen war sechzehn Jahre alt, hatte langes, rotbraunes Haar, das sie stets zu einem Zopf geflochten trug und neugierige, dunkle Augen. Alles in allem war sie eine recht unscheinbare Erscheinung, wäre sie nicht vor allem für zwei Sachen bekannt: unbändige Neugier, deswegen wusste sie auch meistens über alles Bescheid, besser gesagt über alles was sie durchwühlen, beziehungsweise mitlauschen konnte, und zweitens war sie für ihre große Klappe bekannt, ein Umstand, der ihr immer wieder Ärger einbrachte. Sie drehte sich zu dem Helden um. „Ach, auch wieder einmal da? Hab dich ja schon lange nicht mehr hier gesehen. Hm.. lass mich überlegen. Hast du schon das von der Obstfarm gehört?“ Der Held schüttelte verneinend den Kopf. „Dann pass auf, das war ja klasse, was sich der Idiot geleistet hat“, sagte sie und musste jetzt schon bei dem Gedanken lachen. „HE! So lustig ist es  nun auch wieder nicht, das du es jedem erzählen musst!“, unterbrach sie eine verzweifelnde Stimme. Es war ein siebzehn-jähriger Gildelehrling, ein Rotschopf mit kurzem Haar, Sommersprossen und blauen Augen. Bekannt dafür, mit besten Absichten von einem Fettnäpfchen ins nächste zu steigen. Offensichtlich war er der „Idiot“, um den es bei der Obstfarm-Geschichte ging. „Oh doch! Das ist lustig, oder für deinen Fall..peinlich.“, antwortete ihm das Mädchen und vor unbeeindruckt an den Helden gewandt fort: „Also der Besitzer der Obstfarm hat uns wieder um Hilfe ersucht, weil er schon wieder eine Hobb-Plage hatte. Also ehrlich, ich weiß nicht, was der Kerl immer treibt. Der zieht die Hobbs ja magisch an oder so…Na bitte, der hat so oft Probleme, da müssten wir schon einen Zuschlag kriegen. Wie auch immer, also der Idiot kriegt den Auftrag. Ich mein wär ja nicht schwierig, er hätte bloß die Hobbs erledigen oder fernhalten sollen. Hat er zwar, aber es war keine Rede im Auftrag, das er dazu die Obstfarm in Brand setzten soll. Der Depp hat glatt für einen Brand gesorgt und das nur, weil er für Eindruck schinden wollte und die Sache mit Willenskraft erledigen wollte. Rat mal, wie sauer der Besitzer war.“ „Ich konnte doch nicht wissen, das es so schnell brennen würde.“, verteidigte sich der Rothaarige. „Dann hättest du sie mit der Waffe erledigen sollen, wenn du schon nicht weißt, was du tust. Jedenfalls regt der sich jetzt auf und der Brand hat für großen Schaden gesorgt.“, antwortete das Mädchen.
„Ach, der soll sich nicht so aufregen…die Hobbs ist er ja los, oder? Von Wie war nie die Rede.“, meinte der Junge schulterzuckend. „Ja die Hobbs ist er los, sowie den Großteil seiner Farm gleich mit. Siehst du, wegen solchen Sachen wird die Gilde noch mal einen schlechten Ruf kriegen. Die werden ja denken wir schicken nur Idioten aus.“, sagte sie wieder an den Helden gewandt. Der Held grinste. „Naja, das war sicher nicht der beste Weg Eindruck zu schinden. Ihr solltet alle eure Aufträge mit größerer Vorsicht machen. Wir sollten nicht noch mehr zerstören als die Hobbs, außerdem hätte auch jemand verletzt werden können. Aber ich denke mal der wusste doch dass ein Lehrling geschickt worden ist, da kann ja noch einiges schief gehen. Ich glaube nicht dass wir wegen einer einzigen solchen Tat gleich einen schlechten Ruf kriegen.“ An den Rotschopf gewandt, sagte er: „Aber pass gefälligst nächstes Mal wirklich besser auf!“ Der Rotschopf versprach vorsichtiger zu sein, als der Held plötzlich eine Mitteilung vom Gildenmeister empfing. Er solle schnell zu ihm kommen, er hätte einen Auftrag und befände sich gerade im Kartenraum. „Entschuldigt mich, ich muss los.“ Sagte er schnell an das Mädchen und dem Lehrling gewandt und zischte ab, Richtung Kartenraum. „Hm, also irgendwie kommt der auch nie zur Ruhe..rennt immer von einem Ort zum andren und hat keine Minute Zeit, was?“, sagte das Mädchen kopfschüttelnd zum Rotschopf, wegen Gwydion´s rasanten Abgang.